Fritz Vahrenholts gnadenlose Abrechnung mit Deutschlands Klima- und Energiewahnsinn

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Ein weiterer Rufer in der Wüste: Fritz Vahrenholt (Foto:Imago)

Der SPD-Politiker, ehemalige Hamburger Umweltsenator und Energiemanager Fritz Vahrenholt ist in seiner Partei beim Thema Klima- und Energieirrsinn ungefähr das, was Thilo Sarrazin bis zu seinem Parteiausschluss in der Migrationsdebatte war: Ein Rufer in der Wüste, der sich Fakten und nüchterner Realität verpflichtet fühlt und unermüdlich vor Fehlentwicklungen warnt, die am Ende leider doch in den Wind gesprochen sind. Noch dulden ihn die Sozen zwar, aber Vahrenholt gilt als Schmuddelnd, weil er aus Sicht des linken Ambientes mit den “Falschen” redet, die unerwünschten Narrative bedient und Applaus von der falschen Seite einstreicht. Dass kluge Köpfe wie er in der SPD kaltgestellt sind, sagt alles über die Wirklichkeitsverleugnung und ideologische Abdrift dieser einst großen Partei aus. Dabei könnte man (nicht nur in der SPD) von Vahrenholts Expertise nur profitieren, die er in zahlreichen Publikationen, vor allem aber auf seiner Webseite und in einem beachtenswerten, dort zu abonnierenden Newsletter offenbart.

Anlässlich der gegenwärtigen Dunkelflaute hat Vahrenholt gerade wieder die Absurditäten des Klimawahns aufgezeigt. Ausgehend von der ketzerischen Tatsachenfeststellung, dass die globalen Mitteltemperaturen zwischen September und Oktober erneut gefallen sind, gibt er zu bedenken, dass die durchschnittliche Erwärmung der letzten 40 Jahre 0,15 Grad Celsius pro Jahrzehnt betrug, was 1,5 Grad in 100 Jahren entspräche. Nicht nur wird angesichts dieses äußerst moderaten Anstieg (im globalen Median, was nichts über regionale Erwärmungs- oder Abkühlungszonen besagt) das Märchen von der “menschengemachten Erderwärmung” erneut ad absurdum geführt; Vahrenholt erinnert auch daran, dass die Stromversorgung Deutschlands durch erneuerbare Energien letzte Woche und Anfang November bereits zusammenbrach, weil es eine für die Jahreszeit völlig typische Windflaute bei geringer Sonneneinstrahlung gab. Großflächige Blackouts konnten nur abgewendet werden, indem mehr als ein Viertel des deutschen Strombedarfs importiert wurde – mit verheerenden Folgen auch für die Nachbarn Deutschlands, die zu Leidtragenden von bis auf das Zehnfache gestiegener Preise an den Strombörsen wurden.

Irrsinniges Hasardspiel

Auch zahlreiche Unternehmen ohne langfristige Verträge mussten die Produktion einstellen, darunter Stahlwerke und Metallverarbeitungsbetriebe. Und das letztlich alles nur deshalb, weil die Ampelregierung und die vorherige Merkel-Regierung 19 Kernkraftwerke und damit 30 Prozent des deutschen Strombedarfs verantwortungslos stillgelegt haben. Nun gehe, gibt Vahrenholt zu bedenken, auch noch ausgerechnet im Januar 2025 auch noch das Kraftwerk Weisweiler vom Netz – wo der Stromverbrauch in Deutschland am höchsten ist und Frankreich höchstwahrscheinlich weniger Elektrizität liefern kann. Dieser Wahnsinn läuft ohne jede öffentliche Empörung, ohne jede Vorstellung der Öffentlichkeit für die Dimension dieses Hasardspiels ab. Vahrenholt erinnert auch daran, dass Windräder auch dann Strom verbrauchen, wenn sie stillstehen oder abgestellt sind – weil Ölpumpen, Lüfter, Steuerungen und vieles mehr weiterbetrieben werden müssen. Zwar versorgten die Anlagen sich in Produktionszeiten selbst mit Strom; an 120 Tagen im Jahr stünden sie jedoch still. Um die Windkraftanlagen zu am Laufen zu halten und “nicht absaufen zu lassen”, so Vahrenholt., müsste ein konventionelles Kraftwerk mit etwa 400 Megawatt laufen oder die gleiche Leistung tagelang importiert werden.

Dass nicht nur Deutschland, sondern auch die Nachbarländer durch die „verfehlte deutsche Energiepolitik des Abschaltens von gesicherter Leistung“ inzwischen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gestürzt würden, sei ein völlig unmöglicher Vorgang, so Vahrenholt weiter. Die Strompreise in Österreich, den Niederlanden, Südnorwegen, Südschweden und Dänemark schossen zuletzt bereits empfindlich nach oben. Auf innenpolitischen Druck hin wolle der norwegische Energieminister inzwischen das Stromkabel nach Dänemark kappen und die Stromverträge mit Deutschland neu verhandeln, um der rechten Fortschrittspartei keinen weiteren Auftrieb zu geben. Auch die schwedische Energieministerin Ebba Busch hatte die deutsche Energiepolitik im Allgemeinen und Wirtschaftsminister Robert Habeck in den letzten Tagen mehrfach scharf und in aller Öffentlichkeit kritisiert; bissig hatte sie unter anderem angemerkt, nicht einmal Habeck könne „die Gesetze der Physik außer Kraft setzen“.

CDU-Wahlprogramm als grüne Brautwerbung

Auch von einer neuen Bundesregierung sei keine Besserung zu erwarten, so Vahrenholts Befund mit Blick auf das Wahlprogramm von CDU/CSU: Dessen Energie- und Klimateil sei „eine einzige Enttäuschung für diejenigen, die sich mit der energiepolitischen Lebenswirklichkeit der Betriebe und Bürger befassen“. Eine Benennung der Ursachen der aktuellen Energiekrise finde nicht statt: Weder werden die 20 Milliarden Euro Subventionen für erneuerbare Energien aus dem Bundeshaushalt problematisiert noch die massiv steigenden Netzkosten, die eine Folge der Schwankungen von Wind- und Solarkraft seien; auch die zu hohen Strompreise, die zu einer Deindustrialisierung führten, würden einfach hingenommen.

Stattdessen heiße es, man habe die im Klimaschutzgesetz verbindlich verankerte “Klimaneutralität bis 2045 fest im Blick“, wolle die erneuerbaren Energien „deutlich ausbauen“ und „die klimafreundliche Erzeugung von Strom und Wasserstoff vorantreiben“. Besonders ärgerlich sei, so Vahrenholt, dass die Union zu den „Zusagen zur globalen Klimafinanzierung und zur Verantwortung in der internationalen Zusammenarbeit“ stehe, die von Außenministerin Annalena Baerbock gerade erst auf 18 Milliarden verdreifacht wurde. Bei der Lektüre des Programms gewinne man den Eindruck, dass Teile davon speziell „andockfähig für die Grünen formuliert” werden sollten. Außer der Forderung nach der “Ermöglichung der Erforschung” von Kernkrafttechnologien der vierten oder fünften Generation gebe es keine programmatische Aussage, die mit den Grünen zu Schwierigkeiten führen würde. Bemerkenswerterweise fehle im Programm die Wiederinbetriebnahme der noch bestehenden Kernkraftwerke gänzlich.

Amoklauf der Energiewende

Dafür finde sich dort überall die grüne Hybris wieder, Deutschland müsse klimapolitisch die Welt retten. So heiße es etwa, Deutschland müsse zum „Leitmarkt für Wasserstofftechnologien werden“, obwohl es zeitweise nicht einmal die eigene Stromversorgung sicherstellen könne. Wer Deutschlands Industrie endgültig den Garaus machen wolle, setze „auf vierfach teureren Wasserstoff wie die Grünen und die SPD und nun auch die CDU“, so Vahrenholt. Vahrenholts Bestandsaufnahme fasst in knapper, sachkundiger Form den ganzen beispiellosen Amoklauf der deutschen “Energiewende” zusammen. Ohne jede Not, allein aufgrund einer kontrafaktischen und unausgegorenen Ideologie mit völlig anderen, sozialistischen Zielsetzungen, wurde und wird die Wirtschaft und damit der Wohlstand einer führenden Industrienation mutwillig zerstört, indem man die unabhängige Stromversorgung mit Atomkraft, die jahrzehntelang völlig reibungslos funktionierte, einfach abschaffte.

Den Bürgern und Unternehmen werden immer neue, völlig überflüssige Kosten auferlegt und halb Europa durch diesen Irrwitz polarisiert und mit in den Abgrund gerissen. Und von der Union ist hier keinerlei Abhilfe, sondern sogar die Fortsetzung dieser Amokfahrt zu erwarten. Die einzige Hoffnung ist, dass es gelingt, zumindest die Grünen aus der nächsten Bundesregierung herauszuzuhalten, damit wenigstens einige Korrekturen an diesem ökonomischen Selbstmordprogramm vorgenommen werden können.

Опубликовано lyumon1834

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