| Achgut Wochen-Newsletter |
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| zur Web-AnsichtAchgut Wochen-Newsletter An den Fronten der Wirtschaftspolitik offenbaren sich die Spannungen zwischen traditionellen Industrien und innovativen Technologien, aktuell deutlich sichtbar im Zusammenhang mit der Elektromobilität. Der in Deutschland politisch hysterisch ersehnte und deshalb abrupt betriebene Übergang zu Elektrofahrzeugen stellt nicht nur ökonomische Werte und Normen in Frage, sondern zieht selbst sakrosankte Begriffe grüner Ideologie ins Zwielicht, hier vor allem die Wunderwaffe grüner Rhetorik: „Nachhaltigkeit“. In Sachen Effizienz von eingesetztem Produktionsaufwand, Ressourcenverbrauch, Nutzungszyklen und Wiederverwertbarkeit lässt sich der Anspruch an „Nachhaltigkeit“ bei Elektrofahrzeugen einfach nicht darstellen. Globale Handelsdynamiken verschärfen die Situation noch. Im Geflecht realer Bedingungen wird Elektromobilität eigentlich zur Farce grünen Wunschdenkens und letztlich zum Trauma für deutsche Automobilkonzerne. Längst steht die Entwicklung symbolisch für den breiten Wandel in der Industrie, wo alte Paradigmen auf neue, disruptive Geschäftsmodelle treffen. Dabei wird auch deutlich, dass lokale Entscheidungen und Vorschriften weitreichende Auswirkungen auf den globalen Markt haben können und dass international agierende Unternehmen in einem komplexen Geflecht aus lokalen und globalen Interessen schnell an ihre Grenzen stoßen. Siehe VW in jüngster Zeit. Die Kampagne von Volkswagen, neu produzierte Elektroautos aus China in Deutschland vernichten zu lassen, zeigt, welche Konfliktpotentiale zwischen globaler Marktstrategie und lokalen Geschäftsinteressen lauern. Im Zentrum des aktuellen „Nachhaltigkeitsskandals“ steht der deutsche Unternehmer Gregory Brudny, der versuchte, VW-Elektrofahrzeuge aus chinesischer Produktion auf dem deutschen Markt zu günstigeren Preisen anzubieten, was die Preispolitik und das Markenimage des VW-Konzerns enorm „herausforderte“. Treppenwitz politischer Anmaßung Wenn politische Zielkorridore freies Unternehmertum zum Nachteil der Verbraucher unterbinden, können die Unternehmen als verlängerter Arm der Ideologie nicht mehr (ökonomisch) gewinnen. Das ist das Gegenteil von freiem Markt. So werden „nachhaltige“ Technologien zum Treppenwitz politischer Anmaßung, in der die Bewahrung etablierter Marktpositionen in gleichzeitiger Abhängigkeit ideologischen Erfüllungspflichten für die Unternehmen unmöglich gemacht wird. An den Fronten der Wirtschaftspolitik offenbaren sich auch die Spannungen zwischen westlichen Moralvorstellungen und den finanziellen Interessen, die diese Moralvorstellungen ebenso torpedieren. Die Beziehungen des Wüstenstaats Katar zu Deutschland sind ethisch und moralisch ein unübersehbarer Störfaktor. Insbesondere im Zusammenhang von Investitionen des Emirats in deutsche Unternehmen stellt sich die Frage, ob jegliche Compliance (Regelkonformität) oder der sogenannte „Code of Conduct“ (Verhaltenskodex) der betroffenen Unternehmen mit den gesellschaftlichen Realitäten in Katar konform gehen. Das Emirat hält 17 Prozent der Anteile am VW-Konzern. Der Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al-Thani ist eine Schlüsselfigur, der das Land in Bereichen wie Erdgas, Bankwesen und Bildung international schlau positioniert. Trotz des Reichtums des Landes leben viele Gastarbeiter dort unter unwürdigen Bedingungen, die Scharia ist eine Hauptquelle der Gesetzgebung. Das alles ginge Deutschland wenig an, wenn es nicht eine Herzensangelegenheit deutscher Politiker wäre, überall in der Welt auf Missstände hinzuweisen, als ob man im Hintergrund mit solchen Staaten keine Geschäfte machte. Die Schattenseiten deutscher Wirtschaft- und Außenpolitik Ein äußerst kritischer Punkt ist vor allem Katars Unterstützung für Organisationen wie die Taliban, die Muslimbruderschaft und die Hamas. Welches Verhältnis das Emirat zum islamischen Extremismus pflegt, müsste ein deutsches Interesse sein. Katar unterhält gute Beziehungen zum Westen und Deutschland macht gute Miene zu Katars Doppelmoral. Oder unser Land verhält sich einfach opportunistisch und pflegt selbst eine ausgemachte Doppelmoral unter Billigung von Extremismus. So oder so gesehen: Wer mit viel Geld zu uns kommt, darf auch mal Extremisten und Terroristen unterstützen. Die Investitionen Katars in deutsche Großkonzerne wie die Deutsche Bank, Volkswagen und RWE werden heute zumindest von Teilen der Öffentlichkeit hinterfragt, da das Land gegen Grundsätze wie Menschenrechte und Meinungsfreiheit verstößt, die von den deutschen Unternehmen nach eigenem Bekunden eigentlich klar vertreten werden. Jedoch verschwinden die Regelkonformität und der Verhaltenskodex in der Schublade, wenn der Emir als Investor auftritt. Wie Katar seinen Einfluss durch strategische Investitionen weiter ausbauen will, insbesondere auch über den Fernsehsender Al-Jazeera, ist ein Thema, das die Schattenseiten deutscher Wirtschaft- und Außenpolitik und ihrer grünen Minister aufzeigt – wirtschaftspolitisch ist es jedoch nicht von Interesse, großes Aufsehen zu erregen. Aus dem Kanzleramt heraus ist die Bundesregierung gewohnt, Stillschweigen über Vorgänge zu bewahren, bei denen Milliarden auf der einen und ethische Ansprüche auf der anderen Seite Friktionen erzeugen könnten. Oder man ist einfach vergesslich – um der guten Beziehungen willen. Der ehemalige SPD-Vorsitzende und Außenminister Sigmar Gabriel, der für ein positives Bild Katars in Deutschland mit haarsträubenden Äußerungen wirbt, ist Teil des Netzwerks, das der reiche Emir ausbauen will. Trotz der umstrittenen Rolle Katars in der internationalen Gemeinschaft bleibt das Land ein wichtiger Geschäftspartner für Deutschland. Das hat Kanzler Olaf Scholz dem Emir von Katar am 12. Oktober 2023, fünf Tage nach dem Überfall der Hamas-Terroristen auf Israel, sicherlich herzlich bekräftigt. Ihre Redaktion Achgut.com |
