ISRAEL UND PALÄSTINA

Razzien in Westbank

Krieg in Nahost: Israelische Angriffe auf Kliniken weiten sich aus. Gaza droht HungersnotVon Gerrit Hoekman

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Raneen Sawafta/REUTERSSpuren der Zerstörung im Flüchtlingslager von Dschenin in der israelisch besetzten Westbank (17.11.2023)

Israel greift nun auch Krankenhäuser im palästinensischen Westjordanland an. Am frühen Freitag morgen umstellte die Armee mehrere Stunden lang vier Kliniken in Dschenin. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete, forderten die Soldaten über Lautsprecher das Personal des Ibn-Sina-Krankenhauses zur Räumung auf. Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten das Personal mit Gewalt in den Innenhof gebracht. Dort habe die Armee Ärzte und Pfleger durchsucht. Mehrere Personen seien verhört, zwei Sanitäter festgenommen worden.

Am Donnerstag war die israelische Armee um etwa 22.30 Uhr in das Flüchtlingslager von Dschenin eingedrungen. Dabei wurde nach Militärangaben eine Gruppe von fünf Palästinensern durch eine Drohne getötet, als sie auf die Soldaten feuerten, schrieb die israelische Nachrichtenseite Times of Israel. »Dutzende gepanzerte Fahrzeuge tauchten auf, darunter auch Bulldozer, sie beschädigten Autos und Straßen«, berichtete der katarische Sender Al-Dschasira.

Laut WAFA hinderte die Besatzungsarmee Rettungskräfte daran, die Verletzten zu versorgen. Die Razzia habe acht Stunden gedauert. Das Militär erklärte, es habe vorher einen Schusswechsel mit palästinensischen Kämpfern gegeben, die danach mit Krankenwagen in Richtung des Ibn-Sina-Krankenhauses geflohen seien, »um sich dort zu verstecken«, zitierte Times of Israel aus einem Statement der Besatzungsarmee. Bei der Razzia habe es sich um einen Antiterroreinsatz gehandelt. Die Armee präsentierte drei Sturmgewehre, die ihre Behauptung untermauern sollen.

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Ebenfalls in der Nacht zum Freitag drang die israelische Armee in drei Häuser in Hebron ein. Darin wohnten drei Bewaffnete, die am Donnerstag an einem Kontrollpunkt bei Jerusalem einen israelischen Militärpolizisten erschossen haben, bevor sie selbst getötet wurden. Die Häuser sollen in einem Akt der Kollektivbestrafung abgerissen werden.

Am Freitag teilte Israels Militär mit, es habe aus einem Gebäude in der Nähe des Schifa-Hospitals in Gaza-Stadt die Leiche einer am 7. Oktober aus Israel entführten Soldatin geborgen. Sie soll der Hamas zufolge Anfang der Woche bei einem israelischen Luftangriff ums Leben gekommen sein. Laut Al-Dschasira erklärte die Hamas am Donnerstag abend, dass Behauptungen des Pentagons und des US-Außenministeriums, sie nutze das Schifa-Krankenhaus militärisch, die »Wiederholung einer offensichtlich falschen Darstellung sind«. Ein Video, in dem der Sprecher des israelischen Militärs »Beweise« für die militärische Nutzung präsentiert, wird als »lächerlich« bezeichnet.

Unterdessen leiden immer mehr Menschen in Gaza Hunger. »Eine Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser ist in Gaza praktisch nicht mehr vorhanden, und nur ein Bruchteil dessen, was benötigt wird, kommt über die Grenzen an«, zitierte WAFA am Freitag Cindy McCain, die Leiterin des Welternährungsprogramms der UNO: »Da der Winter immer näher rückt, die Notunterkünfte unsicher und überfüllt sind und es an sauberem Wasser mangelt, besteht für die Bevölkerung die unmittelbare Gefahr einer Hungersnot.«

Siehe auch

https://www.jungewelt.de/artikel/463416.israel-und-palästina-razzien-in-westbank.html

Опубликовано lyumon1834

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