Rackete im Anflug

Linke-Parteitag in Augsburg eröffnet. EU-Kandidatin will noch mehr Distanzierung von DDRVon Nico Popp, Augsburg

Janine Wissler und Martin Schirdewan bei der Eröffnung des Bundesparteitages am Freitag in Augsburg

In Augsburg hat am Freitag nachmittag der Bundesparteitag von Die Linke begonnen. Bis Mitternacht standen für die rund 400 Delegierten unter anderem der Bericht des Parteivorstandes und der Beginn der Generaldebatte auf der Tagesordnung. Der Parteitag ist als »Europaparteitag« angesetzt; es geht also in erster Linie um die Vorbereitung der im Juni 2024 stattfindenden EU-Parlamentswahl. Die Aussprache über das Europawahlprogramm begann ebenfalls am Freitag.

Die beiden Parteivorsitzenden Janine Wissler und Martin Schirdewan begrüßten die Delegierten gemeinsam. »Wir sind die Roten, wir bleiben die Roten«, rief Wissler in die Augsburger Messehalle. »Wir sind die sozialistische Gerechtigkeitspartei«, betonte Schirdewan. Er fügte hinzu: »Wir müssen uns nicht verstecken«, aber »besser werden«. Der Applaus für die beiden Vorsitzenden war merklich verhaltener als im vergangenen Jahr in Erfurt, als die damals vorübergehend allein amtierende Parteichefin Wissler noch mit demonstrativem Jubel empfangen worden war.

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Während der Parteitag eher gemächlich begann, sorgte die vom Parteivorstand als Spitzenkandidatin für die Europawahl vorgeschlagene Carola Rackete von der Seitenlinie her für Unruhe. Sie signalisierte in einem Interview mit der Zeit, dass sie weitere Anstrengungen der Partei für erforderlich hält, um sich vom bislang einzigen sozialistischen Staat auf deutschem Boden zu distanzieren. »Der Linken würde es helfen, sich noch mal konsequent von ihrer SED-Vergangenheit zu distanzieren und das wirklich aufzuarbeiten«, dozierte die 35jährige.

»Es gibt immer noch Leute, die das abschreckt«, sagte sie – offenbar mit Blick auf das liberal-aktivistische Milieu, für das sie spricht. Auch den Namen der Partei könne man »von mir aus ändern«. »Und ich glaube, wenn es jetzt einen Erneuerungsprozess gibt, könnte der auch mit einer Umbenennung enden«, so Rackete, die der Partei nicht angehört. Am Nachmittag ruderte sie nach Kritik zurück und sprach beim Kurznachrichtendienst X von einer »unbedachten Äußerung«.

https://www.jungewelt.de/artikel/463393.krise-der-linkspartei-rackete-im-anflug.html

Опубликовано lyumon1834

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