Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von HIStory!
Mein Name ist Hermann Ploppa und ich entführe Sie heute in die Zeit der Entdeckung und Eroberung Amerikas durch spanische und portugiesische Abenteurer und Freibeuter. Ein heiß umstrittenes Thema. Denn soviel können wir jetzt schon sagen: der Gold- und Silberrausch der Conquistadoren war für die entdeckten Menschen und deren Umwelt das reinste Inferno. Einheimische wurden skrupellos verbraucht durch Sklavenarbeit. Oder sie wurden einfach erbarmungslos und sadistisch zu Tode gemetzelt. Der soziale Bodensatz Europas tobte sich in der Gesetzlosigkeit der Wildnis hemmungslos aus.
Für Europa dagegen war der Gold- und Silberreichtum Amerikas eine Dopingspritze. Die Spanier und Portugiesen wurden plötzlich zu schwerreichen Global Playern. Ich mache diese Folge von History unter anderem deshalb, weil ich unlängst die frühneuzeitliche Pracht von Andalusien mit eigenen Augen anschauen konnte. Und es verschlug mir tatsächlich die Sprache. Die Kathedralen von Cordoba oder Sevilla bergen derart viele Kostbarkeiten, dass man es kaum glauben kann. Eine üppige Pracht an Gold- und Silberarbeiten. Fein ziseliert auf wertvollstem Material. Dazu gigantische Mahagoni-Schnitzarbeiten. Die Goldschätze gestapelt. Es scheint keine Obergrenzen zu geben. Die spanischen Edelleute konnten sich die besten Schnitzer, Maler, Plastiker und Gärtner ihrer Zeit kaufen. Es erschüttert dabei doch nicht wenig, dass von all diesem plötzlichen Reichtum der Adligen aus Spanien und Portugal das einfache Volk überhaupt nicht profitiert hat. Alles wurde für pure Verschwendung und Prunk abgezweigt. Alles diente nur dazu, der Selbstdarstellung eines einzelnen Edelmannes oder seiner gesamten Sippe ein unsterbliches Denkmal zu setzen.
Somit gelangen wir bereits zu der Frage: wie kommen die Spanier und Portugiesen zu diesem plötzlichen Reichtum?
Es ist so: seit ungefähr siebenhundert Jahren rangen die Spanier und Portugiesen zeitweise mehr schlecht als recht um das eigene Überleben. Denn im Jahre 711 nach Christus hatte der Berberführer Tariq Ibn Ziyad von Marokko kommend seine Truppen auf dem Seeweg nach Gibraltar gebracht. Die Iberische Halbinsel wurde zu jener Zeit vom Stamme der Westgoten beherrscht und verwaltet. Ibn Ziyad überrollt die Westgoten, und im Laufe der Zeit kontrollieren die Araber und die Berber nicht nur die Iberische Halbinsel, sondern auch schon Teile Südfrankreichs. Im Jahre 732 erst gelingt es einer fränkischen Koalition unter Karl Martell, seines Zeichens Großvater von Karl dem Großen, die muslimischen Eindringlinge zurückzuschlagen. Doch kontrollieren die Mauren den größten Teil der Iberischen Halbinsel für mehr als ein halbes Jahrtausend. Von Nordspanien, vom Königreich Asturien aus, wird Spanien von den Christen wieder zurück erobert. Dabei verlaufen die Fronten gar nicht so eindeutig zwischen Moslems und Christen. Es kommt gar nicht so selten vor, dass sich christliche Herrscher gegenseitig zerfleischen, oder dass auch Moslems miteinander im Clinch liegen. Auch gibt es hier zuweilen Koalitionen von islamischen und christlichen Herrschern <1>.
Mit der Zeit entsteht an der Atlantikküste das Königreich Portugal – durchaus bereits in den heutigen Grenzen. Die Reiche Kastilien und Aragon kristallisieren sich als Keimzellen von Spanien heraus. Als Ferdinand der Fünfte von Aragon und Isabella die Erste von Kastilien durch ihre Eheschließung die beiden Reiche dynastisch zusammenfügen, ist der islamische Einfluss bereits auf ein Gebiet um Granada zusammengeschrumpft. Die vereinten Truppen von Isabella und Ferdinand belagern die letzte Festung der Mauren, die Alhambra in Granada, für ein Dreivierteljahr. Am 2. Januar des Jahres 1492 kapitulieren die Mauren. Die Iberische Halbinsel ist ab jetzt wieder vollständig in christlicher Hand.
Also können wir feststellen: die Re-Conquista, also die Wieder-Eroberung, kam vor der Conquista, der eigentlichen Eroberung, die nun von der iberischen Halbinsel in die Welt hinausging. Man könnte ja annehmen, dass man sich mit dem Ziel der christlichen Rück-Eroberung der Iberischen Halbinsel zufriedengibt. Aber es kommt anders. Warum schalten die Spanier und die Portugiesen jetzt erst recht vom dritten in den vierten Gang hoch? Woher kommt dieser extreme Drang, noch mehr haben zu wollen? Dieser unstillbare Drang, sich noch mehr Vermögen zusammen zu raffen?
Schauen wir ein wenig zurück in der Zeit:
Europa war im Mittelalter zu einem armen Schlucker herab gesunken. Während China und Indien im Wohlstand und in Zivilisation lebten, wurde Europa gerupft von den Völkerwanderungen. Immer wieder fand sich Europa am Rand der Auslöschung. Die geordneten Zivilisationen des Antiken Griechenlands und des Römischen Reiches waren implodiert. Die wilden hungrigen Stämme der Germanen fielen über den Mittelmeer-Raum her, wo sich Kultur und Zivilisation gebündelt hatten. Kaum etablierten sich diese neuen Völker, und kaum hatten sie sich in der Zivilisation so halbwegs eingerichtet, da kamen durch die Mohammedaner im Südwesten und mit den Mongolen im Osten die nächsten ungebetenen Besucher in die noch nicht vollständig wieder aufgeräumte Wohnung Europa. Letztlich waren es aber gerade diese fortdauernden Kämpfe um Selbsterhaltung, die dieser neuartigen europäischen Völkermischung ihre einzigartige Resilienz verschaffen sollte.
Jene von Entbehrungen gegerbten Europäer erfuhren jetzt von dem venezianischen Händler Marco Polo, dass die Menschen in China den Europäern um Lichtjahre voraus seien. Sie wollten Marco Polo, der die chinesische Hochsprache Mandarin gelernt hatte und eine Zeit lang für den chinesischen Kaiser sogar eine ganze Provinz verwaltet hatte, einfach nicht glauben, dass es eine Welt so voller Wohlstand, Sauberkeit und Ordnung geben sollte. Marco Polo erzählte Ungeheuerliches: da gibt es von Bäumen gesäumte Alleen. Schnellstraßen, wo die Kuriere in Windeseile vorankommen. An diesen Schnellstraßen gibt es immer wieder Raststätten mit mindestens 400 Pferden, damit der Kurier auf frischen Pferden möglichst schnell weiterkommt. Beim Kaiser gibt es sogar Wettermacher. Die steigen auf das Dach und beeinflussen die Wolken so, dass es überall regnet und donnert – nur nicht über dem Schloss des Kaisers. Unglaubliches weiß Marco Polo zudem zu berichten:
„Der Bast von Maulbeerbäumen wird in einem Tiegel fein zermahlen und zu einem Brei aufgeweicht. Daraus wird ein Papier gewonnen, von schwarzer Färbung. Je nach dem Wert, den es haben soll, wird dieses Papier nun in rechteckige Streifen von unterschiedlicher Größe zerschnitten.“ <2> Und dann bekommen diese Papierlappen noch eine Unterschrift von hohen Beamten sowie ein Siegel von einem weiteren Beamten. Und wer so einen Lappen hat, kann sich jede Ware dieser Welt damit kaufen! Das soll funktionieren? Die Europäer glauben Marco Polo nicht so ganz.
Dass allerdings östlich der arabischen Welt Waren von großer Raffinesse und auch Reichtümer von Gold und Silber ganz selbstverständlich im Umlauf sein sollen, hatte sich dann doch immer weiter herumgesprochen. Besonders diese von Gold getränkte Insel Cipangu, also Japan, beflügelte die feuchten Träume der gierigen Europäer. Die Europäer bezogen aus Asien Gewürze, mit denen die wenig schmackhaften Fleischgerichte überhaupt erst verschlungen werden konnten. Und genau diese Gewürze wurden jetzt immer teurer. Denn der Weg nach Osten war den Europäern verschlossen. Zum einen etablierte sich im Osten das Osmanische Reich der Türken. Da die Christen sich in ihren Kreuzzügen nach Jerusalem wie die Axt im Walde benommen hatten, wurde ihnen jetzt dieser Weg nach Asien versperrt.
Und dann gab es da die reichen oberitalienischen Stadtstaaten Venedig und Genua. Die Händler in diesen Stadtstaaten profitierten von den durch die Verknappung verursachten Preissteigerungen nicht schlecht. Sie konnten enorm viel Kapital horten. Und damit profitabel Kredite vergeben. Acht Prozent Zinsen pro Jahr war die Norm, es konnte aber auch viel mehr sein. Warum sollte man an diesem paradiesischen Investitionsklima irgendetwas verändern?
Die beiden Seemächte Portugal und Spanien arbeiteten fieberhaft daran, die Sperre nach Asien ab jetzt über den Seeweg zu umgehen. Man hatte noch nicht viel Ahnung, wie die Welt außerhalb Europas eigentlich aussah. Doch der portugiesische König Heinrich der Seefahrer arbeitete systematisch wissenschaftlich daran, den Seeweg nach Indien über Afrika zu finden. Er schickte Erkundungsschiffe entlang der Westküste von Afrika. Vorsichtig wurde die Zielmarke mit jeder Expedition weiter nach Süden vorgeschoben.
Dabei gab es an der Küste Afrikas einen kritischen Punkt, nämlich das Kap Bojador im Gebiet der Westsahara. Weiter südlich war noch kein europäisches Schiff gesegelt. Denn viele Leute glaubten damals noch, dass die Erde eine Scheibe sei, und am Kap Bojador sei die Welt zu Ende. Fünfzehn mal schickte Heinrich der Seefahrer Expeditionen los, um am Kap Bojador vorbei weiter südwärts zu segeln. Und fünfzehn Mal fuhren die Kapitäne befehlsgemäß zum Kap Bojador. Sie trauten sich dann doch nicht weiter südwärts. Wer konnte ihnen und ihrer Mannschaft zumuten, von der Kante der Erdscheibe möglicherweise ins Nichts zu stürzen? Mit schlotternden Hosen fuhren sie deswegen unverrichteter Dinge wieder nordwärts nach hause. Endlich wagte es der Portugiese Gil Eanes. Eanes fuhr einfach weiter. Und immer weiter segelten jetzt die Portugiesen, bis im Jahre 1488 Bartolomeu Dias mit dem Kap der Guten Hoffnung den südlichsten Punkt Afrikas erreicht hatte. Genau zehn Jahre später, also im Jahre 1498, erreichte dann Vasco da Gama tatsächlich Indien. Man kann sich vorstellen, dass die arabischen Händler über die neue Konkurrenz aus Portugal alles andere als begeistert waren. Aber nun war das Handelsmonopol der Araber gebrochen. Auf die Dauer konnten die Araber den Ansturm von portugiesischen, holländischen und englischen Seeleuten nichts mehr entgegensetzen.
Nun wäre es angesichts dieser umkämpften Seewege ostwärts doch naheliegend, den Weg nach Indien westwärts über den Atlantik zu suchen. Folglich machte sich der Portugiese Ferdinand Magellan, diesmal im Auftrag des spanischen Königs, auf den Weg. 1520 fand Magellan mit seiner kleinen Flotte die Küste von Südamerika und fuhr durch jenen kanalartigen Durchlass durch Feuerland, den man seitdem ihm zu Ehren „Magellanstraße“ nennt. Am Ende der Magellanstraße kam er am Pazifischen Ozean wieder heraus. Er segelte weiter, kam zu den heutigen Philippinen und wurde dort allerdings im Kampf mit Einheimischen getötet. Doch sein Tross kam im Jahre 1522 wieder in Spanien an. Personell allerdings stark ausgedünnt. Aber der Beweis war endgültig erbracht: die Erde ist eine Kugel. Zudem konnte man mit dem damals schnellsten Verkehrsmittel, dem Schiff nämlich, die Welt komplett erschließen.
Nun hatte Portugal eigentlich alle Türen offen, um zur Weltmacht aufzusteigen. Zunächst sieht es so aus, als hätten die Spanier bei dem Wettlauf mit den Portugiesen eine absolute Niete gezogen – nämlich nichts weiter als die grau-grüne Gischt des weiten Atlantiks. Portugal und Spanien haben sich lange gestritten, wer nun die Filetstücke an lukrativen Landstrichen auf dieser Welt bekommen durfte. Mit den neuen Seekarten schien ihnen nun die ganze Welt mit ihren unermesslichen Schätzen sperrangelweit offenzustehen. Doch unter der Schirmherrschaft des Papstes Alexander des Vierten einigten sich der portugiesische König Joao der Zweite sowie auf spanischer Seite Isabella und Ferdinand im Vertrag von Tordesillas im Jahre 1494 auf eine Demarkationslinie. Diese Demarkationslinie zog sich vom Nordpol bis zum Südpol durch den Atlantischen Ozean. Alles was sich östlich dieser Linie befand, sollte König Joao gehören. Alles westlich davon konnten Isabella und Ferdinand in Besitz nehmen.
Sah erst mal nicht so verlockend aus für Spanien. Doch Isabella und Ferdinand setzten ihr ganzes Vertrauen auf Christopher Kolumbus. Der Kolumbus würde schon Reichtümer aus Cipangu nach hause holen. Da würden die Portugiesen aber dumm aus der Wäsche schauen. Nun war es nicht Cipangu alias Japan, was Kolumbus finden sollte. Aber dieser neu entdeckte Kontinent Amerika war stattdessen eine unausschhöpfliche Goldgrube! Für die Portugiesen blieb nach den Regelungen des Vertrages von Tordesillas lediglich eine kleine nach Osten zeigende Nase vom südamerikanischen Kontinent übrig. Das Gebiet der Portugiesen in Südamerika mauserte sich beizeiten zum größten und mächtigsten Staat in der Region – nämlich zu Brasilien. Bis sich Brasilien von Portugal ablöste, war Brasilien eine wichtige Stütze des Reichtums von Portugal.
Doch hatte Portugal sogar zwei schwere Rückschläge zu beklagen. Neben dem Verlust Brasiliens im Neunzehnten Jahrhundert brach dem kleinen Portugal eine gigantische Naturkatastrophe das Genick. Zu Allerheiligen am 1. November des Jahres 1755 wurde Portugal und besonders deren Hauptstadt Lissabon erst von einem Erdbeben, sodann von einem Tsunami und abschließend von einem Großbrand niedergestreckt.
Doch Portugal wollte noch nicht so ganz auf Kolonien verzichten. Deswegen erwarb Portugal Mosambik, Angola und ein paar weitere kleine Länder in Afrika. In Indien unterhielt Portugal die Enklave Goa, und in China die Enklave Macau. Ein Quell der Freude war das nicht. Die Gebiete zu verwalten brachte kein Geld ein. Im Gegenteil: Portugal versenkte hier einen Haufen Geld. Im Jahre 1975 machten schließlich rebellierende Offiziere durch die Nelkenrevolution der faschistischen Diktatur ein Ende. Danach entließen die Offiziere die Kolonien in die Unabhängigkeit. Das Kapitel der portugiesischen Kolonien war abgeschlossen.
Wir lernen aus der Vergangenheit, wie wir die Zukunft besser machen.
<2> Paul Herrmann: Das große Buch der Entdeckungen. Reutlingen 1958. Seite 31/32
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Dieser Ausspruch aus William Shakespeares Tragödie „König Lear“ (Originaltext: Tis the time‘s plague, when madmen lead the blind) lässt vermuten, dass bereits vor 400 Jahren zu Shakespeares Zeiten ähnliche Verhältnisse wie heute das Zusammenleben der Menschen prägten.
So wie die Tragödie Shakespeares den Konflikt zwischen den rechtschaffenen und den ehrlosen Charakteren thematisiert, stellt auch die Science-Fiction-Saga „Star Wars“ den Kampf zwischen Gut und Böse in den Mittelpunkt der Handlung. Im Krieg der Sterne kämpfen die Rebellen gegen das Imperium, der Sohn gegen den Vater und einige Protagonisten mit inneren Konflikten. Drehbuchautor, Produzent und Regisseur George Lucas ließ sich für seine erdachte Saga bei der Ausgestaltung der Elemente der Macht von unterschiedlichen Mythologien inspirieren, wie beispielsweise von der Idee der „Weltseele“ und dem „Qi“.
Im Dialog „Timaios“ entwickelte Platon die Idee von der „Weltseele“, die er als Ursache aller Bewegung in der Natur sah. Gemäß diesem Mythos hat der „Demiurg“, der Weltschöpfer, die Weltseele zusammen mit dem Kosmos erschaffen. Der Weltseele steht im Makrokosmos die Herrschaft über den Weltkörper zu, vergleichbar mit der Einzelseele im Mikrokosmos, die über den Körper des Individuums herrscht. Die Weltseele durchdringt und umringt die Materie des Kosmos. Die Weltseele ist die vermittelnde Energieform zwischen der spirituellen Ideenwelt und dem physischen Weltkörper.
Platon prüfte die hypothetische Möglichkeit, ob die Weltseele auch Böses hervorbringen könne oder ob es möglicherweise zwei Weltseelen gibt, von denen die eine Gutes und die andere Schlechtes bewirkt. Er kam zu dem Schluss, dass die Weltseele als Dirigentin des gesamten Kosmos die beste Seele sein müsse, zumal Himmelsbewegungen geordnet und daher mathematisch beschreibbar sind, und eine schlechte Weltseele nur Chaos erzeugen könnte, das den Kollaps des Universums bedeuten würde. Allerdings bedarf die Weltseele nach Platon der Vernunft. Die Frage, ob die Weltseele auch über Vernunft verfüge, wurde von Platon nicht abschließend geklärt. Die Existenz des Bösen könnte in seinem Gedankengebäude somit auf einen Mangel der Weltseele zurückzuführen sein. Da in der uns bekannten, sinnlich wahrnehmbaren Welt Gutes mit Schlechtem gemischt scheint, hat der Weltschöpfer möglicherweise nicht ganz sauber gearbeitet. Jetzt haben wir den Salat!
Eine der Weltseele ähnliche Auffassung über das Sein und die Welt kommt aus dem Reich der Mitte: das „Qi“ oder „Ch’i“, die fließende Lebenskraft, die weder physischer noch geistiger Natur ist. Die vitale Essenz durchdringt und begleitet nach altchinesischer Auffassung alles, was existiert und geschieht. Der daoistische Philosoph Zhuangzi beschrieb diese Lebenskraft als „Schöpfer der Wandlungen“ im Kosmos, und kommt damit der Auffassung von Platon ziemlich nahe. Nach tradierter Vorstellung entstand die Welt aus dem ursprünglichen Qi –Yanqi/Yinqui –, in dem Yin – dunkel, weich, feucht, kalt, negativ, passiv, ruhig – und Yang – hell, hoch, hart, heiß, positiv, aktiv, bewegt – noch vermischt waren. Himmel und Erde bildeten sich erst durch die Trennung dieser Einheit. Was Yangqi empfing, stieg hell und klar empor und wurde Himmel, was Yinqi erhielt, wurde dunkel und schwer und sank zur Erde.
Die Gegenwart ist wie die Vergangenheit – und vermutlich die Zukunft – geprägt von der Auseinandersetzung zwischen der dunklen und der lichtvollen Seite der Macht. Die dunkle Seite der Macht scheint momentan die Welt zu dominieren. Die Coronalüge, die von dunklen Mächten inszenierten Kriege in der Ukraine und Palästina, die obszöne Diskrepanz zwischen Arm und Reich, Mächtigen und Machtunterworfenen und dergleichen scheinen zumindest darauf hinzuweisen.Aber wer ist an dieser Misere schuld?
Eliten und ihre politischen und medialen Handlanger
Ja, wieder einmal die Suche nach den Schuldigen, eine der Lieblingssportarten der Menschheit. Die Antwort auf die „Schuldfrage“ ist meines Erachtens relativ einfach: Wir alle sind schuld! Wenige unterdrücken, und die vielen lassen sich unterdrücken! Beide „Lager“ sind schuld. Würden die vielen aufhören zu kriechen, würden die wenigen aufhören zu herrschen, und zwar morgen schon!
Die Frage, die sich stellt, ist doch, warum ein respektvolles Miteinander nicht funktioniert, obgleich der Mensch mit außerordentlichen mentalen Fähigkeiten ausgestattet ist und nicht nur Böses, sondern auch Gutes in sich hat. Somit müsste doch ein verträgliches, gerechtes und freiheitliches Auskommen möglich sein. Was ist der Kern des Übels?
Meines Erachtens stehen an der Spitze der Pyramide des „Bösen“ die Reichen und Mächtigen, gefolgt von „Funktionseliten“ wie Politikern und dergleichen. Diese Personengruppen – selbstverständlich nicht alle Reichen, Mächtigen und Politiker – sind bestrebt, ihre Macht, ihre Privilegien und ihren Besitz zu erhalten beziehungsweise auszubauen. Ihr Tun ist „beseelt“ von diesem Streben, und darin liegt das vornehmliche Ziel der von ihnen angeleiteten weltweiten Politik. Sie haben Angst vor dem Volk, das sie entmachten und das ihnen ihre Privilegien und Besitztümer wegnehmen könnte. Aus diesem Grunde verschafften sie dem „einfachen“ Volk die Illusion von Macht, indem sie ihm den Spielball „Demokratie“ – das ehemalige Schreckgespenst der Macht- und Besitzeliten – hinwarfen und die Demokratie ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubten.
Die ausnahmslos reichen und mächtigen, sich als Elite verstehenden Gründungsväter der USA benutzen einen einfachen „Trick“: Sie entwickelten die „repräsentative Demokratie“, die mit der eigentlichen Konzeption der von Perikles vor circa 2.500 Jahren institutionalisierten Athenischen Demokratie – einer echten „Volksherrschaft“ (griechisch demos = Volk, kratein = Gewalt haben, herrschen) – kaum mehr etwas gemein hatte.
Die „Elite“ hat sich selbst zu einer solchen ernannt, weil sie ihre Mitglieder den Angehörigen des gewöhnlichen Volkes als überlegen ansieht und ihrer Meinung nach komplexe Gesellschaften nur durch – selbstverständlich von ihnen ausgesuchte – Funktionseliten, also Politiker, geführt werden können. Das gewöhnliche Volk wird für diese komplexe Aufgabe als überfordert angesehen.
In einer geheimen Debatte sagte einer der Gründungsväter der USA, James Madison, am 26. Juni 1787, dass die Regierung „die Minderheit der Wohlhabenden vor der Mehrheit schützen“ müsse und dass unkontrollierte, demokratische Gemeinschaften „den Turbulenzen und der Schwäche unbändiger Leidenschaften“ [ausgesetzt seien] <1>
Die Kaderschmiede „Young Global Leaders“ beispielsweise, mit dem Programm eines Gremiums der Eliten – des Weltwirtschaftsforums –, wo Politiker wie Jens Spahn, Justin Trudeau, Emmanuel Macron, Annalena Baerbock und viele mehr geschult wurden, entwickelt Menschen durch geeignete Gehirnwäschen zu nützlichen Instrumenten der Eliten. Sie werden durch das Geld der Eliten und die Macht der von ihnen gekauften Medien in Regierungspositionen gehievt. Die Bürger haben letztlich nur die Wahl zwischen den von Eliten vorsortierten Kandidaten.
Das Ganze nennt sich „repräsentative Demokratie“, die dem Bürger am Wahltag lediglich die Auswahl des aus seiner Sicht kleineren Übels lässt, oftmals die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das war‘s dann mit der Demokratie für die nächsten vier oder fünf Jahre, da die gewählten Politiker in den allermeisten Fällen Elitevertreter und keine Volksvertreter sind. Meist ist es auch egal, welcher Partei sie angehören.
Vor der Wahl schärfen diese Damen und Herren unser demokratisches Bewusstsein und erzählen uns, dass wir es in „unserer Demokratie“ in der Hand hätten zu bestimmen. Sie sagen uns in pseudodemokratischer Manier: Wenn euch etwas nicht passt, dann wählt anders, wählt uns, wählt unsere Partei! Nach der Wahl: same procedure as the last four years. Dann haben die Politiker knappe vier bis fünf Jahre Zeit, ihre Versprechen nicht einzuhalten, um kurz vor der Wahl wieder Versprechungen zu machen und zu lügen, dass sich die Balken biegen. Von wegen „Keine Rüstungsgüter in Krisengebiete“ beispielsweise …
Wahlsprüche wie „Die Zukunft gestalten“ sind einerseits dümmlich, weil noch kein Mensch meines Wissens in der Zukunft gelebt hat, und andererseits auch wahr, da die Politiker die Gegenwart nicht im Griff haben. Aber nur in der Gegenwart leben wir – die Gegenwart gestalten, das wäre angesagt! Wenn die Zukunft dann Gegenwart geworden ist, lassen unsere „Volksvertreter“ wieder denselben dämlichen Spruch mit der Zukunft los.
Die Eliten und ihre Politiker machen uns klar, dass wir zufrieden sein sollen mit dem, was wir haben, und dass wir uns ruhig verhalten sollten. Sie tun vor der Wahl so, als ob sie ihr Bewusstsein im positiven Sinne verändert und alles im Griff hätten. Wir sollen dankbar sein, dass sie für uns die Verantwortung tragen. Aber tun sie das? Statements wie „Deutschland ging es noch nie so gut“, unterlegt mit Zahlen, sollen den mehr als 16 Prozent der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Deutschen und den Arbeitnehmern, denen im Vergleich zu 1990 mindestens 30 Prozent weniger Kaufkraft zur Verfügung stehen, steigenden Wohlstand suggerieren.
2023 betrug der durchschnittliche Bruttojahresverdienst eines deutschen Vollzeitbeschäftigten laut statistischem Bundesamt 59.094 Euro. Rechnerisch stimmen diese Zahlen meist. Aber: Statements solcher Politiker bauen zum Beispiel auf dem Schwindel mit den Durchschnittswerten auf. Wie berechnen sich Durchschnittswerte? Es wird errechnet aus der Summe der betrachteten Zahlenwerte geteilt durch deren Anzahl. Wenn man also beispielsweise die Einkommen aller Deutschen durch die Zahl aller Verdienenden teilt, kommt man auf das Durchschnittseinkommen eines Deutschen. Ja, das ist im Vergleich zu vielen anderen Nationen relativ hoch und in den letzten 30 Jahren gestiegen. Wenn man aber bedenkt, dass sich die realen Vermögen der Millionäre und Milliardäre seit 1990 mindestens verdreifacht haben und die Kaufkraft der Angestellten und gewerblichen Arbeitnehmer sich im gleichen Zeitraum um circa 30 Prozent reduziert hat, sieht das Bild ganz anders aus. Mit diesem miesen Trick, Durchschnittswerte zu benutzen, verschleiern Politiker bewusst die wahre Lage der Nation. Wir haben in Deutschland seit 1990 mehr als eine Verdreifachung des Bruttoinlandsprodukts – von 1,306 im Jahr 1990 auf 4,121 Billionen im Jahr 2023. Aber wer hat sich dieses selbst nach Abzug der Inflation erhebliche Plus denn eingeschoben? Sie oder ich? Nein? Aber irgendwo muss es ja wohl hingeflossen sein, oder? Das Surplus ist bei den Eliten gelandet.
Mit oben beschriebenen Milchmädchenrechnungen versucht uns so mancher Politiker hinters Licht zu führen.
1960 bis 1980 funktionierte die soziale Marktwirtschaft in Deutschland ganz gut. Aber schon Ludwig Erhard, einer der Urväter der sozialen Marktwirtschaft, hob hervor, dass Marktwirtschaft nicht zur Ideologie ausarten, sondern nur Mittel zum Zweck sein dürfe, um die gesellschaftlichen Probleme zu lösen. Nun, die gesellschaftlichen Probleme interessieren die mächtige Elite nicht. Marktwirtschaft ist zum Selbstzweck verkommen beziehungsweise hat den Zweck, das Kapital der Reichen zu vermehren. Kapitalismus und Demokratie im ursprünglichen Wortsinn schließen sich gegenseitig jedoch aus, da zwar die Freiheit des Kapitals gegeben ist – nach dem Motto: Jeder kann sein Glück machen –, aber nicht die Freiheit des Bürgers. Insbesondere die in einer Demokratie postulierte Gleichheit ist aufgrund unterschiedlicher Ausgangsbedingungen von bestehendem Reichtum und bestehender Armut nicht gegeben, was unweigerlich zu erheblicher Ungleichheit führt.
„Nur wirtschaftliches Wachstum löst unsere Probleme“, meinen neoliberale Politiker. Was hat dieses angebliche Wachstum uns denn in den letzten 30 Jahren gebracht? Mehr Armut denn je – auch in Deutschland und den USA –, soziale Probleme, die kaum lösbar sind, eine Spaltung der Gesellschaft, Flüchtlinge ohne Ende und vieles mehr. Das sind die Ergebnisse neoliberaler Politik, die lediglich der Vergrößerung der Macht und des Vermögens der Eliten dient, nicht wahr, Herr Lindner, Herr Macron und wie Sie alle heißen?
Warum machen Politiker nichts gegen die menschenfeindlichen Bedingungen? Weil die angebliche Demokratie, das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem genau solche systemkonformen Politiker produzieren, die nichts dagegen machen sollen. Etwas anderes würde die Elite nämlich nicht zulassen. Politiker sind nicht Kämpfer gegen das menschenverachtende, von den Eliten etablierte System, sondern seine Befürworter. Einkommensstatus, Sozialprestige, Statussymbole wie Auto, Villa, teure Robe und Schmuck für sich und Lebensgefährtin/Lebensgefährte sind den Handlangern aus Wirtschaft und Politik wichtiger als dringende gesellschaftliche Probleme zu lösen. Absolut inhuman, die Denk- und Verhaltensmuster dieser armseligen wirtschaftlichen und politischen Wegbereiter zugunsten ihrer Drahtzieher! Manager schmeißen den übervollen Laden für die Eliten – gleichgültig wie –, und Politiker ebnen die Wege für noch mehr Macht und Reichtum.
Die Gesellschaft braucht kreative Lichtgestalten an der Spitze von Wirtschaft und Politik, Menschen, die tatsächliche Probleme erkennen und lösen wollen und es dann idealerweise auch können. Aber genau diese Eigenschaften weisen die aktuellen „Machthaber“ in der Politik meist nicht auf. Schauen Sie sich doch diese Hampelmänner an der Spitze der meisten Konzerne oder „Spitzenpolitiker“ in den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien oder Frankreich an: Lösen diese Menschen die Probleme der Bevölkerung?
Politiker spüren meistens nichts von den Konsequenzen ihrer Entscheidungen, da sie zu weit entfernt sind von den Auswirkungen auf die Betroffenen. Sie verfügen über ein relativ hohes Einkommen, werden sich also ihre Miete weiterhin leisten oder ihr Eigentum halten können, wenn sie an entsprechenden Schrauben drehen. Sie wohnen wahrscheinlich nicht an der Autobahn, die demnächst 100 Meter entfernt vom Ort Dingenskirchen vorbeiführt; die Folgen ihrer Arbeitsmarktpolitik und Lohnpolitik bekommen sie nicht wirklich zu spüren, und sie waren wahrscheinlich nie in den Elendsvierteln der Dritten Welt, um die Situation der Armen einschätzen und ausgewogene Entscheidungen treffen zu können. Wenn Entscheidungen über einen möglichen Krieg gefällt werden, schicken sie im Ernstfall nicht ihre eigenen Kinder hin, sondern Kanonenfutter, das aktuell wieder über eine eventuelle Einführung der Wehrpflicht rekrutiert werden soll. Politiker machen sich bestenfalls Gedanken über Sorgen, die nie ihre Sorgen sein werden. Vielleicht sollte man Politikern, bevor sie ein Amt bekleiden, ein soziales Jahr vorschreiben, damit sie ungefähr wissen, über was sie reden und in Zukunft entscheiden?
Das Leben der Politiker spielt sich hauptsächlich in irgendwelchen Sitzungssälen, guten Hotels und Restaurants und gelegentlich auch Bars ab. Wie, frage ich Sie, sollen die Politiker da eine Ahnung vom realen Leben und den Sorgen der Menschen haben? Ihre Vorstellungen von dem, was in der Realität so abgeht, sind von dieser ziemlich weit entfernt, will ich meinen. Zudem knicken die meisten Politiker vor der Wirtschaftslobby, welche letztlich die Gesetze macht und die Interessen der Eliten vertritt, regelmäßig ein, wie schon der ehemalige Innenminister Horst Seehofer treffend bemerkte.
Politiker treffen selten revolutionäre Entscheidungen, sondern bestenfalls evolutionäre. Bloß nichts großartig ändern, sonst könnte der Sesselerhalt ja in Gefahr sein! Deswegen ändert sich auch relativ wenig bezüglich der realen Verhältnisse der Bürger, weil auch persönliche Angst mitspielt bei den politischen Entscheidungen, die getroffen werden. Langer Rede kurzer Sinn: Die Reichen und/oder Mächtigen und ihre politischen und medialen Prostituierten sowie diejenigen, die ihnen nacheifern, sind in meinen Augen zu einem großen Teil schuld an der Misere und dem Schlechten in dieser Welt.
Die Eliten einseitig zu diffamieren und zu stigmatisieren liegt nicht in meiner Absicht. Das eigentliche Problem auf dieser Welt ist die Gier des Menschen und dass es viele für erstrebenswert halten, reich und mächtig zu werden. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass viele einst arme Menschen, die in früheren Zeiten auf die Reichen wegen deren Verhaltensweisen geschimpft haben, wenn sie selbst zu Reichtum gekommen sind, ebendiese von ihnen früher angeprangerten Verhaltensweisen an den Tag legen. Wenn der Knecht zum Bauern beziehungsweise die Magd zur Bäuerin wird, gibt auch er/sie seinen ehemaligen Mitstreitern ordentlich die Peitsche, um seinen Status nicht zu verlieren und um das mörderische System aufrechtzuerhalten.
Aber auch die Machtunterworfenen, die sich nicht wehren und alles über sich ergehen lassen, sind an der Misere in der Welt schuld. „Ja mei, ich kann ja eh nichts ändern“, sagten sieben Milliarden fremdgesteuerte Menschen.
Die Fremdgesteuerten und Blinden
Das grundlegende Problem für die Errichtung einer echten Volksherrschaft ist, dass die meisten Individuen der Masse politisch inkompetent sind, da sie sich kaum für Politik interessieren oder ihnen die hierfür erforderlichen Kenntnisse, einigen auch die mentalen Fähigkeiten fehlen. Viele Bürger sind durch Vorurteile und Ignoranz gekennzeichnet und vornehmlich damit beschäftigt, sich ein bequemes Leben einzurichten, mit dem die Eliten bewusst locken, um sie von ihrer menschenfeindlichen Agenda abzulenken. Die „Schafe“ werden oftmals durch Schubladendenken, Gefühle und Gewohnheiten geleitet und glauben dem Bild von der Wirklichkeit, das ihnen die im Besitz der Eliten befindlichen Medien vorsetzen. Selbst wenn die Massenmedien gemäß ihrem Auftrag objektiv und neutral berichten würden – was sie nicht tun –, wären die meisten Menschen dennoch nicht in der Lage, öffentliche Missstände zu erkennen sowie die Folgen politischen Handelns vorwegzunehmen und Lehren aus vergangenen Fehlentscheidungen und Krisen zu ziehen. Komplexe Probleme in komplexen Gesellschaften erfordern es, politische Probleme schnell und angemessen zu erfassen und intellektuell zu lösen. Eine Volksherrschaft im Sinne dieses Wortes wird durch die beschriebenen Denk- und Verhaltensweisen der „unmündigen“ Bürger schwierig.
Die Eliten und ihre politischen Handlanger sind in der Regel politisch gebildeter und wissen, wie die Bürger ticken. Sie haben im Lauf der Zeit Experten in allen Wissensbereichen aufgebaut. Insbesondere die Insider der politischen Materie – zu denen ich „Politiker“ wie Karl Lauterbach oder Annalena Baerbock nicht zähle – sind mit den relevanten Aspekten politischer Probleme vertraut und zudem untereinander organisiert. Sie wissen, mit welchen Ablenkungsmanövern – „Brot und Spiele“ – sie die Massen dirigieren können, wie jüngst die Fußball-Europameisterschaft wieder einmal gezeigt hat. Nur wenige Bürger beschäftigen sich mit politischen Inhalten und sind in der Lage, die Entscheidungen der eliteinstruierten Politiker unter die Lupe zu nehmen und infrage zu stellen oder die Motive und Machenschaften der drahtziehenden Eliten zu durchschauen. Die Unorganisiertheit des Volkes macht es ihm schwer, ein Gegengewicht gegen die die Herde manipulierende Elite in Form einer echten Demokratie zu errichten. Die Masse lebt aufgrund ihres fehlenden politischen Durchblicks weiterhin in einer Scheindemokratie.
Der größte Sklave ist meist der, der glaubt, keiner zu sein. Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit, und Glück ist kein Recht. Viele Menschen aber glauben meiner Erfahrung nach, dass dem so wäre. Insbesondere die Generationen der Nachkriegszeit, vornehmlich viele der heute jüngeren Mitmenschen, wurden in eine Zeit hineingeboren, in der „der Strom aus der Steckdose kommt“. Ihnen fehlte es kaum an etwas. Wenn bei ihnen jedoch das Glück ausbleibt oder ihnen die eigene Unfreiheit bewusst wird, müssen andere als Sündenbock herhalten, wie beispielsweise die Gesellschaft oder die Eltern, die sie um ihr „wahres Ich“, das sie nicht verwirklichen können, oder um ihr Glück „betrogen“ haben. Der Versuch, die Schuld zumindest zu einem Teil bei sich selbst zu suchen, oder für seine Freiheit oder sein Glück zu kämpfen bleibt meistens aus. Das sollen andere „Retter“ bewerkstelligen, der Staat etwa oder die Gesellschaft, die gefälligst den Status quo ante wiederherstellen sollen. Wenn das nicht klappt, flüchtet man sich in metaphysische Trostsysteme wie Religionen oder esoterische Richtungen oder auch in politische Ideologien, anstatt Veränderungen für ein Leben in Freiheit und Zufriedenheit selbst in die Hand zu nehmen.
Ein Grund für die erkennbare Blindheit und Unfreiheit vieler sich frei wähnender Menschen in Coronazeiten dürfte gewesen sein, dass sie sich nicht eingestehen konnten, sich auf dem falschen Dampfer zu befinden. Innerlich frei waren die Ungeimpften, weil sie trotz enormen äußeren Drucks widerstanden und eigenverantwortlich handelten. Moderne Helden eben. Viele der Fremdgesteuerten in Coronazeiten würden lieber den Rest ihres Lebens sinnlose Regeln befolgen, als einzusehen und sich einzugestehen, dass sie von den „elitären“ Entscheidern und Beeinflussern über den Tisch gezogen wurden. Nach meiner Einschätzung werden sich viele Menschen bei der nächsten Plandemie – die Vogelgrippe wird ja gerade aufgeplustert – genau aus diesem Grund wieder impfen lassen. Was für ein folgenreicher Selbstbetrug!
Ein weiterer Grund für die ihnen bewusste oder unbewusste Unfreiheit der Fremdgesteuerten ist wohl der angebliche Schutz innerhalb der sich im Besitz der Wahrheit wähnenden, meistens jedoch irrenden Herde, den sie nicht aufgeben wollen. Ihre Solidarität vereint die unfreien Menschen, egal wie widersinnig das Narrativ der „Hirten“ auch sein mag und gleichgültig, wohin diese Hirten sie führen. Womöglich zur Schlachtbank, zu der die Herde freiwillig – in Wirklichkeit fremdgesteuert – aufgrund ihrer Unfreiheit und teilweisen Einfältigkeit trottet.
Menschen, die in der „Coronakrise“ von Solidarität sprachen, haben diesen Begriff semantisch im Sinne von Unterwerfung gebraucht. Als solidarisch empfanden sie unfreie Mitbürger, die das Narrativ der Entscheider nicht in Zweifel zogen und sich den Maßnahmen bedingungslos unterwarfen. Menschen, die sich für die Aufrechterhaltung des Grundgesetzes eingesetzt haben, bezeichneten sie als unsolidarisch, weil sie sich nicht der mittlerweile evident gewordenen unseriösen Agenda der Regierung unterworfen haben. Je größer der Schwachsinn war, den eliteinstruierte Politiker und Medien in Coronazeiten verbreitetet haben, desto mehr sind die Schafe darauf reingefallen.
„Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen“ (George Orwell).
Die Unfreien „hassen“ die freien Menschen wegen ihrer Fähigkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, wegen ihres Muts, Narrative in Frage zu stellen, wegen ihrer Zivilcourage, die sie nicht aufbringen können.
Dystopisten wie George Orwell oder Aldous Huxley hatten die Gabe, zukünftige Entwicklungen vorauszusehen. Je absurder die Lügen der Manipulatoren waren und sind, desto mehr wurden und werden sie von der unfreien Herde geglaubt.
Zusammenspiel der Eliten und der Blinden
Hans-Joachim Maaz, Dietmar Czycholl und Aaron B. Czycholl beschrieben in ihrem Buch „Corona – Angst“ das Zusammenspiel zwischen den „Rettung Suchenden“ und den „Rettern“ sehr treffend. Dr. med. Hans-Joachim Maaz schrieb:
*„Dass der größere Teil der politisch-medialen Eliten psychisch so schwer gestört sein könnte, aus eigener Ängstigung so irrational zu handeln, wie es derzeit offenbar der Fall ist, das übersteigt sogar das emotionale Fassungsvermögen eines Psychiaters mit speziellen Kenntnissen narzisstischer Psychopathologie. Um das Unvorstellbare doch irgendwie erfassen zu können, hilft mir nur eine psychodynamische Gesamtdeutung für das Zusammenspiel einer schwer narzisstisch gestörten und von Macht und Geld süchtig abhängigen Elite mit einer massenpsychologisch wirksamen kollektiven Angstpsychose einer Mehrheit der Bevölkerung. (…) In einer Gesellschaftskrise hilft dann das kollektiv-kollusive Zusammenspiel zwischen einer eingebildeten Rettungskompetenz der Machteliten und einer illusionären Rettungsfantasie der Abhängigen, die wirklichen Ursachen der Gesellschaftsproblematik zu vertuschen.“*
Menschen mit einer unrealistischen, eskapistischen, eher aus eigener Schwäche entstehenden „Berechtigungsmentalität“ sind ein gefundenes Fressen für Rattenfänger jeglicher Couleur, gleichgültig, ob das jetzt rechts- oder linksradikale Populisten, Verführer des „Islamischen Staates“ und dergleichen sind. Die „Realitätsflüchtlinge“, die Flüchtlinge vor sich selbst, wollen sich aufgehoben fühlen und zu diesem Zweck in irgendeinem Kollektiv unterkommen. Die Parolen dieses sie aufnehmenden Kollektivs werden dann mitgetragen und wenn nötig auch hinausgeschrien. Ob diese kollektiven „Wahrheiten“ sich jetzt auf ihre vermeintlich „angeborenen Rechte“ beziehen oder ob sie sich auf ein Feindbild wie Juden, Mohammedaner oder Ungeimpfte et cetera richten, ist zweitrangig. Dabei sein ist alles! Und solche Menschen wähnen, frei zu sein!
Zum Abschluss möchte ich Ihnen, werte Leserinnen und Leser, noch einen mir zugesandten Beitrag von „George Ohrweh“ kredenzen, der mich zu diesem Artikel inspiriert hat.
„Invasion der Teflonauten“
„Sie haben sich schon seit Jahrzehnten unter die Menschen gemischt und auf eine passende Gelegenheit gewartet, loszuschlagen. Woher sie kamen? Aus einer fernen Gehirnwaschanlage in den Tiefen des Andromeda-Nebels.
Sie haben die menschliche Psyche ganz genau studiert. Vor allem, wie man den Menschen Angst machen kann. Daraus ist die psychologische Kriegsführung entstanden, in der wir uns derzeit befinden.
Sie verachten das Wunder Mensch, weil die Menschen eine Seele haben und über Empathie verfügen. Darauf blicken sie mit einem unermesslichen Neid. Der Anblick dieser für sie unvollkommenen Menschen motiviert sie, die Menschen so zu machen, wie sie selber sind: kalt, berechnend, gefühllos, skrupellos, technokratisch, machtbesoffen, geldgierig. Sie lügen aus Leidenschaft. Damit sie sich nicht weiter vor den Menschen ekeln müssen, setzen sie alles daran, die Menschen so zu machen, wie sie selber sind. Sie nennen das Transhumanismus.
Unter den lange noch nicht ihr volles geistiges Potenzial entwickelnden Menschen haben sie willfährige Gehilfen gefunden, die sich den Teflonauten angeschlossen haben.
Wir finden sie in allen Bereichen des menschlichen Zusammenlebens. Erkennbar sind sie daran, dass alles, was dem gesunden Hausverstand als absurd, fragwürdig und unlogisch erscheint, an ihnen abperlt, wie Öltropfen in einer Teflon-Pfanne.
Sie sind rhetorisch darauf trainiert worden, auf eindeutig gestellte Fragen so zu antworten, dass sie auf die Frage eben nicht antworten und Argumente vorbringen, die einem wegen ihrer Inhaltslosigkeit und den dreisten Lügen erst einmal die Sprache verschlagen. Sie sind darauf trainiert worden, Antworten zu geben, die bei dem Fragenden garantiert ein Kopfschütteln auslösen.
Um die größtmögliche Verwirrung anzustiften, mit dem Ziel, die Menschen willenlos zu machen, haben sie die Bereiche der elementaren Bedürfnisse der Menschen gekapert.
Die Nahrung verbunden mit dem Klima: Du sollst das und das nicht zu dir nehmen, weil es dem Klima schadet. Du sollst dich nur so und so bewegen, weil es anders dem Klima schadet.
Du sollst das und das tun, damit du gesund bleibst. Tust du das nicht, schadest du anderen, und das willst du doch nicht, oder?
Wir missbrauchen die Zeit deiner Identitätsfindung, indem wir dich in deiner geschlechtlichen Zugehörigkeit größtmöglich verunsichern, damit du hinterher gar nicht mehr weißt, ob du nun Männlein oder Weiblein bist.
Du sollst das und das glauben, weil wir es besser wissen als du.
Damit das geglaubt wird, hat sich der Teufel, das Böse, das Gewand des Philanthropen angezogen.
Indem wir überall Angst verbreiten, erschüttern wir deine Existenz. Wir nagen an deinem Wesenskern so viel, wie wir nur können. Wir lassen nichts unversucht, dir den Boden unter den Füßen wegzunehmen. Du sollst frei herumschweben, damit wir dich da hinschubsen können, wo wir dich hinhaben wollen.
Diese Menschenverachter finden wir überall: in der Politik, im Gesundheitswesen, im Journalismus, in den Medien, in der Wissenschaft, im Militär. Viele Anhänger von ihnen sind mittlerweile auch unter ganz „normalen“ Menschen wie du und ich.
Mit Argumenten, Logik und neuen Erkenntnissen der Wissenschaft braucht man ihnen nicht zu kommen. Viele von ihnen argumentieren, wenn sie überhaupt mit einem reden, nach der gleichen Ideologie, wie sie es durch die Gehirnwäsche der Medien verinnerlicht haben.
Durch jahrzehntelanges Einschläfern ihres Geistes ist ihnen das Selbstdenken lästig und unbequem geworden. Sie konsumieren nicht nur Güter, sondern auch vorgekaute Informationskost. Diesen sämigen Brei lassen sie sich löffelweise einflößen.
Im Gegensatz zu ihnen sind wir immer offen geblieben dafür, in einen Austausch zu kommen. Allein sie nehmen dieses Angebot in der Regel nicht an und hüllen sich in dröhnendes Schweigen. Auch hier greift der Teflon-Effekt, der sie davor schützt, Argumente vorbringen zu müssen, die sie nicht haben. Sie wissen, dass sie in einer Kontroverse verlieren würden, darum sagen sie lieber gar nichts.
Für die, die Mensch geblieben sind, ist dieser Zustand oft unerträglich, weil der Mensch ein soziales Wesen ist, den Austausch sucht, viele gerne voneinander lernen wollen.
So ist die Spaltung entstanden. Die Tür, die es ermöglichen würde, wieder aufeinander zuzugehen, ist nur von einer Seite zu öffnen. Und zwar von der Seite, hinter der die Teflonauten stehen, indem sie uns um Verzeihung bitten würden. Wir können erst verzeihen, wenn wir darum gebeten werden. Ein Verzeihen, ohne dass die andere Seite darum bittet, geht überhaupt nicht. Und solange die Teflonauten und deren Anhänger sich nicht gedanklich entgiften und sich wieder dem Licht zuwenden, ist es unsere fast heilige Pflicht, auf dem Boden und bei Verstand zu bleiben und beharrlich den Weg der Wahrheitssuche weiterzugehen.
Hilfreich dabei ist, sich viel in der Natur zu bewegen. Wer mit offenen Sinnen durch die Natur geht, wird sich des Wunders bewusst, der Weisheit, die uns alle umgibt. Das macht bescheiden und demütig und lehrt uns immer wieder das Staunen. Und das gibt Kraft.
Halt findet man auch im Familienverbund – sofern der nicht auch in die Spaltung geraten ist – und in guten Gesprächen mit Freunden bei einem guten Glas Wein und mit Liebe zubereiteten Speisen. Wer wirklich unsere Freunde sind, dazu hatten wir in den vergangenen Jahren reichlich Gelegenheit, es herauszufinden.
Wir sind schon eine lange, weite Wegstrecke gegangen, die viel Kraft gekostet hat. Ein Zurück gibt es nicht mehr, nur noch ein Nach-vorne-Schauen. Ich persönlich wollte auch gar nicht in eine Zeit zurück, in der die Lüge und der Betrug noch vor mir liegen würden.
Nutzen wir also die Wärme und den Sommer, um unsere Batterien aufzufüllen, damit es weitergehen kann. Und es geht weiter. Und die Wahrheit hat am Ende immer gesiegt, egal wie lange es gedauert hat.
George Ohrweh“
Fazit
Aufgabe der Politiker wäre es, das Zusammenleben der Menschen effizient und gleichzeitig sozialverträglich zu gestalten. Eigentlicher – natürlich nicht zugegebener – Zweck der Politik ist es jedoch, die bestehenden Machtstrukturen zu sichern. Deshalb schafft sie sich ständig innere und äußere Feinde, um ihre Daseinsberechtigung unter Beweis zu stellen. Das ist „böse“. Ein anschauliches Beispiel hierfür geben die Politiker der USA ab mit ihren elitezentrierten Machenschaften im eigenen Land und ihren hegemonialen, unipolaren und geostrategischen Bestrebungen im Ausland. Sie inszenieren Kriege wie in der Ukraine und schaffen kommerzielle äußere Feinde wie beispielsweise China.
Aktuelle Politiker sind keine Problemlöser, obwohl sie genau das sein sollten und das auch lautstark vor den Wahlen verkünden. Welche Probleme haben sie in den letzten Jahren denn lösen können? Für die Gemeinschaft wichtige jedenfalls nicht. Anstatt ihren Job zu machen, sind sie in erster Linie an Machterhalt interessiert. Und das funktioniert nur, wenn sie den Eliten nicht in die Quere kommen. Deswegen auch „Weiter so“, weiter so im Sinne der Eliten, dem Mehrhabenwollen, dem eigentlichen Grundübel dieser Welt.
Gutes bringt Gutes hervor und Böses Böses. Also lasst uns Gutes tun. Ich ende mit dem Abschiedsgruß der Jedi-Ritter der Star-Wars-Saga:
„Möge die Macht mit dir sein!“
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Hubris is an impressive poison, capable of making the government of the most powerful nation in the world hand over its resources to a bunch of drug addicts.
This year, an interesting book was released: Tripping On Utopia: Margaret Mead, the Cold War and the Troubled Birth of Psychedelic Science, written by the American historian Benjamin Breen.
Part of the book’s charm is that Breen tries to convince us that the utopia of drugs belongs to past that is more remote than we could imagine, and that what we take for its beginning is actually its end. Before studying the subject, we tend to believe that the that enthusiasm for drugs is a thing of young people in the 60s and 70s. In reality, however, the 60s are the beginning of the end of a trip of scientists who have worked for U.S. intelligence since World War II. More specifically, of anthropologists, or, even more specifically, of Margaret Mead.
Ever since she decided to dedicate herself to the nascent science of cultural anthropology, that is, in the 1920s, Mead had the firm belief that it was up to anthropologists to rescue the knowledge accumulated by cultures on the verge of extinction. As Breen explains: “The priceless knowledge of thousands of generations, thousands of distinct cultures, was being lost, [Ruth] Benedict [, Mead’s lover and mentor] said. Entire cultures were being mowed down by the violence of colonial empires and flattened further by the homogeneity of modern life. Every day that passed was a day in which an ancient language or unique artistic tradition might disappear. Cultural anthropology was not about collecting dead relics to gather dust in museums. It was about salvaging the distilled knowledge of millions of lives—hard-won lessons that might one day help shape humanity’s collective future” (P. 28).
In this purpose, two things draw our attention: the objectivity of knowledge in cultural anthropology and its high scientific status. Nowadays, cultural anthropologists tend to throw objectivity out the window, considering that modern science is nothing but another social construction of “white” culture, with no intrinsic superiority that makes it worth more than witchcraft or meditation. In young Mead’s time, however, all cultures had discovered a facet of a real and objective truth, and that is precisely why traditional cultures had to be studied. It was necessary, for example, to go to Mexico to study the cacti used in trance rituals in order to lead science to investigate them, thus discovering the chemical compound called mescaline. The origin of the fetish for cures considered oriental or natural is this.
As for the public recognition of a cultural anthropologist as a scientist, Breen convinces us that it was much greater than we could ever imagine today: “A case could be made that with Einstein’s death in 1955, Mead became the world’s best-known living scientist. In that year (by one measure) her name appeared in print more frequently than that of any other scientist alive at the time. Among dead ones, remarkably, she was within shooting distance of Charles Darwin and Isaac Newton. Even science-fiction novels were not free of her. In Robert Heinlein’s Citizen of the Galaxy (1957), the book’s orphaned protagonist is mentored by a space anthropologist named ‘Doctor Margaret Mader’ who teaches him how to navigate the cultural shifts he faces as he skips from ship to ship, planet to planet. What drove Mead’s popularity was her ability to wed an urgent call to action—humanity needed to expand its “awareness,” its collective consciousness, in order to survive—with an implicit optimism. A young Carl Sagan was among Mead’s avid readers […], he became fascinated with the ways her work ‘gave you a view of the arbitrariness of cultural mores, cultural systems.’ Sagan was drawn to the ‘tremendous optimism’ of ‘the idea that you weren’t jostled about by the winds of the world. That you could do something’ to change the future” (p. 174).
So I think, to myself, that the abstraction that anthropologists make of culture is a double-edged sword. Because if they manage to divorce nature and nurture, either they try to deny nature completely, or they envision the possibility of discarding all pre-existing cultures to reach the only reality, which is in nature. Nowadays, the mainstream of humanities tends towards the denial of nature and the affirmation of culture as absolute, going so far as to determine that being a woman is a social construction independent of biological sex. In Mead’s day, however, it was the opposite. Culture was a kind of Maya’s veil to be uncovered so that the Real could be revealed, which would be reduced to the natural, understood as physical-chemical. The Indian ritual with the peyote cactus, for example, would be nothing more than a veil prior to the discovery of mescaline, the possession of which would increase the capabilities of the human mind. Culture would be a rainbow that leads to a very material and objective – literally, natural – pot of gold.
In this context, Carl Sagan’s optimism makes sense: it is based on amazement at science, which is capable of knowing the completeness of the real world. And Carl Sagan was a pioneer in the profession of pop prophet of scientism, a type that we saw multiply in the pandemic with the figure of the “scientific popularizer”. Sagan himself did not have important contributions to science and dedicated himself a lot to the fruitless research of extraterrestrial life, but he still used his authority as a scientist to grow in pop culture and preach the word of scientism. Mead was only a media phenomenon because, in a certain way, she embodied the spirit of her time.
In the 1920s, Mead was already a darling of the press. During World War II, Mead also became the government’s darling. In 1942, the U.S. created the Office of Strategic Services (OSS), a precursor to the CIA, and Mead recommended hiring her English husband, Gregory Bateson, also an anthropologist. As Breen explains, one of the organization’s passions was to discover techniques to “reprogram” Japanese and German soldiers, transforming them into U.S. agents, or forcing them to tell the truth. The aim was to obtain a truth serum, or hypnosis. For this, there was nothing like studying the artifices of other cultures.
Breen then explains that, after the end of World War II, other cultures should serve to give science the means of creating world peace; of curing, whether on a social or individual level, the causes of human bellicosity. By this time, U.S. scientists had already learned about other synthetic drugs, the most important being LSD, invented in Switzerland during the war.
It is little wonder, then, that scientists dispensed culture, and, given all this optimism, they started to carry out all types of experiments with LSD – even because they themselves were using it, becoming addicted to it and didn’t want to stop using it. In the beginning, LSD was used on guinea pigs to induce a state similar to schizophrenia and then test medicines for this illness. It was later used by scientists as a treatment for schizophrenia itself. It was in the midst of this delirium of scientists that MKUltra occurred. (Mead herself, however, did not use LSD, probably for fear of revealing, while under the influence of the drug, that she was in a lesbian relationship.) In the 1950s, LSD was an excellent therapy for middle-aged housewives who had experienced some trauma, like conservative Clare Boothe Luce. As her husband was an editor at Time, there was a lot of scientific articles about the benefits of this new substance. When the winds changed, the same Time would publish articles about the danger of drugs.
But, reading Breen’s book, we get the impression that the peak of scientists’ collective delirium was when John C. Lilly, in 1963, managed to convince NASA to finance his project that aimed to teach dolphins to speak English. In fact, he managed to train some dolphins to make some noises that he translated himself. At some point, his attempts to expand dolphins’ minds involved injections of LSD. The choice for the animal shows the dimension of faith in science: dolphins, being intelligent, were the beings most similar to the ETs that NASA expected to find. Therefore, it would be useful to train with dolphins to teach English to ETs. Still, Lilly was incredibly enthusiastic about this species, and wanted the UN to nominate a dolphin to represent the Cetacean Nation. Sagan, as expected, was very excited about Lilly’s dolphins.
The high point of “psychedelic science” would have been the Macy Conferences of the 1950s, in which Mead participated. The decline begins in the 1960s, when the FDA prohibits drugged scientists from continuing to buy LSD, and the names of some of them, such as Timothy Leary and “Ram Dass”, emerge as “spiritual” leaders after losing their jobs. It’s an ironic ending: after supporting their faith in the most radical materialism, scientists end up becoming spiritual leaders.
We finish reading, then, with the feeling that hybris is an impressive poison, capable of making the government of the most powerful nation in the world hand over its resources to a bunch of drug addicts. And I get the impression that the same fundamental mistake – namely, faith in science caused by the divorce between nature and nurture – continues to guide Western morality. After all, as Breen explains, LSD was rejected when some scientists noticed its effects on serotonin receptors, and this is the origin of the most popular antidepressants, SSRIs. The explanation for depression becomes a “chemical imbalance”, which can be cured with the regulation of serotonin. By choosing this route, the grandiloquent promises of LSD were abandoned. But everything is still resolved through a physical-chemical way. The drug utopia has a more ancient past than we imagined, but it did not end in the 70s.
If the Deep State cannot influence the outcome of the November elections, they can find Six Ways from Sunday to cancel it.
The Iwo Jima 2.0 pic, immortalizing the Trump fist surviving an assassination attempt, has taken the world by storm – generating everything from a meme tsunami on China’s Weibo to fresh anime in Japan. Not to mention the deluge of hats and T-shirts.
This carefully composed pic changes everything – in more ways than one. So let’s engage in a first attempt to deconstruct it.
We start with the major losers. The combo running Crash Test Dummy’s teleprompter/earpiece set up is essentially composed by Mike Donilon, Steve Richetti, Bruce Reed and Ted Kaufman.
Government functionaries like Jake Sullivan and Little Blinkie, for their part, are placed at the heart of what is known in Washington as the “inter-agency” racket, better described as The Blob.
The inestimable Alastair Crooke has explained how Sullivan and Little Blinkie’s deliberations are “spread through a matrix of interlocking ‘clusters’ that includes the Military Industrial Complex, Congressional leaders, Big Donors, Wall Street, the Treasury, the CIA, the FBI, a few cosmopolitan oligarchs and the princelings of the security-intelligence world.”
Yet the key – invisible – point is who (italics mine) tells Sullivan and Blinkie what to do.
These are the people who really (italics mine) run the show: the Big Families, and the Big Donors – old money and especially new money (as in invisible Vanguard shareholders).
They are all stunned. They never thought it would come to this debacle – even if Joe Biden was expressly chosen for what he is: a crude, corrupt, easily-manipulated lackey, and head of a crime family. Everyone in a position of real power in the Blob knew he was becoming a zombie ages ago.
There’s fierce debate across the Beltway over how many factions are at war with each other inside the Dem blob.
There are at least three:
1.The Biden crime family – on which tens of thousands of people with cushy jobs and fat salaries depend.
2.The down-ballot Dem machine – an “extended family” of other tens of thousands who will lose badly, in elections or re-elections, in the event of a Trump 2.0. These are the ones who want to throw Crash Test Dummy under the – retirement home – bus and replace him with a Dem they hope and pray might win (the number one candidate is the uber-incompetent Kamala Harris).
Needless to add, these two factions not only are at vicious Hot War against each other but also at war with…
3.The ones who really matter: the actual Deep State – from the “intelligence community” to webs woven inside the CIA and the FBI. This is the infernal machine that actually gave the White House on a platter to Biden in 2020.
Dem Chuck Schumer once famously proclaimed: if you cross this faction, they have “Six Ways from Sunday” to get to you, destroy you, or whack you. With total impunity.
Enter Six Ways from Sunday
So this is what might happen next – way beyond Iwo Jima 2.0 and the irresistible pull of the Trump-Vance ticket. If the Deep State cannot influence the outcome of the November elections, they can find Six Ways from Sunday to cancel it, by invoking a “national emergency”. Anything goes – from false flag terrorism to war.
Extrapolating from a quite cool analysis by a crack fintech expert in Berlin, it’s possible to characterize the bipartisan War Party arrangement in the Blob as two real Mafioso enterprises fighting over an Exceptionalistan on the brink of abysmal bankruptcy – and forced to choose its final Forever Wars.
The Six Ways from Sunday faction is determined to go all the way – employing every imperial means – to conquer what could be dubbed the El Dorado in the black soil of Novorossiya, whose resources could buy it, maybe, another 50 years of power.
On the other side, the MAGA group doesn’t care about those Slavlands, and is convinced that the real existential threat is the Middle Kingdom. And as it is beholden to the Book of Joshua racket, the MAGA group also believes that “something must be done“ about Iran.
Either group, by the way, is de facto fully devoted to the Book of Joshua racket.
The Empire – of Chaos – happens to be run under a quite peculiar governance, in which a very complicated voting system decides which group gets access to the means for pursuing their obsession.
As long as there was enough gold in the vaults of the Empire – illegally appropriated or otherwise – the two groups alternated Power Possession without too much fuss.
But then all those Forever Wars lost over the years against militarily insignificant adversaries started to take their toll. And the financial times now are really, really tough.
The imperial voting system holds an extremely bizarre characteristic: under roughly equal voter affiliation to either group, the votes cast in just five cities in five states in the midwest Heartland actually determine the fate of those dwindling imperial resources fiercely fought over by the two main groups.
The Six Ways from Sunday group happens to control the voting in those five cities.
Already in the past elections, the Six Ways from Sunday group pre-empted a certain victory of the MAGA group in the Heartland to the tune of 10 million votes, most of them cast in truckloads of forged ballots in those five cities, plus related electronic tampering.
What the MAGA group now clearly sees is the possibility to finally grab those five cities in five states.
And yet 10 million excess votes and trying to conquer those five states may not be enough in the face of the massive fraud machine.
So in 2024 MAGA calculates that they must win another five states typically leaning towards the Six Ways from Sunday universe, and win by an excess of at least 20 million votes to pre-empt the all but certain massive fraud.
That’s where Iwo Jima 2.0 come in – graphically formatting the ticket for a landslide victory.
Six Ways from Sunday may be beyond dazed and confused at the current incandescent juncture. The trillion dollar question is: how will they change the narrative and regain the initiative?
They have made the lethal mistake of picking as their candidate a walking dead. In contrast, MAGA parades the quintessential narcissistic pop superstar, now supercharged and re-energized, and carrying global appeal.
It seems that the landslide is inevitable. Six Ways from Sunday is mired in total panic – knowing they are about to lose control.
Yet the fat lady has not yet sung. Three and a half months is a galactic eternity in politics. And a cornered Six Ways from Sunday is all set to roar with more ferocity than ever.
Interview mit Victoria Nuland mit Dozhd* zwei Tage vor dem Attentat auf Trump:
„Ich glaube nicht, dass Donald Trump Präsident wird. Putin rechnet natürlich damit. Aber ich denke, dass Putin eine unangenehme Überraschung erleben wird.“
In the wake of Russia’s Special Military Operation in Ukraine in 2022, the Biden administration launched America’s most aggressive sanctions campaign ever. The US government and its allies froze around $300 billion of the Russian central bank’s reserves—the nation’s accumulated savings.
It was a stunning illustration of the political risk associated with the US dollar and Treasuries. It showed that the US government could deny access to another sovereign country’s reserves at the flip of a switch.
Recently, Biden signed the REPO Act into law. It allows the US government to seize the frozen Russian state assets and transfer the funds to Ukraine [although Saudi Arabia has warned Blinken / Biden against doing that; see the earlier post —Eds].
The US dollar and Treasuries have become weaponized in a way they had been not before. They are now clearly not neutral assets worthy of forming the bedrock of the international financial system, but political tools for Washington to coerce others.
The rising political risk attached to Treasuries has made them even less attractive as a store of value. It’s now apparent to everyone that dollars are only dollars as long as you don’t upset the US government. Many countries are undoubtedly wondering if the US government will seize their savings if they run afoul with Washington.
China is one of the largest holders of US Treasuries, and it indeed took note of what is happening. Since 2022—when the US froze Russian state assets—China has sold about 25% of its Treasuries, an enormous change in such a short period. In the first three months of 2024 alone, China dumped a record $53 billion worth of US Treasuries.
Further, China has increasingly ditched the US dollar in international trade. For example, over 90% of the $240 billion in trade between Russia and China is done outside of the dollar in Yuans and Rubles.
At the same time, China and Russia have been on a gold buying spree to make their economies and financial systems more resilient to US sanctions.
China is the world’s largest producer and buyer of gold. Russia is number two. Most of that gold enters the Russian and Chinese governments’ treasuries.
Russia has over 75 million ounces of gold, one of the largest stashes in the world. Nobody knows China’s exact amount of gold—Beijing is notoriously opaque—but most observers believe it is even larger than Russia’s stash.
Even if we take China’s official gold statistics—which almost certainly understate reality—Beijing’s gold holdings have soared by 17% in the past 17 months to around 73 million ounces.
China’s recent gold buying spree unsurprisingly coincides with the US seizure of Russian assets in the wake of the Ukraine conflict and their dumping of US Treasuries.
Treasuries have been the bedrock of the international financial system ever since President Nixon severed the dollar’s last link to gold in 1971.
However, the US government’s seizure of Russian state assets was a fundamental change to this system, signaling the end of an era.
The fiat US dollar can be either a neutral reserve asset or a political tool Washington wields. It cannot be both.
After 2022, Russia, China, and everyone else saw that the international financial system centered on the US dollar was over. That is terrible news for the US dollar, which was already in big trouble as it is becoming clear the Fed is trapped in ever-increasing debasement.
Ray Dalio is one of the world’s most successful hedge fund managers. His success is due to his consistent ability to get the Big Picture right. He recently said this:
“The indicators of when a fiat currency is going to decline and to collapse, is when those holdings its debt sell the debt and the government, the central bank, has to print money to buy that debt in large size while the currency is going down. Those are the most important indicators.”
In short, I believe we are on the verge of a paradigm shift as gold replaces Treasuries as the base layer asset—the bedrock—of the international financial system.
The last time the international monetary system experienced a paradigm shift of this magnitude was in 1971. Then, gold skyrocketed from $35 per ounce to $850 in 1980—a gain of over 2,300% or more than 24x.
I expect the percentage rise in the price of gold to be at least as significant as it was during the last paradigm shift. That’s because this coming gold bull market could be fundamentally different from other cyclical bull markets. It will be riding the wave of a powerful trend: the re-monetization of gold as the king store-of-value asset. It could lead to the biggest gold bull market ever.
While this megatrend is already well underway, I believe the most significant gains are still ahead.
Select gold mining stocks are the best way to get speculative upside. Think of investing in a gold mining stock like a leveraged play on gold. Even a tiny change in the price of gold can have an enormous impact on the profits of a miner.
For example, suppose it costs $1,000 for a gold miner to produce an ounce of gold.
If gold prices fall 10% to $900, the company loses $100 on each ounce. If the gold price instead rises 10% to $1,100, then the gold miner is making a $100 profit on each ounce.
Suppose the price of gold rises a further 9% to $1,200. The miner’s profits don’t just go up by 9%. They double—from $100 to $200 per ounce. Suppose the price of gold doubles from $1,000 to $2,000 an ounce. The miner’s profits don’t just double: they go up ten times.
That’s how mining stocks offer leveraged exposure to the price of gold.
The key is to get positioned in select gold mining stocks—companies with world-class resources—before the bull market takes off in earnest.
That’s why I just released an urgent dispatch revealing everything, including three trades anyone can make from an ordinary brokerage account.
In einer Sammlung merkwürdiger Kriminalfälle befaßt sich der bekannte Rechtsanwalt Prof. Dr. Friedrich Karl Kaul mit Verbrechen, die im Namen der bürgerlichen Justiz begangen wurden. Auch in der heutigen Zeit, im Kapitalismus, ist es keine Seltenheit, nein – eher die Regel, daß Richter und Gerichte, ihrer vorgeblichen richterlichen Unabhängigkeit Hohn sprechend, sich über moralische Bedenken hinwegsetzen, um zugunsten der herrschenden (besitzenden) Klasse und ihres Staates abzustrafen, was dem System, dem sie dienen, gefährlich erscheint. Man denke nur an die Schandurteile, die von einigen karrieregeilen und machtsüchtigen Richtern während der angeblichen Corona-Pandemie gefällt wurden (und noch immer gefällt werden). Die herrschende Moral ist eben immer nur die Moral der herrschenden Klasse.
Haben diese bürgerlichen Richter denn keine Moral?
Werte und Normen der Moral sind keine ewig geltende Gebote, die angeblich von Gott gegeben sind oder von irgendeinem obersten Sittengesetz abgeleitet wurden, sondern sie wurzeln in den materiellen gesellschaftlichen Verhältnissen, spiegeln diese wieder und verändern sich mit ihnen. Die um ihre Freiheit kämpfende Arbeiterklasse hat verständlicherweise völlig andere Auffassungen von Moral als die Vertreter der herrschenden Ausbeuterklasse. Da die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen in den auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaftsformationen antagonistischen Charakter haben, hat auch die Moral Klassencharakter und zerfällt in einander entgegengesetzte Moralauffassungen.
Das Recht des Volkes will erkämpft sein…
Weil das Recht im Ausbeuterstaat die Unterdrückung des Volkes zur wesentlichen Aufgabe hat, ist die Rechtspflege so gestaltet, daß sie vom Volk losgelöst und gegen die Werktätigen gerichtet ist. Die Justiz in der BRD ist deshalb in großen Umfange und in allen entscheidenden Fragen eine Angelegenheit beamteter Juristen, die infolge ihrer Klassenzugehörigkeit, ihrer sozialen Stellung, ihrer Ausbildung und ihres Abhängigkeitsverhältnisses als Beamte das Recht im Interesse der herrschenden Ausbeuterklasse anwenden. Dennoch gelingt es versierten Anwälten ihre Mandanten im Widerstreit mit der bürgerlichen Justiz zum Erfolg zu führen. Marx lehrte bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Arbeiterklasse, „die einfachen Gesetze der Moral und des Rechts, welche die Beziehungen von Privatpersonen regeln sollten, als die obersten Gesetze des Verkehrs von Nationen geltend zu machen.“ (MEW, Bd. 16, S. 13)
Ein Blick zurück in die Geschichte:
Die Revolution von 1918 führte nicht zum Erfolg
„Der Kaiser ging – die Generale blieben.“ In dieser historisch gültigen Feststellung spiegelt sich ein folgenschweres Ergebnis der Revolution von 1918 wider. Tatsächlich führte die revolutionäre Erhebung von 1918, ausgelöst durch den militärischen Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs, nicht zu einer Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Junker blieben Herren ihrer riesigen Güter, die Besitzverhältnisse in Industrie, Finanz und Handel wurden nicht angetastet. Daher konnte auch der Einfluß der Junker und der Monopolherren auf das politische Leben nicht gebrochen werden. Diese Erhaltung des deutschen imperialistischen Systems – ohne die dynastische Spitze – ist ausschließlich das Werk der rechten SPD-Führung.
Ziel verfehlt – der Kampf geht weiter…
Bereits im Januar 1918 versuchte die deutsche Arbeiterschaft, unter dem gewaltigen Eindruck der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in zunächst bewußter Ablehnung des Einflusses der rechten SPD-Führung, durch Massenstreiks das Ende des vom Weltimperialismus 1914 entfesselten Krieges zu erzwingen. Gegenüber diesem bedeutungsvollsten politischen Streik in der deutschen Arbeiterbewegung wandte die kaiserliche Regierung, die sich damals noch auf die militärische Stärke stützen konnte, die üblichen Methoden des Obrigkeitsstaates an: Die oppositionellen Elemente wurden verfolgt; soweit man nicht Strafverfahren gegen sie einleitete, wurden sie kurzerhand in Schutzhaft gesteckt oder – an die Front geschickt. Dabei leisteten die Unternehmer durch Angaben und Denunziationen der Regierung hilfreiche Hand.
Was haben die Massen aus der Niederlage gelernt?
Trotzdem wäre das kaiserliche System dieser Massenbewegung bereits im Januar 1918 nicht mehr Herr geworden, wenn es nicht die rechte SPD-Führung verstanden hätte – wie sie es selbst später eingestand –, Eingang in die Streikleitung zu finden und die Arbeiter zur Aufnahme der Arbeit zu veranlassen. Der tatsächliche Ausbruch der Revolution ist dann durch den nicht aufzuhaltenden militärischen Zusammenbruch an der Westfront beschleunigt worden. Der militärische Bankrott schlug der kaiserlichen Regierung ihre Gewaltmittel aus der Hand und raubte den Trägern des militärischen Unterdrückungssystems den politischen Nimbus, mit dem sie jahrzehntelang und insbesondere während der Kriegsjahre das Volk zu bluffen in der Lage waren.
Die Täuschungsmanöver der Ausbeuterklasse waren gelungen!
Da wurde in letzter Stunde noch der Versuch gemacht, die Monarchie zu retten. Um die drohende Revolution zu verhindern und das Volk zu beruhigen, wurden zwei Mitglieder der SPD, Scheidemann und Bauer, in die Regierung geschickt. Der „Vorwärts“ und andere Organe der rechten SPD-Führung haben zu diesem Zeitpunkt, am Vorabend der Revolution gewissermaßen, alles aufgeboten, um die deutschen Arbeiter „bei der Stange“ zu halten. Unablässig warnten sie die Arbeiterschaft vor Streiks und revolutionären Erhebungen, wobei die abgenutzten nationalistischen Phrasen aus dem imperialistischen Wortschatz noch einmal Verwendung fanden.
Das Klassenbewußtsein der Arbeiter ist noch schwach entwickelt…
Doch die revolutionäre Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten. Am 21. Oktober 1918 mußte Karl Liebknecht auf Druck der Arbeiterschaft auf freien Fuß gesetzt werden. Er hatte dafür, daß er bereits 1914 bedingungslos für die Beendigung des imperialistischen Mordens eingetreten war, eine Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren in der Strafanstalt Luckau verbüßt. Stürmisch wurde er bei seiner Ankunft in Berlin begrüßt und von Soldaten auf den Schultern aus der Bahnhofshalle getragen, worüber sich der damalige kaiserliche Reichskanzler höchlichst verwunderte.
Und nun – eine weitere vermasselte Gelegenheit…
Die Formen der beabsichtigten revolutionäre Erhebung, die die Grundlage für eine sozialistische Republik schaffen sollte, gewannen nun, beeinflußt durch das Vorbild der siegreichen russischen Arbeiterklasse, feste Gestalt. Ein Revolutionskomitee, das bisher mit seiner eignen Organisation beschäftigt war und dessen Grundstock ungefähr 80 revolutionäre Obleute der Betriebe bildeten, trat zusammen. Ohne Kenntnis von den revolutionären Vorgängen in Kiel – die Marine hatte sich geweigert, dem Befehl ihrer Offiziere zu folgen und auszulaufen – kam dieses Gremium am 2. November zu dem Entschluß, am 4. November einen revolutionären Aufstand gegen die imperialistische Regierung herbeizuführen. Der Beschluß wurde dann – ohne daß sich Karl Liebknecht mit seiner entgegengesetzte Ansicht durchsetzen konnte – in nochmaliger Beratung aufgehoben und die endgültige Entscheidung auf den 6. November vertagt.
Die führungslose Arbeiterschaft Berlins
Diese Vorbereitungen konnten nicht geheim bleiben, weil der daran beteiligte Personenkreis zu groß war. Es kam zu einer Reihe von Verhaftungen. Dies war der Anlaß zu dem Entschluß des unter Leitung von Karl Liebknecht stehenden Spartakusbundes, die Arbeiterschaft Berlins zum Losschlagen am 9. November vormittags aufzufordern. Der Teil der Sozialdemokraten, der sich unter Ledebour und Barth als „Unabhängige“ von der rechten SPD-Führung distanziert hatte, stimmte diesem Entschluß zu. Die rechte SPD-Führung hatte mit all diesen Vorbereitungen nichts zu tun. Im Gegenteil. Ebert hatte sich, allerdings in letzter Minute, zum Reichskanzler ernennen lassen. Immer noch hoffte man bei der rechten SPD-Führung, die Monarchie zu erhalten und die Revolution zu verhindern.
Eine „Revolution“ im Hinterzimmer
Erst als in den Morgenstunden des 9. November auf Grund der geschilderten Vorgänge offenbar wurde, daß die revolutionäre Entwicklung nicht aufzuhalten war, kam man bei der rechten SPD-Führung auf die Idee, mitzumachen, um „das Schlimmste zu verhüten“. In früher Morgenstunde des 9. November fanden sich im Fraktionszimmer der „Unabhängigen“ im Reichstagsgebäude die Herren Ebert, Scheidemann und Otto Braun ein, die bisher zu den „Unabhängigen“ auf Grund ihres Zuneigens zu den Aktionen des Spartakusbundes jegliche Beziehungen abgebrochen hatten.
Ledebour, einer der Führer der „Unabhängigen“, berichtet über diesen überraschenden Besuch:
„Jetzt, als sie (die rechte SPD-Führung) ,zu der Überzeugung gekommen waren. daß die (revolutionäre) Erhebung auch ohne ihre Beteiligung jedenfalls Erfolg haben würde, kamen sie zu uns … mit dem Angebot, Halbpart zu machen … Der Reichskanzler (Ebert) und ein Staatssekretär (Scheidemann) boten uns Revolutionären an, eine gemeinsame Regierung mit ihnen zu bilden … Sie wußten, daß wir bereits die Parole der Revolution gegen die Regierung, an deren Spitze Ebert stand, ausgegeben hatten, und nun machen sie diesen Revolutionären, die gegen sie selbst Revolution machen wollen, das Angebot: Bitte schön, wir sind bereit, mitzumachen … Nur ihre gerissene Schiebertaktik hat es den Herren Ebert und Scheidemann ermöglicht, sich in die Revolution hineinzuschmuggeln …“
Eine sechsköpfige Schwatzgesellschaft im Blindflug
Trotz dieser Erkenntnis Ledebours gingen die Unabhängigen auf den Vorschlag der rechten SPD-Führung ein. Es wurde als oberstes Exekutivorgan ein sechsköpfiger „Rat der Volksbeauftragten“ gebildet, dem von der rechten SPD-Führung Ebert, Scheidemann und Landsberg angehörten. Die restlichen drei Sitze sollten Vertretern der revolutionären Bewegung zugebilligt werden. Karl Liebknecht, dem ein Sitz angeboten wurde, stellte für seine Teilnahme ganz bestimmte Bedingungen, die die Durchführung der sozialen Revolution sichern sollten. Als diese Bedingungen von der rechten SPD-Führung abgelehnt wurden, trat er folgerichtig diesem Gremium nicht bei. Für die „Unabhängigen“ traten die Abgeordneten Haase, Dittmann und Barth ein.
Das Militär steht erneut auf Seiten der Bourgeoisie
Die Aufsicht über das Militärwesen hatte sich Ebert in der Regierung vorbehalten. Er blieb vom 9. November ab in ständiger Verbindung mit dem General Groener, der als Ludendorffs Nachfolger „Generalquartiermeister“ geworden war und bei Ausbruch des Krieges 1914 als Chef des Militäreisenbahnwesens die Mobilmachung durchgeführt hatte.
„Zwischen Ebert und dem General Groener“ – so schreibt der der SPD angehörende spätere Reichskanzler Hermann Müller – „bestand völlige Übereinstimmung. Die Fühlung zwischen dem Hauptquartier und den Volksbeauftragten war leicht aufrechtzuerhalten. Aus der Kriegszeit her bestand ein direkter Draht von der Obersten Heeresleitung zur Reichskanzlei, was freilich die Mitglieder des Vollzugsrates nicht wußten. Groener und Ebert konnten sich also verständigen, ohne daß … die Gespräche abgehört werden konnten!“
Hindenburg und die Wegbereiter des deutschen Faschismus
Vom ersten Tage der Revolution bestand also innerhalb der rechten SPD-Führung die klare Tendenz, sich mit dem reaktionären Offizierkorps zu verbünden, um die revolutionäre Entwicklung zu bremsen und schließlich überhaupt zum Stillstand zu bringen. Bezeichnend hierfür ist die Adresse, mit der Grzesinski, der Leiter des Arbeiter- und Soldatenrats Kassel, Hindenburg am 14. November (!) – also genau fünf Tage nach Ausbruch der Revolution –, als die Oberste Heeresleitung in Kassel eintraf, begrüßte:
„Mitbürger und Soldaten! Heute trifft der Generalfeldmarschall v. Hindenburg mit Offizieren und Mannschaften des Großen Hauptquartiers in Kassel ein, um von Wilhelmshöhe aus die Demobilisation unserer Truppen zu leiten. Hindenburg gehört dem deutschen Volke und dem deutschen Heere. Er hat sein Heer zu glänzenden Siegen geführt und sein Volk in schwerer Stunde nicht verlassen. Nie hat Hindenburg in der Größe seiner Pflichterfüllung uns näher gestanden als heute. Seine Person steht unter unserem Schutz. Wir wissen, daß die bürgerliche und soldatische Bevölkerung Kassels ihm nur Gefühle der Verehrung und Hochachtung entgegenbringen wird und daß er vor jeder Belästigung sicher ist. Der Generalfeldmarschall trägt Waffen, ebenso die Offiziere und Soldaten des Großen Hauptquartiers, wenn sie ihn begleiten.
Für den Arbeiter- und Soldatenrat: (gez.) Grzesinski“
Die Würfel sind gefallen…
Dieses Werben um die Gunst der kaiserlichen Generalität wie überhaupt des gesamten Offizierkorps trug rasch die gewünschten Früchte, nämlich die Erhaltung des alten Systems. Sie schuf die Voraussetzung für das politische Ziel, die alte Gesellschaftsordnung und damit den deutschen Imperialismus zu erhalten. Im Rahmen dieser Zielsetzung fiel der Justiz der Weimarer Republik eine besondere Aufgabe zu, die sie, wie die folgenden authentischen Prozeßdarstellungen zeigen, mit Erfolg zu bewältigen verstand.
Prof. Dr. F.K. Kaul
Organisiertes Verbrechen Die große Kriminalität im Land Wird gerne die Regierung auch genannt. PETER HACKS
Der Einmarsch der Verbrecher
Über den Tod des Jenaer Professors Gerhard Riege
Wie schon François Gayot de Pitaval 1842-1898 in seiner Sammlung merkwürdiger Kriminalfälle beschrieb, so schildert uns auch Klaus Huhn in seiner Reportage über zahlreiche Verbrechen der BRD-Regierung nach 1990 einen erschütternden Todesfall. An einen Fall des vom alten Pitaval beschriebenen Intrigenmordes in der Gegenwart zu erinnern, hat seinen Grund. Es geschah in der kurz zuvor annektierten DDR, als der Jenaer Professor Gerhard Riege aufgrund von falsch Zeugnis oder auch aufgrund von Rachsucht als Anhänger des in diesem Land geltenden politischen Systems starb. Man hatte fast den Eindruck, noch im Mittelalter zu leben. Klaus Huhn schreibt:
Natürlich haben sich die Zeiten nicht nur insofern geändert, daß keine Scheiterhaufen aufgetürmt und in Brand gesetzt werden, man bediente sich auch keines Sucheisens mit rundem und spitzigem Ende, sondern hantierte vornehmlich mit Akten, die bei geschickter Nutzung, einschließlich Mißbrauch, zu Strafen führten, die mehr als Seelenschmerzen verursachten und der körperlichen Pein sicher oft nicht nachstanden. So mancher auf diese Weise Gequälter setzte seinem Leben selbst ein Ende. Die lange Liste derjenigen, die sich aus Fenstern stürzten oder zum Strick griffen, wird wohl erst in Jahrzehnten „aufgearbeitet“ sein, und auf der Liste der Toten wird man dann viele finden, die so unschuldig waren wie weiland jener Tote in den Berichten Pitavals.
Die Feinde des DDR ziehen ihre Strippen…
Als ich diese Worte niederschrieb, kam mir ein guter Freund in den Sinn, der in seiner Not den Freitod gewählt hatte: Gerhard Riege. Der Jenaer Völkerrechtler war eine internationale Kapazität und ein Genosse, den nichts dazu hätte bringen können, seine Sache zu verraten. Zu seinem 6o. Geburtstag, am 23. Mai 1990, hatte die Universität – akademischer Tradition folgend – ein Buch über ihn herausbringen wollen. Wie zu hören war, hatten viele daran mitgewirkt. Es erschien nicht: Riege war den neuen Männern der Universität politisch suspekt, und sie nahmen es auf sich, eine akademische Tradition zu ignoreren.
Warum schrieb ich diese Geschichte nieder?
Die Gründe, die mich bewogen, in wenigen Nächten etwas zu Papier zu bringen und ein Taschenbuch herauszugeben, waren zahlreich. Einer war, daß der Schock, den sein tragisches Ende ausgelöst hatte, nicht von der gefühllosen Hysterie jener „eingeebnet“ werden sollte. Ein anderes Motiv war, an seinem Grab Mahnung und Nachdenklichkeit darüber zu verbreiten, daß wir – Mitstreiter, Freunde und Genossen – zu lernen hatten, uns nicht auf durch Oberflächlichkeiten entzweien zu lassen. Die Suche nach den Ursachen einer Niederlage fordert Vertrauen! Schon deshalb, weil klägliches Mißtrauen zu diesen Ursachen gezählt hatte!
Die „Rache“ des Großinquisitors Gauck
Und schließlich griff ich zur Feder, um meinen Zorn zu artikulieren über den „Rachefeldzug der Gerechten“, an deren exponiertester Position damals Joachim Gauck – nominell Beauftragter der Bundesregierung – verkündet hatte:
„Wenn wir heute Leute aus Positionen entfernen, weil wegen ihrer MfS-Vergangenheit kein Vertrauensverhältnis möglich ist, ist das eine Fortsetzung von Befreiungsprozessen, zu denen wir während der Revolution keine Zeit hatten.“
Fatale Worte eines Mannes der Kirche, Gott verpflichtet, Nächstenliebe und Versöhnung zu predigen und zu leben. Es sei denn, er wähnte sich als geistiger Erbe der Großinquisitoren aus deren dunkelster Zeit.
Ein erschütternder Abschiedsbrief
Riege hatte seiner Frau und den Gefährten einen Abschiedsbrief geschrieben und darin bekannt:
„Mir fehlt Kraft zum Kämpfen und zum Leben. Sie ist mir in der neuen Freiheit gebrochen worden. Ich habe Angst vor der Öffentlichkeit, wie sie von Medien geschaffen wird und gegen die ich mich nicht wehren kann. Ich habe Angst vor dem Hass, der mir im Bundestag entgegenschlägt aus Mündern und Augen und Haltungen von Leuten, die vielleicht nicht einmal ahnen, wie unmoralisch und erbarmungslos das System ist, dem sie sich verschrieben haben. Sie werden den Sieg über uns voll auskosten. Nur die vollständige Vernichtung ihres Gegners gestattet es ihnen, die Geschichte umzuschreiben und von allen braunen und schwarzen Flecken zu reinigen. Solange es die PDS gibt, wird es auch den Stachel geben, der die Erinnerung an einen Versuch der Alternative und an die eigene Vergangenheit seit dem 2. Weltkrieg wach hält.“
Hätte man diesen Freitod verhindern können?
Ich hatte mir beim Lesen dieser Zeilen immer wieder die Frage gestellt, ob ich ihn vielleicht an seinem so endgültigen Schritt hätte hindern können, wenn ich ihn – mutmaßend, was in ihm vorging – am frühen Morgen des 15. Februar angerufen hätte. Er hatte eben das Haus verlassen – seine ahnungslose Frau zurücklassend –, als der Vorsitzende einer PDS-Basisgruppe aus Greiz anrief:
„Wir hatten Versammlung, und ich bekam den Auftrag, Gerhard zu sagen, daß wir wie ein Mann hinter ihm stehen!“
Helga Riege versprach, die Mitteilung gleich nach seiner Rückkehr auszurichten, aber er kehrte nie zurück!
Die Medienprofis eröffneten die Hatz…
72 Stunden nach dem Tod Gerhard Rieges befragten Medien-Profis einen der Männer, mit denen der Verfassungsrechtler im Bonner Parlament gesessen hatte. Er lieferte den tragischen Beweis für Gerhard Rieges These von der „Öffentlichkeit, wie sie von Medien geschaffen wird und gegen die ich mich nicht wehren kann“. Das war der Befragte: Wolfgang Hermann Dr. Freiherr von Stetten, Professor für Handels- und Wirtschaftsrecht. geboren 1941 in Niederwartha bei Meißen, verheiratet, drei Kinder. Adresse: Schloß Stetten Nr. 1. Hier nun des Freiherrn Kommentar:
„Ich möchte niemanden in den Tod treiben, nur möchte ich auch nicht, daß jemand, der andere Leute auf die übelste Weise hintergangen und bespitzelt hat, im Bundestag sitzt und noch Reden darüber hält.“
Der ahnungslose Freiherr und ein Mord an der DDR-Staatsgrenze
Was wußte der Freiherr von Stetten über Gerhard Rieges „Stasi-Tätigkeit“? Nichts! Er wußte zum Beispiel nicht – und wenn er es gewußt hätte, hätte er es vielleicht sogar gebilligt –, daß nur Kilometer von Gerhard Rieges Geburtshaus entfernt am 21. Februar 1951 der Volkspolizeiwachtmeister Herbert Liebs bei einem Streifengang mit einer (westdeutschen!) MPi-Garbe erschossen wurde. Sein Genosse wollte Hilfe holen, um den Schwerverletzten zu retten. Als er wiederkam, versuchte man gerade den schon Leblosen über die Grenze aus dem Thüringischen ins Hessische zu zerren, vom Boden der DDR auf den der BRD. Es sollte so aussehen, als hätte Liebs die Grenze überschritten …
Zwei weitere DDR-Grenzer ermordet
Neun Tage später wurden unweit der Mordstätte die Wachtmeister Werner Schmidt und Heinz Janello ermordet. Ihre Leichen schleppte man auf westdeutsches Gebiet. Am 3. März übergaben Soldaten der US-Armee die Leichen und teilten lakonisch mit, die beiden seien bei einem Feuergefecht auf westdeutschem Boden umgekommen. Die offizielle Untersuchung ergab:
Aus keiner ihrer Waffen war auch nur ein Schuß abgegeben worden. Die Munition war vollzählig.
Die Obduktion des Wachtmeisters Schmidt wies nach, daß er zunächst mit einem stumpfen Gegenstand niedergeschlagen und dann durch einen Schuß in die Brust aus kürzester Entfernung getötet worden war.
Die Obduktion Heinz Janellos ergab, daß er durch zwei Schüsse in den Rücken getötet worden war.
Politische Gegner verleumden den aufrechten DDR-Rektor
1954 soll jemand vom MfS Riege gefragt haben, ob er Informationen liefern würde. Er tat es bis 1960. Am 26. Februar 1990 hatte man ihn zum Rektor der Universität Jena gewählt. Politische Gegner erzwangen eine neue Wahl – beispiellos in der Geschichte. Er wurde in den Bundestag gewählt. Als seine Tätigkeit für das MfS publik wurde, liefen Abgeordnete anderer Parteien Amok, wenn er das Wort ergriff.
Der widerliche Mob der DDR-Feinde
Eine einzige Erklärung des jeder Sympathie für die DDR unverdächtigen Bundestagspräsidenten Klein (CSU) illustriert die Situation hinreichend:
„Bitte, meine Damen und Herren, lassen Sie den Redner ausreden. Ein paar Zwischenrufe sind in Ordnung. Aber Zwischenrufe in einer Häufung, daß er nicht weiterreden kann, sind nicht in Ordnung.“
Niemand scherte sich darum. Als in der eigenen Fraktion über die Tätigkeit für das MfS diskutiert wurde, fielen auch unbedachte Worte, die bei Riege Zweifel an der Haltung seiner Genossen aufkommen lassen mußte. In Gerhard Rieges Abschiedsbrief las man den Satz:
„Ich schäme mich nicht meines Lebens, nicht für das, was ich in der Gesellschaft gewollt und getan habe. Richtiges und Fehlerhaftes, Konsequenz und Inkonsequenz lagen dicht beeinander.“
Ein Satz, der selbst den peinlichsten Attacken standhält!
Großinquisitor Gauck bereitet den Weg zum Grab von Prof. Riege
Gauck war es, der der Volkskammerpräsidentin Bergmann-Pohl ursprünglich eine „Stasi“-Liste von Volkskammer-Abgeordneten ausgehändigt hatte, auf der sich der Name Riege nicht fand. Nachträglich lieferte er „Riege-Details“ und pflasterte damit den Weg zu seinem Grab. Es wäre für Riege und für jeden anderen belanglos gewesen, wenn sich eines Tages herausgestellt hätte, daß der „Großinquisitor“ Kontakt zum MfS gehabt hätte, aber als sich dann in einer Rostocker Schublade die Akte fand, hatte nicht nur ich Probleme mit Gedanken an Gerhard Riege …
Die staatliche Bonner Lynchjustiz
Der Fernsehsender ZDF – so meldete die Bonner „Welt“ am 23. April 1991 – verbreite, „Gauck habe die vom MfS über ihn angelegten Akten mehrfach und über längere Zeit ohne Beisein anderer Personen eingesehen“. Eine dieser Akten wurde sogar publiziert, wurde aber bald wieder ins Vergessen gedrängt. Ein moderner Pitaval kann jedoch ohne dieses Protokoll nicht auskommen, denn es offenbart, daß die „Aktenverfolgung“ bis ans Ende des ersten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends an die Methoden der in Pitavals Berichten erinnert.
GAUCK – ein ambitionierter Spitzel namens IM „Larve“
Bewußtes Dokument war eine von MfS-Seite getätigte Niederschrift eines Gesprächs, das am 28. Juli 1988 zwischen dem MfS-Hauptmann Terpe und Gauck – Deckname „Larve“ – in Rostock geführt worden war. Das sind die entscheidenden Passagen des Dokuments, das 1991 in der „Welt“ „aus Gründen der Authentizität mit allen Schreibfehlern“ publiziert worden war. Die vom Autor eingefügten Zwischenfragen wären mit einiger Sicherheit vor jedem Gericht, das den Sachverhalt zu klären gehabt hätte, gestellt worden.
Ausschnitte aus dem Protokoll (mit eingefügten Zwischenfragen):
„Am 28.07.1988 wurde mit Joachim GAUCK, Pastor der evang.-luth. Landeskirche eine Aussprache durch Gen. Hptm. Terpe durchgeführt. Diese Aussprache war am Abend vorher telefonisch mit Gauck vereinbart worden. Gauck empfing den Mitarbeiter an seiner Wohnungstür und geleitete ihn in sein Arbeitszimmer und bat ihn Platz zu nehmen. Im ersten Teil des Gesprächs wurde durch den Mitarbeiter bezug genommen auf seine am Vortage, während der Terminvereinbarung am Telefon gezeigte ablehnende Haltung zur Wahrnehmung eines Gesprächs mit einem Mitarbeiter des MfS. Gauck begründete dies, daß er persönlich eigene Erfahrungen gemacht hat mit Mitarbeitern des MfS, daß er die Methoden des MfS ablehnt, da eine Vielzahl von Personen aus seiner Gemeinde in den vergangenen Jahren ihm gegenüber offenbart haben, daß sie durch das MfS kontaktiert worden waren. Er persönlich findet es mehr nachteilig für den Ruf des MfS, daß Menschen durch die Kontaktierung durch das MfS seelisch belastet sind, gezwungen werden sollen, zu anderen Personen Aussagen zu treffen, Spitzeldienste und Zuträgerdienste zu leisten und letzten Endes in Zwiespalt gegenüber ihrer persönlichen Auffassung geraten. Ihn selbst belastet dieser Zustand erheblich und er nutzt jede Gelegenheit, um diese Haltung auch öffentlich kund zu tun; dies brachte er auch in der Form dem Mitarbeiter gegenüber zum Ausdruck. Durch den Mitarbeiter wurde G. erklärt, daß das MfS einen durch die Partei erteilten Auftrag hat und diesen Auftrag auch konsequent durchführen wird, um einen grundlegenden Beitrag zur weiteren Entwicklung des Sozialismus zu leisten. Dies wurde durch Gauck so zur Kenntnis genommen.“
Sie kamen nicht auf die Idee, das Gespräch an dieser Stelle abzubrechen und den MfS-Hauptmann aufzufordern, Ihre Wohnung zu verlassen?
„Gauck entgegnete darauf weiterhin, daß er glaubt, daß das MfS ein Staat im Staate sei und durch niemanden kontrolliert werde. Ihm wurde daraufhin entgegnet, daß das MfS, wie schon gesagt ein Organ der Partei ist und auch der Kontrolle der Partei unterliegt und keine eigenständige Politik im Staate zu machen habe. Gauck wollte vom Mitarbeiter wissen, ob er Vorgesetzter oder Unterstellter eines Herrn Herzog war oder ist, der vor cirka zwei Jahren mit noch einem Genossen bei ihm zu Hause eine Aussprache durchgeführt hat.“
Wie würden Sie erklären, daß das Protokoll dieses Gesprächs nirgends aufgefunden wurde?
„G. wurde entgegnet, daß der Mitarbeiter nicht Unterstellter des Herrn Herzog ist. Gauck brachte daraufhin zum Ausdruck, daß er sehr viel Wert darauf lege, jetzt schon von vorneherein zu erklären, daß er nicht gewillt ist, mit nicht kompetenten Mitarbeitern des MfS überhaupt Gespräche zu führen und er sich von vornherein verbieten würde, mit einem kleinen Leutnant des MfS zu sprechen …“
Muß man daraus schließen, daß Sie darauf bestanden, nur mit höheren Chargen des MfS zu verhandeln?
„Insgesamt war Gauck der Meinung, daß der Kirchentag in Rostock eine gelungene Sache war und schätzt das Ergebnis auch als sehr wichtig ein, weil es inhaltliche Neuerungen gebracht hat, die sich deutlich positiv abheben zu den Kirchentagen in Görlitz, Erfurt und Halle. Als besonders hoch schätzte er den begonnenen und doch auf einem hohen Niveau geführten Dialog mit Wissenschaftlern des Bereiches Marxismus/Leninismus der Universität Rostock und der Universität Greifswald ein. Er schätzte diese Maßnahme als einen echten Beitrag für den Beginn des Dialoges zwischen Marxisten und Christen ein und sieht sehr gute Bedingungen für die Weiterführung des Gesprächs auf einer gemeinsamen Grundlage.“
Muß man daraus schließen, daß Sie allen Ernstes den Marxismus/Leninismus ernst nahmen?
„In diesem Zusammenhang bedauerte er es, daß es trotz der positiven Ansätze im Dialog zwischen Christen und Marxisten nicht gelungen ist, einen kompetenten staatlichen Vertreter in die öffentliche Diskussion einzubeziehen. Er bezog sich hier als Beispiel auf das Auftreten von Prof. Reinhold 1987 auf dem Kirchentag in Frankfurt/Main in der BRD und hatte die Absicht einen ähnlich kompetenten Vertreter aus dem Zentralkomitee oder aus dem Staatssekretariat für Kirchenfragen zum Kirchentag in Rostock einzuladen und auch entsprechend auftreten zu lassen, um so auch die Dialogbereitschaft zwischen Christen, Marxisten, staatlichen Vertretern zu realisieren…“
Haben wir richtig gehört: Jemand aus dem Zentralkomitee sollte eingeladen werden? In die Kirche? Was würde wohl Papst Benedikt dazu zu sagen haben?
„Weiterhin führte er aus, daß es ihn bedenklich stimme, daß eine steigende Anzahl von jüngeren wie auch etwas älteren Menschen nur in die SED gehen, um Karriere zu machen, ohne eine politische Bindung an die Ziele und Aufgaben der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zu haben und letzten Endes durch die Mitgliedschaft in der SED ein größerer politischer Schaden zugeführt wird als wie die Wahrnehmung der damit verbundenen Funktion erkennen läßt…“ – usw. usf.
Quelle: Des Großinquisitors Auskünfte. In: Klaus Huhn „Einmarsch der Verbrecher. Wie die Kriminalität den Osten eroberte“. Verlag Das Neue Berlin, 2009, S. 165-173.
Es folgt ein Aufruf von: Reiner Braun (Intern. Friedensbüro), Anke Brunn (Landesministerin a.D.), Prof. Dr. Hertha Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin a.D.), Bärbel Dieckmann (Eh. Präsidentin Welthungerhilfe), Ulrike Eifler (Gewerkschaftssekretärin), Michael Müller (Parl. Staatssekretär a.D.), Helga Schwitzer (ehem. gfVorstand IG Metall), Jörg Sommer (Vors. Deutsche Umwelthilfe) und Willi van Ooyen (Bundesausschuss Friedensratschlag), verbunden mit der Anregung zur Unterstützung.
Anfang der 1980er-Jahre fanden in der Bundesrepublik Großdemonstrationen gegen die Stationierung von Pershing-Raketen statt. Sie waren ein Ausdruck für die Stärke der Friedensbewegung in der deutschen Zivilgesellschaft. In der damaligen DDR forderten ebenfalls viele Demonstranten, „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen. An diesen breiten Friedenswillen knüpfen wir an. Wir fordern ein Ende des Krieges. Wer uns und den Aufruf unterstützen will, kann das tun unter Friedenschaffen.net
PRESSEERKLÄRUNG Nein zu Deutschland als Kriegspartei – Nein zu neuen Mittelstreckenraketen!
Was unser Land braucht, ist eine starke Friedensbewegung, die sich der zunehmenden Militarisierung in der Politik und den öffentlichen Debatten entschieden widersetzt. Das haben wir in den 1980er-Jahren gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen getan, und das tun wir auch heute. In der Ukraine ist die Eskalationsdynamik des Krieges ungebrochen und verschärft sich weiter. An dieser historischen Weichenstellung dürfen wir nicht schweigen.
Vor einem Jahr haben wir mit dem Aufruf „Frieden schaffen jetzt!“, dem sich auch viele Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen angeschlossen haben, den Bundeskanzler aufgefordert, schnell auf einen Waffenstillstand zu drängen und Friedensverhandlungen zu vermitteln. Doch das Töten, die schweren Verletzungen, die Zerstörungen, das Leid und Elend der Menschen gehen weiter. Die Gefahr eines großen Krieges in Europa droht wieder zu einer denkbaren Zukunft zu werden. Dass die unmittelbare Kriegsschuld Russlands außer Frage steht, ändert nichts daran, dass es zuerst um den Frieden gehen muss.
Krieg ist unmenschlich. Wir wissen aus den Katastrophen der beiden Weltkriege: Krieg kennt keine Grenzen in sich. Der Krieg in der Ukraine darf nicht weiter eskalieren und zu einem großen Krieg werden. Doch bei uns wird bei Waffenlieferungen in die Ukraine immer vor „roten Linien“ gewarnt, die nicht überschritten werden dürfen, um sie dann auf inneren oder äußeren Druck doch zu überschreiten. Wir verurteilen die unsägliche Kriegsrhetorik von Politikern der Regierungs- wie der Oppositionsparteien sowie großer Teile der Medien.
Das EU-Europa, das sich in eine wachsende Abhängigkeit gegenüber den USA begeben hat, muss wieder zu einer eigenständigen Friedensmacht werden, in der die Diplomatie im Zentrum steht.
Aus der extrem gefährlichen Cuba-Krise von 1962 hatten beide Supermächte gelernt, dass sie die elementaren Interessen und Bedrohungen des Kontrahenten wahrnehmen müssen. Das ist die Grundlage der Entspannungspolitik. Doch im Ukraine-Krieg geschieht das Gegenteil.
Vieles erinnert schmerzhaft an den Juli des Versagens 1914 vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aber in Deutschland sollen wieder Waffensysteme stationiert werden, die mit sehr kurzen Vorwarnzeiten konventionelle Sprengköpfe und sogar Atomwaffen nach Russland tragen können.
Wir sagen Nein zu landgestützten Raketensystemen, die im INF-Vertrag verboten wurden. Wir sagen Nein zu einem neuen Kalten Krieg, aus dem ein heißer Krieg werden kann. Grenzenlose Aufrüstung ist nicht die „ultima ratio“, sie ist die „ultima irratio“. Die Konflikte und Spannungen der Welt werden größer, wenn der Krieg nicht beendet wird und Russland auf dem Rücken der Ukraine niedergerüstet werden soll. Und im Hintergrund spitzt sich die Rivalität der USA mit der neuen Supermacht China weiter zu.
Die NATO-Staaten werden in der Ukraine faktisch zu Kriegsparteien, wenn sie nicht Aufrüstung und Waffenlieferungen stoppen und zu einer friedlichen Alternative kommen. Die Strategie, den Gegner niederzurüsten, ist von den Militärs der NATO-Führung vorgegeben und verfolgt in erster Linie die Interessen der USA. In Wiesbaden entsteht mit 700 Militärs die Nato Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU), 40 davon stellt die Bundeswehr.
Deutschland droht in den Krieg abzurutschen. Dagegen stehen wir. Auch wenn behauptet wird, dass die NSATU aus der NATO keine Konfliktpartei macht, hat sie nur eine Aufgabe: immer mehr Waffen in die Ukraine zu liefern. Diese Aufrüstung wird in Deutschland koordiniert. Unser Land wird zur Kriegspartei.
Frieden braucht eine „Europäisierung Europas“ und eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur. Mehr Gemeinsamkeit in unserer Welt mit Staaten unterschiedlicher Ordnung kann nur heißen: Nord-Süd-Solidarität, Gemeinsame Sicherheit und Nachhaltigkeit. Wir sagen Nein zu Aufrüstung und Krieg! Wir brauchen eine Politik des Friedens und der Vernunft.
Wir rufen auf, sich an den Friedensaktionen am 6. August und am 1. September an vielen Orten und am 3. Oktober 2024 an der bundesweiten Demonstration in Berlin zu beteiligen und dafür zu werben.
Berlin, den 17. Juli 2024
Weitere Informationen erhältlich bei Reiner Braun (0172 2317475) und Michael Müller (0172 2462125) sowie unter Friedenschaffen.net.
Titelbild: Luftbild von Osten, 1945 USAAF – luftbilddatenbank.de Luftaufnahme der Innenstadt des zerstörten Würzburgs im Herbst 1945
Ein angeblich in fünf Jahren möglicher Angriff Russlands auf die NATO soll die Bürger ängstigen und auf die neue Kriegsrethorik einstimmen. Trotz der zahlreichen Industrieanlagen, die mit umweltgefährdender Technologie und gefährlichen Stoffen – darunter hochgiftigen Chemikalien und Atomanlagen – arbeiten, verweigern sich viele europäische Politiker diplomatischer De-Eskalation und der Einhaltung internationaler Verträge zur gemeinsamen und gegenseitigen Sicherheit – unter Einschluss auch Russlands. Sie „übernehmen“ damit eine Verantwortung für ein Risiko, von dem niemand berechtigt ist, es einzugehen. Von Bernhard Trautvetter.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
„Kein Zweifel, die Mehrzahl der NATO-Chefs meint es sehr ernst. … Vertreter der Allianz halten einen russischen Angriff auf das Bündnisgebiet in fünf Jahren für … wahrscheinlich.“
Alleine die vielen umweltgefährdenden Industrieanlagen in Europa gefährden im Konfliktfall das Leben. Sie zwingen zu einer diplomatischen Politik im Sinne der Charta von Paris der OSZE-Staaten und der USA. Zitat:
„Sicherheit ist unteilbar, und die Sicherheit jedes Teilnehmerstaates ist untrennbar mit der aller anderen verbunden. Wir verpflichten uns daher, bei der Festigung von Vertrauen und Sicherheit untereinander sowie bei der Förderung der Rüstungskontrolle und Abrüstung zusammenzuarbeiten. … In diesem Zusammenhang bekennen wir uns zum Recht der Staaten, ihre sicherheitspolitischen Dispositionen frei zu treffen.“
„Der Hintergrund war, dass Präsident Putin im Herbst 2021 … einen Vertragsentwurf schickte, den die NATO unterzeichnen sollte, um zu versprechen, dass es zu keiner weiteren NATO-Ausdehnung kommen werde. … Und das war eine Vorbedingung dafür, nicht in die Ukraine einzumarschieren. … Das haben wir abgelehnt. Also zog er in den Krieg, um die NATO, um mehr NATO, in der Nähe seiner Grenzen zu verhindern.“ (Übersetzung: B.T.)
Die Politik des Mentalitätswechsels hin zu einer sogenannten Kriegstüchtigkeit, die gegen das Friedensgebot der Verfassung steht, generiert zudem Risiken, die einzugehen niemand das Recht hat. Die politische Führung unseres Landes erweist sich hierbei als unverantwortlich blind gegenüber den Gefahren, die von ihrer Militärpolitik für Mensch und Natur ausgeht: Trotz der zahlreichen Industrieanlagen, die mit umweltgefährdender Technologie und gefährlichen Stoffen, darunter hochgiftigen Chemikalien und Atomanlagen, arbeiten, verweigern sie sich diplomatischer De-Eskalation und der Einhaltung internationaler Verträge zur gemeinsamen und gegenseitigen Sicherheit unter Einschluss auch Russlands. Sie lassen die Bundeswehr und NATO Szenarien durchspielen, die an einen Landkrieg in der vorindustriellen Zeit erinnern: Unter der Überschrift „Autobahnen und Gefangenenlager „Operationsplan Deutschland“: Diese Autobahn ist im Visier“ schrieb t-online:
„Welche Wege fahren Panzer, wenn es zum Krieg mit Russland kommen sollte? Das prüft die Bundesregierung in einem geheimen Bericht. … Im Rahmen des ›Operationsplan Deutschland‹ (OPLAN DEU) sollen … die militärischen und zivilen Anteile einer effektiven Landes- und Bündnisverteidigung in einem Gesamtplan zusammengeführt werden. Er legt fest, welche Wege und Brücken für den Transport genutzt und wo Rastplätze zur Verfügung stehen und wie diese geschützt werden können. … Während der Durchreise muss …auch für die Versorgung und Unterbringung der Truppen gesorgt werden. Dafür werden Großküchen, Feldbetten, Zelte und Treibstoff benötigt. Dazu kommen Vorbereitungen des THW für Störaktionen und Aufräumarbeiten auf Verkehrswegen.
Konkreter könnte das wie folgt aussehen: Alle 300 bis 500 Meter müssen die Konvois die Möglichkeit haben, zu stoppen. Ausweichrouten und Flächen an Flüssen für Behelfsbrücken müssen ebenfalls ausgemacht werden, sollten Straßen und Brücken nicht mehr intakt sein. Auch Pläne für ein Kriegsgefangenenlager soll es für den Fall bereits geben.“
Die verantwortlichen Politiker/innen und Militärs erweisen sich als unfähig, Schaden für die Menschen abzuwenden, denn auf keinem Kontinent der Welt gibt es so viele Kernreaktoren wie in Europa:
„Es ist also nicht verwunderlich, dass Deutschland, selbst wenn hier keine Atomkraftwerke mehr in Betrieb sind, nicht vor einem nuklearen Unfall sicher ist. In Polen, in Frankreich und in den osteuropäischen Staaten werden alte Kernkraftwerke betrieben und der Bau neuer geplant. So erwägt Polen etwa den Neubau eines AKWs in der Nähe von Danzig. In Tschechien, der Slowakei und in Ungarn stehen alte Kernkraftwerke, die noch aus Sowjetzeiten stammen und sehr anfällig für Störungen sind. In der Ukraine und auch in Russland um St. Petersburg gibt es die größten und auch die unsichersten Atomkraftwerke Europas. Und bei unserem französischen Nachbarn liegen 14 Kraftwerke wie an einer Perlenschnur aufgereiht im Rhonetal.“
„In Deutschland gibt es rund 3.800 Anlagen, die unter die Störfallverordnung fallen, zum Beispiel Chemiefabriken oder Lager für gefährliche Stoffe. Zur Information der Öffentlichkeit werden Angaben zu diesen Betrieben in einer europäischen Datenbank vorgehalten, etwa zum Betreiber und zu Standort und Art der Anlage. Die Datenbank wurde zum Ende des Jahres 2021 aktualisiert.“
Der Amtseid der Bundesregierung beinhaltet die Aufgabe, Schaden von den Menschen abzuwenden. Und sie verkaufen ihre brandgefährliche Politik als Sicherheitspolitik. Sicherheit gibt es in unserer Zeit nicht gegen einen Staat, schon gar nicht gegen eine Atommacht. Die Regierungen der NATO-Staaten betreiben eine Politik gegen die Menschen in ihren Staaten. Die Friedensbewegung wird darauf mit Herbstaktionen und dem Antikriegstag reagieren.