Walter Schmidt: Brot für alle hat die Erde

Es gab – außer der Sowjetunion unter Stalin – wohl kaum ein Land auf der Welt, in dem Soziologen, Ökonomen und Prognostiker ihre Ansichten über die künftige Entwicklung der menschlichen Gesellschaft mit einer derartigen Zuversicht und Gelassenheit darlegen konnten, wie die DDR. Und dabei waren diese Wortmeldungen keineswegs dumme, haltlose Hirngespinste, sondern wissenschaftlich begründete Prognosen, wie sie nur unter sozialistischen Bedingungen denkbar sind. So betonte Walter Ulbricht in seiner Rede zum 150. Geburtstag von Karl Marx: „Im Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus wird jenes System den Sieg erringen, das in der Lage ist, dem werktätigen Menschen jene Stellung zu verschaffen, die ihm als Schöpfer aller Werte zukommt. Jenes System wird verlieren und untergehen, das die technische Revolution, die in ihr geschaffenen Produktionskräfte dem Profit- und Machtstreben unterordnet und den Menschen in ein Anhängsel dieses Systems verwandelt.“ Mit diesem treffenden Wort ist zugleich der unlösbare Widerspruch charakterisiert, in dem sich die futurologischen Apologeten des Monopolkapitals befinden. Hier nun ein Beitrag des damaligen Leiters des Bereiches Ökonomie der Sektion Nahrungsgüterwirtschaft und Lebensmitteltechnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, Professor Walter Schmidt, aus dem Jahre 1971:

Hunger ist kein Naturgesetz

Die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln ist Voraussetzung und Grund­lage eines menschenwürdigen Daseins für alle, die auf unserem Erdball leben. Dabei spielt die Senkung des Aufwandes an gesellschaftlicher Arbeit für die Erzeugung der landwirtschaftlichen Rohstoffe und ihre Verarbeitung zu hochwertigen Nahrungs­mitteln eine nicht geringe Rolle. Gilt doch: Je weniger Zeit die menschliche Gesell­schaft zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse benötigt, um so mehr Zeit wird sie für die übrige materielle Produktion, für schöpferische geistige Arbeit, für kulturelle Betätigung, Sport und aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ge­winnen.

Immer noch hungern Milliarden Menschen auf der Welt!

Also ist die Befreiung jener Milliarden Menschen von Hunger, für die heute noch nicht das ernährungsphysiologisch bedingte äußerste Minimum der Versorgung mit Nahrungsmitteln gewährleistet ist, eine Voraussetzung der Befreiung überhaupt, der Freisetzung und Förderung ihrer vielfältigen Interessen, Talente und Fähigkeiten. Erst die Beseitigung des Hungers gestattet die Entfaltung der Merkmale einer Per­sönlichkeit, die sich im Alltag bewährt. Nur das Optimum in der Versorgung der Erd­bevölkerung mit Nahrungsmitteln ermöglicht es auch, die Fülle der heute bereits vor­handenen Erkenntnisse für die Erhaltung der Gesundheit, der Arbeitsfähigkeit und vollen Schaffenskraft und die Verlängerung der Lebenserwartung der Menschen um­fassend zu nutzen.

Die Gegensatz zwischen arm und reich hat sich vergrößert!

Bisher können diese Erkenntnisse für Hunderte Millionen Menschen kaum oder nur in äußerst begrenztem Maße wirksam werden. Daraus entsteht unter anderem das Paradoxon, daß medizinische Einrichtungen in vielen kapitalistischen und von kolonialer Unterdrückung befreiten Ländern heute zwar über moderne Mittel verfügen, den Kranken zu behandeln und zu heilen, ihn aber nach der Heilung in eine gesellschaftliche Wirklichkeit zurückstoßen, in der er weder gesicherte Arbeit noch Einkommen findet, in der für die Masse der Menschen überhaupt kein menschenwürdiges Dasein zu erreichen ist.

Was sind die Ursachen für Hunger und Elend in der Welt?

Mit den Fortschritten des Kampfes gegen Krankheit und Seuchen haben die Er­gebnisse des Kampfes gegen Hunger und Elend sowie Arbeitslosigkeit in vielen Ländern der Welt nicht Schritt gehalten. Die Ursachen dafür liegen weder in dem zu hohen Bevölkerungswachstum gegenüber den Möglichkeiten der Steigerung der Nahrungsgüterproduktion noch in einer „gottgewollten“ Ordnung, die die Menschen in Arme und Reiche, in Hungernde und Satte, in Besitzende und Besitzlose unab­änderlich einteilt. Die Ursachen liegen nach marxistischer Auffassung, die heute durch die unterschiedliche, systembedingte Entwicklung einwandfrei belegt ist, in den Ver­hältnissen der durch antagonistische Klassengegensätze aufgespaltenen Ausbeuter­ordnungen und den Nachwirkungen ihrer Kolonialpolitik.

Warum muß der Kapitalismus beseitigt werden?

Kein Produktionszweig verträgt sich weniger mit Anarchie und kurzfristigen Schwankungen als die Landwirtschaft. Erst im Sozialismus entstehen aber die Vor­aussetzungen für eine planmäßige und proportionale Entwicklung der Produktiv­kräfte, der Produktionsverhältnisse und aller anderen Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Daher ist der Kampf um die Beseitigung des Hungers in der Welt zugleich der Kampf um neue gesellschaftliche Verhältnisse.

„Die in Armut lebenden Menschen haben angefangen zu erkennen, daß man mehr Nahrungsmittel erzeugen kann und daß ihr Hunger und ihre Armut nicht auf einen in Ergebenheit zu tragenden Ratschluß Gottes zurückzuführen sind, sondern auf die Selbstsucht oder die Mißwirtschaft ihrer Herrscher oder auf ein untaugliches Wirt­schaftssystem, das nach ihrer Ansicht gestürzt und zum Wohle des Volkes durch eine neue Ordnung ersetzt werden muß“,

sagt Lord Boyd-Orr, der ehemalige General­direktor der FAO, in seiner Schrift „Werden nur die Reichen satt?“

Wie sagte schon Karl Marx?

Gerade für die Agrarproduktion ist eine langfristige und planmäßige Entwicklung unerläßlich, wenn sie höchste Nährstofferträge erreichen soll. Mit dieser Entwicklung verträgt sich aber der ganze Geist der kapitalistischen Produktionsweise nicht, wie Karl Marx im Kapital bereits vor mehr als hundert Jahren feststellte:

„Aber die Ab­hängigkeit der Kultur der besonderen Erdprodukte von den Schwankungen der Marktpreise und der beständige Wechsel dieser Kultur mit diesen Preisschwankungen, der ganze Geist der kapitalistischen Produktion, der auf den unmittelbaren nächsten Geldgewinn gerichtet ist, widerspricht der Agrikultur, die mit den gesamten ständigen Lebensbedingungen der sich verkettenden Menschengenerationen zu wirtschaften hat.“

Welche Rolle spielt der USA-Imperialismus?

Im Kampf gegen den Hunger in der Welt gibt es klar erkennbare politische Ziel­setzungen. Gerade die herrschenden Kreise in den USA, der stärksten imperialistischen Macht, haben auch den letzten Zweifel darüber beseitigt, daß sie den Kampf gegen Hunger, Not und Elend in der Welt keineswegs als humane Aufgabe ansehen, wie dies bisher deklariert war. Für sie dient die Verfügungsgewalt über Riesenmassen an Nah­rungsgütern dazu, ihre politischen Macht- und Einfußsphären zu erhalten, zu festi­gen, ja sogar auszudehnen.

Die menschenverachtende Politik der USA

Heute wird die Bereitschaft der USA, Nahrungsmittel in sogenannte Empfängerländer (meist vom Kolonialjoch befreite und um die Erhaltung ihrer nationalen Selbständigkeit ringende Völker) zu schicken, sogar in der öffent­lichen Propaganda mit politischen Bedingungen verknüpft, welche die Forderung nur schlecht verhüllen, die Regierungen solcher Länder sollten sich in politische Ab­hängigkeit zum amerikanischen Imperialismus begeben und den amerikanischen Kon­zernen und Trusts die Grenzen zur Aneignung ihrer Rohstoffe und zur Ausbeutung ihrer Werktätigen offenhalten. Es sind Redewendungen gängig wie, die Länder müß­ten sich der Hilfe „würdig“ erweisen, sie müßten den USA nahestehen usw.

Solidarische Hilfe durch die sozialistischen Länder

Demgegen­über unterstützten die sozialistischen Länder uneigennützig die Bestrebungen der be­freiten Nationalstaaten um den Aufbau ihrer nationalen Wirtschaft. Innerhalb viel­fältigster Formen der sozialistischen Hilfe stand der Kampf gegen den Hunger ganz gewiß nicht an letzter Stelle. Dabei gingen die sozialistischen Staaten davon aus, daß gerade die Entwicklung der nationalen Wirtschaften, darunter besonders der Land­wirtschaft, ein Unterpfand des friedlichen Zusammenlebens und der Freundschaft der Völker ist. Große Anstrengungen in allen sozialistischen Staaten, insbesondere in der Sowjetunion, zu einem Überfluß an Nahrungsgütern zu kommen, um auch auf diesem Gebiet wachsende Möglichkeiten der Hilfe zu haben, zeugen von dieser Einstellung.

  • Die Werktätigen in der Landwirtschaft der sozialistischen Länder kannten die poli­tische Bedeutung ihres Kampfes um die Steigerung der Agrarproduktion sehr genau. Sie wußten, wie entgegengesetzt der „US-amerikanischen Wirtschaftshilfe“ die Zielstellung der sozialistischen Hilfe für die um ihre nationale und soziale Befreiung ringenden Völ­ker ist.
  • Uneigennützigkeit sozialistischer Hilfe bedeutete für sie in erster Linie, die Quellen des Wohlstandes in den jungen Nationalstaaten erschließen zu helfen. Sie unterstützten diese Staaten beim Aufbau der nationalen Industrie, bei der Nutzung der Rohstoffreserven und natürlichen Reichtümer des Landes, bei der Ausbildung und Qualifizierung der Arbeitskräfte und der Herausbildung eines fortschrittlichen wissen­schaftlichen Nachwuchses.
  • Daneben stand selbstverständlich die solidarische Hilfe zur Linderung der Not der Bevölkerung in den von Hunger ständig bedrohten Gebieten.

Warum muß der Kapitalismus beseitigt werden?

Für uns, die Bürger sozialistischer Länder, gab es keinen Kampf gegen Hunger, Not und Elend an sich. Für uns ging es um die Schaffung der gesellschaftlichen Grund­lagen einer Welt, die die Freiheit von Not, Existenzangst und Krieg, und zwar für alle Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion und Herkunft garantierten. Des­halb sahen wir beispielsweise auch den konsequenten Kampf für den Frieden als eine mit der Beseitigung der Not und einem menschenwürdigen Dasein eng verknüpfte Aufgabe an.

Kampf gegen Pessimismus und Neo-Malthusianismus

Deshalb verstehen wir unsere Prognose auch als eine Kampfansage gegen jedweden Pessimismus und modernen Malthusianismus, wie sie von Voigt (Road to survival, New York 1948) und Robert Cook (Fruchtbarkeit des Menschen, das Dilemma von heute, New York 1951), von Paul Reboux und dem westdeutschen Arzt August Vogel gepredigt werden. Schon damals fand man in der BRD in Zeitungen und Zeitschriften mit Massenauflagen, wie zum Beispiel im „Spiegel“ vom 4. März 1968 unter der Überschrift „Raumschiff Erde ist überfüllt“, Beiträge, die Pessi­mismus verbreiten sollen. Hier heißt es unter anderem:

„Die Menschheit marschiert mit Riesenschritten einer Katastrophe entgegen, mit der verglichen Hiroshima und Vietnam als kleine Betriebsunfälle einer goldenen Vergangenheit erscheinen werden.“

Faschistische Weltuntergangsszenarien

Über die politische Zielstellung solcher Beiträge erübrigt sich jede weitere Erläute­rung. Sie sind nichts anderes als imperialistische Kriegspropaganda, die nunmehr auf der Ebene der Weltpolitik an die verhängnisvolle faschistische These vom „Volk ohne Raum“ anknüpft. Wir werden diese düsteren Visionen widerlegen und zeigen, welche Möglichkeit die Menschheit zur Beseitigung des Hungers wirklich hat.


Weltbevölkerung und Ernährung

Das Wachstum der Erdbevölkerung ging im Verlaufe einer Jahrtausende währenden Entwicklung mit den Fortschritten in der Verbesserung der Lebensbedingungen ein­her, wobei sich das Tempo der Bevölkerungszunahme, insbesondere seit der Jahr­hundertwende, stark beschleunigte. Das zeigen folgende Zahlen:

Tabelle 1
Nach Schätzungen des „Department of Economic and Social Affairs“ der UNO dürfte die Erdbevölkerung 1980 4,2 Milliarden und im Jahre 2000 6,3 Milliarden Menschen erreichen und sich daher innerhalb der nächsten 30 Jahre annähernd ver­doppeln. Die Zunahmeraten in den verschiedenen Weltteilen sind nicht gleich. Am geringsten, mit jährlich 7 je 1000 Einwohner, ist die Zuwachsrate Europas (ohne Sowjetunion); am höchsten, mit 24 pro mille, diejenige Lateinamerikas. Dr. Kurt Witthauer, Gotha, kommt zu der angegebenen Vorausberechnung.

Warum sind sämtliche düsteren Prognosen falsch?

Die marxistisch-leninistische Ökonomie kennzeichnet den Menschen als wichtigste Produktivkraft und betrachtet daher auch das Bevölkerungswachstum unter anderem als Zunahme an gesellschaftlichem Arbeitspotential, an physischen und geistigen Kräften, die notwendig sind, um die dem Menschen in der jeweiligen Etappe seiner gesellschaftlichen Entwicklung gestellten Aufgaben zu lösen. Dabei wird die Frage, die im Verlaufe der Menschheitsgeschichte viele ernsthaft um die Lösung der Pro­bleme der Menschheitsentwicklung ringende Wissenschaftler beschäftigte, aber auch Propheten und Weissager zu düsteren Voraussagen veranlaßte, nämlich, wieviel Men­schen auf unserer Erde leben können, vom Marxismus-Leninismus keineswegs unbe­achtet gelassen. Im Gegenteil! Unsere Gesellschaftsprognose bemüht sich auch auf diesem Gebiet intensiv um wissenschaftlich begründete Voraussicht.

Tabelle 2

Was haben sowjetische Wissenschaftler berechnet?

Sowjetische Wissenschaftler haben errechnet, daß bei voller Anwendung der heute bekannten und anwendungsbereiten Produktionsverfahren auf den für die landwirt­schaftliche Nutzung geeigneten Flächen unseres Erdballs 40 bis 50 Milliarden Menschen optimal mit Nahrungsmitteln versorgt werden können. Damit ist die optimistische Einstellung zur Lösung des Problems der Nahrungsversorgung für alle Menschen auf dieser Erde begründet und die reale Möglichkeit gezeigt, im Tempo der Nahrungs­mittelerzeugung gegenüber dem Tempo der Bevölkerungsentwicklung den notwen­digen Vorsprung zu gewinnen. Noch nicht einbezogen sind dabei die möglichen Fort­schritte von Wissenschaft und Technik in der Ausnutzung immer neuer Reserven zur Steigerung der Produktion von Nahrungsmitteln.

Warum ist der Übergang zu Sozialismus unvermeidlich?

Je mehr die wissenschaftlich be­gründeten Einschätzungen an Überzeugungskraft gewinnen, Hunger, Not und Elend auf dieser Erde ließen sich überwinden, um so mehr stellt sich die Frage nach den Ursachen bisheriger Not, um so mehr werden diese Ursachen in den Verhältnissen feudaler, halbfeudaler und kapitalistischer Gesellschaftsformen erkannt. Die Unvermeidlichkeit und Gesetzmäßigkeit des Übergangs zur fortschrittlichsten Gesellschaftsordnung zeigt sich mit aller Deutlichkeit in jenen Ländern, in denen heute trotz der Bemühungen fortschrittlicher Kräfte die aus der Kolonialherrschaft weiter­wirkenden gesellschaftlichen Entwicklungswidersprüche äußerst komplizierte Pro­bleme aufwerfen. Wird doch beispielsweise in ungeheurem Ausmaß gesellschaftliches Arbeitspotential nicht ausgenutzt, sondern vergeudet, ja teilweise zerstört. Was unter anderen Verhältnissen zur Quelle von Reichtum und Wohlstand werden könnte, wird hier zur Ursache nahezu unlösbarer sozialer Widersprüche und Probleme.

Wie kann man die Bevölkerungsentwicklung beeinflussen?

Je nach der Phase der Bevölkerungsentwicklung werden aus diesem Grunde in einzelnen Ländern unterschiedliche Maßnahmen zur Beeinflussung der Bevölkerungsentwick­lung notwendig sein.

  • Das Bevölkerungswachstum in sozialistischen Ländern ist zugleich Wachstum ihres Arbeitspotentials, insgesamt daher eine Seite des Wachstums der gesellschaftlichen Produktivkräfte, wobei selbstverständlich das Tempo dieses Wachstums im Einklang stehen muß mit den Möglichkeiten der materiell-technischen Entwicklung, der Schaffung neuer Arbeitsplätze und Arbeitsmöglichkeiten und der vollen Versorgung mit Lebensmitteln in weitestem Sinne.
  • In anderen Ländern, besonders in solchen, die sich in der zweiten Phase der Bevöl­kerungsentwicklung befinden, wird die Frage nach der Herstellung einer sinnvollen Übereinstimmung zwischen der hohen Geburtenrate und der niedrigen Sterberate zeitweilig besonders aktuell sein, wenn die sozialen Probleme nicht ins unermeßliche wachsen sollen. Dabei bleibt die Aufgabe des schnellen Wachstums der Nahrungs­mittelproduktion unverändert bestehen, während durch systematische medizinische Aufklärung die Geburtenrate gesenkt werden soll.
  • In Ländern wie Indien, Vereinigte Arabische Republik, Pakistan, Ceylon und Chile gibt es Programme der Familienplanung, die darauf hinzielen, die Geburtenrate zu senken, und zwar ausschließlich durch Aufklärung und Überzeugung, nicht durch gesetzgeberische Maßnahmen.

Veränderung des gesellschaftlichen Verhältnisse

Ohne Zweifel sind dies Versuche, die sozialen Probleme der Bevölkerungsentwick­lung besser zu beherrschen. Sie werden aber letztlich nur sinnvoll sein, wenn sie mit anderen progressiven Veränderungen in den gesellschaftlichen Verhältnissen einher­gehen, zum Beispiel mit der Erhöhung des Bildungsstandes der Bevölkerung, der Verbesserung der Wohnverhältnisse, der Bereitstellung von Arbeitsplätzen durch Industrialisierung und mit dem Ausbau anderer volkswirtschaftlich wichtiger Be­reiche, der Erschließung aller natürlichen Reserven zur Steigerung des Wohlstandes der Bevölkerung und der Überwindung von traditionell gewachsenen Hemmnissen, wie etwa des Kastengeistes, der Standeshierarchie und religiöser Vorurteile, die dem gesellschaftlichen Fortschritt im Wege stehen.

Die malthusianistischen Lügen

Der wissenschaftliche Nachweis, daß es möglich sein wird, ein Vielfaches der heute auf der Erde lebenden Menschen satt zu machen, hat jedoch eine neue Variante des Neo-Malthusianismus hervorgerufen. Der Lebensraum, der einem Bewohner unserer Erde zur Verfügung stehen soll, wird nach bestimmten Voraussagen nur noch in cm² angegeben. Die Vorstellung, die so entsteht, nämlich eine dann schon nach Billionen zählende, auf engstem Raum zusammengepferchte Menschenmasse, ist nicht gerade das erfreulichste Zukunftsbild. Sind solche Voraussagen real?

Kein Raum für pessimistische Auffassungen!

Unterstellen wir, daß von der festen Erdoberfläche etwa die Hälfte für Wohnungen, Parks, Gärten, Wege und gesellschaftliche Bauten benötigt wird und die andere Hälfte für die landwirt­schaftliche Nutzung, dann gibt es nach Berechnungen von Professor Baade, Kiel, immer noch für 65 Milliarden Menschen ausreichend Wohn-, Nahrungs- und Produk­tionsraum. Auch von dieser Seite her ist also einer pessimistischen Auffassung von der Zukunft der Menschheit keine Grundlage gegeben. Schließlich aber stützt sich der Optimismus der Marxisten-Leninisten nicht nur auf die wachsenden Möglich­keiten der Steigerung von Nahrungsmitteln.

Mit dem Übergang zum Sozialismus wird der Mensch als wichtigste Produktivkraft zugleich bewußter Gestalter und Beherrscher der gesellschaftlichen Entwicklung und seiner Reproduktion. Die Handhabung der Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung ermöglicht es ihm, planmäßig und sinnvoll die Erkenntnisse der Naturwissenschften, der Medizin und der Sozialwissenschaften anzuwenden…

Quelle:
Prof. Walter Schmidt: „Brot für alle hat die Erde“. In: Werner Müller-Claud (Hrsg.): „Wir werden es erleben“. Urania-Verlag Leipzig/Jena/Berlin, 1971, S.118-124 (gekürzt; Zwischenüberschriften: N.G.)

Wo die Gegenwart schon ein Stück Zukunft war…

Vor einiger Zeit brachten wir einen Beitrag von Kay Strathus über die ganzen „Mängel“, die der DDR eigen waren, und worum uns heute die absolute Mehrheit der Menschen beneiden würde:

Und das folgende schrieb Kay Strathus im „RotFuchs“ (Heft 252, Januar 2019, S.32)

Es gab in der DDR

  • keine Ausbeutung
  • keine Arbeitslosigkeit
  • keinen Mietwucher
  • keine Obdachlosigkeit
  • keine Kinderarmut
  • keine Altersarmut
  • keine Geschäfte mit der Angst
  • keine Abzocker und Kredithaie
  • keine Schuldenfallen und Schuldeneintreiber
  • keine Diskriminierung der Frau
  • keine Amokläufe in Schulen
  • keine Naziparteien
  • keine Revanchistenverbände
  • keine Wehrmachtstraditionsvereine
  • keine „Pressefreiheit“, denn es gab…
  • keinen Sensations-, Gossen- und Hysterie-Journalismus
  • keine Klatsch-und-Tratsch-Presse
  • keine Kriegspropaganda
  • keine Waffenlobbyisten
  • keine Kriegsbeteiligung
  • keine Rassenhetze
  • keine Monopolkapitalisten.

Aus einer Diskussion im Internet, die sich an diesem Text entzündete, der die übliche Schnappatmung bei DDR-Hassern und anderen Antikommunisten auslöste: „Totale Überwachung!“ und „Keine individuelle Freiheit“ waren noch die harmloseren Kommentare…

Was der Imperialismus von der Zukunft erwartet…

In einem Artikel für die BBC nennt der britische Zukunftsforscher Brian Lavkine 10 Hauptprobleme, die vor der Menschheit bis zum Jahre 2050 stehen:

  1. DIE MENSCHLICHE GENMODIFIKATION
  2. DER STEIGENDE ANTEIL ÄLTERER BEVÖLKERUNG
  3. AUSSTERBENDE STÄDTE
  4. DIE ENTWICKLUNG VON SOZIALEN NETZWERKEN
  5. NEUE GEOPOLITISCHE SPANNUNGEN
  6. VERKEHRSSICHERHEIT
  7. ENDENDE NATÜRLICHE RESSOURCEN
  8. KOLONISIERUNG ANDERER PLANETEN
  9. ERWEITERUNG DER FÄHIGKEITEN UNSERES GEHIRNS
  10. DER WACHSENDE EINFLUSS KÜNSTLICHER INTELLIGENZ
Quelle: https://www.bbc.com/russian/vert-fut-41113224

Antikommunistischer Dreck über die DDR-Zukunftsforschung

Sieht man einmal davon ab, daß auf dem Müllhaufen der bürgerlichen Zukunftsforschung nicht eine einzige optimistische Prognose zu finden ist, da sich die Perspektive der kapitalistischen Gesellschaft alles andere als rosig und verheißungsvoll erweist, so ist es doch keineswegs verwunderlich, wenn gerade hier von der bürgerlichen Medienmeute antikommunistische Hetzschriften über die DDR-Zukunftsforschung dankbar entgegengenommen werden. Daß sich zur dieser Schmuddelarbeit auch in der DDR ausgebildete Wissenschaftler bereitfinden, war fast zu erwarten, denn derartige obszöne Machwerke werden stets fürstlich honoriert. Und was könnte der herrschenden Monopolbourgeoisie in ihrer verzweifelten Lage gelegener kommen, als ein „abschreckendes Beispiel“ – die sozialistische Deutsche Demokratische Republik.

Und irgendein wohl psysisch kranker Psychiater faselt im Horrormodus: „Weltweit wächst die Gefahr neuer Viruserkrankungen und Pandemien. Aber die Krisen sind multipel, sie schaukeln sich gegenseitig hoch. Unmittelbar bedrohen uns Fluten, Feuer und Stürme, indirekt Vergiftungen der Luft, verseuchtes Wasser, Knappheit an Wasser und Böden. Die Zahl der Hungernden steigt wieder, Kriege um fossile und andere Ressourcen werden häufiger und gefährden Menschenleben, die Flüchtlingszahlen sind so hoch wie nie zuvor.“ … Welch ein Irrsinn! Rette sich, wer kann! Nach diesen Worten sollte sich nun jeder schon mal einen passenden Strick besorgen! Wer sich mit solchen Leuten umgibt, der braucht keine Feinde mehr!

Der sowjetische Wissenschaftler A.W. Petrowski schreibt:

„Ein Beispiel für Massenerscheinungen der menschlichen Psyche ist die Panik. Sie ist ein Ausdruck von Angst in unorganisierten Gruppen, die sich noch dadurch verstärkt, daß jeder Mensch das Handeln de anderen nachahmt. Je fester die innere Ordnung einer Gruppe ist, desto seltener kommt es in ihr zur Panik.“

Quelle: A.W. Petrowski „Allgemeine Psychologie“, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin (DDR), 1974, S. 154.

Das weiß auch die herrschende Ausbeuterklasse. Und deshalb sucht sie die Organisiertheit der Menschen im Klassenkampf zu verhindern. Deshalb schürt sie absichtlich die Panik: angebliche Pandemien, Umweltkatastrophen, neue Kriege, schreckliche Krankheiten, Überschwemmungen, riesige Waldbrände, Meteoritenabstürze, Massensterben usw. … mit einem Wort: Weltuntergang!


1.Die Lüge von der Überbevölkerung

2. Die Lüge von der Klimakatastrophe

In den Medien werden jetzt alle möglichen pseudowissenschaftlichen (und manchmal einfach lügenhaften) Vorhersagen über eine starke Erwärmung des Klimas, das Schmelzen der Eisdecke der Antarktis, über einen signifikanten Anstieg der Ozeane, die Überschwemmung vieler Küstenstädte und sogar über eine „universale Katastrophe“ mit einem weiteren Anstieg des Partialdrucks von Kohlendioxid aktiv verbreitet. Tatsächlich leben wir jetzt auf dem Höhepunkt einer relativ kleinen lokalen Erwärmung, nach deren Ende eine neue Abkühlungsphase beginnt (wenn sie nicht bereits begonnen hat).

Siehe dazu: Prof. Dr. Alexander Gorodnizki: Das Ende des Mythos von der globalen Erwärmung

Doch zu den Problemen der heutigen kapitalistischen Gesellschaftsordnung haben sich auch bereits die Wissenschaftler in der DDR Gedanken gemacht. Hier das Inhaltsverzeichnis:

Inhalt Müller-Claud_0001
Inhalt Müller-Claud_0002

Ein optimistisches, zukunftsweisendes Buch! Die Autoren waren keinesfalls irgendwelche Phantasten und Spinner, sondern international angesehene Wissenschaftler und Spezialisten ihres Fachgebiets. Das Buch kostete in der DDR nicht mehr als heute ein beliebiges Taschenbuch, denn Bildung und Wissenschaft waren Gemeingut und für alle Menschen gleichermaßen zugänglich. Daß aber die herrschende Ausbeuterklasse daran nicht das geringste Interesse hegt, ersieht man an dem Preis, zu dem dieses Buch heute im Internet angeboten wird:
Buchangebot Müller-claud


Warum waren die Prognosen der DDR zukunftsweisend und prinzipell richtig?

Im Vorwort zu seinem Buch „Wir werden es erleben“ schreibt der Herausgeber Werner Müller-Claud:

„Mit Recht wird Karl Marx als der erste wissenschaftliche Prognostiker bezeichnet. Sein Werk ist real und revolutionär, weil es die Notwendigkeiten unserer Zeit und der Zukunft aufdeckt und den unerschöpflichen Möglichkeiten des Menschen eine sichere wissenschaftliche Basis bietet. Auf dieses Werk konnte sich Lenin voller Vertrauen stützen als er es für die Periode des Imperialismus weiterentwickelte und daraus die konkreten Bedingungen für den Sieg der Revolution ableitete.“ (S. 12)

Gleiches gilt für die Sowjetunion unter der Führung Stalins (was allerdings im selbigen Buch nach der Ermordung Stalins und dessen Verteufelung durch die Revisionisten nicht mehr gedruckt werden durfte).

Опубликовано lyumon1834

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