
Leere Kinderbetten fürs Klima (Symbolbild:Imago)
Wenn man den selbsternannten Klimarettern der „Letzten Generation“ eines nicht vorwerfen kann, ist es, mangelnde Kreativität beim Aushecken neuer Möglichkeiten zur Auslebung ihres Wahns zu finden: Neben gemeingefährlichen Verkehrsblockaden und Vandalismus gegen Kunstwerke zählt dazu inzwischen auch die geschmacklose Störung von Hochzeitsmessen: Weil nämlich Ehen – zumindest noch – die soziale Keimzelle von Familie und Nachwuchs sind und in der Regel auf Fortpflanzung hingeordnet sind, das in-die-Welt-Setzen neuer Kinde den psychopathischen Wohlstands-Klimarettern jedoch als Verbrechen am Planeten und seinen Ressourcen gilt, sehen sie in der Verhinderung und Sabotage neuer Eheschließungen ein neues Betätigungsfeld.
Mit dieser geisteskranken Logik jedenfalls traten Aktivisten der „Gebärstreik-Bewegung“, so die Selbstbezeichnung des verantwortlichen Ablegers der „Letzten Generation“ am vergangenen Sonntag bei einer Hochzeitsmesse im schwäbischen Aalen auf. Dort veranstalteten sie einen Trauerzug mit Kindersärgen, um den Heiratswilligen die Sinnlosigkeit von Ehe und Familie, angesichts des angeblich bevorstehenden Weltuntergangs aufzuzeigen. Laut Ansicht der „Aktivisten“, gehören die aus den zukünftigen Ehen hervorgehenden Kinder zu den beklagenswertesten Opfern der vermeintlichen Klimakrise, deshalb transportierten sie in geschmacklosem Pathos ihre irre Botschaften.
Kinder als CO2-Äquivalente
„Wir trauern um die ungeborenen Kinder als Opfer der Klimakrise. Wir sind die letzte Generation, die das noch verhindern kann“, twitterte ein Mitglied der Klimasekte und offenbarte damit einmal mehr die typische Mischung aus Dummheit, Fanatismus und Größenwahn. Immerhin und zum Glück ließen sich die Besucher der Aalener Hochzeitsmesse vom Klimawahn der Störer jedenfalls nicht anstecken. Nachdem sie zum Gehen aufgefordert wurden, verließen die „Aktivisten“ diesmal wenigstens umstandslos das Gelände.
Wissenschaftlicher Pseudo-Hintergrund der „Gebärstreik”-Bewegung ist unter anderem eine absurde Studie der schwedischen Universität Lund: Ihr zufolge sei der Verzicht auf ein eigenes Kind der beste Weg zur Bekämpfung des Klimawandels. Damit könnten 58,6 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden, während ein Auto lediglich 2,4 Tonnen pro Jahr spare. Vorbild der deutschen Spinner ist die Bewegung „Birthstrike“ (eben „Gebärstreik”) in Großbritannien, deren Anhänger sich als erste organisierten, um den Verzicht auf Kinder als „Klimarettungsmaßnahme“ zu propagieren, weil weniger Menschen weniger CO2-Ausstoss bedeuteten. Bevor nun auch die „allerletzte Degeneration“ auf diesen Zug aufsprangen, waren ähnliche Fanatismen bislang nur von geltungssüchtigen Figuren des Feuilletons vertreten worden, etwa der deutschen Publizistin und selbsternannten „Antinatalistin“ Verena Brunschweiger, die unter anderem mit ihrem Bestseller „Kinderfrei statt kinderlos“ aus dem Jahr 2020 die biologistische Reduktion menschlichen Nachwuchses auf CO2-Äquivalente zur Tugend erhob.
Klimaparolen im Dienste der „Umvolkung”
Diese Idiotie fiel seither auf stetig fruchtbareren Boden – und verängstigt inzwischen eine ganze Generation: Derzeit sind sich rund 40 Prozent der 16- bis 24-Jährigen unsicher, ob sie überhaupt noch jemals Kinder bekommen wollen. Als Ursache dafür nennen sie auch und gerade den Klimawandel. Damit dienen aus die „Gebärstreik“-Aktivisten und ihre publizistischen Verstärker – ob gewollt oder unfreiwillig – dem Bevölkerungsaustausch: Während einerseits immer mehr Menschen aus Kulturen ins Land strömen, wo Kinderreichtum Normalität und erstrebenswertes Ziel ist und sich zugleich niemand um CO2-Emissionen einen Dreck schert, soll der schwindenden biodeutschen Wohlstandsbevölkerung das Kinderkriegen per „Klimaschuld-”Keule verleidet werden.
Die medial und politisch geschürte Massenhysterie hat dabei ein solches Ausmaß erreicht, dass der Begriff „Klimaangst“ sogar Eingang ins psychologische Vokabular gefunden hat. Daran konnte auch der Umstand nichts ändern, dass der Lunder Studie, die für diese neue Kinderfeindlichkeit das wissenschaftliche Substrat liefert, von Kritikern unter anderem vorgeworfen wird, viel zu einseitig zu argumentieren und von einem lebenslang gleichbleibenden CO2-„Fußabdruck” auszugehen. In der Tat erliegen ihre verantwortlichen Autoren dem gleichen Fehler wie die Urheber der meisten unfreiwillig einseitig-simplifizierenden Klimamodelle, indem sie einfach einen gegenwärtigen Zustand in die Zukunft extrapolieren, ohne die Möglichkeit allfälliger und höchstwahrscheinlicher Änderungen oder korrigierenden Innovationen einzukalkulieren, wie es sie zu allen Zeiten der Geschichte gab.
