Stimmen aus Lateinamerika: „Guayana ist eine vorgeschobene Operationsbasis der Nato”

Ein Artikel von amerika21

Das lateinamerikanische „Patria Grande”[1] vergisst immer wieder die drei Guayanas, kleine Territorien, die im Norden des südamerikanischen Subkontinents liegen. Ihre Kolonisierung verlief auf unterschiedlichen Wegen, aber zwei von ihnen – Surinam und die Republik Guyana – haben nach ihrer Unabhängigkeit die Beziehungen zum Kontinent stark geprägt und können nicht mehr beiseitegelassen werden. Übrig bleibt das 83.846 Quadratkilometer große Gebiet, das offiziell ein französisches Übersee-Département ist, in der Praxis aber immer noch eine Kolonie darstellt. Ein Interview mit dem guayanischen Unabhängigkeitskämpfer Maurice Pinard. Von David Roca Basadre.

Das sogenannte Französisch-Guayana ist in hohem Maße von Frankreich abhängig, das ihm jeglichen Handel oder direkte Beziehungen zu den Ländern der Region verwehrt und das tief im Amazonasgebiet gelegene südamerikanische Gebiet, das es kontrolliert, mit Produkten aus der Metropole und unzureichenden Subventionen für seine fast 300.000 Einwohner versorgt. Nach Angaben des INSEE (Nationales Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien) – einer offiziellen französischen Einrichtung – lebt ein Viertel der Menschen, die in Guyana wohnen, in großer Armut mit weniger als 340 Euro pro Monat.

Aber Frankreich hält an Guyana, wie auch an anderen Territorien in der Karibik und im Pazifik, aus Gründen fest, die das französische Heeresministerium selbst ausdrücklich benennt: „Guyana stellt nicht nur für Frankreich, sondern auch für Europa eine strategische Frage dar. Die Sicherheit des Seehandels und der freie Zugang zum Panamakanal sind entscheidende Themen für Frankreich, das von Guadeloupe, Martinique und Französisch-Polynesien aus Kontrollmaßnahmen durchführt.”

Bei den jüngsten Wahlen haben die Guyaner ihre Meinung dazu zum Ausdruck gebracht und haben Jean-Victor Castor, einen Vertreter der Bewegung für Dekolonisierung und soziale Emanzipation (Mouvement de décolonisation et d’émancipation sociale, MDES), einer eindeutig für die Unabhängigkeit eintretenden Partei, und Davy Rimane von der Partei La France insoumise, die in Guyana ein enger Verbündeter der Unabhängigkeitsbewegung ist, zu Abgeordneten gewählt.

Maurice Pindard ist Pädagoge und einer der Gründer der MDES. Wir hatten eine erste Verabredung, die von einem Stromausfall verhindert wurde, von dem das halbe Land betroffen war. Das war nichts Neues. Als die Verbindung endlich hergestellt war, erzählte uns Pindard mit resigniertem Humor: „Gestern sagte meine Frau nach dem Stromausfall zu mir: ‚Wir leben in der Dritten Welt, nicht in Frankreich!’ Sie fragen mich, warum so etwas passiert? Manchmal ist ein Leguan in das Kraftwerk eingedrungen, ein anderes Mal eine Schlange… Es geschieht häufig, dass es keinen Strom gibt, wenn es regnet.”

Diese Anekdote soll als Einführung in eine Situation der kolonialen Zurücksetzung dienen, die die andere, notwendige Seite der Medaille einer rein geopolitischen Strategie Frankreichs darstellt.

Erst vor Kurzem, am 7. und 8. August, fand in Belem do Para, Brasilien, ein Treffen der Staatschefs der Amazonasländer statt, zu dem Präsident Lula Herrn Macron als französischen Präsidenten eingeladen hatte. Herr Macron nahm nicht teil, er schickte einen Brief und als Abgesandte die Botschafterin Frankreichs in Brasilien, bezogen auf die Staatschefs eine Person zweiten Ranges, und er informierte nicht einmal die offiziellen französischen Behörden in Guyana. Warum handelt Macron so?

Das überrascht uns nicht, weil die Beziehungen zwischen Guyana und den französischen Behörden von absolut kolonialer Natur sind. Der französische Staat wendet seine Gesetze in Guyana an, ohne dafür auch nur um eine Genehmigung zu bitten. Sie haben die Kolonie in ein „französisches Departement” umgewandelt, wir sind vollständig ihren Gesetzen und Entscheidungen unterworfen. Dies sind Beziehungen der Diskriminierung, der Verachtung, der vollendeten Tatsachen, das ist immer so.

Und auf der Ebene internationaler Beziehungen ist dies Frankreichs ausschließliches Vorrecht, und sie rechtfertigen sich nicht einmal, selbst wenn es uns betrifft. Und wenn wir jemals dazu gekommen sind, uns in bestimmte Diskussionen einzumischen, weil unsere Anwesenheit unabdingbar ist, etwa in Angelegenheiten mit angrenzenden Ländern wie Brasilien oder Surinam, dann wird uns ganz klar gesagt, dass es Frankreich ist, das das Wort hat. Es gab bereits einen Fall, in dem ein Präsident des Regionalrats zu einem Treffen nach Surinam fuhr und der französische Botschafter ihm sagte, er solle hinter ihm bleiben. Und es war der Botschafter, der die ganze Zeit redete. Zwischen den Behörden Guyanas und der französischen Regierung besteht ein Verhältnis der totalen Unterordnung. Das ist ein erster Punkt.

Ein zweiter Punkt von unserer Seite ist, dass wir der Meinung sind, dass Brasilien die diplomatische Frage auf dem Treffen der Amazonasländer gut angesprochen hat, da Frankreich als Beobachter und nicht als Amazonasland eingeladen war. Aber wir haben auch die Missachtung der französischen Regierung festgestellt, die sich nicht dazu herabgelassen hat, an dem Treffen teilzunehmen und nur ihre Botschafterin geschickt hat. Und sie haben die Guyaner über nichts informiert, ganz so, wie sie es gewohnt sind. Es ist die übliche koloniale Praxis Frankreichs, zu zeigen, dass sie es sind, die ihre Kolonie regieren, und klar ist, dass wir eine Kolonie sind.

Welches Interesse hat Frankreich daran, in Guyana zu bleiben?

Es ist ein rein strategisches geopolitisches Interesse. Sobald Frankreich einen Fuß in Amerika hat , kann es auf unserem Kontinent agieren. Früher gab es Direktflüge von Cayenne nach Rio de Janeiro, nach Lima, nach Buenos Aires und so weiter. Es gab auch eine Zeit lang, vor dem Internet, eine Antenne, die von Guyana nach ganz Lateinamerika sendete.

Es gibt auch ein finanzielles und politisches Interesse: Der Weltraumbahnhof Kourou liegt mitten in der Äquatorialzone, durch die der Treibstoff für seinen Betrieb fließt. All dies ermöglicht es Frankreich, sich sowohl als eine Weltraum- als auch eine Seemacht zu präsentieren.

Maurice Pinard, Pädagoge und Unabhängigkeitskämpfer – Quelle: ctxt.es

Was bedeutet Guyana geopolitisch für Frankreich? Laut Dr. Marie-Claire Newton wird „Französisch-Guayana als Basis für alle internationalen Operationen zur Destabilisierung legitimer Regierungen genutzt (…) Die neokoloniale Verwaltungspartnerschaft zwischen Frankreich und den USA (…) schwächt die Protestbewegungen in Lateinamerika.” 

Ganz genau. Heute, im Jahr 2023, müssen wir die Dinge umfassender betrachten: Wo Frankreich ist, ist Europa. Kourou ist ein NATO-Stützpunkt. Mitten im Amazonasgebiet stellt er eine Bedrohung dar, auch wegen der Gier, die der Amazonasregenwald bei den großen Mächten weckt.

Guyana ist eine vorgeschobene Operationsbasis der NATO. Hinzu kommt, dass in der Region nicht nur Frankreich präsent ist, sondern auch die Niederlande, die in ihren Kolonialgebieten unter anderem in Curaçao, Bonaire und Aruba mehrere Militärstützpunkte unterhalten. Alle diese Gebiete stehen im Dienst der Politik der NATO, das heißt, der USA, in Lateinamerika. Aber in Guyana gibt es die höchste Anzahl an kolonialen Militärs pro Kopf der Bevölkerung.

Wir sind eine europäische Kolonie. Die Gesetze, die uns regieren, sind europäisch, sie sind für Europa konzipiert, nicht für unsere Realität, wie es in den Nachbarländern Brasilien, Kolumbien usw. und in allen Ländern unseres Kontinents der Fall ist. Wir haben abwegige europäische Gesetze, die uns zum Beispiel daran hindern, so zu bauen, wie es unserem Territorium entspricht.

Welche Politik verfolgt Frankreich gegenüber dem Amazonasgebiet? Ist es nur ein Gebiet, das ausgeplündert werden soll?

Wir haben Partner von MDES, die an den Amazonas-Foren teilnehmen. Wir waren bei mehreren pan-amazonischen Veranstaltungen, in Tarapoto, in Kolumbien, usw. Frankreich kann zwar davon sprechen, dass der Amazonasregenwald geschützt werden muss, aber das ist nur Gerede. Die Realität ist, dass es in Guyana etwa 150 illegale Minen gibt, hauptsächlich von Garimpeiros aus Brasilien, die in einem Nationalpark schürfen, in dem wir nicht einmal spazieren gehen dürfen, weil er angeblich ein Schutzgebiet ist. Zehn Tonnen Gold kommen jedes Jahr von dort… Die Presse hat auch über den Einsatz von Quecksilber berichtet, das diese Orte vergiftet. Die ökologische Pflege ist kein Anliegen Frankreichs. Es kommen zwar vereinzelt Umweltschützer, aber nicht im Auftrag des französischen Staates, der die Verwendung von Quecksilber in den zahlreichen illegalen Schürfstellen zulässt. Diese Situation des allgemeinen Chaos ist notwendig, um die Abhängigkeit aufrechtzuerhalten.

Gibt es weitere Beispiele für aufgezwungene Projekte?

Ein Beispiel für Ignoranz oder, was das Gleiche ist, mangelndes Verständnis der guyanischen Realität, ist das Hybridkraftwerk in Prospérité, das aus einem riesigen Park mit Photovoltaik-Paneelen und einem riesigen Wasserstoffspeicher bestehen soll, was angesichts der vielen Menschen, die davon profitieren würden, eine großartige Idee sein könnte. Doch nun wurde beschlossen, die Anlage auf dem Land der indigenen Kali’na zu bauen, die nicht befragt wurden und fordern, dass ihr Land nicht angetastet wird. Dies hat zu großen Spannungen geführt.

Andererseits hat Frankreich die Förderung von Erdöl und Erdgas auf seinem gesamten Staatsgebiet ab 2040 verboten. Man kann der Erdölförderung zustimmen oder sie ablehnen, aber es bleibt eine aufgezwungene Sache.

Wie sind die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen Guyanas mit Frankreich und anderen Ländern?

Die Politik Frankreichs gegenüber Guyana ist eine typische Kolonialpolitik: Unser Land soll sich nicht entwickeln. Die Produkte des Landes verlassen das Land nicht, die Abhängigkeit von Frankreich besteht in allem. Frankreich kümmert sich weder um die Produktion noch um den Schutz der Ressourcen unseres Territoriums. Vorhin haben wir über legales und illegales Gold gesprochen, das die Umwelt zerstört. Aber es gibt auch eine enorme Plünderung der Fischbestände. Frankreich schützt nicht das Amazonasgebiet, aber auch nicht das Meer, und es kommen viele Piratenschiffe herein, um zu fischen, ohne dass jemand sie daran hindert.

Welches Verhältnis haben Sie, die Befürworter der Unabhängigkeit, zur indigenen Bevölkerung?

Wir sind uns darüber im Klaren, dass es nur ein einziges guyanisches Volk gibt, das vielfältig ist und natürlich die ursprüngliche indigene Bevölkerung umfasst. Es gibt keine Unterscheidung, wir sind alle Guyaner. Außerdem haben wir eine entschiedene Position: Wir erkennen eindeutig die Rechte der indigenen Völker an, wie sie in internationalen Übereinkommen wie der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation über indigene Völker – die Frankreich sich zu unterzeichnen geweigert hat – sowie in der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte der indigenen Völker festgelegt sind.

Was die Beziehungen zwischen den Bevölkerungsgruppen in Guyana konkret betrifft, so muss man sagen, dass die Franzosen seit ihrer Ankunft in Guyana ein System der Sklaverei durchgesetzt haben, das Schwarze und Indigene einschloss. Dies bewirkte eine große Solidarität zwischen der Afro- und der indigenen Bevölkerung, auch eine Vermischung zwischen den beiden Gemeinschaften, sodass es eine indigene Bevölkerung gibt, die Kreolisch spricht, die Sprache, die mit der Kolonisierung aus dem Volk hervorgegangen ist.

Man muss sagen, dass die Franzosen vermittels ihrer Ethnologen und Anthropologen die Spaltung der Bevölkerung einführen, indem sie ethnische Aspekte betonen und die Möglichkeit Guyanas zur Souveränität als ein einziges Volk ausschließen. Es besteht ein Interesse daran, uns zu spalten.

Obwohl gesagt wird, dass Guyana Frankreich ist, sehen wir, dass der Lebensstandard dem eines jeden Entwicklungslandes oder eines Landes entspricht, dass als Dritte Welt bezeichnet wurde.

Von den eigenen Zahlen des französischen Staates ausgehend, lebt die Mehrheit der Bevölkerung Guyanas unterhalb der Armutsgrenze. Was gibt es da noch mehr zu sagen! Es existiert ein Trugbild in Bezug auf soziale Dienstleistungen, das die Realität in den Bereichen Gesundheit oder Bildung für die ärmste Bevölkerung mit kleinen Subventionen verschleiert. Außerdem ist der europäische Einfluss im täglichen Leben sehr stark zu spüren, vor allem durch die Konsumgewohnheiten, was die Menschen am meisten betrifft. Es gibt auch Probleme wegen Drogenkonsums, da die Kontrollen sehr schwach sind und Guyana zu einer Transitzone für Kokain nach Europa geworden ist.

2017 gab es in Guyana eine massive Mobilisierung, bei der besonders soziale Dienstleistungen gefordert wurden. Der französische Staat versprach, drei Milliarden zu investieren, lieferte aber nur ein Drittel davon.

So sind die kolonialen Beziehungen. Selbst wenn eine Vereinbarung im Rahmen einer sehr großen Mobilisierung und eines Streiks, der einen Monat lang dauerte (amerika21 berichtete), unterzeichnet wurde. Es handelte sich um einen Verpflichtung, die Macron zu respektieren versprach und von der er sagte, er würde sogar über das Vereinbarte hinausgehen. Dann erfüllten sie einen Teil, weigerten sich aber, den Rest des Abkommens einzuhalten. Es waren grundlegende Dinge, die gefordert wurden: die Krankenhäuser verbessern, Geld für die Schulen. Doch als Macron nach seiner Wiederwahl nach Guyana kam und die Bevölkerung die Einhaltung seiner Zusagen verlangte, sagte er einen Satz, der bei niemandem gut ankam: „Glaubt nicht an die Versprechen des Weihnachtsmanns.”

Wie beurteilen Sie die Beziehungen zwischen Ihrem Land und den übrigen Ländern Südamerikas?

Was ich sagen kann, ist, dass wir uns in Guyana in einem wichtigen Moment unseres Kampfes befinden. Ein wichtiges Detail, das man berücksichtigen muss, ist, dass unser Land zwei Abgeordnete in der französischen Nationalversammlung hat, einer davon ist unser Genosse von der MDES, Jean-Victor Castor, was uns einen besseren Zugang zu internationalen Gremien ermöglicht. Unser Genosse wurde im kubanischen Parlament empfangen, er reiste nach Brasilien, wo er von anderen Parlamentariern begrüßt wurde. So öffnen sich Türen. Der zweite guayanische Abgeordnete in der französischen Nationalversammlung ist ein Verbündeter von La France Insoumise, Davy Rimane, ein großer Kämpfer. Er war derjenige, der nach jenem Streik im Jahr 2017 die Vereinbarungen von Guyana zusammen mit dem Präfekten unterzeichnete. Beide Abgeordneten arbeiten gemeinsam und koordiniert für die Interessen Guyanas. Wir sind aktiv auf der Suche nach den besten Kontakten mit den Nachbarländern, sowohl mit den politischen Parteien als auch mit den Parlamenten. So reisten unsere Abgeordneten zum Beispiel auch in die Republik Guyana, unser Nachbarland, und wurden dort vom Premierminister und vom Präsidenten selbst empfangen.

Haben Sie auch mit dem kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro gesprochen? Oder mit anderen Präsidenten des Kontinents?

Mit Präsident Petro hatten wir noch keinen direkten Kontakt, auch nicht mit der chilenischen Regierung, aber sehr wohl mit Mitgliedern des Kabinetts von Präsident Lula in Brasilien.

Wir sind aktiv, um diese Beziehungen zu eröffnen oder fortzusetzen. Es gibt drei Personen aus dem internationalen Bereich der MDES, die zu diesen Treffen in Länder der Karibik und Lateinamerikas reisen und die Aufgabe haben, die koloniale Situation Guyanas und die Gefahr zu erklären, die diese für die Integrität aller darstellt. Denn wenn wir von Patria Grande sprechen, gibt es einen Teil – nämlich unser Land – der dabei für gewöhnlich nicht in Betracht gezogen wird. Wir mobilisieren uns für alle großen Anliegen unseres Kontinents und leisten unseren Beitrag, und wir hoffen, dass auch die Unabhängigkeit unseres Guyana als eines der großen Anliegen einbezogen wird.

Wie gestalten sich die Beziehungen der MDES zu den Behörden der Hauptstadt Guyanas? Gibt es Repression?

Wir haben keine Beziehung zum Präfekten oder zu den Kolonialbehörden. Aber wir sind eine rechtmäßig konstituierte Vereinigung. Jedes Mal, wenn es eine Mobilisierung gibt, suchen die Behörden nach den Verantwortlichen, und sie entscheiden immer, dass wir, die Unabhängigkeitsbefürworter, dafür verantwortlich sind, und es gibt Repression. Wir haben Genossen, die im Gefängnis sitzen oder nach Martinique oder in andere Regionen deportiert wurden. Unsere Genossen, die zu Abgeordneten gewählt wurden, haben solche Situationen ebenfalls durchgemacht.

Ich muss hinzufügen, dass wir in diesem Kampf für die Unabhängigkeit solidarisch mit den anderen noch kolonisierten Völkern sind, wie in den karibischen Inseln, sei es Martinique oder Dominica, oder die Völker Polynesiens, mit denen wir in Kontakt stehen.

Möchten Sie abschließend noch etwas hinzufügen?

Ich nutze diese Gelegenheit, um mich an die Brüder und Schwestern der südamerikanischen Völker zu wenden und an die Solidarität unserer spanischen fortschrittlichen Brüder und Schwestern zu appellieren: Wir müssen uns bewusst sein, dass die Unabhängigkeit unseres Landes für alle sehr wichtig ist, da es sich – wie wir bereits gesagt haben – um eine vorgeschobene Enklave der NATO auf dem südamerikanischen Subkontinent handelt. Wir bringen unseren Willen zum Ausdruck, mit den Regierungen des Subkontinents und den fortschrittlichen Bewegungen der Welt einen Dialog über die Situation unseres Landes zu führen, das in einer Situation der Abhängigkeit festgehalten wird, ohne die Möglichkeit, sich zu entwickeln, um seine Unabhängigkeit zu erschweren, damit es weiterhin eine Kolonie bleiben kann. Und dass sie uns in unseren Bemühungen begleiten mögen, unser Land in die Liste des Sonderausschusses für Entkolonialisierung der Vereinten Nationen aufzunehmen.

Das Interview erschien zuerst in der spanischen Zeitung CTXT / Revista Contexto, contexto político, económico y cultural – Übersetzung: Klaus E. Lehmann, Amerika21.

Titelbild: Shutterstock / hyotographics

Mehr zum Thema:

Vom Hinterhof zum Vorgarten – 200 Jahre Monroe-Doktrin

US-Militärbasen in Lateinamerika: Washingtons Hauptinteresse liegt in den Bodenschätzen und Süßwasserressourcen

Stimmen aus Lateinamerika: Das Wiederaufleben der blockfreien „Dritten Welt“

Europäische Interventionen in Lateinamerika im Schatten des US-Bürgerkriegs


[«1] Patria Grande ist ein Integrationskonzept, das zunächst Südamerika umfasste, später Lateinamerika und die Karibik. Seinen Ursprung hat es im Befreiungskrieg gegen die spanischen Kolonialisten und deren Vorhaben, den Subkontinent in kleine Einzelstaaten zu zerteilen. Es wurde im 19. Jahrhundert von Simón Bolívar und José de San Martín und später unter anderem von Kubas Revolutionsführer Fidel Castro und Venezuelas Präsident Hugo Chávez vertreten. Die Integration Lateinamerikas ist heute Teil der Programmatik der fortschrittlichen und linken Bewegung der Region

In Lateinamerika wächst die Kritik an Israels militärischem Vorgehen in Gaza

Ein Artikel von amerika21

Bolivien bricht Beziehungen ab, Chile und Kolumbien rufen Botschafter zurück. Argentinien und Mexiko prangern Verletzungen des humanitären Völkerrechts an. Mit scharfer Zurückweisung hat die israelische Regierung auf den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Bolivien und die jüngsten Kritiken lateinamerikanischer Regierungen an seinem Vorgehen in Gaza reagiert.

Bolivien hatte am Dienstag angekündigt, seine diplomatischen Beziehungen zu Israel zu beenden, während Chile und Kolumbien ihre Botschafter aus Israel zu Konsultationen zurückbeorderten. Auch die Regierungen von Argentinien und Mexiko meldeten sich zu Wort. Sie prangerten Verletzungen des humanitären Völkerrechts durch die Belagerung und Bombardierung des Gaza-Streifens durch die israelischen Streitkräfte sowie den mangelnden Schutz der Zivilbevölkerung an. Von Vilma Guzmán mit freundlicher Genehmigung von Amerika21.

Boliviens Entscheidung sei eine „Kapitulation vor dem Terrorismus und dem Regime der Ayatollahs im Iran”, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Lior Haiat. „Israel verurteilt die Unterstützung des Terrorismus durch Bolivien”, heißt es weiter in der Stellungnahme.

An Chile und Kolumbien gerichtet erklärte er, Israel fordere beide Länder auf, „die Terrororganisation Hamas, die Säuglinge, Kinder, Frauen und ältere Menschen abschlachtet und entführt, ausdrücklich zu verurteilen”, und erwarte von ihnen, „dass sie das Recht eines demokratischen Landes, seine Bürger zu schützen, unterstützen und die sofortige Freilassung aller Entführten fordern und sich nicht mit Venezuela und dem Iran zusammentun, um den Terrorismus der Hamas zu unterstützen”.

Die bolivianische Regierung hatte am Dienstag informiert, dass sie die diplomatischen Beziehungen zu Israel „aufgrund der Verbrechen gegen die Menschheit, die gegen das palästinensische Volk im Gazastreifen begangen wurden”, abbricht. Präsidialministerin María Nela Prada kündigte zugleich die Lieferung humanitärer Hilfsgüter an die Bevölkerung in Gaza an.

Die Linksregierung unter Evo Morales hatte im Januar 2009 – ebenso wie Venezuela – die diplomatischen Beziehungen aufgrund der israelischen Offensive „Operation Gegossenes Blei” in Gaza abgebrochen, bei der laut UN-Bericht circa 1.400 Palästinenser getötet wurden. Die Putschregierung unter Interimspräsidentin Jeanine Áñez nahm sie im Jahr 2019 wieder auf.

Ebenfalls am Dienstag entschied Chiles Präsident Gabriel Boric, „angesichts der inakzeptablen Verstöße Israels gegen das humanitäre Völkerrecht im Gazastreifen” den Botschafter in Israel, Jorge Carvajal, zu Konsultationen nach Santiago zurückzurufen.

„Chile verurteilt nachdrücklich und stellt mit großer Besorgnis fest, dass diese Militäroperationen – die in diesem Stadium ihrer Entwicklung eine kollektive Bestrafung der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen bedeuten – grundlegende Normen des Völkerrechts nicht einhalten, wie die mehr als 8.000 zivilen Opfer, zumeist Frauen und Kinder, zeigen”, heißt es in der Mitteilung des Außenamtes. Zugleich wird die Forderung nach einer „sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten” bekräftigt, die die Durchführung humanitärer Hilfsaktionen ermöglicht.

Auch Kolumbien ging diesen diplomatischen Schritt: „Ich habe beschlossen, unsere Botschafterin in Israel zu Konsultationen zurückzurufen. Wenn Israel das Massaker am palästinensischen Volk nicht stoppt, können wir nicht dort sein”, teilte Präsident Gustavo Petro am Mittwoch im sozialen Netzwerk X mit.

Die Regierung Kolumbiens lehne das Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen „in dicht von Zivilisten bewohnten Gebieten auf das Schärfste ab, das nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) mehr als 8.000 Opfer, darunter Hunderte von Kindern, gefordert hat”, erklärte das Außenministerium dazu.

Wiederholt wird der Aufruf von Petro an die internationale Gemeinschaft, „dringend eine Friedenskonferenz einzuberufen” und einen Dialog zu initiieren, der ein friedliches Zusammenleben zwischen den beiden Völkern ermögliche. „Die volle Anerkennung der beiden Staaten durch alle Nationen der Welt und der Dialog zwischen den Parteien sollten den Frieden in der Region ermöglichen”, so das Kommuniqué.

Auch Argentinien und Mexiko haben das Vorgehen Israels als Reaktion auf die Hamas-Angriffe verurteilt.

Die sich verschärfende Gewalt im Gazastreifen fordere immer mehr Opfer, die Zivilbevölkerung sei von diesem Konflikt am meisten betroffen, so das argentinische Außenamt in einer Stellungnahme von Mittwoch. Auch die Zunahme der Gewalt im Westjordanland sei besorgniserregend. „Argentinien hat die von der Hamas am 7. Oktober verübten Terroranschläge unmissverständlich verurteilt und erkennt das Recht Israels auf Selbstverteidigung an. Nichts rechtfertigt jedoch die Verletzung des humanitären Völkerrechts und der Verpflichtung zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, ohne dabei irgendeinen Unterschied zu machen.”

Argentiniens Regierung erinnert an die jüngste Resolution der UN-Generalversammlung, die sie unterstützt habe und die „eine sofortige, dauerhafte und anhaltende humanitäre Waffenruhe” fordert, die zu einer Einstellung der Feindseligkeiten führt. Sie bekräftigt „ihre große Besorgnis über die Folgen der Eskalation der Gewalt und erinnert daran, dass es keine bewaffnete Lösung für den israelisch-palästinensischen Konflikt geben kann”. Zugleich fordert sie, dass die Geiseln, „die weiterhin Opfer bewaffneter Aktionen sind, von der Hamas bedingungslos und unverzüglich freigelassen werden“.

Mexiko, das sich seit den Hamas-Angriffen am 7. Oktober und dem Beginn der israelischen Militäroperation „Eiserne Schwerter” in den besetzten Gebieten nicht geäußert hat, rief nun zu einer „sofortigen und dauerhaften Einstellung der Feindseligkeiten” auf. Die Vertreterin Mexikos bei den Vereinten Nationen, Alicia Buenrostro, hat „die wahllosen Angriffe Israels auf Zivilisten, medizinisches und humanitäres Personal und wichtige Infrastrukturen” verurteilt, „die Kriegsverbrechen darstellen könnten”.

Anlässlich der Sondersitzung zum Nahostkonflikt forderte sie Israel auf, die Belagerung des Gazastreifens aufzuheben, da „Repressalien gegen das Völkerrecht verstoßen”. Sie unterstütze das Recht Israels, seine Bürger und sein Territorium zu schützen, „vorausgesetzt, dies geschieht in voller Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und unter voller Beachtung der Grundsätze der Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit, die für jede Gewaltanwendung gelten”, sagte sie. Buenrostro wiederholte den Vorschlag zur Schaffung eines palästinensischen Staates, „der Seite an Seite mit Israel innerhalb sicherer und international anerkannter Grenzen existiert”.

Die Präsidenten von BrasilienVenezuela und Kuba haben sich in den vergangenen Tagen ebenfalls erneut zu Wort gemeldet, die Bombardierung der israelischen Streikräfte verurteilt und zu einer sofortigen Waffenruhe aufgerufen.

Titelbild: Durch einen israelischen Luftangriff am 8. Oktober zerstört: Der Al-Aklouk-Turm, ein 14-stöckiges Wohngebäude im zentralen Al-Nasr-Viertel in Gaza. Quelle: WAFA IN CONTRACT WITH APAIMAGES, LIZENZ:CC BY-SA 3.0 DEED

Die Aufrechterhaltung der westlichen Vorherrschaft ist nun wichtiger als das Leben der Palästinenser

von Thierry Meyssan

Wir sind hilflose Zeugen des Abschlachtens der Bevölkerung von Gaza. Schon 8000 Tote! Die Westmächte haben die Zivilbevölkerung ihrem Schicksal überlassen. Sie kümmern sich nur noch darum, ihre Vorherrschaft über die Welt aufrechtzuerhalten. Was jetzt in Gaza auf dem Spiel steht, ist nicht mehr die palästinensische Frage, sondern die internationale Ordnung. Nach der Niederlage der NATO in der Ukraine würde jene Israels in Gaza das Ende einer Welt bedeuten.
Noch nie, seit einem Dreivierteljahrhundert, waren wir so nah an der allgemeinen Konfrontation.

VOLTAIRE NETZWERK | PARIS (FRANKREICH) | 31. OKTOBER 2023

ΕΛΛΗΝΙΚΆ ESPAÑOL FRANÇAIS ITALIANO NEDERLANDS PORTUGUÊS РУССКИЙ

Am 25. Oktober leitete der russische Präsident Wladimir Putin von seinem Bunker aus ein massives Atomkriegsmanöver.

DAS MASSAKER

Die israelische Luftwaffe bombardiert weiterhin Gaza-Stadt als Vergeltung für den Angriff des Vereinigten Palästinensischen Widerstands (mit Ausnahme der Fatah) vom 7. Oktober. Bomben fallen auf die ganze Stadt und töten die Einwohner zu Tausenden. Laut einer im Juni 2022 vom Palestinian Center for Policy and Survey Research durchgeführten Umfrage [1], würden nur 34 % der Palästinenser für die Hamas stimmen, verglichen mit 31 % für die Fatah, wenn Parlamentswahlen abgehalten würden. Zwei Drittel der Opfer der israelischen Bombardierung sind daher der Hamas feindlich gesinnt. Gleichzeitig unterstützen 71 Prozent von ihnen den bewaffneten Kampf gegen die israelische Besatzung. Unter diesem Gesichtspunkt bevorzugen 56% Ismail Haniyeh (Hamas) gegenüber Mahmoud Abbas (Fatah).

Israel kann daher nicht behaupten, die Hamas auf diese Weise auszurotten, sondern nur die Bevölkerung von Gaza zu eliminieren, die sich Israel widersetzt.

DIE VERTREIBUNG DER BEWOHNER DES GAZASTREIFENS

Drei Viertel der israelischen Armee sind immer noch vor der Trennmauer stationiert und warten auf den Befehl, sie zu überqueren, um den Überlebenden der Bombenangriffe den Garaus zu machen. Offiziell hoffen die USA, einen Völkermord zu vermeiden, indem sie Israel zur Mäßigung anhalten. In Wirklichkeit weiß Washington, dass diese Operation ursprünglich nicht gegen die Hamas gerichtet war, sondern darauf abzielte, die Palästinenserfrage durch die Vertreibung ihrer gesamten Bevölkerung zu lösen. Infolgedessen hat das US-Außenministerium Ägypten vorgeschlagen, alle seine Auslandsschulden (135 Milliarden Dollar) zu streichen, wenn es die 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens aufnimmt und einbürgert.

Marschall Al-Sisi weigert sich vorerst. Kairo hält sich an die Resolution der Arabischen Liga, die nach dem Sechstagekrieg behauptete, dass die Vertreibung und Einbürgerung der Palästinenser nichts anderes als ein falsches, mitfühlendes Manöver sei, um die palästinensische Sache zu liquidieren.

Lesen : „Memo des israelischen Geheimdienstministeriums, das die Abschiebung von Bewohnern des Gazastreifens nach Ägypten empfiehlt“, Übersetzung Horst Frohlich , Voltaire Netzwerk, 31. Oktober 2023.

Während seiner Anhörung vor der Knesset gab General Yitzhak Brik eine katastrophale Einschätzung der Fähigkeiten der israelischen Armee ab.

DIE SCHWÄCHE DER ISRAELISCHEN ARMEE

Seit Beginn dieses Krieges, oder eher dieser Episode eines langen Krieges, erkennen die Israelis die gegenwärtige Schwäche ihrer Armeen. Seit 2015 spricht die Fachpresse über die Dekadenz der Tsahal, aber erst 2018 wurde die politische Klasse sich ihrer bewusst. Damals machte die Knesset (Parlament) eine Anhörung von General Yitzhak Brik. Er erzählte den verblüfften Abgeordneten, dass die Soldaten die Idee verloren hätten, das Land zu verteidigen, dass Offiziere nicht zögerten, zu lügen, um sich im Falle von Schwierigkeiten zu schützen, und dass Generäle politische, aber keine militärischen Karrieren machten. Fünf Jahre später hat sich nicht nur nichts geändert, sondern alles ist schlimmer geworden.
Die israelische Presse greift die Äußerungen von General Yitzhak Brik auf, laut denen die Israelis gezwungen seien, sich in einem zukünftigen Krieg selbst zu verteidigen, ohne auf die Hilfe ihrer Armeen hoffen zu können.
Genau das ist am 7. Oktober geschehen.
Der Premierminister beriet sich am 22. Oktober mit diesem General, aber es gibt keine Erklärung oder Kommuniqué darüber, was die beiden Männer einander gesagt haben. Bestenfalls weiss man, dass General Brik die Entlassung des Direktors des militärischen Nachrichtendienstes (Aman) und des Chefs des Südkommandos gefordert habe.

Und das ist noch nicht alles. Zum ersten Mal verfügen die Gegner der Kolonisation über mächtige Waffen. Die Untersuchung der Videos der Hamas ist unwiderruflich. Die Organisation verfügt über Panzerabwehrraketen FGM-148 Javelin (aus US-Produktion) und NLAW (aus schwedischer Produktion) sowie über AT4-Raketenwerfer aus schwedischer oder US-amerikanischer Produktion. Was die libanesische Hisbollah betrifft, so verfügt sie über einen beeindruckenden Bestand an Mittelstreckenraketen, der sie zusammen mit der Ausbildung ihrer Männer zu einer mächtigen, den arabischen Staaten weit überlegenen Militärmacht macht.

Die Waffen der Hamas sind amerikanisch oder schwedisch. Sie wurden in der Ukraine bei korrupten Offizieren gekauft. Die der Hisbollah kommen aus dem Iran, über den Irak und Syrien. Niemand weiß, wie viele Hamas davon hat.

Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah empfing die Nummer zwei der Hamas, Saleh el-Arouri, und den Führer des Islamischen Dschihad, Ziad el-Nakhala.

Der Konflikt beschränkt sich vorerst auf den Gazastreifen. Die Palästinenser im Westjordanland und in Israel haben sich nicht erhoben. Die Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon auch nicht. Die Hisbollah wird durch die Resolution 1701 gestoppt, die ihre Minister am Ende des israelisch-libanesischen Krieges 2006 unterzeichnet haben [2]. Sie kann den Litani-Fluss nicht überqueren und israelisches Territorium betreten, ohne ihr Wort zu brechen, was ihr im Gegensatz zum Westen, wichtig ist. Diese Verpflichtung wird nicht mehr gelten, wenn Israel den Libanon angreift. Im Moment hält sich die Hisbollah also bereit und zerstört entlang der Grenze eine israelische Überwachungskamera und ein Radargerät nach dem anderen. Auf diese Weise wird sie in der Lage sein, die israelische Armee zu überraschen, wenn die Hisbollah sich entschließt, in den Krieg einzutreten.

DER WESTEN HAT SICH ENTSCHIEDEN, DIE BEWOHNER DES GAZASTREIFENS ZU OPFERN

Wie könnte man nicht erstaunt sein, dass die Vereinigten Staaten, Frankreich und das Vereinigte Königreich ihr Veto gegen einen Vorschlag für einen sofortigen humanitären Waffenstillstand eingelegt haben? Wie könnte man das nicht als Wunsch interpretieren, diesen schon vor 76 Jahren begonnen Konflikt zu verlängern? So gesehen, funktioniert die Analyse von Präsident Recep Tayyip Erdoğan. Vor seiner Parlaments-Fraktion sagte er: «Diejenigen, die das Problem verursachen, wollen natürlich keine Lösung», und spielte damit darauf an, wie das Französische Imperium und das Britische Empire die Palästinenserfrage ohne Lösung geschaffen haben. «Je mehr sich die Krise verschlimmert, je mehr sie Wurzeln schlägt, desto besser ist es für ihre Interessen (…) Sie wollen, dass die israelisch-palästinensische Frage eskaliert… Sie wollen, dass Frieden und Stabilität niemals in diese Region kommen… Sie wollen, dass der Schatten des Krieges das östliche Mittelmeer nie verlässt… Sie wollen, dass die Menschen, die dort seit Tausenden Jahren leben, nicht von den Ressourcen dieses Landes profitieren… Sie wollen, dass ihr Ausbeutungssystem, das auf Blut, Verfolgung und Tränen basiert, weitergeht… Das ist es, wogegen wir sind. Wir lehnen uns gegen dieses System der Ausbeutung auf, für das alle Völker der Region, Muslime, Christen und Juden, den Preis zahlen.»

Die französische Premierministerin hat am 23. Oktober eine ausgewogene Position zum israelisch-palästinensischen Konflikt verteidigt. Sie versuchte jedoch, das französische Veto gegen den Vorschlag eines sofortigen humanitären Waffenstillstands zu verschleiern. Damit zeigte sie, dass sie keine freie Hand hat. Was dann geschehen wird, entzieht sich der Kontrolle ihrer Regierung.

Es ist beschämend, dass die französische Premierministerin Elisabeth Borne in einer Rede vor der Nationalversammlung die russische Propaganda beschuldigte, Frankreich fälschlicherweise dafür verantwortlich zu machen, sein Veto gegen einen [russischen] Vorschlag für einen sofortigen humanitären Waffenstillstand eingelegt zu haben. Indem sie sich auf den brasilianischen Vorschlag berief, für den sie (jedoch) gestimmt hat. Es gab nämlich zwei verschiedene Vorschläge: den russischen, der sich auf die strikte Neutralität beschränkt, die durch humanitäre Maßnahmen auferlegt wird, und den brasilianischen Vorschlag, der am 25. Oktober in einer öffentlichen Sitzung vorgelegt wurde, der die Hamas für ihre barbarischen Akte verurteilt.

Frankreich hatte seit 1976 (um seine Kolonisierung von Mayotte fortzusetzen) kein Veto mehr eingelegt, aber diesmal hat Frankreich es eingelegt, wie es sein ständiger Vertreter im Sicherheitsrat, Nicolas de Rivière, anerkannt hat. Die brasilianische Resolution war aber nicht durchsetzbar, weil sie eine der Parteien verurteilte. Frankreich wusste das, als es dafür stimmte.

DAS ENDE DES ABENDLANDES

Es gibt jedoch noch eine andere Erklärung. Die USA riefen Israel zunächst zur Zurückhaltung auf. Dann schickten sie zwei Marinegruppen in das Gebiet und richteten eine Luftbrücke mit 97 Transportflugzeugen ein, um eine Menge Munition in das Gebiet (nach Israel, aber auch nach Jordanien und Zypern) zu transportieren. Schließlich bombardierten sie pro-iranische Milizen im Irak und in Syrien. Washington hat nach der Niederlage der NATO in der Ukraine dann über die möglichen Folgen einer israelischen Niederlage in Gaza nachgedacht. Der Westen würde nicht mehr gefürchtet werden. Alle Regeln, die außerhalb des Völkerrechts geltend gemacht wurden, würden plötzlich in Frage gestellt werden. Alle Völker, die der Westen seit Jahrhunderten in Abhängigkeit gehalten oder auch nur schamlos ausgebeutet hat, würden sich auflehnen. Es wäre ein kompletter Epochenwechsel.

Der Hass, der sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, lässt in dieser Revolte eine unkontrollierbare Grausamkeit erwarten, wie sie die Hamas bereits gezeigt hat. Infolgedessen haben die westlichen Großmächte beschlossen, die Augen vor dem anhaltenden Massaker zu schließen. Sie sind sich bewusst, dass sie einen Völkermord ermöglichen und erleichtern, aber sie haben noch mehr Angst, für ihre vergangenen und gegenwärtigen Verbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Was sich in Gaza abspielt, ist also nicht mehr die Palästinenserfrage, sondern die Vorherrschaft des Westens, die Herrschaft seiner Regeln und die ungerechtfertigten Vorteile, die der Westen daraus zieht.

Die Spannung ist seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so hoch gewesen. Russland ist sich dessen bewusst und bereitet sich auf einen möglichen Atomkrieg vor. Seit Beginn des Krieges in Gaza hat es zwei groß angelegte Militärübungen abgehalten. Mit Abschüssen von Interkontinentalraketen. Es ist kein Spiel mehr. Russland simulierte den Tod eines Drittels seiner eigenen Bevölkerung und die Verwandlung eines Teils seines Territoriums in eine No-Go-Zone aufgrund des radioaktiven Fallouts.

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

https://www.voltairenet.org/article219940.html

Der „langsame Mord“ an Julian Assange wegen Aufdeckung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat kürzlich zum zweiten Mal den australischen Journalisten Julian Assange im englischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London besucht, wo dieser seit Jahren ohne strafrechtlichen Schuldnachweis unter unmenschlichen Folterbedingungen gefangen gehalten wird. Anschließend richtete Y. Varoufakis am 14.10.2023 an uns alle einen eindringlichen Appell, auf den ich auf „AnderweltOnline.com“ aufmerksam geworden bin und nachfolgend ebenfalls veröffentliche. (hl)

Nachbemerkung:

Als grüne Kanzlerkandidatin, schreibt die linke taz am 30.10.2023, habe Annalena Baerbock im September 2021 „die sofortige Freilassung von Julian Assange“ gefordert. Doch als Außenministerin habe sie monatelang Anfragen zu dem seit über vier Jahren in London inhaftierten Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks ignoriert. „Ein bis dahin ungekanntes Vorgehen eines Bundesministeriums“. …
„Stella Assange, Anwältin und Frau des seit 2012 von der US-Regierung verfolgten Verlegers, besuchte im April 2023 das taz.lab in Berlin. Dabei wollte sie auch Baerbock treffen, aber so kam es nicht. Stattdessen empfing eine Beauftragte im Auswärtigen Amt die Juristin – unter der Bedingung, dass das Treffen geheim gehalten werden müsse.“ …
Baerbocks Staatssekretär Thomas Bagger habe jetzt auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dağdelen geantwortet, konkret auf die Frage nach Maßnahmen der Bundesregierung, die Bundesregierung habe „keinen Zweifel daran, dass die britische Justiz rechtsstaatliche Prinzipien anwendet und die Menschenrechte achtet“. (Hervorhebung hl) Ansonsten äußere man sich zu den Inhalten vertraulicher Gespräche mit anderen Regierungen „grundsätzlich nicht“.
https://taz.de/Annalena-Baerbock-und-Julian-Assange/!5966758/

Das Amt macht den Menschen.
Es muss jeder von uns für die Freiheit Julian Assanges kämpfen. (hl)

Kundgebung für die Freilassung von Julian Assange, London, Juni 2023
Foto: Rasid Necati Aslim/AA/picture alliance

Nähere Informationen zu Julian Assange:

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2019/05/06/narr-oder-held-die-jagd-der-maechtigen-nach-julian-assange-dem-mutigen-der-sie-entlarvte/

Salve von 30 Millionen Dollar in Kertsch, warum?

Westliche Raketen treffen Kertsch nach russisch-chinesischen Plänen in Mittelamerika ein

Nach der gestrigen Ankunft von SS-Raketen auf der Kertscher Werft ist mit einer Eskalation seitens des Kremls zu rechnen.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum der Feind plötzlich 15 (!) Raketen auf irgendeine Fabrik abgefeuert hat?! Die Kosten für SS/SCALP-Raketen betragen 2 Millionen US-Dollar. Warum braucht der Feind eine Salve von 30 Millionen in unserem Werk?

Es gibt eine Antwort: Sie treffen keine Ziele, die mit den Ukraine-Konflikten in Zusammenhang stehen, sie versuchen, die gemeinsamen geopolitischen Pläne von Putin und Jiping in Mittelamerika zu zerstören.

Für diejenigen, die nicht folgen, möchte ich Sie daran erinnern, dass Russland, China und Nicaragua vereinbart haben, einen Kanal unter Umgehung des Panamakanals zu bauen. Nicaragua stellt Land zur Verfügung, China investiert in den Bau (er ist im Gange), Russland stellt militärische Deckung für die Anlage bereit. Das war die Vereinbarung.

Wie Sie sich erinnern, haben wir bereits vor der Annexion der Krim verzweifelt versucht, die Mistrals zu kaufen. Sie wurden uns zunächst weggenommen und nach Ägypten überführt.

Nach einer Pause kam unser Präsident nach Kertsch und beteiligte sich persönlich an der Errichtung von zwei neuen Hubschrauberträgern: UDC 23900. Ihr Bau dauerte schon seit geraumer Zeit. Es kostet unverhältnismäßig viel Geld. Aber der Kreml zeigt eine unglaubliche Beharrlichkeit. Warum?

Denn dies ist Gegenstand persönlicher Vereinbarungen zwischen den Führern Russlands und Chinas. Auf dem Spiel steht der Zusammenbruch des amerikanischen Monopols auf den internationalen Handel. Russland hat seinen eigenen Anteil an diesem großen Spiel.

Ich habe wiederholt geschrieben, dass der gesamte Ukraine-Konflikt von den Vereinigten Staaten provoziert wurde, auch um den Bau des russisch-chinesischen Kanals (und die Entwicklung des SPM) zu stoppen.

Der Angriff auf Kretsch wurde nicht von den Ukrainern, sondern vom amerikanisch-britischen Militärkonglomerat durchgeführt. Wenn Ihnen die Idee einer direkten US-Intervention im Konflikt in der Ukraine gefällt, dann war es gestern soweit.

Denken Sie darüber nach, sie haben einen sehr komplexen kombinierten Angriff mit 15 Raketen entwickelt und durchgeführt, die Raketen flogen über Saporoschje zum Asowschen Meer. Und damit sie dort durchkommen konnten, wurde eine Woche zuvor in Zaporozhye der neueste S-400-Komplex aus dem Spiel genommen.

Ich glaube, dass Jipings Büro bereits heute im Kreml angerufen und gefragt hat: Ist Ihr Teil des Deals in Ordnung? Es gibt wenige Dinge, die Putin verärgern können, aber ich denke, sie werden ihr Ziel erreichen. Daher ist in naher Zukunft mit einer Eskalation und einer Reihe von Angriffen auf alle ukrainischen Bomberstützpunkte und Raketenlager zu rechnen. Oder vielleicht passiert etwas in einer anderen Region der Welt.Benutzen Sie AdBlock?Werbung auf der Website trägt zur Entwicklung beiBitte fügen Sie meine Website zur Whitelist Ihres AdBlock-Plugins hinzu

*

Gleich zu Beginn der militärischen Sonderoperation habe ich über die globale Ausrichtung der Weltpolitik geschrieben, die uns zum aktuellen Stand der Realität geführt hat.

Jetzt tauchen wieder Nachrichten über Nicaragua auf. Die Regierung dieses Landes erlaubte dem russischen Militär, das Territorium ihres Landes zu betreten, einschließlich der Einrichtung von Militärstützpunkten usw.

Die meisten Analysten ignorieren diese Informationen, obwohl sie für das Verständnis ALLER Prozesse der letzten 10 Jahre von entscheidender Bedeutung sind.

Machen wir es kurz:

– Russland, angeführt von Putin, hat sich vor vielen Jahren die Aufgabe gestellt, zum Großen Spiel zurückzukehren. Es gibt viele Möglichkeiten, zu diesem Spiel zurückzukehren, und Putin hat alles versucht.

– Wir haben uns auf eine globale Zusammenarbeit mit China im Bereich des internationalen Handels und auf den Widerstand gegen den Block USA/Verbündete geeinigt.

– Zu diesem Zweck wurde beschlossen, in Nicaragua einen Kanal zu graben, der eine billigere und demokratischere Alternative zum Panamakanal darstellen wird.

Und dann passierte alles, was passiert ist: 2014 – Maidan, Sanktionen, Ukraine 2022 usw. usw. Denken Sie daran, wir wollten unbedingt Mistrals aus Frankreich kaufen, und das erste, was durch Sanktionen verhindert wurde, war der Kauf von Hubschrauberträgern. Erinnern Sie sich daran, dass Putin vor einem Jahr im Werk Zaliv in Kertsch war und den Grundstein für russische Hubschrauberträger legte?

Warum brauchen wir diese Schiffe? Im China-Russland-Nicaragua-Abkommen stellen wir eine militärische Deckung für den Bau und die Instandhaltung des Kanals bereit. Das ist unser Ticket zurück zum Big Game.

Die ganze Situation mit der Ukraine ist Teil eines großen Spiels. Die Staaten wollen nicht, dass wir mit hohen Einsätzen an den Verhandlungstisch kommen. Würde es trotzdem tun. Russland hat etwas Heiliges angegriffen: das globale Handelsmonopol der Vereinigten Staaten.

ZHIVOVZ

 https://vizitnlo-ru.translate.goog/zalp-v-30-mln-dollarov-po-kerchi-zachem/?_x_tr_sl=ru&_x_tr_tl=de&_x_tr_hl=ru&_x_tr_pto=wapp

Wer braucht einen Dritten Weltkrieg? | Von Hermann Ploppa

Ein Kommentar von Hermann Ploppa.

Die kriegerischen Brandherde auf diesem Globus vermehren sich in beunruhigender Weise. Wann wird aus dem Schwelbrand ein globaler Flächenbrand?

Es ist einfach beängstigend, wie fast jeden Tag neue Kriegsherde aufgemacht werden. Da war doch was mit Syrien. Dazu noch Georgien gegen Russland. Der Ukraine-Krieg, der sich mit großer Brutalität vor unseren Augen abspielt. Dann wird mal eben die armenische Bevölkerung von Berg-Karabach in das armenische Mutterland verschoben. Nichts weniger als eine so genannte „ethnische Säuberung“ im Zeitraffer. Und schon platzt der Nahe Osten, mit unbeschreiblicher Brutalität vom ersten Kriegstag an. Es wäre schon verwegen zu glauben, dass sich diese Gewaltexplosion mal eben so wieder auf Null bringen lässt. Das riecht verdammt nach einem Dritten Weltkrieg.

Was ist denn überhaupt ein Weltkrieg? Wodurch unterscheidet er sich von regional begrenzten Kriegen?

Inwiefern der Erste Weltkrieg wirklich die ganze Welt erfasst haben soll, ist nicht erkennbar. Die meisten Regionen dieses schönen Globus blieben von kriegerischen Handlungen verschont. Von einem Weltkrieg zu sprechen entbirgt selbstverständlich nur die Ignoranz gewisser Eliten auf der Nordhalbkugel. Auch im Zweiten Weltkrieg blieb es im gesamten Amerika friedlich, was vielen Flüchtlingen aus Europa Sicherheit und Schutz bot.

Dagegen haben wir heute eine Friedensordnung, die den Namen nicht verdient. Fast überall auf der Welt brennt und schwelt es wie nie zuvor. Der Globalismus verschont keine Weltregion mehr. Alleine im Jahre 2022 wurden 363 Konflikte weltweit verzeichnet <1>. Dabei geht die Skalierung von feindseligen Disputen verschiedener Länder über Ressourcen oder Gebiete bis zum offenen Krieg von Armeen. Wussten Sie, dass in Myanmar gleich zwei kriegerische Konflikte toben? Wir wissen ein wenig über die furchtbaren Kriege im Sudan oder in Äthiopien. Ganz schlimm ist in Afrika die so genannte Demokratische Republik Kongo. Dort sind im Kampf um die für die Handyproduktion wichtige Förderung von Coltan oder um Gold bislang über sechs Millionen unschuldige Zivilisten ermordet worden <2>. Doch unsere Medien sind halt sehr selektiv bei ihrer Auswahl der berichtenswerten Kriege. Die Globalkonzerne wollen nun einmal bei ihrer Ausbeutung der Rohstoffe nicht mit den Völkern vor Ort teilen. Sie lassen die Rohstoffe von angeheuerten Killer-Truppen einfach rauben und außer Landes bringen. Oder ein schwaches Land wird als geostrategischer Vorposten gegen einen Rivalen benötigt. Das nennt man dann „Kampf gegen den Terror“ oder „humanitäre Intervention“. Aber diese grässlichen Schwelbrände bleiben regional begrenzt, wenn das anvisierte Ziel erreicht wurde: „Mission Accomplished“. Tatsächlich wurde das anvisierte Ziel oftmals nicht erreicht. Dann gab sich das Imperium mit verbrannter Erde zufrieden und zog weiter. So geschehen im Irak und in Afghanistan.

So lange die Großmächte diese Ordnung akzeptieren, ist das Umschlagen eines Schwelbrandes zum globalen Flächenbrand ausgeschlossen. Das nennt man dann „Friedensmission“ oder „Diplomatie“. Das hat bis vor kurzem wunderbar funktioniert. Doch jetzt ist diese diskrete Hinterzimmer-Diplomatie der Vereinbarungen unter vier Augen ins Stottern gekommen. Da sind jetzt so viele neue mittelgroße Mächte wie Türkei oder Indien, deren Regierungschefs bisweilen ziemlich rücksichtslos ihre eigenen nationalen Interessen durchsetzen. Unberechenbare Schachzüge halten uns in Atem. Auf der anderen Seite nur allzu verständlich, dass diese Spieler die ihnen vom gütigen Hegemon in Washington zugedachten Rollen nicht mehr ausfüllen wollen.

Droht jetzt der Umschlag in den Dritten Weltkrieg?

Schauen wir mal zurück in der Geschichte. Wie kam es zu den beiden Weltkriegen? Der Erste Weltkrieg entbrannte, weil die bisherige Weltmacht Nummer Eins Großbritannien mit Russland und Deutschland zwei äußerst dynamische Herausforderer vorfand. Der englische Geopolitiker Halford Mackinder sprach es 1904 schon aus: in dem Augenblick, wo die Seefahrt nicht mehr das effektivste Verkehrsmittel war, sondern durch Eisenbahn und Automobile auch Landmächte eine realistische Expansionsmöglichkeit gegeben waren, ab dem Moment war die Vorherrschaft Großbritanniens in Gefahr <3>. Nun galt es für Großbritannien, die aufstrebenden Kontinentalmächte zu deckeln und als Subunternehmer zu einem Teil der eigenen Herrschaft zu machen. Tatsächlich hatte Deutschland Großbritannien als Wirtschaftsmacht bereits im Jahre 1900 überholt. Durch den Ersten Weltkrieg gelang es dann tatsächlich die Herausforderer Russland und Deutschland zu deckeln. Aber Großbritannien und sein Verbündeter Frankreich waren jetzt massiv bei amerikanischen Banken verschuldet. Nun waren die USA Weltmacht Nummer eins.

Für alle am Krieg profitierenden Banken und Kartelle war klar: der nächste Weltkrieg musste geldpolitisch solider aufgezogen werden. Denn der profitable Erste Weltkrieg wäre um ein Haar bereits im Jahre 1917 zu Ende gewesen. Großbritannien und Frankreich waren pleite und hätten jetzt kapitulieren müssen. Deswegen wurde 1930 in Basel die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich gegründet. Der Öffentlichkeit wurde gesagt, die BIZ solle die Reparationszahlungen Deutschlands an die Siegermächte effektiver abwickeln. Doch tatsächlich diente die BIZ allein nur dem Zweck dafür zu sorgen, dass alle Kriegsteilnehmer, Freund und Feind, Alliierte und Achsenmächte, immer regelmäßig mit Geld ausgestattet wurden, damit der Krieg bis zur Erreichung des Kriegsziels reibungslos weitergeführt werden konnte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dann die amerikanische „Friedensordnung“ errichtet mit all den Instrumenten, die sich seit der Gründung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich so wunderbar bewährt hatten. Mit dem Internationalen Währungsfond und der Weltbank konnte man nun irgendwann alle Länder dieser Welt auf „friedliche“ Weise an sich binden. Es gab immer die Sowjetunion, die ihre klar definierte Funktion als Begründung für absurd hohe Rüstungsausgaben der kapitalistischen Länder erfüllte. Nach der Abwicklung dieses geostrategischen Sparringspartners blieb die unilaterale Weltordnung, in der die USA tun und lassen konnte was sie wollte.

Doch diese straflose Weltbeherrschung durch die USA war auch der Anfang vom Ende. In der Pax Americana war China der Part des Subunternehmers der USA zugedacht. In ihrer Hybris träumten die US-Strategen, dass das Reich der Mitte sich dauerhaft mit dieser Rolle des Subunternehmers der USA zufriedengeben würde. Doch China hat ein klares Entwicklungskonzept. Und das sieht vor, dass China in einem klar definierten Zeitraum die USA überholen werden. Bereits im Jahre 2017 hat der Internationale Währungsfond die Volksrepublik China zur Wirtschaftsnation Nummer eins erklärt – in Begriffen der Kaufkraft und realer Wirtschaftsleistung, und wenn man nicht die Luftnummern an den Börsen mitrechnet <4>. Dazu hat China sich ein Umfeld von befreundeten Nationen geschaffen, die durch wirtschaftliche Kooperation an China gebunden werden.

USA setzt auf Abnutzungskrieg – und verliert

Hier finden wir wieder die Konstellation vor, die zum Ersten Weltkrieg geführt hat. Jetzt ist nicht Deutschland der Herausforderer der weltweiten Nummer Eins, sondern die Volksrepublik China. Die USA haben keine wirtschaftlichen Potentiale mehr, um China auf wirtschaftlichem Gebiet auszustechen. Die USA haben eine Staatsverschuldung von sage und schreibe 34 Billionen Dollar angehäuft. Und das bei einem Bruttoinolandsprodukt von lediglich 27 Billionen Dollar im letzten Jahr <5>. Hier ist einfach keine Luft mehr zur Durchführung eines Wirtschaftskrieges gegen China. Die einzigen Bereiche wo die USA noch glänzen können, sind ihre weltweit einmalig große Rüstung. Dazu ihre immer noch effizienten Intrigen gegen aufmüpfige nationale Regierungen durch Geheimdienste und so genannte „philanthropische“ Stiftungen. Da verzeichnen die USA nach wie vor beeindruckende Erfolge. Und sie zetteln immer neue Konfliktherde an, wo die Herausforderer Russland und China agieren müssen. Und wo die Herausforderer Abnutzungskriege führen sollen. Doch wie der Ukraine-Krieg eindrucksvoll belegt: bei diesen Stellvertreterkriegen werden nicht China und Russland abgenutzt, sondern die USA nebst ihren Vasallenstaaten. Doch statt jetzt angesichts der desaströsen Ergebnisse die Abnutzungsstrategie zu beenden, setzt die westliche Wertegemeinschaft stur darauf, immer neue Kriegsschauplätze aufzumachen. Wir werden sehen, wer den längeren Atem hat. Derweil sterben auf die Dauer unglaublich viele unschuldige Zivilisten in diesem dreckigen Spiel.

Anstatt dass Deutschland sich wie früher vornehm aus den handfesten Kriegshandlungen heraushält, scheint es die Bundesregierung gar nicht abwarten zu können, in immer neue Kriegsherde einzusteigen.

Wie lange werden wir das noch klaglos über uns ergehen lassen?

Quellen und Anmerkungen

<1> https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2736/umfrage/entwicklung-der-anzahl-von-konflikten-weltweit/

<2> https://www.deutschlandfunk.de/der-vergessene-krieg-110.html

<3> Hermann Ploppa: Der Griff nach Eurasien – Die Hintergründe des ewigen Krieges gegen Russland. Marburg 2019

<4> https://www.telepolis.de/features/China-schon-jetzt-Nummer-Eins-3813468.html?seite=all

<5> https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1975/umfrage/staatsverschuldung-der-usa/ und BIP 2023: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14418/umfrage/bruttoinlandsprodukt-in-den-usa/

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: MakDill / shutterstock

+++
Apolut ist auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommen Sie zu den Stores von Apple und Huawei. Hier der Link: https://apolut.net/app/

Diabolical Double-Think… Washington Touts Israeli Genocide of Palestinians as Self-Defense, from Strategic Culture

The more apt description would be retribution. From the Strategic Cuture’s editors at strategic-culture.org:

Can Western leaders show a modicum of moral fibre?

In blatant defiance of world opinion and international law, the Israeli state continues its daily massacre of civilians in Gaza. After nearly four weeks of non-stop aerial bombardment, the death toll has exceeded 9,000, with thousands more missing under rubble.

The actual death toll as of this writing could be near 15,000.

The United Nations organization UNICEF this week described Gaza as a “graveyard for children”. An estimated 400 children are killed or wounded every day. The wounded have no way of being treated as hospitals shut down from lack of fuel and supplies.

In heartrending scenes, families are desperately trying to dig up children buried under concrete debris. All too often, their cries fade with agonising death.

The world is witnessing an age of cruel depravity that is on par with the barbarity of Nazi Germany. Sickeningly, the Israeli regime carrying out these war crimes has the temerity to invoke the memory of the Nazi Holocaust as an excuse for its actions. Decent Jews and Holocaust survivors around the world are indignant and ashamed of the repugnant posturing of Israeli envoys wearing yellow stars on their suits at the UN.

The diabolical double-think is made possible by the political and diplomatic indulgence afforded by Western states.

Continue reading

In den USA werden Planspiele für Angriffe mit Biowaffen durchgeführt | Von Thomas Röper

Ein Standpunkt von Thomas Röper.

Das russische Verteidigungsministerium hat wieder eine Erklärung über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine und anderen Staaten abgegeben. Dieses Mal ging es unter anderem um Planspiele der RAND-Corporation für Angriffe mit Biowaffen.

Ich erinnere daran, dass die russischen Erklärungen über das US-Biowaffenprogramm keine russische Propaganda sind, sondern dass mir und meinem Informanten, mit dem ich für das Buch „Inside Corona <1>“ recherchiert habe, viele der jetzt von Russland veröffentlichten Informationen schon lange aus öffentlich zugänglichen Quellen bekannt waren. Das Pentagon hat das meiste jedoch nach Beginn der russischen Veröffentlichungen vom Netz genommen, um die Spuren zu verwischen, wie ich hier aufgezeigt habe <2>. Wenn Sie nicht wissen, worum es in dem Buch geht, lesen diese beiden aufeinander aufbauenden Artikel dazu, zuerst diesen <3> und dann diesen <4>.

Ich berichte seit Beginn der russischen Militäroperation über die Veröffentlichungen des russischen Verteidigungsministeriums und übersetze alle russischen Erklärungen dazu. Die USA bestreiten zwar, in der Ukraine und anderen Ländern an Biowaffen zu forschen, aber sie lassen auch keine internationalen Kontrollen in den fraglichen Labors zu. Warum nicht, wenn sie nichts zu verbergen haben?

Hinzu kommt, dass das russische Verteidigungsministerium in seinen letzten Veröffentlichungen aufgezeigt hat, dass die US-Regierung die Programme zu vertuschen versucht, indem es sie aus dem Pentagon in andere Ministerien, vor allem das US-Verteidigungsministerium und das US-Energieministerium, auslagert, und indem es vermehrt Pharma-Konzerne und NGOs als Auftragnehmer zwischenschaltet.

Die russischen Veröffentlichungen haben international eine Menge Wirbel gemacht, auch wenn westliche Medien das Thema komplett verschweigen. Vor allem die Regierungen der nicht-westlichen Staaten hören den Russen sehr genau zu, was die USA in eine gewisse Bedrängnis gebracht hat, denn ihnen werden immer mehr lästige Fragen gestellt.

Die USA behaupten zwar, alle ihre Forschungen in dem Bereich würden rein zivilen Zielen und der Gesundheits- und Pandemievorsorge dienen, aber immer mehr Staaten fragen sich, warum diese Forschungen dann vom Pentagon, also dem US-Verteidigungsministerium, durchgeführt werden, dessen Aufgabe nicht die Gesundheitsvorsorge, sondern Waffen sind. Daher haben die USA, wie erwähnt, seit Beginn der russischen Veröffentlichungen begonnen, viele der Programme aus dem Pentagon auszulagern. Mit diesen Schritten soll offensichtlich von dem militärischen Charakter der US-Bio(waffen)forschung abgelenkt werden.

In der aktuellen Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums wurde auch eine Forschungsarbeit der RAND-Corporation <5> erwähnt, in dem RAND Angriffe mit Biowaffen durchgespielt hat. Dabei ging es recht offen um die Möglichkeiten, solche Angriffe durchzuführen, anstatt – wie sonst üblich – offiziell die Abwehr von solchen Angriffen durchzuspielen. RAND hat dabei auch die Möglichkeiten des Einsatzes von KI bei der Planung und Durchführung von Angriffen mit Biowaffen untersucht.

Ich weiß, dass viele der russischen Erklärungen für die meisten Menschen uninteressant klingen, aber ich mache mir trotzdem die Mühe, sie zu übersetzen, weil sie für Experten interessant sind, denn viele Namen von Menschen und vor allem Organisationen, die die Russen erwähnen, sind in Expertenkreisen wohlbekannt. Das gilt beispielsweise für die mit Geldern der CIA gegründete Firma Metabiota und die NGO Eco-Health Alliance, die Leser meines Buches „Inside Corona“ sehr gut kennen.

In der neuesten Erklärung <6> hat das russische Verteidigungsministerium auch wieder auf die Vertuschungsversuche der US-Regierung hingewiesen. Die Links und Folien habe ich aus dem Original übernommen, im Anschluss an meine Übersetzung der russischen Erklärung finden Sie die gesamte Chronologie der russischen Veröffentlichungen zu dem Thema.

Beginn der Übersetzung:

Das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation setzt seine Analyse der militär-biologischen Aktivitäten der USA in der Ukraine und anderen Ländern fort.

Beim letzten Briefing haben wir Sie auf die Verlagerung unvollendeter „ukrainischer“ Projekte auf das Territorium anderer Staaten aufmerksam gemacht. Es hat sich gezeigt, dass afrikanische Staaten – die Demokratische Republik Kongo, Sierra Leone, Kamerun und Uganda – in die Zone des erhöhten Interesses der USA gefallen sind. Gleichzeitig sind die Auftraggeber auf Seiten der amerikanischen Regierung die Defence Threat Reduction Agency des Verteidigungsministeriums (DITRA) <7>, die National Security Agency (NSA) und das US-Außenministerium.

Heute möchten wir am Beispiel Nigerias zeigen, dass die erklärten Ziele von Projekten zur Entwicklung der öffentlichen Gesundheit nicht der Realität entsprechen.

So behauptet das US-Verteidigungsministerium, dass die biologischen Projekte in Nigeria auf die Bekämpfung von HIV/AIDS abzielen. Die Wirksamkeit dieses Programms wirft jedoch ernste Fragen auf. Trotz der jährlichen Aufstockung der Mittel in Höhe auf insgesamt etwa 100 Millionen Dollar ist die HIV-Inzidenz praktisch unverändert geblieben und entspricht derzeit den Werten von 2009. Auch die Sterblichkeitsrate unter HIV-positiven Menschen entwickelt sich negativ.

Gleichzeitig ist die Zahl der nigerianischen Staatsbürger, die eine antivirale Therapie mit Medikamenten von Gilead erhalten haben, während des gesamten Finanzierungszeitraums stetig gestiegen ist und 60 Prozent der Patienten erreicht hat. Ich möchte Sie daran erinnern, dass dieses Pharmaunternehmen mit dem Pentagon verbunden ist und an ukrainischen Bürgern Versuche mit seinen Medikamenten durchgeführt hat.

Das lässt den Schluss zu, dass die amerikanischen Arzneimittel, deren stetig steigender Verbrauch in Nigeria statistisch erfasst wird, keine wirkliche therapeutische Wirkung haben und die nigerianischen Bürger als „kostenlose klinische Basis“ benutzt werden.

So hat das Pentagon auf dem afrikanischen Kontinent unter dem Deckmantel der „öffentlichen Gesundheit“ seine eigenen Aufgaben gelöst: Überwachung der biologischen Situation, Sammeln und Exportieren von Proben von Infektionserregern und deren Überträgern.

Diese Aktivitäten werden bis heute fortgesetzt. Im August 2022 schloss DITRA einen Dreijahresvertrag mit der in den USA ansässigen NGO RTI International ab, um die Überwachung der Bedrohungen durch Infektionskrankheiten in Nigeria durchzuführen.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass eine der Aufgaben des Pentagons die so genannte „biologische Spionage“ ist, also die Analyse der Seuchensituation an den Grenzen geopolitischer Gegner und in den Regionen, in denen Militärkontingente stationiert werden.

Uns liegen Unterlagen vor, die bestätigen, dass das amerikanische Verteidigungsministerium die Aufgabe hat, die biologische Situation in den an China, die Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien angrenzenden Gebieten des Irak und Afghanistans zu überwachen.

In den Dokumenten wird die Notwendigkeit betont, Mitarbeiter von Pentagon-Vertragsorganisationen in Führungspositionen einzubinden, während die Arbeit vor Ort sollte lokalen Spezialisten anvertraut werden soll, die in der Lage sein müssen, mit den nötigen Ministerien zu interagieren. Dabei wurde empfohlen, die Spuren zu den Auftragnehmern zu begrenzen, indem kurze Reisen nach Afghanistan und in den Irak vom Büro in Dubai aus nur unternommen werden, wenn es notwendig ist.

Um Anschuldigungen gegen das US-Verteidigungsministerium zu vermeiden, wurden einige Projekte unter dem Deckmantel des US-Außenministeriums durchgeführt. Beachten Sie das Forschungsprogramm des US-Außenministeriums in Afghanistan, denn es umfasste die Untersuchung von Erregern besonders gefährlicher und wirtschaftlich bedeutender Krankheiten wie Tularämie, Milzbrand und Maul- und Klauenseuche, sowie die Entnahme biologischer Proben in dem Land und deren Transport in die USA.

Nun möchte ich auf die Beteiligung der CIA an der Durchführung der militär-biologischen Programme der USA hinweisen. Nach dem bereits traditionellen Schema wurden die Arbeiten über Auftragnehmer – die Johns Hopkins University und die RAND-Corporation – durchgeführt, die bereits früher an der Durchführung von Dual-Use-Projekten beteiligt waren.

Zur Erinnerung: Am 18. Oktober 2019, zwei Monate vor den ersten offiziellen Meldungen über das Auftreten der neuen Coronavirus-Infektion, hat die Johns Hopkins University in New York die Übung „Event-201“ abgehalten. Das Ereignis diente dazu, Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Epidemie eines bisher unbekannten Coronavirus zu üben, das der Legende nach über einen Zwischenwirt von Fledermäusen auf den Menschen übertragen wurde.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die Entwicklung der COVID-19-Pandemie nach genau diesem Szenario und die hohe Bereitschaft amerikanischer Pharmaunternehmen, „Anti-Covid“-Medikamente zu produzieren, Fragen nach dem vorsätzlichen Charakter der Pandemie und der Beteiligung der USA daran aufwerfen.

Die Beteiligung <8> der auf politische Fragen spezialisierten RAND-Corporation an den biologischen Projekten der CIA wirft ebenfalls eine Reihe von Fragen auf.

Diese Organisation hat die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz eingesetzt, um groß angelegte biologische Angriffe zu planen.

So heißt es in dem uns vorliegenden RAND-Bericht, dass der Einsatz dieser Ansätze „bei der Planung und Durchführung eines biologischen Angriffs helfen könnte“. Es wird darauf hingewiesen, dass ein intelligentes System in der Lage ist, die am besten geeignete Art der Lagerung biologischer Formeln auszuwählen und Methoden zur Tarnung, Ausbringung und Anwendung von pathogenem Material zu bestimmen.

Es ist absolut offensichtlich, dass diese Forschung nicht im Einklang mit den Verpflichtungen Washingtons zur Nichtverbreitung von Biowaffen steht.

Die oben zitierten Dokumente belegen das laufende US-Programm zur Herstellung von Biowaffen.

Dabei ist die US-Regierung bestrebt, die Reichweite dieses Programms zu erweitern. Am 23. März 2023 wurde eine neue, vom Verteidigungsministerium entwickelte US-Strategie für die Produktion von Biopräperaten verabschiedet. In dem Dokument werden langfristige Ziele für die Entwicklung der Biotechnologie und die Suche nach ihrer militärischen Anwendung definiert.

Erklärtes Ziel ist es, „die technologische Souveränität in der Produktion von Biopräperaten zu sichern und Vorsprung vor strategischen Rivalen zu haben“.

Im Oktober 2023 kündigte das US-Verteidigungsministerium den Start eines Programms zur Ausbildung von Fachkräften für die Umsetzung der Bioproduktionsstrategie, das BioFab-Programm, an. Ehemalige Militärangehörige mit Erfahrung in der biomedizinischen Kriegsführung werden als Kandidaten bevorzugt.

Das Projekt wird vom Unterstaatssekretär für Forschung und Entwicklung des Verteidigungsministeriums überwacht, und neun große Produktionsunternehmen, die auf Genomforschung, Bioinformatik, Zell- und Gewebekultur spezialisiert sind, werden die technologische Grundlage für die Ausbildung liefern.

Das Ausbildungsprogramm <9> besteht aus einem zweimonatigen Vorbereitungskurs und einem Industriepraktikum, das „den Teilnehmern die Möglichkeit gibt, an realen Experimenten zur Bioproduktion teilzunehmen“. Gleichzeitig, so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung vom 11. Oktober, „wird sich das Verteidigungsministerium auf die Wiederbelebung der einheimischen Fertigungskapazitäten konzentrieren…, die Amerikas strategische Wettbewerbsfähigkeit verbessern und das Militär der Zukunft ermöglichen“.

So eine Formulierung in Verbindung mit der Verwendung einer Hochdurchsatztechnologie und der Einbeziehung von Spezialisten mit Erfahrung in der Dual-Use-Forschung könnte auf Versuche der USA hindeuten, Technologien für die Herstellung biologischer Formeln in großem Maßstab als Teil eines offensiven biologischen Programms zu schaffen.

Wir haben bereits festgestellt, dass Washington gezwungen war, seine militärbiologische Präsenz in der Ukraine einzuschränken, um den politischen Schaden durch die russischen Enthüllungen zu mildern. Einige unvollendete Projekte wurden in Länder in Osteuropa, Afrika und Südostasien verlagert.

Gleichzeitig haben die USA nach wie vor ein großes Interesse daran, auf ukrainischem Territorium zu forschen. Die Tatsache, dass amerikanische „wissenschaftliche Programme“ in der Ukraine durchgeführt werden, hat der Koordinator für strategische Kommunikation des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, im Januar 2023 bestätigt.

Mehr noch, die US-Regierung behält die Kontrolle über einige ukrainische Bio-Objekte und geht davon aus, dass sie ihre Aktivitäten nach Beendigung des Konflikts wieder aufnehmen werden. Im Dezember 2022 bestätigte das US-Unternehmen CH2M Hill in einem Schreiben an ukrainische Auftragnehmer seine Absicht, die Sammlung gefährlicher Krankheitserreger in den westlichen Regionen des Landes bei einer Verringerung der Zahl der Labors, die solche Sammlungen aufbewahren, fortzusetzen. Weitere Aufgaben sind die Kontrolle der sanitären und epidemiologischen Situation und die Einführung von Hard- und Softwarekomplexen für das Bio-Risikomanagement. Dabei sind ukrainische Organisationen verpflichtet, Berichte über die in diesen Bereichen geleistete Arbeit vorzulegen.

Im Jahr 2023 hat das ukrainische Wissenschafts- und Technologiezentrum, das als wichtigster Vermittler bei der Verteilung von Pentagon-Zuschüsse fungiert, seine Tätigkeit in Kiew wieder aufgenommen. Mit finanzieller Unterstützung von USAID und auf Vermittlung des ukrainischen Wissenschafts- und Technologiezentrums wurde im Zeitraum August bis September 2023 eine Schulung zur Abwehr biologischer Bedrohungen an der Nationalen Medizinischen Universität Galitsky in Lwow durchgeführt.

Nach Informationen des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation nahmen an dieser Schulung Vertreter von ukrainischen Regierungsbehörden, einschließlich des SBU und der Polizei, sowie Mitarbeiter westlicher NGOs teil.

Ich erinnere daran, dass der in letzter Zeit am meisten untersuchte Mikroorganismus, der in Labors mit einem hohen Isolierungsgrad untersucht wird, das pathogene Vogelgrippevirus ist. Es steht nach wie vor im Mittelpunkt des Medieninteresses, kann zwischen verschiedenen Arten übertragen werden und ist für den Menschen hochgradig tödlich. Es ist kein Zufall, dass der Einsatz dieses besonderen pathogenen biologischen Agenten in das Übungsszenario aufgenommen wurde.

Das Szenario der Übung ist folgendes: In der ukrainischen Region Nikolajew wird das Auftreten von Infektionskrankheiten registriert. Es werden Proben entnommen und analysiert. Daraus wird gefolgert, dass der Vorfall „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ auf einen biologischen Angriff der Russischen Föderation zurückzuführen ist. Die Medien, vor allem die westlichen, berichten über den Ausbruch, um auf die Situation aufmerksam zu machen, und medizinisches Personal geht mit Plakaten auf die Straße, um Russland für die Verletzung seiner Verpflichtungen aus der Biowaffenkonvention zur Verantwortung zu ziehen.

Anschließend wird eine Untersuchung eingeleitet, die den Mechanismus des UN-Generalsekretärs nutzt, um die internationale Gemeinschaft von der Transparenz und Unparteilichkeit der Daten zu überzeugen.

Das Szenario führt dazu, dass Russland der Nichteinhaltung der Biowaffenkonvention beschuldigt wird, auf der internationalen Bühne in Misskredit gebracht wird und zusätzliche Sanktionen gegen unser Land verhängt werden.

Wir ergänzen die Liste der am ukrainischen militär-biologischen Dossier beteiligten Personen um die Teilnehmer der in Lwow abgehaltenen Übung. Dazu gehören:

Filippa Lentzos, Mitglied des britischen Biosicherheits-Lenkungsausschusses, nahm als Moderatorin an der Übung teil. In den letzten Jahren hat sich Lentzos aktiv an Veröffentlichungen beteiligt, die darauf abzielen, die Russische Föderation auf der internationalen Bühne in Fragen der Biosicherheit zu diskreditieren.

Gemma Bowsher von der Abteilung für Kriegsstudien am King’s College London ist auf nachrichtendienstliche Analysen und Desinformationstechnologien in den Medien spezialisiert.

Oksana Kucheryava, Leiterin der Kommunikationsabteilung im Zentrum für öffentliche Gesundheit des ukrainischen Gesundheitsministeriums, leitet Projekte für ukrainische und US-amerikanische Regierungsorganisationen und ist für die Medienplanung zuständig. Ihre Teilnahme an der Übung zeigt, dass die Probleme im Zusammenhang mit der Verbreitung von Desinformationen in den Medien während der Veranstaltung angesprochen wurden.

Es wurde auch festgestellt, dass die Leiterin des Referenzlabors für die Diagnose von viralen und hochgefährlichen Krankheitserregern, Irina Demtschischina, an der Veranstaltung teilgenommen hat <10>. Wir haben schon früher mitgeteilt, dass Demtschischina als Vermittlerin bei der Zusammenarbeit mit Pentagon-Auftragnehmern – den Unternehmen Black & Veatch und Metabiota – fungierte und die Durchführung von DITRA-Projekten in der Ukraine überwachte.

Wir möchten gesondert auf die Anwesenheit von Vertretern des ukrainischen Geheimdienstes SBU und der ukrainischen Polizei bei der Übung hinweisen. Dies hängt nicht nur mit dem geschlossenen Charakter der Veranstaltung zusammen, sondern auch mit der möglichen Ausrichtung der ukrainischen Geheimdienste auf die Durchführung von Provokationen mit Biowaffen „unter falscher Flagge“.

Wir werten die eingehenden Dokumente weiter aus und werden Sie informieren.

Ende der Übersetzung

Die Chronologie der russischen Veröffentlichungen

Hier zeige ich noch einmal alles auf, was Russland über die US-Biowaffenlabore in der Ukraine veröffentlicht hat.

Schon Anfang März 2022 hat das russische Verteidigungsministerium Dokumente veröffentlicht, die belegt haben, dass die Ukraine nach Beginn der russischen Militäroperation in aller Eile gefährliche Krankheitserreger vernichtet <11> hat. Im Westen wurde derweil bestritten, dass es diese Krankheitserreger in der Ukraine überhaupt gegeben hätte. Und ebenfalls Anfang März hat das russische Verteidigungsministerium Details über die Krankheitserreger <12> veröffentlicht, an denen geforscht wurde und auch mitgeteilt, welche amerikanischen Organisationen daran geforscht haben.

Was Anfang März 2022 noch „russische Propaganda“ war, hat die stellvertretende US-Außenministerin Nuland ein paar Tage später bei einer Anhörung im US-Parlament unter Eid indirekt bestätigt <13>, aber die westlichen Medien hielten das nicht für berichtenswert. Auch dass die WHO Kiew wiederum nur ein paar Tage später aufgefordert hat, „hochgefährliche Krankheitserreger <14>“ zu vernichten, die Kiew laut westlichen Medien und Politikern angeblich gar nicht hatte, fanden die westlichen Medien nicht interessant genug, um darüber zu berichten. Daher weiß davon im Westen auch kaum jemand, während russische Medien im Detail darüber berichtet haben <15>.

Ende März 2022 hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details und Dokumente zu dem US-Biowaffenprogramm in der Ukraine veröffentlicht, aus denen unter anderem hervorging <16>, dass unter anderem eine New Yorker Firma namens Rosemont Seneca an der Finanzierung beteiligt war. Stammlesern des Anti-Spiegel ist die Firma ein Begriff, denn sie hat in einem anderen Zusammenhang <17> eine wichtige Rolle in der Ukraine gespielt. Die Firma gehört übrigens Hunter Biden, dem Sohn des US-Präsidenten.

Wie kurz danach öffentlich wurde, haben die US-Spezialisten in der Ukraine auch Tests an Menschen durchgeführt <18>. Weitere Details wurden Mitte April <19> 2022 und Anfang Mai <20> 2022 veröffentlicht. Außerdem hat der ehemalige US-Präsident Bush Junior Mitte Mai die Existenz der unter ihm in der Ukraine begonnenen US-Biowaffenprogramme, wenn auch unfreiwillig, zugegeben <21>.

Anfang Juni 2022 fand in Moskau eine Konferenz über die Biowaffenprogramme des Pentagon in der Ukraine statt, in der die der Öffentlichkeit bekannten Fakten zusammengetragen wurden und an der auch ich teilgenommen habe. Darüber habe ich in zwei Artikeln (hier <22> und hier <23>) berichtet. Nur wenige Tage später hat das Pentagon zugegeben, 46 Biolabore in der Ukraine finanziert zu haben, allerdings sei es dabei nur um Gesundheitsvorsorge gegangen, Details dazu inklusive Link zur Erklärung des Pentagon finden Sie hier <24>.

Mitte Juni 2022 hat das russische Verteidigungsministerium viele Details über die US-Biowaffenprogramme und die Erreger, an denen geforscht wurde, veröffentlicht <25>, denen Anfang Juli weitere Details <26> folgten.

Anfang August 2022 hat das russische Verteidigungsministerium erklärt, dass es Covid-19 für eine US-Biowaffe hält <27> und Anfang September wurden weitere Details <28> über die US-Biowaffenprogramme in der Ukraine veröffentlicht.

Russland hat im September 2022 eine Sondersitzung der Vertragsstaaten der Biowaffenkonvention erwirkt, den Vertragsstaaten seine Erkenntnisse präsentiert <29> und den USA und der Ukraine 20 Fragen gestellt, von denen sie nicht eine beantworten konnten oder wollten. Darüber hat das russische Verteidigungsministerium im Dezember weitere Details veröffentlicht <30>. Ende Januar <31> 2023 hat das russische Verteidigungsministerium dem weitere Details hinzugefügt.

Anfang März <32> 2023 hat das russische Verteidigungsministerium sich erstmals zu den mRNA-Impfstoffen geäußert und Anfang April <33> 2023 weitere Details über die gefährlichen Impfstoffe veröffentlicht.

Anfang Mai 2023 <34> hat das russische Verteidigungsministerium weitere Details über die Erforschung von Zugvögeln in der Ukraine, die zur Verbreitung von Infektionskrankheiten genutzt werden können, durch das Pentagon veröffentlicht. Ende Mai 2023 <35> wurden weitere Details darüber veröffentlicht.

Im Juni 2023 <36> hat das russische Verteidigungsministerium begonnen, über die Rolle von Bill Gates und über die Forschungen an Mücken und Zecken im Rahmen der US-Biowaffenprogramme zu berichten und im Juli 2023 <37> weitere Informationen darüber veröffentlicht.

Im August 2023 <38> hat das russische Verteidigungsministerium seine Vorwürfe, die USA hätten Covid-19 erschaffen und auch die Pandemie vorbereitet, erhärtet. Dabei hat das russische Verteidigungsministerium davor gewarnt, dass die USA offenbar bereits eine neue Pandemie, allerdings mit weiteraus gefährlicheren Krankheitserregern vorbereiten.

Anfang September 2023 <39> und Anfang Oktober 2023 <40> hat das russische Verteidigungsministerium sein Augenmerk wieder darauf gelegt, darüber zu informieren, wie die USA ihre Programme vertuschen und internationale Kontrollen vermeiden.

Quellen

<1> https://www.anti-spiegel.ru/2021/mein-neues-buch-inside-corona-ueber-die-netzwerke-hinter-der-pandemie-ist-endlich-vorbestellbar/
<2> https://www.anti-spiegel.ru/2022/nein-die-us-biolabore-in-der-ukraine-sind-keine-russische-propaganda/
<3> https://www.anti-spiegel.ru/2021/die-netzwerke-die-die-pandemie-erschaffen-haben/
<4> https://www.anti-spiegel.ru/2021/an-einem-konkreten-beispiel-wie-und-von-dem-die-pandemie-vorbereitet-wurde/
<5> https://www.rand.org/pubs/research_reports/RRA2977-1.html
<6> https://function.mil.ru/news_page/country/more.htm?id=12483506@egNews
<7> https://function.mil.ru/files/morf/DTRA_.pdf
<8> https://function.mil.ru/files/morf/CRY_.pdf
<9> https://function.mil.ru/files/morf/Programma_proizvodstvennix_texnology_.pdf
<10> https://function.mil.ru/files/morf/Voenno-bio_prisytstvie_USA.pdf
<11> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russisches-verteidigungsministerium-warnt-nato-und-meldet-hinweise-auf-biowaffen-in-der-ukraine/
<12> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russland-veroeffentlicht-weitere-details-ueber-us-biowaffenforschung-in-der-ukraine/
<13> https://www.anti-spiegel.ru/2022/und-wieder-keine-russische-propaganda-us-regierung-bestaetigt-biowaffenforschung-in-der-ukraine/
<14> https://www.anti-spiegel.ru/2022/who-fordert-von-kiew-vernichtung-hochgefaehrlicher-krankheitserreger-die-kiew-laut-usa-gar-nicht-hat/
<15> https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-details-ueber-das-biowaffenprogramm-der-usa-in-der-ukraine/
<16> https://www.anti-spiegel.ru/2022/firma-von-hunter-biden-an-den-biowaffen-forschungen-des-pentagon-in-der-ukraine-beteiligt/
<17> https://www.anti-spiegel.ru/2020/insgesamt-ueber-4-mrd-dollar-die-groessten-korruptionsfaelle-von-joe-biden/
<18> https://www.anti-spiegel.ru/2022/menschenversuche-in-us-labors-neue-informationen-ueber-das-us-biowaffenprogramm-in-der-ukraine/
<19> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russisches-militaer-veroeffentlicht-neue-informationen-ueber-das-us-biowaffenprogramm-in-der-ukraine/
<20> https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-unterlagen-ueber-das-us-biowaffenprogramm-in-der-ukraine-veroeffentlicht/
<21> https://www.anti-spiegel.ru/2022/ex-us-praesident-bush-bestaetigt-die-existenz-der-us-biolabore-in-der-ukraine/
<22> https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-informationen-ueber-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine-teil-1/
<23> https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-informationen-ueber-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine-teil-2/
<24> https://www.anti-spiegel.ru/2022/pentagon-raeumt-finanzierung-von-46-biolaboren-in-der-ukraine-ein/
<25> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russland-veroeffentlicht-neue-informationen-ueber-die-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine/
<26> https://www.anti-spiegel.ru/2022/das-pentagon-hat-in-der-ukraine-unter-anderem-an-ebola-geforscht/
<27> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russisches-verteidigungsministerium-bezeichnet-covid-19-als-us-biowaffe/
<28> https://www.anti-spiegel.ru/2022/russland-veroeffentlicht-weitere-details-ueber-die-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine/
<29> https://www.anti-spiegel.ru/2022/treffen-im-rahmen-der-biowaffenkonvention-usa-beantworten-keine-fragen/
<30> https://www.anti-spiegel.ru/2022/neue-russische-erklaerung-ueber-biowaffenprogramme-des-pentagon-in-der-ukraine/
<31> https://www.anti-spiegel.ru/2023/neue-russische-veroeffentlichung-ueber-us-biowaffenprogramme-in-der-ukraine/
<32> https://www.anti-spiegel.ru/2023/russisches-verteidigungsministerium-mrna-impfstoffe-sind-eine-biowaffe/
<33> https://www.anti-spiegel.ru/2023/das-russische-verteidigungsministerium-ueber-covid-19-und-mrna-impfungen/
<34> https://www.anti-spiegel.ru/2023/zugvoegel-als-waffe-neue-informationen-ueber-die-us-biowaffenforschung-in-der-ukraine/?doing_wp_cron=1685194307.0464680194854736328125
<35> https://www.anti-spiegel.ru/2023/zugvoegel-als-biowaffe-und-neue-verdachtsmomente-gegen-die-usa-wegen-covid-19/
<36> https://www.anti-spiegel.ru/2023/russland-meldet-us-forschung-an-muecken-zur-uebertragung-gen-veraenderter-krankheiten/
<37> https://www.anti-spiegel.ru/2023/hunter-biden-bill-gates-metabiota-und-die-ukraine/
<38> https://www.anti-spiegel.ru/2023/russland-wirft-den-usa-erneut-vor-covid-geschaffen-zu-haben-und-warnt-vor-neuer-pandemie/
<39> https://www.anti-spiegel.ru/2023/die-usa-widersetzen-sich-der-kontrolle-ihrer-biowaffenforschung/
<40> https://www.anti-spiegel.ru/2023/wie-die-usa-versuchen-ihre-illegalen-biowaffenprogramme-zu-vertuschen/

+++

Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Dieser Beitrag erschien zuerst am 31. Oktober 2023 bei anti-spiegel.ru

+++

Bildquelle: Gorodenkoff / shutterstock

+++
Apolut ist auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommen Sie zu den Stores von Apple und Huawei. Hier der Link: https://apolut.net/app/

Die apolut-App steht auch zum Download (als sogenannte Standalone- oder APK-App) auf unserer Homepage zur Verfügung. Mit diesem Link können Sie die App auf Ihr Smartphone herunterladen: https://apolut.net/apolut_app.apk

+++
Abonnieren Sie jetzt den apolut-Newsletter: https://apolut.net/newsletter/

What the BBC Fails to Tell You About October 7

It is journalistic malpractice for the media to still be repeating so credulously the Israeli military’s account of that day

By Jonathan Cook

Jonathan Cook Blog 2 November 2023

Click the share button above to email/forward this article to your friends and colleagues. Follow us on Instagram and Twitter and subscribe to our Telegram Channel. Feel free to repost and share widely Global Research articles.

***

The BBC’s Lucy Williamson was taken once again this week to view the terrible destruction at a kibbutz community just outside Gaza attacked on October 7. As we have been shown so many times before, the Israeli homes were riddled with automatic fire, both inside and out. Sections of concrete wall had holes in them, or had collapsed entirely. And parts of the buildings that were still standing were deeply charred. It looked like a small snapshot of the current horrors in Gaza.

There is a possible reason for those similarities – one that the BBC is studiously failing to report, despite mounting evidence from a variety of sources, including the Israeli media. Instead the BBC is sticking resolutely to a narrative crafted for them, and the rest of the western media, by the Israeli military: that Hamas alone caused all this destruction.

Simply repeating that narrative without any caveats has by now reached the level of journalistic malpractice. And yet that is precisely what the BBC does night after night.

Just a cursory look at the wreckage in the various kibbutz communities that were attacked that day should raise questions in the mind of any good reporter. Were Palestinian militants in a position to actually inflict physical damage to that degree and extent with the kind of light weapons they carried?

And if not, who else was in a position to wreak such havoc other than Israel?

A separate question that good journalists ought to be asking is this: What was the purpose of such damage? What did the Palestinian militants hope to achieve by it?

The implicit answer the media is supplying is also the answer the Israeli military wants western publics to hear: that Hamas engaged in an orgy of gratuitious killing and savagery because … well, let’s say the quiet part out loud: because Palestinians are inherently savage.

With that as the implicit narrative, western politicians have been handed a licence to cheerlead Israel as it murders a Palestinian child in Gaza every few minutes.

Savages only understand the language of savagery, after all.

Brutal Tango

For this reason alone, any journalist who wishes to avoid colluding in the genocide unfolding in Gaza ought to be increasingly wary of simply repeating the Israeli military’s claims about what happened on October 7. Certainly, they should not credulously regurgitate the latest agitprop from the IDF press office, as the BBC is so evidently doing.

What we know from a growing body of evidence gleaned from the Israeli media and Israeli eyewitnesses – carefully laid out, for example, in this report from Max Blumenthal – is that the Israeli military was completely blindsided by that day’s events. Heavy artillery, including tanks and attack helicopters, was called in to deal with Hamas. That appears to have been a straightforward decision in regard to the military bases Hamas had overrun.

Israel has a long-standing policy of seeking to prevent Israeli soldiers from being taken captive – chiefly, because of the high price Israeli society insists on paying to ensure soldiers are returned. For decades, the military’s so-called “Hannibal procedure” has directed Israeli troops to kill fellow soldiers rather than allow them to be taken captive. For the same reason, Hamas expends a great deal of energy in trying to find innovative ways to seize soldiers.

The two sides are essentially engaged in a brutal tango in which each understands the other’s dance moves.

Given Hamas’ situation, effectively managing the Israeli-controlled concentration camp of Gaza, it has limited resistance strategies available to it. Capturing Israeli soldiers maximises its leverage. They can be traded for the release of many of the thousands of Palestinian political prisoners held in jails inside Israel, in breach of international law. In addition, in the negotiations, Hamas usually hopes to win an easing of Israel’s 16-year siege of Gaza.

To avert this scenario, Israeli commanders reportedly called in the attack helicopters on the military bases overwhelmed by Hamas on October 7. The helicopters appear to have fired indiscriminately, despite the risk posed to the Israeli soldiers in the base who were still alive. Israel’s was a scorched-earth policy to stop Hamas achieving its aims. That may, in part, explain the very large proportion of Israeli soldiers among the 1,300 killed that day.

Charred Bodies

But what about the situation in the kibbutz communities? By the time the army arrived and was in position, Hamas was well dug in. It had taken the inhabitants as hostages inside their own homes. Israeli eyewitness testimony and media reports suggest Hamas was almost certainly trying to negotiate safe passage back into Gaza, using the Israeli civilians as human shields. The civilians were the Hamas fighters’ only ticket out, and they could be converted later into bargaining chips for the release of Palestinian prisoners.

The evidence – from Israeli media reports and eyewitnesses, as well as a host of visual clues from the crime scene itself – tell a far more complex story than the one presented nightly on the BBC.

Did the Israeli military fire into the Hamas-controlled civilian homes in the same fashion as it had fired into its own military bases, and with the same disregard for the safety of Israelis inside?

Was the goal in each case to prevent at all costs Hamas taking hostages whose release would require a very high price from Israel?

Kibbutz Be’eri has been a favoured destination for BBC reporters keen to illustrate Hamas’ barbarity.

It is where Lucy Williamson headed again this week. And yet none of her reporting highlighted comments made to the Israeli Haaretz newspaper by Tuval Escapa, the kibbutz’s security coordinator. He said Israeli military commanders had ordered the “shelling [of] houses on their occupants in order to eliminate the terrorists along with the hostages”.

That echoed the testimony of Yasmin Porat, who sought shelter in Be’eri from the nearby Nova music festival. She told Israeli Radio that once Israeli special forces arrived:

“They eliminated everyone, including the hostages because there was very, very heavy crossfire.”

Are the images of charred bodies presented by Williamson, accompanied by a warning of their graphic, upsetting nature, incontrovertible proof that Hamas behaved like monsters, bent on the most twisted kind of vengeance? Or might those blackened remains be evidence that Israeli civilians and Hamas fighters burned alongside each other, after they were engulfed in flames caused by Israeli shelling of the houses?

Israel will not agree to an independent investigation so a definitive answer will never be forthcoming. But that does not absolve the media of their professional and moral duty to be cautious.

‘Hamas as Savages’

Consider for a moment the stark contrast in the western media’s treatment of events on October 7 and its treatment of the strike on the car park at Al-Ahli Baptist Hospital in northern Gaza on October 17, in which hundreds of Palestinians were reported killed.

“The Hamas Attack”: What Really Happened on October 7?

In the case of Al-Ahli, the media were only too ready to cast aside all the evidence that the hospital had been hit by an Israeli strike immediately Israel contested the claim. Instead journalists hurriedly amplified Israel’s counter-allegation that a Palestinian rocket had fallen on the hospital. Most of the media moved on after concluding “The truth may never be clear”, or even less credibly, that Palestinian militants were the most likely culprits.

In telling contrast, the western media have not been willing to raise even a single question about what happened on October 7. They have enthusiastically attributed every horror that day to Hamas. They have ignored the reality of utter chaos that reigned for many hours and the potential for poor, desperate and morally dubious decision-making by the Israeli military.

In fact, the media have gone much further. In advancing the narrative of “Hamas as savages”, they have promoted obvious fictions, such as the story that “Hamas beheaded 40 babies”. That piece of fake news was even taken up briefly by US President Joe Biden, before it was quietly walked back by his officials.

Similarly, it is still a popular throwaway line among the western commentariat that “Hamas carried out rapes”, though once again the allegation is evidence-free so far.

We should be clear. If Israel had serious evidence for either of these claims, it would be aggressively promoting it. Instead, it is doing the next best thing: letting innuendo gently sink into the audience’s subconscious, settling there as a prejudice that cannot be interrogated.

Hamas undoubtedly committed war crimes on October 7 – not least, by taking civilians as human shields. But that kind of crime is one we are familiar with, one “ordinary” enough that the Israel military has been regularly documented carrying it out too. The practice of Israeli soldiers taking Palestinians as human shields goes under various names, such as the “neighbour procedure” and the “early warning procedure”.

Worse atrocities may have happened too, especially given the unexpected scale of Hamas’ success in breaking out of Gaza. Large numbers of Palestinians escaped the enclave, some of them doubtless armed civilians with no connection to the operation. In such circumstances, it would be surprising if there were no examples of the headline-grabbing atrocities being committed.

The issue is whether such atrocities were planned and systematic, as Israel claims and the western media repeats, or examples of rogue actions by individuals or groups. If the latter, Israel would be in no position to judge. Israel’s own history is littered with examples of such crimes, including the documented case of an Israeli army unit taking captive a Bedouin girl in 1949 and repeatedly gang-raping.

Savagery would certainly not be a uniquely Hamas trait. Following the October 7 attack, videos have been emerging of systematic abuses of any Hamas fighters captured, whether alive or dead. Images show them being beaten and tortured in public for the gratification of onlookers, when there is clearly not even the pretence of information gathering. Others show the bodies of Hamas fighters being defiled and mutilated.

No one can claim the moral high ground here.

What the media’s uncritical promotion of Israel’s “Hamas as savages” narrative has achieved is something sinister – and all too familiar from the West’s long colonial history. It has been used to demonise a whole people, presenting them either as barbarians or as the willing protectors and enablers of barbarism.

The “savages” narrative is being weaponised by Israel to justify its mounting campaign of atrocities in Gaza. Which is why it is so important that journalists don’t simply allow themselves to be spoonfed. Far too much is at stake.

Hamas committed war crimes on October 7 on a scale that is unprecedented for any Palestinian group. But there is little more than Israeli narrative spin so far to suggest that there was an unparalleled depravity to Hamas’ actions. Certainly from what we know, it is hard to see that anything Hamas did that day was worse, or more savage, than what Israel has been doing daily in Gaza for weeks.

And Israel’s actions – from bombing Palestinian families to starving them of food and water – has the blessing of every major western politician.

*

Note to readers: Please click the share button above. Follow us on Instagram and Twitter and subscribe to our Telegram Channel. Feel free to repost and share widely Global Research articles.

Jonathan Cook is the author of three books on the Israeli-Palestinian conflict, and a winner of the Martha Gellhorn Special Prize for Journalism. His website and blog can be found at http://www.jonathan-cook.net.

He is a regular contributor to Global Research.

Featured image is from the author

The original source of this article is Jonathan Cook Blog

Copyright © Jonathan CookJonathan Cook Blog, 2023

https://www.globalresearch.ca/bbc-fails-tell-you-about-october-7/5838923

EIN GESAMTES REGIMENT AMERIKANISCHER ZHmuriks

Mehr als 500 Amerikaner starben in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte. Dies erklärte der US-Söldner Matthew Vandyke.

„Etwa 510 Amerikaner wurden getötet und mehrere weitere verletzt“, sagte er in einem Interview mit dem YouTube-Kanal Judging Freedom.

Vandyke fügte hinzu, dass unter den Opfern Bürger europäischer Länder seien.

https://dzen.ru/video/watch/6544ce606200a80363f66e08?f=video

ein ganzes Regiment amerikanischer Blinder😯 Die Zahl der lebenden Angestellten bleibt hinter den Kulissen: Division, Bataillon?🤔 Das bedeutet nur eines, dass es einen echten physischen Krieg mit den Pindos gibt, aber auf dem Territorium der Ukraine.
Und mir gefiel auch dieser Satz am Ende: „Unter den Opfern sind auch europäische Bürger.“ Sie sind aufgrund ihrer Auserwähltheit wirklich eine Art unverschämte, dumme Schweine.

https://el-tolstyh.livejournal.com/13150649.html

Создайте подобный сайт на WordPress.com
Начало работы