
Die USA und der „kollektive Westen“ spielen mit dem Feuer und laufen Gefahr in eine direkte Konfrontation mit Russland zu geraten. Selbst das Pentagon warnt inzwischen Washington vor der Gefahr einer nuklearen Eskalation.
In einem Interview mit der serbischen Tageszeitung Politike warnte der UN-Experte für nachhaltige Entwicklung Jeffrey Sachs vor weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine und betonte dabei, dass in der Ukraine seit neun Jahren und nicht erst seit einem Jahr tobt. Dabei betonte er, dass inzwischen sogar das „Pentagon Washington jetzt vor den möglichen Folgen einer globalen Krise und der Möglichkeit eines Atomkrieges warnt.“
„Im Moment haben wir einen Krieg in der Ukraine, Israel bombardiert den Iran, Amerika und China stehen kurz vor einer direkten Konfrontation gegen Taiwan – es ist eine sehr gefährliche Zeit. Wenn das alles weiter eskaliert, flirten wir bereits mit dem Dritten Weltkrieg . Ich glaube, dass es einen Ausweg aus dieser Krise gibt, wenn die USA ihre Außenpolitik ändern und wenn die 150 Länder, die weder NATO-Mitgliedstaaten noch US-Verbündete sind, Russland ausgenommen, in der UN-Generalversammlung abstimmen und eine sofortige Abstimmung fordern Waffenstillstand und den Beginn von Friedensgesprächen“, sagte Sachs.
Der kollektive Westen goss bereits Öl ins Feuer, nachdem die USA die Lieferung von 31 Abrams-Panzern an Kiew angekündigt haben. Diese Entscheidung folgte auf Druck von Bundeskanzler Olaf Scholz, der seinerseits die Lieferung von 14 Leopard-2-Kampfpanzern bewilligte und Drittländern die Ausfuhr ihrer Panzerbestände genehmigen würden. Diese Entscheidung erfolgte nach langem Zögern der Bundesregierung und war an die Voraussetzung geknüpft, dass Washington selbst Panzer ins Kriegsgebiet schicken werde.
Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte, die Leopard-2-Kampfpanzer würden noch vor „Ende März“ an die Ukraine übergeben. Auch Großbritannien, Polen, Frankreich, Norwegen und die Slowakei beabsichtigen Kampfpanzer an Kiew zu liefern. Kurz darauf wurden Diskussionen über die Lieferungen von westlichen Kampfjets und U-Booten laut. Allerdings dementierten sowohl Berlin und Washington die Absicht, diese an die Ukraine zu liefern.
Allerdings ist dieses Dementi nicht sehr glaubhaft, denn immer wieder folgte beim Thema Waffenlieferungen eine Kehrwende. So wurde zu Beginn des Krieges die Lieferung schwerer Waffen zunächst ausgeschlossen, später wurden dann gepanzerte Fahrzeuge, schwere Artillerie und Raketenwerfer, Flugabwehrsysteme und Schützenpanzer geliefert. Immer wieder wurde das Argument angeführt, es handle sich dabei nicht um eine „aktive Kriegsbeteiligung“ im Sinne des Völkerrechts.
In Moskau hingegen sieht man sich bereits in einer Konfrontation mit dem „kollektiven Westen“, dass dieser die Ukraine bereits von Anfang an unterstützte. Nicht nur politisch und wirtschaftlich zu Beginn, sondern sukzessive durch das immer größere Arsenal an Waffen, die geliefert wurden.
Zudem erklärte Außenministerin Annalena Baerbock am vergangen Dienstag auf einer Sitzung des Europaparlamentes Russland „versehentlich“ dem Krieg, korrigierte später allerdings ihre Aussagen. Der Chef des NATO-Militär-Ausschusses, der niederländische Admiral Rob Bauer, stellte jetzt in einem Interview des portugiesischen TV-Senders RTP allerdings klar, dass die NATO nun „bereit” für einen Krieg mit Russland sei und sprach offen über die Möglichkeit eines Atomkrieges, den beide Seiten nicht gewinnen könnten. Dieser sei allerdings nicht sehr wahrscheinlich, da auch Russlands Präsident Wladimir Putin ein „rational denkender Mensch“ sei.
