„Es drohte, Frieden auszubrechen“

Ein Artikel von Christine Born

Der Friedensforscher Werner Ruf spricht im Interview mit den NachDenkSeiten über die zunehmende Militarisierung von Politik und Gesellschaft und über die gefährliche Strategie der NATO-Osterweiterung. Er betont, dass eine Friedensregelung mit der Ukraine noch im April 2022 möglich gewesen wäre. Die europäischen Staaten, also auch Russland und die Ukraine, würden diesen Krieg nicht brauchen, so Ruf. Die USA würden ohne eigene Soldaten einen Stellvertreterkrieg führen. Von Christine Born.

Dr. phil. Werner Ruf (*1937) beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Friedens- und Konfliktforschung. Er absolvierte vier Jahre Forschungsaufenthalt in Nordafrika, hatte Professuren in den USA und Frankreich inne und lehrte von 1982 bis 2003 an der Universität Kassel mit den Schwerpunkten internationale und intergesellschaftliche Beziehungen und Außenpolitik. Dazu kam seine Gutachtertätigkeit für die EU-Kommission, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). [1] Auch als Fachjournalist und -autor ist Werner Ruf bekannt. [2]


Wie beurteilen Sie die starken Aufrüstungsbestrebungen in Deutschland bzw. in der NATO?

Die Aufrüstungsbemühungen der NATO gegenüber Russland starteten etwa ein Jahrzehnt nach der Wende auf drei Ebenen: mit der NATO-Osterweiterung, dem Nichteinhalten von Friedens- und Rüstungskontrollverträgen und mit Großmanövern, die in ihren Szenarien einen Konflikt mit Russland festschreiben.

1999 begann die NATO-Osterweiterung. Polen, Ungarn und Tschechien wurden zuerst Mitglieder, weitere folgten. Von 16 Mitgliederstaaten im Jahr 1999 ist das Verteidigungsbündnis bis heute auf 32 Mitglieder angewachsen. [3] Damit wurde das Bündnisgebiet bis an die Grenzen der Russischen Föderation erweitert. Eine vertragliche Vereinbarung zum Verzicht auf diese Osterweiterung gab es nicht, jedoch wurde, wie später mehrfach belegt, auf höchster Verhandlungsebene eine solche Erweiterung in zahlreichen mündlichen Vereinbarungen ausgeschlossen. Mehr wäre zum damaligen Zeitpunkt auch gar nicht möglich gewesen, weil ja die Warschauer Vertragsorganisation noch bestand, in der die Mehrzahl der heutigen neuen NATO-Mitglieder zusammengeschlossen waren. Wie anders sollte Russland die Schaffung einer neuen Bündniskonstellation begreifen denn als einen Vormarsch des Westens? Und natürlich traf die NATO die Entscheidungen über die Aufnahme von Neumitgliedern allein, Einwände Russlands dagegen wurden nicht gehört.

Welche Verträge waren bedeutsam?

Von deutschem Boden wird nur Frieden ausgehen [4]ist ein Grundprinzip des 2+4-Vertrags, der die Vereinigung Deutschlands und seine Stellung im internationalen System nach dem Vertrag der Siegermächte in Potsdam (1945) endgültig regelte. Der Zwei-Plus-Vier-Vertrag vom September 1990 zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier Siegermächten des Zweiten Weltkrieges (USA, UdSSR, F, GB) verwies ausdrücklich auf das Prinzip der gemeinsamen Sicherheit. „Entschlossen die Sicherheitsinteressen eines jeden zu berücksichtigen.“ [5] Der Vertrag stellte die endgültige innere und äußere Souveränität des vereinten Deutschlands her und legte die Personalstärke der Bundeswehr fest. Deutschland verzichtete darin auf die Herstellung, die Verfügung über und den Besitz von ABC-Waffen sowie auf das Führen von Angriffskriegen. [6]

Welche Verträge wurden gekündigt?

Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge, die zu Ende des Kalten Krieges geschlossen wurden, wurden gekündigt. Insbesondere der INF-Vertrag, der bereits 1987 geschlossen wurde und die Stationierung von Raketen und Marschflugkörpern mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 km in Europa untersagte. Die USA kündigten den Vertrag 2019. Russland verließ ihn daraufhin ebenso. Gekündigt haben die USA auch schon 2001 den ABM-Vertrag, der die Zahl der gegen angreifende Raketen gerichteten Raketen begrenzte. Es handelt sich also um ein Vertragswerk, das gegen Verteidigungswaffen gerichtet war. Sein Sinn: das sogenannte „Fenster der Verwundbarkeit“ offenzuhalten und durch die bewusste Inkaufnahme der Gefährdung Frieden zu sichern.

Von entscheidender Bedeutung für Entspannung und die Herstellung eines Zustands gemeinsamer Sicherheit galt der KSE-Vertrag, der Vertrag über Konventionelle Sicherheit in Europa [7] , mit dessen Erarbeitung etwa zeitgleich mit dem 2+4-Vertrag und der Charta von Paris (1990) begonnen wurde. Dieses monumentale Vertragswerk listet alle konventionellen Waffensysteme in Europa auf und benennt diejenigen, die nicht, teilweise oder ganz abgerüstet werden sollten. Ziel des Vertragssystems war die Herstellung der strukturellen Angriffsunfähigkeit der Vertragspartner. Den KSE-Vertrag haben ratifiziert: Russland, Ukraine, Belarus und Kasachstan [8] – aber kein NATO-Mitglied. Russland hat sich aus dem Vertrag inzwischen zurückgezogen.

Zusammenfassend: Die 16 NATO- und die sechs Warschauer-Pakt-Staaten planten, die konventionellen Streitkräfte in Europa vom Atlantik bis zum Ural zu reduzieren und zu kontrollieren. In der Charta von Paris [9] verkündeten die Regierungschefs der 34 KSZE-Staaten feierlich das Friedenskonzept für Europa. Das „Zeitalter der Konfrontation und der Teilung Europas“ hätte mit diesem Vertrag ein Ende gehabt. [10] Es sah tatsächlich so aus, als würde der Frieden ausbrechen. Er sollte gewährleistet werden durch die in Helsinki geschaffene Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit, KSZE, die später institutionalisiert wurde als OSZE, „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“. [11] Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin erinnerte mit einer legendären Rede im September 2001 im Bundestag, also zwei Jahre nach Beginn der NATO-Osterweiterung, an die gemeinsamen Friedensziele und Vereinbarungen. [12] Diese Rede sollte man sich nochmal anhören.

Als weitere Aufrüstungsschritte sind die Großmanöver der NATO („Defender“) zu sehen, die sich mit ihrer „Abschreckung an der Ostflanke“, so wie jetzt aktuell „Steadfast Defender 2024“, gegen Russland richten, dem dabei wiederholt unterstellt wird, dass es den Westen angreifen will. [13] Alle diese Erfahrungen mit „dem Westen“ kann Russland kaum als vertrauensbildende Maßnahmen einordnen.

Warum sind die NATO-Staaten von den hart erarbeiteten friedlichen Lösungen wieder abgerückt?

Scharnierstelle war die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Deutschland hatte danach kein Besatzungsproblem mehr, sondern wurde ein ernstzunehmender selbstständiger Sicherheitspartner. Deutschland und Frankreich positionieren sich seitdem als Militärmächte und geraten darüber sogar in Konkurrenz. Es begann um 2014 eine erneute Aufrüstung in allen NATO-Staaten. [14] Zwei Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts jedes Mitgliedslandes sollen in die Verteidigung investiert werden, ein Richtwert, der innerhalb der NATO festgelegt wurde. [15] Erneut wurde damit Abschreckung zur Sicherheitsdoktrin, ein Konzept, das die Friedensforschung nicht für zielführend hält, da es nur zur spiralförmig wachsenden wechselseitigen Aufrüstung und sich steigerndem Misstrauen führt. Das Erfolgsrezept für Frieden lautet: Sicherheit ist, wenn der andere sich sicher fühlt.

Von mehr Rüstung erwartet sich die EU schließlich auch mehr Mitbestimmung innerhalb des NATO-Bündnisses. US-Präsident Donald Trump wurde und wird im Falle eines zweiten Mandats außerdem als unzuverlässig wahrgenommen. Und so wird die Frage gestellt: Müssen die europäischen Staaten in der NATO sich künftig selbst – ohne die Unterstützung der USA – verteidigen? Muss die EU eine eigenständige Abschreckungsarchitektur aufbauen? Diese Vorstellung ist eine starke Triebkraft für eine Aufrüstung innerhalb der EU.

Wie stellt sich die USA denn grundsätzlich zu den Friedensbemühungen zwischen Ost und West?

Die USA kündigten – unter Zustimmung der NATO – 2019 unter Trump den ersten Abrüstungsvertrag der Nachkriegszeit, den INF-Vertrag von 1987. [16] Dieser betraf alle Mittelstreckenraketen zwischen 500 und 5.500 Kilometern Reichweite und besagte, dass in Europa kein Atomwaffeneinsatz zwischen europäischen Mächten mehr möglich wäre.

Diese Vertragskündigung erhöht natürlich das Gefährdungspotenzial für Europa.

Die Abrüstungsbemühungen in den oben genannten Verträgen wurden in den USA einerseits positiv bewertet, aber die Neokonservativen, die sogenannten Neocons, stimmten nicht zu. Sie wollen die hegemoniale (Militär-)Macht der USA unbedingt erhalten und die Regeln in der Welt bestimmen. Sie gehen auf Konfrontationskurs und akzeptieren nur ein unipolares System. Hierzu ein Zitat des Publizisten Charles Krauthammer aus der Zeitschrift Foreign Affairs 1/1990: „Unsere beste Hoffnung auf Sicherheit ist Amerikas Stärke und die Willenskraft, eine unipolare Welt zu führen und ohne Scham die Regeln der Weltordnung festzulegen und auch durchzusetzen.“

Auch die Lobby-Gruppe des „Project for a New American Century“ (PNAC), in der sich hohe Militärs, die großen Rüstungskonzerne, Wissenschaftler und konservative Politiker absprechen, spielt bei dieser US-Machtpolitik eine wichtige Rolle. Seit 2009 heißt die Nachfolgeorganisation Foreign Policy Initiative (FPI). Es handelt sich hier um einen kleinen Clan, der aber wichtige Schlüsselpositionen an den Hebeln der Macht besetzt. Präsident Eisenhower nannte solche Zusammenschlüsse aus Kapitalinteressen, Politik, Militär und willfähriger Wissenschaft den „Militärisch-Industriellen Komplex“, der, weil außerhalb jeder demokratischen Kontrolle, eine Gefährdung der Demokratie in den USA darstelle. [17]

Zurück zum Jetzt: Eine Friedensregelung mit der Ukraine verhinderten die USA und Großbritannien im April 2022, also zwei Monate nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine, indem sie die Verhandlungen in Istanbul zum Scheitern brachten. Dazu schrieb u.a. General a.D. Harald Kujat, vormals Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, in der Berliner Zeitung: „Es bestehen kaum noch Zweifel darüber, dass diese Friedensverhandlungen am Widerstand der Nato und insbesondere dem der USA und der UK scheiterten. Ein derartiger Friedensschluss wäre einer Niederlage der Nato, einem Ende der Nato-Osterweiterung und damit einem Ende vom Traum einer von den USA dominierten Welt gleichgekommen.“ [18]

Wie ordnen Sie die momentane Kriegspropaganda ein?

Da werden uralte Feindbilder bemüht. Russen werden als „Untermenschen“ dargestellt. Viele wissen nicht, dass etwa 27 Millionen als „slawische Untermenschen“ abgewertete Menschen im Zweiten Weltkrieg starben, zwei Drittel davon waren Zivilisten. [19] Ich bekam als Fünfjähriger mit, was ein Onkel bei einem Urlaub von der Ostfront erzählte. Die Bewohner der Dörfer, durch die die Wehrmacht marschierte, mussten Gruben ausheben. Und dann wurden Männer, Frauen und Kinder mit Maschinengewehren dort hineingeschossen. Mein Onkel als Kompaniechef musste in die Grube steigen und denen, die danach noch lebten, den „Gnadenschuss“ geben. Er sagte, er könne das nicht mehr aushalten. Über diese Massenmorde spricht heute kein Mensch mehr. Es ist erschreckend, dass sich geradezu auf Knopfdruck ein Rassismus wieder herstellen lässt, der an die NS-Zeit erinnert.

Besteht eigentlich ein Interesse an Krieg?

Im Prinzip nein. Die europäischen Staaten, also auch Russland und die Ukraine, brauchen diesen Krieg nicht. Deshalb erreichten sie auch relativ schnell das Ziel der Verhandlungen von Istanbul im März/April 2022. Es sah vor: Die Neutralität der Ukraine und die Rückgabe der von Russland eroberten Gebiete im Osten des Landes. Die USA und die NATO aber verhinderten die Umsetzung dieses Verhandlungsergebnisses. Sie wollen, wie das auch die deutsche Außenministerin gefordert hat, „Russland ruinieren“. Die USA führen hier ohne eigene Soldaten einen Stellvertreterkrieg. Möglicherweise, um es von der vielfach erwarteten großen Auseinandersetzung mit China im Vorhinein auszuschließen und die NATO zum entscheidenden Faktor auf dem eurasischen Festland zu machen.

Und es gibt erschreckende Kriegssignale bei uns. Es werden Luftschutzbunker gebaut. Die Wehrpflicht soll wieder eingeführt werden, „wehrfähige Menschen“ sollen erfasst werden. [20] Es soll jetzt einen Veteranentag geben. Die Krankenhäuser sollen „kriegstüchtig“ werden. Und Bundeskanzler Scholz setzte den ersten Spatenstich für eine neue Rüstungsfabrik. [21] [22] Die Rüstungsindustrie – nicht aber die Menschen – profitiert von all dem in hohem Maße. Der Krieg findet schon in den Köpfen statt. Die Kriegsbereitschaft in der Bevölkerung soll erhöht werden.

Es wird den Menschen Angst vor „den Russen“ gemacht, so dass bei vielen der Eindruck entsteht, man müsse sich dringend wehren. Leider erkennen die Menschen oft nicht, dass dieses eskalierende Vorgehen einen militärischen Großkonflikt nicht verhindert, sondern befördert. Es gibt wohl auch bei der Mehrheit der Bevölkerung keine Vorstellung mehr von dem großen Leid eines Krieges – von der wachsenden Gefahr eines Atomkrieges ganz zu schweigen. Die meisten kennen Krieg nur aus dem Fernsehen oder aus Computerspielen. Das ist beängstigend, denn vor gut dreißig Jahren waren wir schon einmal weiter auf dem Weg zum Frieden. Alle jungen Menschen möchte ich ermutigen, sich für den Frieden einzusetzen, Kriegsparolen grundsätzlich kritisch zu hinterfragen und sich an den Satz von Willy Brandt zu erinnern: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“

Titelbild: Wasan Tita / Shutterstock


[«1Homepage – Prof. Dr. Werner Ruf (werner-ruf.net)

[«2‘Vom Underdog zum Global Player’ von ‘Werner Ruf’ – Buch – ‘978-3-89438-728-0’ (thalia.de)

[«3Infografik: Karte: NATO-Osterweiterung – n-tv.de

[«4Artikel 2 | Zwei-plus-Vier-Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland | bpb.de

[«5Präambel | Zwei-plus-Vier-Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland | bpb.de

[«6Artikel 3 | Zwei-plus-Vier-Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland | bpb.de

[«7kse-vertrag-data.pdf (auswaertiges-amt.de)

[«8Deutscher Bundestag – KSE-Vertrag: 25 Jahre Sicherheit für Europa

[«9untitled (osce.org)

[«1019. – 21. Nov. 1990 | Deutschland-Chronik bis 2000 | bpb.de

[«11Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa | OSCE

[«12Wladimir Putin – Rede am 25. September 2001 vor dem Deutschen Bundestag (nur deutschsprachiger Teil) – YouTube

[«13Grösstes Nato-Manöver seit Jahrzehnten: Operation «Steadfast Defender 2024»: (nzz.ch)

[«14Die NATO | Deutsche Verteidigungspolitik | bpb.de

[«15Verteidigungsausgaben: Woher stammt das Zwei-Prozent-Ziel? | tagesschau.de

[«16Kündigung des INF-Vertrags: NATO unterstützt die USA | tagesschau.de

[«17militärisch-industrieller Komplex [] (inkrit.de)

[«18Ukraine-Krieg: Wie die Chance für eine Friedensregelung vertan wurde (berliner-zeitung.de)

[«19Wie der Zweite Weltkrieg Russland geprägt hat | Euronews

[«20Bundeswehrverband: Alle wehrfähigen Menschen in Deutschland sollen erfasst werden (berliner-zeitung.de)

[«21Bundestag beschließt Veteranentag am 15. Juni – ZDFheute

[«22Scholz fordert Waffenproduktion in Großserie | tagesschau.de

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss deckt auf: Einsatz von US-Agenten gegen Nord Stream 2

Florian Warweg

Ein Artikel von: Florian Warweg

Aus Zeugenaussagen in einem derzeit laufenden Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Mecklenburg-Vorpommern geht hervor, dass Mitarbeiter von US-Geheimdiensten direkt in dem nördlichen Bundesland agierten, um die Fertigstellung von Nord Stream 2 mit geheimdienstlichen Mitteln zu verhindern. Der Obmann der dortigen SPD-Fraktion, Thomas Krüger, belegte dies anhand von konkreten Beispielen. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, wie die Bundesregierung diese belegte Einmischung von US-Geheimdiensten in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland, namentlich die Planung und Organisation der Energieinfrastruktur, bewertet. Von Florian Warweg.

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Statt russische deckt Untersuchungsausschuss versehentlich US-Einflussoperationen auf

Am 28. Juni 2024 hatte der laufende Untersuchungsausschuss des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern zur Aufarbeitung der Anfang 2021 von der damaligen Landesregierung ins Leben gerufenen Stiftung Klima- und Umweltschutz (SKU) mehrere Vertreter von Umweltinstitutionen in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Die SKU war gegründet worden, um den Bau von Nord Stream 2 trotz (völkerrechtswidriger) US-Sanktionen fertigzustellen. Bei der Befragung waren brisante Details zum Agieren von US-Geheimdiensten zur Verhinderung der Erdgas-Pipeline ans Licht gekommen. So erklärte der Obmann der SPD-Fraktion, Thomas Krüger, im Anschluss an diese Sitzung:

„Beiden Zeugen haben heute ausgesagt, dass sich Vertreter US-amerikanischer Geheimdienste bei Umweltverbänden in Mecklenburg-Vorpommern offensiv für eine Verhinderung von Nord Stream 2 einsetzten und ihre Unterstützung anboten. Ein Vertreter der Geheimdienste habe sich auch mit einem Zeugen direkt vor Ort getroffen und seinen Einsatz u.a. mit US-amerikanischen Interessen begründet.“

Diese Entwicklung ist nicht ganz frei von Ironie. Denn ursprünglich war der Untersuchungsausschuss von den Oppositionsparteien CDU, Grünen und FDP ins Leben gerufen worden, um die „Rolle der Landesregierung und der Stiftung Klima- und Umweltschutz MV bei der Fertigstellung der Pipeline Nord Stream 2“ und Verbindungen der Stiftung zu Russland unter die Lupe zu nehmen:

Doch statt wie wohl von der schwarz-grün-gelben Opposition gehofft, Verbindungen zur russischen Auslandsspionage wie GRU oder SWR (Dienst für Außenaufklärung) aufzudecken, hat der seit dem 17. Juni 2022 tagende Untersuchungsausschuss jetzt mutmaßliche NSA- und CIA-Aktivitäten ans Licht gebracht. Und die haben es in sich. Denn nicht nur haben US-Geheimdienste versucht, siehe die zuvor zitierten Darlegungen des SPD-Obmanns, Einfluss auf deutsche Umweltverbände zu nehmen, sondern auch auf die zuständige Genehmigungsbehörde für die Erdgasleitung, das Bergamt Stralsund. Wie der Nordkurier berichtet, habe der Chef der Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee in derselben Sitzung ausgesagt, ein US-Amerikaner, der sich als Vertreter des US-Energieministeriums ausgegeben hätte, sei auf ihn zugekommen und habe gefragt, was er gegen den Bau der Pipeline unternehmen würde.

Der Zeugenaussage nach soll derselbe US-Amerikaner auch in anderen Staaten versucht haben, Widerstand gegen Nord Stream 2 zu organisieren, und sei in der zuständigen Genehmigungsbehörde für die Erdgasleitung „ein und aus gegangen“.

Die fragwürdige Haltung der Bundesregierung

Es ist mehr als bezeichnend, dass weder die Vize-Regierungssprecherin noch der Vertreter des Auswärtigen Amtes von den Aufdeckungen des Untersuchungsausschusses zur beschriebenen Rolle von US-Agenten Kenntnis hatten. Ebenso bezeichnend erscheint es, dass beide Regierungsvertreter in dieser versuchten massiven Einflussnahme auf die Organisation und Planung der zivilen Energieinfrastruktur der Bundesrepublik keine Einmischung in innere Angelegenheiten erkennen wollen. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie anders die Reaktion auf der BPK und auch in der medialen Berichterstattung (bisher berichteten nur Nordkurier und Berliner Zeitung) ausgefallen wäre, wenn ein ähnliches Vorgehen nicht von US-, sondern von russischen oder chinesischen Geheimdiensten aufgedeckt worden wäre …

Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 10. Juli 2024:

Frage Warweg
Aus Zeugenaussagen im derzeit laufenden Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Klimaschutzstiftung geht hervor, dass Mitarbeiter von US-Geheimdiensten direkt in Mecklenburg-Vorpommern agiert hatten, um die Fertigstellung von Nord Stream 2 zu verhindern. Die US-Geheimdienst-Mitarbeiter seien laut dem Obmann der SPD-Fraktion, Thomas Krüger, unter anderem in der Genehmigungsbehörde für die Erdgasleitung – das ist das Bergamt Stralsund – ein- und ausgegangen und hätten entsprechend Druck ausgeübt. Da würde mich interessieren: Wie bewertet die Bundesregierung diese nun belegte Einflussnahme des US-Geheimdienstes in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik, namentlich die Planung der Energieinfrastruktur?

Vize-Regierungssprecherin Hoffmann
Ich mache mir Ihre Äußerungen hier ausdrücklich nicht zu eigen und verweise darauf, dass die Ermittlungen zu Nord Stream von der zuständigen Bundesanwaltschaft geführt werden. An die sind auch bitte Fragen zu richten.

Zusatz Warweg
Entschuldigung, das war jetzt komplett am Thema vorbei! Wir sprechen hier von der Einflussnahme von US-Agenten auf den Genehmigungsprozess von Nord Stream 2. Das habe ich, glaube ich, auch so deutlich gemacht. Das hat null mit dem Generalbundesanwalt zu tun. Es geht darum, dass dieser Parlamentarische Untersuchungsausschuss jetzt zu dem Schluss gekommen ist, dass Agenten von diversen US-Geheimdiensten vor Inbetriebnahme Einfluss auf den Genehmigungsprozess genommen haben.

Hoffmann
Aber Sie beziehen sich hier auf Presseberichte, die ich nicht kommentiere.

Zusatzfrage Warweg
Aber es sind keine Presseberichte. Das ist der Parlamentarische Untersuchungsausschuss. Da würde ich zumindest gerne wissen – wenn nicht vom BPA, dann vom Auswärtigen Amt -, ob diese Art der Einflussnahme durch einen ausländischen Geheimdienst als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik gewertet wird.

Wagner (AA)
Ich habe dem, was die stellvertretende Regierungssprecherin eben gesagt hat, nicht viel hinzuzufügen. Herr Warweg, wenn ich mir Ihre Frage anhöre und mich noch einmal daran erinnere, wie damals die Debatte um Nord Stream war, gab es, glaube ich, a) kein Geheimnis darum, wie die US-Regierung zu diesem Projekt stand, und b) ist das Projekt ja realisiert worden. Insofern verstehe ich nicht ganz die Stoßrichtung Ihrer Frage und was Sie damit implizieren.

Zusatz Warweg
Ob das genehmigt wurde oder nicht, spielt ja jetzt überhaupt keine Rolle. Es geht darum, dass ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu dem Schluss gekommen ist – –

Hoffmann (falsche Zuordnung durch Protokollführer, korrekt ist: Vorsitzende Buschow; F.W.)
Herr Warweg, ich werde nicht müde, immer wieder zu sagen: Es ist schwierig, wenn wir hier in Diskussionen verfallen. Ich bitte, so etwas bilateral zu machen.

Zusatz Warweg
Das ist ja keine Diskussion.

Hoffmann (hier ebenfalls korrekterweise: Vorsitzende Buschow; F.W.)
Sie können gerne eine Frage stellen. Aber das fing jetzt eher wieder wie eine längere Ausführung an. Stellen Sie also gerne eine Frage.

Zusatzfrage Warweg
Ja, weil es hier eine Unterstellung gab. Die wird von der anderen Seite ja auch getätigt. Darauf darf man, denke ich, adäquat antworten.

Aber um das noch einmal klarzumachen: Die jetzt herausgekommene versuchte Einflussnahme von US-Agenten auf den Genehmigungsprozess wird von der Bundesregierung nicht als Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik gewertet?

Wagner (AA)
Ich weiß nicht, auf was Sie sich beziehen. Ich kenne diese Berichte und diese Aussagen nicht. Insofern fällt es mir schwer, die hier zu kommentieren. Aber ich sage Ihnen noch einmal: Ich glaube, die Haltung der US-Regierung zu dem Projekt ist damals, jedenfalls nach meiner Erinnerung, sehr klar gewesen. Deshalb sehe ich da jetzt auch keine Einmischung.

Zusatz Warweg
Und das rechtfertigt den Einsatz von Geheimdienstmitarbeitern auf zivile – –

Wagner (AA)
Das ist ja Ihre Unterstellung, Herr Warweg. Dazu kann ich nichts sagen.

Zuruf Warweg
Nein, das ist das Ergebnis des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses! Das sollten Sie doch wissen!

Vorsitzende Buschow
Herr Warweg, ich beende jetzt tatsächlich die Diskussion, weil es offensichtlich ein Missverständnis zu geben scheint, dass Sie etwas wissen wollen, was nicht bekannt ist. Ich glaube, das führt an der Stelle jetzt nicht weiter.

Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 10.07.2024

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Steuer- oder Staatsschuldenreform?

Ein Artikel von Paul Steinhardt

Die Forderung nach einer Reform der Schuldenbremsen findet immer mehr Befürworter. Was auf den ersten Blick als politischer Fortschritt erscheinen mag, erweist sich allerdings als ein für gemeinwohldienliche Zwecke untaugliches Mittel mit äußerst gefährlichen Nebenwirkungen. Demokraten sollten daher zur Finanzierung zusätzlicher Kollektivgüter auf Steuerreformen drängen. Von Paul Steinhardt.

„Klimapolitik“ – verstanden als der Versuch, mit staatlichen „Anreizen“ Verhaltensänderungen zu bewirken, die in der Lage sind, die Erderwärmung zu stoppen – ist offensichtlich zum Scheitern verurteilt. Auf der politischen Tagesordnung sollten daher Anpassungen an den Klimawandel stehen, die, wie Wolfgang Streeck überzeugend argumentiert, „viel weniger abstrakt“ sind und einen „unmittelbar einleuchtenden Nutzen“ haben.

Womit die Frage aufgeworfen ist, warum sich dann die Politik die Rettung des Weltklimas auf die Fahnen geschrieben hat. Nach Meinung Streecks, weil sich die Kosten der Klimapolitik privatisieren lassen, während „Anpassung […] kollektive Güter, die kollektiv zu finanzieren sind, erfordert“. Die meisten kapitalistischen Länder könnten aber solche Finanzierungen nicht mehr stemmen, weil „immer höhere Kosten für die technische Vor- und Nachbereitung sowie die soziale Legitimation kapitalistischer Produktion im Verhältnis zu ihren Erträgen“ anfielen.

Womit Streeck insinuiert, ein Staat müsse die Staatsausgaben aus seinen „Erträgen“ in Form von Zwangsabgaben wie Steuern refinanzieren. Bereits Johann Gottlieb Fichte hat erkannt, dass dieses „Müssen“ nur für Staaten gilt, die nicht über ein Geldschöpfungsmonopol verfügen. Ein Staat dagegen, dem es exklusiv erlaubt sei, Geld zu „drucken“, habe niemals ein Finanzierungproblem, denn Steuern kämen in diesem Fall lediglich die Funktion zu, „dem Landesgelde die allgemeine Gültigkeit zu versichern“.

Den Weg hin zu „Geldsouveränität“ in diesem Sinne sehen viele Ökonomen mit den Staatsanleihekaufprogrammen der EZB beschritten, was die Mehrheit der Ökonomenzunft als Ausdruck einer „fiskalischen Dominanz“ verurteilt und eine (wachsende) Minderheit als Ausdruck „wirtschaftlicher Vernunft“ begrüßt.

Im Folgenden möchte ich mit Argumenten aus meinem Buch „Die Europäische Zentralbank: Herrschaft abseits von Volksouveränität“ kurz begründen, warum es aus einer Gemeinwohlperspektive politischer klüger ist, statt auf eine Reform von Staatsschuldenbremsen auf Steuerreformen zu setzen.

Konstitutionalisierung des Steuerstaatsprinzips

Schuldenbremsen dienen dazu, staatliche Ausgaben weitestgehend unter einen steuerlichen Finanzierungsvorbehalt stellen zu können. In Art. 109 (3) Satz 1 des Grundgesetzes wird unmissverständlich festgehalten, dass „die Haushalte von Bund und Ländern grundsätzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen sind“. Das heißt, Staatsausgaben sollen weitgehend eine Funktion der Steuereinnahmen sein, um damit der „Verschwendungssucht“ demokratisch legitimierter Volksvertreter eine Grenze zu ziehen.

Das erklärt, warum für erhöhte staatliche Ausgaben nun verstärkt eine „Reform“ der Regeln der Staatsverschuldung immer mehr Anhänger findet. Insbesondere die Grünen möchten Staatsausgaben – sei es nun für den „Kampf“ gegen den beschworenen Klima-GAU oder gegen das Böse namens „Putin“ – ermöglichen, für die Steuerzahler vermutlich nicht bereit sind zu bezahlen; was schon einmal ein guter Grund ist, einer Reform der Regeln der Staatsverschuldung mit Skepsis zu begegnen.

Vor allem aber ist eine Reform der Schuldenbremsen beliebig unwahrscheinlich, denn das Steuerstaatsprinzip ist auf allen politischen Ebenen konstitutionalisiert. Schon eine Reform der deutschen Schuldenbremse im Grundgesetz dürfte daran scheitern, dass sich dafür die erforderlichen politischen Mehrheiten nicht finden lassen. Darüber hinaus ist sie ohne eine vorausgehende Reform der europäischen Fiskalregeln kaum denkbar. Alle diesbezüglichen Versuche sind aber im Sande verlaufen – aus nachvollziehbaren Gründen: Fiskalpolitik ist ein Mittel, um sich im europäischen Standortwettbewerb einen Vorteil zu verschaffen.

Es herrscht weitgehend Einigkeit, dass eine flexiblere Fiskalpolitik daher eine Fiskalkapazität auf der europäischen Ebene erforderlich macht. Den dafür erforderlichen Kompetenztransfer von der nationalen auf die europäische Ebene mag man sich zwar wünschen, aber er ist beliebig unwahrscheinlich. Es dürfte kein Land bereit sein, fiskalische nationale Kompetenzen auf Organe der EU zu transferieren.

Die EZB: Weißer oder schwarzer Ritter?

Scheitert die Schuldenfinanzierung als Alternative zur Steuerfinanzierung aber nicht – wie Streeck behauptet – schon an der Tatsache, dass „potenziell kreditgebende Kapitalbesitzer eine weitere dramatische Erhöhung der staatlichen Schuldenlast ohne Erhöhung ihrer Risikoprämie und ohne drastische Senkung von anderweitigen Ausgaben der öffentlichen Haushalte“ „nicht hinnehmen würden“?

Keineswegs. Zur Lösung dieses Problems kann die EZB ein entsprechendes Staatsanleihen-Kaufprogramm auflegen. Die „Kapitalbesitzer“ haben dann guten Grund, Staatsanleihen zu zeichnen, denn es wird ihnen eine Rendite garantiert, da das Bonitätsrisiko in diesem Fall von der EZB übernommen wird. Die von der EZB seit 2016 aufgelegten Staatsanleihen-Aufkaufprogramme haben exakt diesen Effekt.

Die Staatsanleihenkäufe werden nichtsdestotrotz von insbesondere „progressiven“ politischen Kräften überwiegend gutgeheißen. Das Bundesverfassungsgericht hat 2020 diese staatlichen Subventionen des Finanzsektors dagegen als demokratisch nicht legitimiert kritisiert. Sie hätten ökonomische Verteilungswirkungen gehabt, die unabdingbar einer Verhältnismäßigkeitsprüfung durch gewählte Volksvertreter bedürft hätten.

War es aber nicht gerade die Tatsache, dass die EZB ihre Entscheidungen ohne vorherige langwierige demokratische Prozeduren treffen konnte, die es ihr erlaubten, beherzt den oftmals irrationalen Finanzmärkten die Stirn zu bieten? Diese Frage wird von progressiven Ökonomen uneingeschränkt bejaht. Darüber hinaus wird die EZB dafür gelobt, für ihre Mitgliedsländer fiskalpolitisch in die Bresche gesprungen zu sein.

Ausgeblendet wird von diesem „Weißen Ritter-Narrativ“, dass die EZB ihre Geldmacht in Griechenland, Zypern, Portugal, Irland, Spanien und Italien zwischen 2011 und 2015 zum Einsatz gebracht hat, um „Strukturreformen“ gegen den Willen gewählter Volksvertreter und auf Kosten der Mehrheit der Bürger dieser Länder zu erzwingen. Hat die EZB sich aber nicht mit dem Start der Staatsanleihenkäufe 2016 von einem fiskalpolitischen Falken zu einer fiskalpolitischen Taube gewandelt?

Wie immer man diese Frage beantworten mag, es ist klar, dass man ihr mit den Ankaufprogrammen ein Mittel an die Hand gegeben hat, der Fiskalpolitik gewählter Regierungen einen Riegel vorzuschieben. Davon Gebrauch gemacht hat sie in Italien 2018, als eine Regierung aus „linken“ und „rechten“ Populisten die Umsetzung ihrer „teuren“ sozialpolitischen Wahlversprechen verunmöglichte. Sie hat dazu angekündigt, weniger italienische Staatsanleihen anzukaufen – und später dann diese Ankündigung in die Tat umgesetzt – und mit dem damit verbundenen Anstieg von deren Renditen den fiskalpolitischen Spielraum der gewählten italienischen Regierung wirksam beschnitten.

Ganz ähnlich hat man versucht, die französischen „Rechtspopulisten“ in die Schranken zu weisen. Der auffällige Anstieg der Renditen auf französische Staatsanleihen seit dem Wahlerfolg des Rassemblement National lässt vermuten, dass die EZB die Ankäufe französischer Staatsanleihen reduziert hat. In jedem Fall aber lehnt sie es explizit ab, den „Spread“ (die Renditedifferenz zu deutschen Staatsanleihen) mithilfe des Ankaufs französischer Staatsanleihen zu schließen.

Wer meint, dass der Kampf für „die Demokratie“ den Kampf gegen „Rechts“ quasi-logisch impliziert, der wird die EZB für ihre wehrhafte „Geldpolitik“ loben. Wer dagegen der Überzeugung ist, dass „Demokratie“ unabdingbar erfordert, dass die Wähler auch eine Partei wählen können, die aus Sicht der EZB und anderer wehrhafter Demokraten eine „falsche“ Politik verfolgt, der wird der der EZB mit den Anleiheankäufen zukommenden exekutiven Handlungsmacht wenig abgewinnen können.

Überfinanzierung des Finanzsektors

Gegen eine Staatsfinanzierung mithilfe von Staatsanleihe-Kaufprogrammen spricht aber auch, dass damit die Finanzmärkte noch weiter destabilisiert werden, denn sie befördern ein „marktbasiertes“ Finanzsystem, in dem Staatsanleihen über Repurchase Agreements (Repos) zu Geld geworden sind – womit es zu einer Hebelung von Bankengeld kommt, weil mit dem Kauf von Staatsanleihen zwar Geld aus dem Geldkreislauf genommen, durch ihre Verwendung als eine Art von Geld aber wieder in den Geldkreislauf zurückgeführt wird.

Es wird nun von niemandem bestritten, dass mit solchen „Finanzinnovationen“ Schattenbanken in die Lage versetzt wurden, Kredite in gewichtigem Umfang zu vergeben. Was nach der großen Finanzkrise 2008 von der europäischen Politik als ein Problem erachtet wurde, wird inzwischen in einem Papier der Europäischen Kommission als Vorteil gepriesen, um ein „breiteres Spektrum an Finanzierungsquellen“ zu erschließen. Keineswegs wird allerdings bestritten, dass mit diesen Finanzierungsalternativen Risiken verbunden sind. Zugegeben wird auch, dass man sie in der Vergangenheit nicht erkannt hat. Diese epistemischen Hürden glaubte man aber aus dem Weg geräumt zu haben. Daher sei es an der Zeit, die „Schattenbanken“ aus dem Schatten zu holen, um „marktbasierte“ Alternativen zur Bankenfinanzierung nachhaltig nutzbar zu machen.

Der Kapitalismus sei, so Joscha Wullweber, dadurch charakterisiert, dass Unternehmen einen Vorschuss an Kapital benötigen, „um in Maschinen, Gebäude, Rohstoffe, Löhne etc. investieren zu können, bevor Waren im großen Stil produziert, verkauft und Profite erwirtschaftet werden“. Dieses Kapital beschafften sich Unternehmen in der Regel durch die Aufnahme von Krediten, „die [aber] zunehmend über das Schattenbankensystem bereitgestellt“ würden. Es sei daher unerlässlich, dass Zentralbanken weiterhin mit Staatsanleihekäufen in großem Umfang in die Finanzmärkte intervenieren, um nicht einen Wirtschaftscrash heraufzubeschwören.

Warum aber sollten Banken nicht wieder verstärkt Investitionskredite vergeben? An einem Mangel an Geld kann es nicht liegen. Banken können Geld in beliebiger Menge produzieren. Zugegeben, eine Geschäftsbank mag risikoaverser als eine leichter regulierte Schattenbank sein. Es darf aber keinen Dissens darüber geben, dass Kredite nur vergeben werden sollten, wenn die Bonität des Kreditnehmers das auch rechtfertigt. Denn ansonsten kommt es unvermeidlich zu Minsky-Blasen und einer damit verbundenen Schuldendeflation.

Damit soll nicht bestritten werden, dass eine Beendigung der Subventionierung von Schattenbanken durch Staatsanleihenankäufe zu „Liquiditätsabwärtsspiralen“ führen kann, die die Finanzstabilität gefährden können. Damit aber kann nicht gerechtfertigt werden, sie ad infinitum fortzuführen, denn es gibt Alternativen zur gegenwärtigen auf Privatgeld basierenden Geldordnung der Eurozone.

Steuer- statt Schuldenfinanzierung

Zur Finanzierung progressiver Vorhaben auf die EZB zu setzen, wird nach Meinung Leon Wanslebens vom Max-Planck-Institut „selbst mit den besten Absichten die selbstzerstörerischen Zyklen der finanziellen Expansion verstärken, während ihr Ansatz der makroökonomischen Politik uns immer tiefer in die Finanzialisierungsfalle führt“. Nach seiner Meinung sollte daher der erhöhte Finanzierungsbedarf öffentlicher Haushalte primär über Steuererhöhungen gedeckt werden.

Wirtschaftsliberalen wird das Anlass sein, eine stärkere „Konsumorientierung des Steuersystems“ ganz oben auf die politische Agenda zu setzen. Alle indirekten Steuern aber haben eine soziale Schlagseite. Sie belasten die unteren und mittleren Einkommensbezieher ungleich höher als die Besserverdiener. Eine verstärkte Konsumbesteuerung ist aber nicht nur sozial ungerecht, sondern wird auch die Nachfrage nach Konsumgütern reduzieren.

Das sind gute Gründe, so Wolfgang Edelmüller richtig, sich für die „Forcierung von direkten Steuern mit Grenzsteuersätzen entlang einer als ‚gerecht‘ empfundenen Progressionskurve (‚Treppenkurve‘) einzusetzen.

Darüber hinaus sind Steuererhöhungen aufgrund der finanziellen Größenordnungen der Anpassungsinvestitionen auch im Rahmen einer souveränen Geldordnung unvermeidlich. Denn während es einem Staat nie an finanziellen Mittel fehlen kann, zu finanzieren, was immer er zu finanzieren gedenkt, kann es ihm an realen Ressourcen fehlen, um die entsprechenden Vorhaben zu realisieren. In diesem Fall muss er mit zielgerichteten Steuern entsprechende reale Produktionskapazitäten von einer auf eine andere Verwendung umlenken. Andernfalls scheitern nicht nur die Anpassungsinvestitionen, sondern ist eine nachfrageinduzierte Inflation unausweichlich.

Steuerreform schlägt also Geldreform? So einfach ist die Sache nicht. Ohne Geldsouveränität wird das Steuersystem so ausgestaltet sein müssen, dass mit Steuereinnahmen Staatsausgaben weitgehend gedeckt werden können. Aufgrund dieser Abhängigkeit der Staatsausgaben von Steuereinnahmen werden dann aber die Interessen von Unternehmen und „Leistungsträgern“, deren Einkommen erst eine entsprechend hohe Besteuerung ermöglichen, politisch primär gefördert, wie bereits Fichte richtig erkannte.

Der Weg zu einer souveränen Geldordnung führt aber nicht über eine Reform der Schuldenbremsen und eine beschleunigte Fortsetzung der Staatsanleihenkäufe durch die EZB. In einem ersten Schritt gilt es, die Entscheidungen von Zentralbanken an majoritäre Staatsorgane zu binden. Da es auf europäischer Ebene aber kein solches Organ gibt, muss auf einer progressiven politischen Agenda zunächst die Rückkehr zu nationalen Währungen stehen.

War on Farmers: World Bank Sowing Seed Colonialism in Africa

By Colin Todhunter

In Kenya, a law was passed in 2012 that prohibits farmers’ rights to save, share, exchange or sell unregistered seeds. Farmers could face up to two years in prison and a fine of up to 1 million Kenyan shillings (equivalent to nearly four years’ wages for a farmer).

However, in 2022, Kenyan smallholder farmers launched a legal case against the government calling for reform of the 2012 seed law to stop criminalising them for sharing seeds. There is a hearing scheduled for 24 July 2024.

Agroecologist and environmentalist Claire Nasike Akello says that, in legal terms, the sharing and selling of indigenous seeds is a criminal offence in Kenya. In effect, Kenya’s Seed and Plant Varieties Act demolishes self-sufficiency among smallholder farmers who use indigenous seeds to grow food.

Writing on her website, she says that the legislation seeks to create a dependency on multinational companies by smallholder farmers for seeds thus giving an upper hand to these firms that continue to steal biological resources from local communities with a profit-driven mindset.

It is, in effect:

“A move designed to impoverish smallholder farmers and lock them out of farming.”

Gates, Rockefeller and Big Agribusiness

The Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) initiative, funded by the Gates and Rockefeller Foundations, has been intervening directly in the formulation of African governments’ agricultural policies on issues like seeds and land, opening up African markets to US agribusiness.

Around 80% of Africa’s seed supply comes from millions of small-scale farmers recycling and exchanging seed from year to year. But AGRA is supporting the introduction of commercial (chemical-dependent) seed systems, enabling a few large companies to control seed research and development, production and distribution.

Since the 1990s, national seed law reviews have taken place, sponsored by USAID and the G8 along with Gates and others, opening the door to multinational corporations’ involvement in seed production.

Regulations and ‘seed certification’ laws are often brought in by governments on behalf of industry that are designed to eradicate traditional seeds by allowing only ‘stable’, ‘uniform’ and ‘novel’ seeds on the market (meaning corporate seeds). These are the only ‘regulated’ seeds allowed: registered and certified. It is a cynical way of eradicating indigenous farming practices at the behest of corporations.

Thousands of seed varieties have been lost and corporate seeds have increasingly dominated agriculture as peasant farmers have been prevented from freely improving, sharing or replanting their traditional seeds. It amounts to the privatisation of a common heritage. The privatisation and appropriation of inter-generational farmer knowledge embodied by seeds whose germplasm is ‘tweaked’ and stolen by corporations who then claim ownership.

Seed has been central to agriculture for 10,000 years. Seeds have been handed down from generation to generation. Peasant farmers have been the custodians of seeds, knowledge and land.

The corporate control over seeds is also an attack on the survival of communities and their traditions. Seeds are integral to identities because, in rural communities, people’s lives have been tied to planting, harvesting, seeds, soil and the seasons for thousands of years.

The privatisation of seeds is a global issue, of course. In Costa Rica, for example, the battle to overturn restrictions on seeds was lost with the signing of a free trade agreement with the US, although this flouted the country’s seed biodiversity laws.

Resisting Tyranny: Struggling for Seed Sovereignty in Latin America

Seed laws in Brazil created a corporate property regime for seeds which effectively marginalised all indigenous seeds that were locally adapted over generations. This regime attempted to stop farmers from using or breeding their own seeds.

What we are seeing is a drive towards the corporate commodification of knowledge and seeds, the erosion of farmers’ environmental learning, the undermining of traditional knowledge systems and an increase in farmers’ dependency on corporations.

Such dispossession and dependency are sold by Gates and the agribusiness sector as meeting the needs of modern agriculture. What it really means is a system adapted to meet the demands of global agri-capital, institutional investors like BlackRock and corporate-controlled international markets and supply chains.

Meanwhile these vested interests try to depict Africa as a basket case in need of ‘intervention’.

Seed is Sovereign. © Greenpeace

Some of the Indigenous seeds stored at seed bank. (Source: Greenpeace)

It’s a convenient smokescreen that diverts attention from the political economy of food and agriculture, not least how contrived debt traps and predatory lending practices led African nations into succumbing to ‘structural adjustment’ programmes, turning the continent from being a net food exporter into a net food importer, undermining indigenous crop diversity and, with it, food security and food sovereignty.  

Prof Walden Bello and John Feffer argue that, in this respect, the World Bank, the International Monetary Fund (IMF) and the World Trade Organization (WTO) are key to understanding the processes involved in destroying African agriculture. Neoliberal shock therapy left poor African farmers more food insecure and governments reliant on unpredictable aid flows.  

Bello and Feffer argue that the social consequences of structural adjustment cum agricultural dumping were predictable: 

“… the number of Africans living on less than a dollar a day more than doubled to 313 million people between 1981 and 2001 – or 46% of the whole continent. The role of structural adjustment in creating poverty, as well as severely weakening the continent’s agricultural base and consolidating import dependency, was hard to deny.” 

And now we have AGRA stepping in to apparently save the day. But what we have seen thus far with that initiative is more of the same: according to the Institute for Agriculture and Trade Policy, AGRA is failing Africa’s farmers

World Bank and the Seeds of Neocolonialism 

The UN FAO (Food and Agriculture Organization) estimates that globally just 20 cultivated plant species account for 90% of all the plant-based food consumed by humans.  

In addition to this narrow genetic base putting global food security at serious risk, Graham Gordon, head of policy at the Catholic Agency for Overseas Development (CAFOD), also says that small-scale agriculture is central in reducing extreme poverty, since 80 per cent of people living below the global poverty line are based in rural areas, and the vast majority of these depend on agriculture for their livelihoods. 

Farmers have been growing crops and selecting seeds from the plants that grow best in their fields for thousands of years. Gordon notes that this ‘farmer seed system’ or the ‘informal’ seed sector has contributed to a nutritious and diverse household diet. 

However, this farmer seed system exists alongside the commercial seed system. Hybrid seeds are usually developed by large agricultural companies for commercial purposes, are often dependent on artificial fertilisers and, as already noted, are protected through patents, backed by seed certification legislation. 

Indeed, CAFOD’s 2023 report ‘Sowing the Seeds of Poverty: How the World Bank Harms Poor Farmers’ describes how the farmer seed system is systematically being undermined by the concentration of power held by large-scale agribusiness and the promotion of the industrial agricultural model. 

Gordon notes that seed markets are highly concentrated, with Bayer, Corteva, BASF and ChemChina/Syngenta controlling more than 50 per cent of the global commercial seed market. These same four companies also control more than 60 per cent of global agrochemical sales. 

Gordon says: 

“Using their monopolies, these companies concentrate on producing seeds for crops with large markets – mainly staples such as maize, wheat, soy and rice. This is having devastating impacts on crop diversity. Of the more than 6,000 edible plant species that we have cultivated over centuries, just nine crops now account for more than 65 per cent of all crop production. This has led to increased prices, and has significantly reduced farmers’ choice, and the resilience of farmers to shocks such as climate change.” 

CAFOD found that the World Bank promotes the interests of global agribusiness and intensified industrial agriculture by linking subsidies to farmers buying hybrid seeds and corresponding chemical fertilisers and requiring the implementation of seed certification laws that limit small farmers’ ability to grow, save, share and sell seeds. 

The solution is to shift funding away from industrial agriculture and abandon notions of a Green Revolution for Africa in favour of prioritising small-scale farmers, agroecology, and public investment in farmers’ seed systems to improve nutrition, increase food diversity and strengthen rural communities and local economies. 

*

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Renowned author Colin Todhunter specialises in development, food and agriculture. He is a Research Associate of the Centre for Research on Globalization (CRG).

Featured image: Stella Muthama, an ecological farmer © Greenpeace


Read Colin Todhunter’s e-Book entitled

Food, Dispossession and Dependency. Resisting the New World Order

We are currently seeing an acceleration of the corporate consolidation of the entire global agri-food chain. The high-tech/big data conglomerates, including Amazon, Microsoft, Facebook and Google, have joined traditional agribusiness giants, such as Corteva, Bayer, Cargill and Syngenta, in a quest to impose their model of food and agriculture on the world.

The Bill and Melinda Gates Foundation is also involved (documented in ‘Gates to a Global Empire‘ by Navdanya International), whether through buying up huge tracts of farmland, promoting a much-heralded (but failed) ‘green revolution’ for Africa, pushing biosynthetic food and genetic engineering technologies or more generally facilitating the aims of the mega agri-food corporations.

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The original source of this article is Global Research

Copyright © Colin Todhunter, Global Research, 2024

https://www.globalresearch.ca/world-bank-sowing-seed-colonialism-africa/5862182

Kiev Children’s Hospital Hit: The Timing Was Perfect, As Always!

By Stephen Karganovic

Anyone who, based on past experience, might have anticipated the human sacrifice orchestrated to garnish the NATO meeting in Washington was not to be disappointed. The latest Russian rocket barrage on Ukrainian military and strategic targets, which occurred on the eve of the NATO summit in DC, presented an opportunity too precious to miss. Targeting only military or industrial sites would have done little to animate the NATO meeting or to get everyone onto the same page. But hitting a children’s hospital and killing some kids would be almost guaranteed to do the trick. Being in “total disarray,” as Alexander Mercouris bluntly put it, NATO could certainly benefit from this boost of adrenalin and whatever cohesive impulse dead children might provide to that ghastly organisation.

The Russian Government are not fools. They understand the game perfectly, and within hours the false flag in Kiev was irrefutably exposed. Their UN ambassador spelled the plot out in minute detail, for the benefit of the Security Council and anyone else in the “international community” disposed to listen.

The staged atrocity in Kiev is a technique that was elaborated to perfection in Sarajevo during the conflict in Bosnia in the 1990s. Whenever important Western visitors were scheduled to arrive or decisions deemed crucial to the interests of the Muslim-run Izetbegovic regime supported by Western powers were due to be taken, like clockwork a lethal event would be orchestrated for political and propaganda effect.

A memorial plaque on the site of the massacre

A memorial plaque on the site of the massacre (Licensed under CC BY-SA 4.0)

One of the most notorious, and without wishing to be blasphemous it could also accurately be said – iconic, incidents in this rubric was the Vaso Miskin Street massacre of people waiting in the breadline. It was staged by the local authorities on May 27, 1992 (also here). The timing was significant because at the end of May of that year a session of the UN Security Council was set to consider imposing draconian sanctions on the Federal Republic of Yugoslavia, to punish it for supporting their Bosnian compatriots. The massacre in which dozens perished was therefore staged right on cue, to give powerful “humanitarian” impetus to Security Council’s scheduled deliberations. It worked brilliantly and the sanctions were imposed. A series of similar false flag propaganda operations subsequently were organised at regular intervals, for the duration of the Bosnian conflict. Readers will recall the two Markale bombings in 1994, which followed exactly the same pattern, and there are other examples that could also be cited.

Readers may draw their own conclusions concerning the timing of the Kiev Children’s Hospital blast in relation to the NATO Summit being held in Washington, where the regimentation of member states behind the Ukraine war agenda without the slightest doubt is the predominant priority (see here).

One of the most noteworthy curiosities of this year’s NATO conference is the presence at the table of a very odd and by normal criteria least expected participant, Serbia.   

The question that first comes to mind, of course, is what could possibly motivate militarily neutral Serbia to take part in the plenary conference of a military alliance of which it is not even a member, and which – for perfectly understandable moral and psychological reasons – over 90% percent of its population abhor, as the latest public opinion surveys clearly show? What business do the Serbian government have attending the 75th anniversary festivities of a military/political bloc with the evillest of reputations which, moreover, has treated Serbia with nothing but extreme violence and unambiguous contempt?

Continuing Aggression: Nineteen Years Since the Start of the NATO War on Yugoslavia

None whatsoever, of course, if the matter were to be judged by normal standards, which necessarily includes such basic things as respecting the unequivocal will of your constituents, adhering to the still binding neutrality law passed by your country’s Parliament, and last but not least evidencing due regard for the vital national interest of the nation that supposedly you are serving. But the aforementioned considerations form no part, even to the smallest degree, of the raison d’être which shapes the policies of Serbia’s duplicitous leadership.

Brown nosing NATO at its 75th anniversary is however only the latest, and the most blatant example of how the Serbian regime conducts its foreign relations. There are other examples which could also be cited.

Under the radar, on 8 November 2016 official Serbia, the one with NATO officers comfortably ensconced in its Army General Staff Headquarters, joined the Helbroc Balkan Battlegroup, a NATO combat outfit consisting of regional vassal states and Ukraine. Serbia has already participated in a number of Helbroc exercises, contributing for that purpose its military personnel and equipment.

Image: Map showing Helbroc member states, including Serbia

The official mission of Helbroc forces is to serve as an urgent intervention unit. While deceptively portrayed as a European Union grouping, its agglomeration of forces consists of NATO member state personnel, with the sole exception of Ukraine and Serbia. Its units are subordinated to the command of officers from Greece, a NATO member state.

A review of the Helbroc accession agreement that Serbia signed reflects a commitment to execute “crisis management tasks” with other, mostly NATO, signatories within “and beyond” EU territory. That geographically open ended formulation is a red flag. It could justify the utilisation of Serbian armed forces in a wide variety of conflict situations having nothing to do with Serbia’s security or interests, subject to instructions issued by NATO military command structures to which the Helbroc Battle Group is clearly subordinated. Hypothetical combat use of this military formation against Russia can by no means be excluded.

As noted by retired Serbian Army colonel Žarko Pecić, Serbia’s participation in Helbroc is but a chard in a broader mosaic and should be assessed in conjunction with other significant steps which indicate the leadership’s determination to turn Serbia into a NATO member in all but the name, and perhaps ultimately in name as well. These steps have been the recent Platinum Wolf exercises, hosted partly on its soil by Serbia, with participation of units from NATO and NATO-associated countries, close military cooperation and procurement from NATO sources of weapons and military equipment, including helicopters and combat aircraft, signing in 2017 of the SOFA agreement granting NATO forces immunity on Serbian territory, and officer training in NATO member military schools. In the considered judgement of Col. Pecić, these activities in their totality reflect a purposeful design to bring the Armed Forces of Serbia closer to NATO and they indicate an undeviating process to ultimately integrate them into NATO structures.

In light of these facts, which until quite recently were discretely concealed from the general public, official Serbia’s presence at NATO’s Summit ceases to astonish.

Nor is there any reason to profess astonishment at recent revelations concerning the shipment of Serbian arms and munitions to the NATO-aligned Nazi junta in Ukraine. A treacherous pattern clearly has taken intelligible form and all the pieces of the unholy mosaic designed by renegades now fit naturally together. The only additional thing worth noting is that the stubborn unanimity the Serbian people have displayed in their support for Russia rests on a very solid foundation of fraternal attachment and gratitude. Throughout the nineteenth and twentieth centuries, Russians have generously spilt their blood for Serbia. Even the Serbian puppet government under Nazi occupation had summoned the courage to categorically reject German demands to send at least a symbolic detachment of Serbian soldiers to the Eastern front, which was an invitation to commit moral suicide on behalf of the entire Serbian nation. Shockingly, all that has now been reversed.

The use of Serbian military equipment in Ukraine has by now undoubtedly cost many Russian lives. But the Russian and international public need to understand that Serbia today is a mirror image of the broken Russia of the 1990s and that it is similarly governed by foreign agents who neither speak for the nation nor take its opinions into account.

Enough said for all who have eyes to see and ears to hear.

NATO war criminals and their Ukrainian Nazi minions may be a fitting social milieu for Serbia’s ruling clique. Maintaining cordial relations of any nature with them however leaves an unpardonable stain upon the honour of the Serbian people.

*

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Stephen Karganovic is president of “Srebrenica Historical Project,” an NGO registered in the Netherlands to investigate the factual matrix and background of events that took place in Srebrenica in July of 1995. He is a regular contributor to Global Research.  

Featured image source


Rethinking Srebrenica eBook : Karganovic, Stephen, Simic, Ljubisa: Amazon.co.uk: BooksRethinking Srebrenica

By Stephen Karganovic

Rethinking Srebrenica examines the forensic evidence of the alleged Srebrenica “massacre” possessed by the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY) in The Hague. Even though the ICTY created more than 3,500 autopsy reports, many of these autopsy reports were based on bone fragments, which do not represent complete bodies. An examination of the matching femur bones found reveals that there were only about 1,900 complete bodies that were exhumed. Of these, some 1,500 autopsy reports indicated a cause of death consistent with battlefield casualties. Only about 400 autopsy reports indicated execution as a cause of death, as revealed by ligatures and blindfolds. This forensic evidence does not warrant the conclusion of a genocide having taken place.

Karganovic examines the events that took place in Srebrenica in July 1995 in a wholistic manner instead of restricting it to a three-day event. The ten chapters cover:

1) Srebrenica: A Critical Overview;

2) Demilitarization of the UN Safe Zone of Srebrenica;

3) Genocide or Blowback?;

4) General Presentation and Interpretation of Srebrenica Forensic Data (Pattern of Injury Breakdown);

5) An Analysis of the Srebrenica Forensic Reports Prepared by the ICTY Prosecution Experts;

6) An Analysis of Muslim Column Losses Attributable to Minefields, Combat Activity, and Other Causes;

7) The Genocide Issue: Was there a Demonstrable Intent to Exterminate All Muslims?;

8) ICTY Radio Intercept Evidence;

9) The Balance Sheet; and

10) Srebrenica: Uses of the Narrative.

  • ASIN:‎ B0992RRJRK
  • Publisher: ‎Unwritten History, Inc.; 2 edition (July 8 2021)
  • Language: ‎English

Click here to purchase.

The original source of this article is Global Research

Copyright © Stephen Karganovic, Global Research, 2024

https://www.globalresearch.ca/kiev-children-hospital-hit/5862185

Jetzt auch als Podcast: Nachtflug über Migration, Sicherheit und Herausforderungen in Wien

Der eXXpress-Nachtflug hebt wieder ab! Gemeinsam mit dem Politik-Experten Ralph Schöllhammer spricht eXXpress-Herausgeberin Eva Schütz in einer neuen, spannenden Ausgabe über Migration, Sicherheit und die aktuellen Herausforderungen in Wien und Europa – ab sofort auch als Podcast auf Apple Podcast, Spotify, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer!

eXXpressTV/eXXpressTV

In dieser fesselnden Episode des Nachtflugs diskutieren Professor Ralph Schöllhammer vom MCC Budapest und Eva Schütz über brisante Themen, die Wien und Europa betreffen.

Die Hauptthemen dieser Episode:

Bankenkriege in Wien: Analyse der jüngsten Konflikte zwischen verschiedenen Migrantengruppen in Wien-Brigittenau. Ist es ein punktuelles Problem oder ein Zeichen eines tieferliegenden systemischen Versagens?

Integration und Kriminalität: Wie geht man mit den Herausforderungen der Migration um? Welche Maßnahmen könnten effektiv sein, um die Integration zu fördern und Kriminalität zu reduzieren?

Wahlen in Frankreich: Eine detaillierte Analyse der überraschenden Wahlergebnisse in Frankreich, wo Marine Le Pen nur den dritten Platz belegte und das Linksbündnis den Sieg errang. Welche Auswirkungen hat dies auf die französische Politik und Europa?

Europäische und britische Wahlergebnisse: Ein Blick auf die jüngsten Wahlen in Großbritannien und ihre Implikationen. Wie wirkt sich der Brexit weiterhin auf die britische Politik und Gesellschaft aus?

Begleiten Sie uns bei einer tiefgehenden Diskussion über die aktuellen politischen Entwicklungen und deren mögliche Folgen für Wien, Österreich und ganz Europa. Diskutieren Sie mit uns über die Zukunft unserer Gesellschaft und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Sicherheit und Integration zu gewährleisten.

Verpassen Sie nicht diese spannende Diskussion!

Die neueste Folge des Nachtflugs sehen Sie ab jetzt jeden Donnerstag ab 19.00Uhr – exklusiv auf eXXpressTV, eXXpress.at und unserem YouTube-Channel.

Jetzt auch als Podcast! Auf Apple PodcastSpotifyGoogle PodcastsAmazon Music und Deezer.

Den aktuellen Podcast findest du in der Zwischenzeit hier:

Oil, nuclear power, and sustainable trade: Putin-Modi summit’s key outcomes

Following bilateral talks, Moscow and New Delhi have outlined plans to further boost economic ties and expedite projects that could reshape the Eurasian geopolitical landscape

Prime Minister Narendra Modi’s two-day visit to Moscow for the 22nd annual bilateral summit between India and Russia has resulted in a joint statement covering areas such as energy and defense cooperation, trade, space, and connectivity.

Moscow and New Delhi signed nine separate agreements, including on promoting cross-border investments, on trade and investments in the Russian Far East through 2029, and cooperation on climate change and low-carbon development. 

Russia was chosen as the country for Modi’s first bilateral visit after securing a third consecutive term in office. It was also his first trip to the country since the outbreak of hostilities in Ukraine in 2022.

Efforts for peace

While the bilateral talks were focused mainly on economic cooperation between the two nations, the leaders had a “frank” conversation about the Ukraine conflict and geopolitical situation globally. Ahead of closed-door talks at the Kremlin, and a day after spending several hours at Russian President Vladimir Putin’s official residence in Moscow’s suburbs, Modi stated that the solution to any conflict “cannot be found on the battlefield” and that the death of civilians, particularly children, “makes the heart explode.” 

Read more  ‘No topic is off limits’: Modi’s visit to Moscow explained

The Russian leader thanked Modi for the attention he is paying to the world’s “most pressing problems, including trying to find some ways to resolve the Ukrainian crisis.”

The Indian prime minister noted that Putin was “very open in expressing his opinions” on the Ukraine conflict and stated that “very interesting ideas” and “completely new views” emerged from their talks. “And I can say that after listening to President Putin, I have hope,” Modi added.

The friendly interactions between the two leaders during the course of Modi’s stay in the Russian capital annoyed Kiev and Washington, with the latter making repeated comments on “concerns” it has over New Delhi’s close ties with Moscow. 

Bilateral trade

Russia and India have set a goal of reaching $100 billion in bilateral trade by 2030. Previously, the leaders had a target of $30 billion by 2025, which was surpassed by a significant margin during the last financial year.

In 2023, bilateral trade stood at $65 billion, having been driven by a surge in oil purchases. However, Indian exports to Russia stood at less than $5 billion, and both countries emphasized the importance of diversifying trade to make it more sustainable going forward.

According to Vladimir Putin’s top economic adviser Maksim Oreshkin, suitable payment mechanisms also featured in the leaders’ discussions. Secureinfrastructure for ensuring sustainable trade and investments “is one of the important issues” for the two nations, he said.

According to Indian Foreign Secretary Vinay Mohan Kwatra, the $100 billion target for bilateral trade is “first of all, an expression by the two leaders of the ambition that they have set for the larger economic relationship.” It is also a “very clear direction to the two systems” to boost efforts to diversify the trade basket. 

Energy cooperation 

Russia has emerged as India’s key supplier of oil after the Ukraine conflict escalated in 2022, despite open criticism from New Delhi’s Western partners.

Read more  Oil is thicker than water: What to expect from Putin-Modi trade talks

Cheaper crude oil from Russia has also facilitated India’s value-added petroleum product exports, contributing to a 54.78% increase in exports of petroleum products during April-January FY23. Countries such as Brazil, Israel, the Netherlands, and South Africa have witnessed substantial growth in consumption of Indian exports, with petroleum products playing a crucial role. In their joint statement, the two countries said they had “agreed to explore new long term contracts.” 

The two sides also agreed to explore the possibility for further increasing the supply of coking coal and the opportunities for exporting anthracite coal from Russia to India.

Commenting on the energy cooperation talks, Kwatra noted that India’s oil imports from Russia are not just an important feature of bilateral ties, but also “a very crucial segment when it comes to the energy security of India.” 

India has not only imported Russian crude, but invested in the Russian energy ecosystem, including the Sakhalin-1 oil project. “The two leaders, when they spoke of cooperation in this sector, they did focus on how exactly to strengthen that partnership. In the similar way, how exactly India, including in particular through the government-to-government route, could also build partnership with Rosneft and other energy entities,” the Indian diplomat said.

Nuclear power

Moscow and New Delhi also discussed expanding cooperation in the nuclear energy field. Russia has so far been the only foreign country involved in constructing nuclear power generating capacity in India.

Read more  Russia proposes advanced nuclear projects to India

Russian nuclear technology has been instrumental in the construction of the 6000 MW Kudankulam NPP in the southern part of the country. The plant’s first two units, each with a capacity of 1000 MW, entered service in 2013 and 2016, respectively. Two more units are nearing completion, and the construction of two others began in 2021. The project was extensively discussed by the leaders. 

The joint statement also notes that the two sides agreed to continue technical discussions on a potential new nuclear power plant of Russian design with a more advanced VVER-1200 reactor (this model of water-cooled power reactor is supplied to nuclear power plants in China, Bangladesh, Belarus and other countries). 

Moscow and New Delhi also discussed localizing manufacturing and joint production of nuclear power plant components, as well as operating projects in third countries. India is already participating in Rosatom’s project for construction of a nuclear power plant in Bangladesh. 

During a tour of the Atom Pavilion in Moscow, the two leaders saw details of a range of different nuclear energy technologies and projects, including nuclear-powered ice breakers and floating nuclear power plants. Such plants, according to Putin, could eventually “replace the oil produced around the world.” Rosatom Director General Alexei Likhachev told Modi that Russia could offer small nuclear power stations to India with “very deep localization,” TASS reported. 

Defence

The joint statement underscores that military-technical cooperation between the two countries has traditionally been the central pillar of ties. The two sides agreed to hold the next round of talks by the Intergovernmental Commission on Military and Military Technical Cooperation (IRIGC-M&MTC) which oversees strategic and defense engagement in Moscow, in the second half of this year. 

Notably, the statement mentions the changing nature of defense cooperation – in what seems like a “response” to allegations that India has been “drifting away” from Russia as its largest defense partner in terms of volumes of supplies. “Responding to India’s quest for self-sufficiency, the partnership is reorienting presently to joint research and development, co-development and joint production of advanced defence technology and systems,” the statement says, adding that both nations pledge to “maintain the momentum” of joint military cooperation activities. 

Ahead of the summit, Rosoboronexport, Russia’s defense-export agency and part of state-owned Rostec defense corporation, announced setting up the production of 3VBM17 ‘Mango’ rounds in the South Asian country under the ‘Make In India’ initiative. The 125-mm projectiles are designed for firing from the main gun of the T-72 and T-90 tanks deployed by India’s military.

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Rostec also announced that another Indo-Russian joint venture produced and delivered 35,000 AK-203 Kalashnikov rifles to the Indian Ministry of Defense. The joint venture was set up in Korwa Ordnance Factory in Amethi, Uttar Pradesh, in 2019.

Russia remains the largest defense supplier to India, though the South Asian nation has been diversifying its sources of military imports and technological partnerships, according to the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI). BrahMos missiles, co-developed by India and Russia, have emerged as a mainstay in the Indian Armed Forces, as well as a key military export item for New Delhi.

Early this year, a batch of BrahMos missiles worth $375 million was supplied to the Philippines. Other nations – including Thailand, Vietnam, Saudi Arabia, and Indonesia – have reportedly expressed interest in acquiring the supersonic cruise missiles.

Russia has also recently approved the draft of the Reciprocal Exchange of Logistics Agreement. It is a mutual defense logistics pact that will ensure joint inter-operability between the Russian and Indian armed forces during military exercises, as well as in case of deployment for humanitarian and disaster relief missions. 

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“Agreements of this kind expand the geographic opportunities for peacetime operations for all participating parties. Currently, this is less relevant for Russia since its main efforts are focused on the military operation in Ukraine, but after the conflict ends, this agreement will be useful,” Alexey Kupriyanov, head of the Center of the Indo-Pacific Region of the Primakov National Research Institute of World Economy and International Relations (IMEMO), told RT.  

“It is possible that the provisions of this agreement will apply in the case of joint exercises in Arctic territories and waters of the Arctic Ocean. From the perspective of Indian military elites and the expert community, this is important because Delhi is concerned about increased Chinese activity in polar regions,” the expert added.


Connectivity

The two countries also discussed the progress achieved in opening up two vital routes that could boost trade and economic engagement by reducing time and the cost of logistics and providing a secure alternative to existing maritime routes such as the Suez Canal. The two countries are working on implementing the Chennai-Vladivostok (Eastern Maritime) Corridor and the International North-South Transport Corridor via Iran, as well as using the potential of the Northern Sea Route in the Arctic. 

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“The Sides share approaches on building a new architecture of stable and efficient transport corridors, and pay close attention to the development of promising production and marketing chains in Eurasia, including for the purpose of implementing the idea of a Greater Eurasian space,” the statement noted.

It emphasized, in what seems to be a veiled reference to the Chinese Road and Belt Initiative rejected by India, that the new routes will be developed following several principles – “transparency, broad participation, local priorities, financial sustainability and respect for sovereignty and territorial integrity of all nations.”

Logistics and payment settlement issues remain the key obstacles for exporters in both countries. However, the new trade routes will not only boost bilateral commerce between India and Russia, but also provide New Delhi with greater access to the markets of Central Asia, Europe, and the vital Arctic Region, where Indian interests are growing

Source: https://www.rt.com/india/600815-oil-nuclear-power-and-sustainable/

Is It the Guns?

By David Deming

Every time there’s a tragic incidence of gun violence, I read the claim on social media, “it’s the guns!” implying a causal relationship between the availability of firearms and violent crime. The concomitant corollary is that restrictions on gun ownership would reduce violence and lead to the peaceful society we all want. I don’t believe this is the case, and will explain why.

I concede that the claim “it’s the guns!” has some element of truth in it. A gun is a more effective and lethal means of inflicting harm than many other common weapons, such as knives, clubs, rocks, fists, and feet. A firearm can be employed to deadly effect by a person who has little to no training. In the final analysis, all that is required is to point the weapon in the correct direction and pull the trigger. This is why criminals are generally able to deploy guns very effectively.Disciplines of a Godly…Hughes, R. KentBest Price: $4.40Buy New $13.49(as of 01:17 UTC — Details)

The argument for prohibition is that removing or restricting guns from society at large will reduce violence. There is an element of logic in this conclusion, but the analysis is incomplete and therefore flawed. Guns may also be used to reduce violence. It’s been estimated by serious scholars that the total number of defensive gun uses in the US annually is between 55,000 and 4.7 million. In recent years, US homicides by gun have numbered about 15,000. Thus defensive gun uses significantly outnumber gun murders.

There is also an implicit protection conferred by the widespread availability of guns. When potential victims are armed, the cost of crime becomes higher, providing a powerful disincentive for violent assaults. In 1986, ordinary citizens had the unrestricted right to carry a handgun for self-defense in only one state, Vermont. Eight other states had “shall issue” laws for handgun licenses. Sixteen states did not allow the carry of weapons under any circumstances, and twenty-five states had restrictive “may issue” regulations. By 1999, Vermont remained the single state with no restrictions, but the number of states with “shall issue” laws had risen to thirty. After 2010, a majority of states began to adopt the Vermont model of constitutional carry allowing non-felons to carry handguns without a license. As of 2024, twenty-nine states allow constitutional carry with no restrictions, and thirteen have “shall issue” laws. Nine of the twelve states with the lowest homicide rates have constitutional carry. Even if you don’t own a gun, the fact that other people do increases your personal safety. A predator must weigh the possibility that a potential victim may be armed. Widespread gun ownership explains why home invasions in the US are uncommon, and the burglary rate is about half of what it is in the UK.

Over the last forty years, the practice of ordinary people carrying handguns on daily basis has increased dramatically. If the thesis “it’s the guns” was correct, there should have been an explosion of violent crime. But there wasn’t. From about 1973 through 1995, homicide rates in the US averaged between 8-10 per 100,000. In the mid-1990s, the same time that “shall issue” laws became common, the homicide rate dropped precipitously, bottoming out at 4.5 per 100,000 in 2014. In recent years, the US homicide rate has risen to about 6 per 100,000, but is still well below the period 1973-1995 when defensive gun use was much more restricted.

There are many other ways of viewing the data, and none of them support the idea that the availability of guns leads to violent crime. Over the last few decades, gun sales are up dramatically. During the late 1980s and early 1990s, the number of guns manufactured in the US averaged 3 to 4 million. This number is now over 13 million. Similarly, NICS Firearm Background Checks in the last 25 years have increased from 8-9 million to about 30 million. Gun sales tripled over the last thirty years, yet the overall rate of violent crime in the US fell by about 50 percent.

The Death of the West:…Patrick J. BuchananBest Price: $1.83Buy New $12.40(as of 06:40 UTC — Details)The US has the highest rate of gun ownership in the world. And no other country has a constitutional guarantee comparable to the Second Amendment. The claim has been made that the widespread availability of firearms in the US has endowed us with a unique gun violence problem. A group called “Everytown for Gun Safety” has a chart on their website showing that “the US gun homicide rate is 26 times that of other high-income countries.” This appears to be a strong argument for a causal link between homicides and gun ownership. But the data have been cherry-picked. The homicide rate in the US is not first, but 57th internationally. The US only jumps to first place when scores of other countries are omitted. One wonders at the strained logic of comparing the US to countries like Slovenia, Estonia, and Greece, while excluding every country from the Western Hemisphere except for Canada. Perhaps that’s because an objective analysis would show that many countries in the Americas with restrictive firearms policies have homicide rates higher than the US. Mexico is an obvious example. Mexico has almost a complete ban on civilian gun ownership but the homicide rate is about four times higher than the US.

If gun control doesn’t work, is there any feasible way to reduce gun violence and crime? Yes, and it’s really quite simple: lock up the criminals. We have strong empirical evidence that this works. Weary of high crime rates and violence, in 2022 El Salvadore rounded up members of criminal gangs and imprisoned them. The homicide rate, which had been as high as 106.3 per 100,000 in 2015, fell to 2.4.

We can honor our commitment to personal liberty and simultaneously reduce violent crime. Call it “common sense gun control.” Let people own whatever weapons they want, but punish misuse. When a person uses a gun to commit a crime, send them to prison. But let grandma carry a .38 revolver to protect herself from muggers. If we are to achieve the type of peaceful society that everyone wants, we need to be open minded to an objective understanding of empirical facts. Statutory gun prohibition that causes criminals and predators to magically surrender their firearms is a utopian fantasy.

The Best of David Deming

Ike To Biden: Get out of NATO

By John Seiler
John’s Newsletter

I was surprised to see this in the New York Times on July 7, just before the NATO summit Biden hosted in D.C. It’s by Editorial Board member Farah Stockman:The Other Side of the …Isaac, MuntherBest Price: $14.06Buy New $13.99(as of 12:22 UTC — Details)

What would Ike say now?

Gen. Dwight Eisenhower, NATO’s first Supreme Allied Commander Europe, felt strongly that his mission was to get Europeans “back on their military feet” — not for American troops to become the permanent bodyguard for Brussels and Berlin.

“If in 10 years, all American troops stationed in Europe for national defense purposes have not been returned to the United States,” he wrote of NATO in 1951, “then this whole project will have failed.”

Ike quit as SACEUR to run for and become the 34th president. Ten years from 1951 was 1961. By then, Western Europe was back on its feet economically. West Germany was enjoying the fruits of its 1950s Wirtschaftswunder – economic miracle. Under Chancellor Adenauer and his chief economist, Ludwig Erhard, the country threw off the socialist restrictions imposed by the U.S. occupation forces and switched to free-market economics. Erhard’s assistant was economist Wilhelm Roepke, one of the first professors the Nazis had fired, and a student of the great Ludwig von Mises. Deutschland soon became the economic driving force of Europe.

France, under DeGaulle, also enacted market reforms, as did Gaspari in Italy. Only the UK, of the four major West European economies, failed to move on from wartime controls and remained stuck in the socialism imposed by PM Clement Atlee starting in 1945. The UK became the “sick man of Europe.” As a consolation prize, in the 1960s the Brits got the Beatles. In 1979, Margaret Thatcher came in and finally enacted market reforms – squandered since she was ousted in 1990 by her own Conservative Party’s “wets” (who are sort of like RINOs – Republicans in Name Only).

Despite all that, non-U.S. NATO members’ populations today total about 613 million people (953 million minus U.S.’ 240 million). That’s more than four times Russia’s 140 million. And NATO nations’ GDPs in 2023 totaled $18.9 billion ($46.3 trillion minus U.S.’ $27.4 trillion). That $18.9 billion is 9.5 times the $2 trillion GDP of Russia. That’s why Trump called these Eurotrash a bunch of “freeloaders.”Real Anthony Fauci: Bi…Kennedy Jr., Robert F.Best Price: $7.43Buy New $11.50(as of 11:22 UTC — Details)

Yesterday’s shindig in Washington for the 75th Anniversary of NATO proved Ike right that the alliance had “failed.” It was supposed to get Western Europe back on its feet, protecting them until they could protect themselves against the Soviet threat, then by 1961 witness G.I. Joe go marching home to Peoria and Phoenix.

When I shipped over to West Germany as a U.S. Army Russian linguist in Sept. 1979, I was surprised how prosperous the Krauts were. I had read the statistics. And by then Mercedes and Porsche had become major status symbols in America, with BMW and Audi also on the way. But Germany by 1979 was about as prosperous as my own country. The Army took GIs on tours. I remember one to the picturesque Rothenburg ob der Tauber.

We rode on a rickety old American-made bus. Said the tour guide, a German woman, “Das ist nicht ein Mercedes.” I wanted to say, “Why don’t you defend yourselves against the Red Army?” But when you go in country, the Army gives you a lecture about being “an ambassador for America.” So I kept mum. I’ve never been diplomatic. But more so than Biden, who hasn’t even met Putin for three years at a summit to work out Ukraine, the Middle East and other global crises. Every one of his predecessors since FDR met regularly with his Soviet or Russian counterpart.

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Copyright © John Seiler

„…entweder das Verschwinden der Ukraine oder das Verschwinden der NATO. Oder noch besser, beides.“

Und über einen anderen „um es ganz klar für den Weltinformationsbereich zu sagen“ vom Ex-Präsidenten der Russischen Föderation, stellvertretenden Vorsitzenden des Sicherheitsrats der Russischen Föderation und definitiv einer Person aus Putins engem Kreis – Dmitri Medwedew, mit dem er zufrieden war heute die Leser seines Telegrammkanals

Fotoquelle:  https://www.hibiny ru/murmanskaya-oblast/news/item-konec-i-tem-i-drugim-dmitriy-medvedev-vyskazalsya-ob-itogah-sammita- nato-i-ozvuchil-dalneyshie-planyrossii-353697/ Ich

zitiere, wobei ich einige Orte hervorhebe, mit subjektiven Kommentaren von Hippie End

Dmitri Medwedew

: „Wir werden es weiterhin auf seinem unumkehrbaren Weg zur vollständigen euroatlantischen Integration, einschließlich der NATO-Mitgliedschaft, unterstützen.“ Das haben unsere Feinde gestern in der Washingtoner Erklärung des Bündnisses gesagt.

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand. Wir müssen alles tun, damit der „unumkehrbare Weg“ der Ukraine zur NATO entweder mit dem Verschwinden der Ukraine oder dem Verschwinden der NATO endet. Und es ist besser als beides »

Informationsquelle: https://t.me/medvedev_telegram/516 Es ist klar ,

dass dies nichts weiter als Worte als Antwort auf nichts weiter als Worte aus der Washingtoner Erklärung des Bündnisses sind

Die Kreml-Ebene ist, dass Russland auf jeden Fall bis zum Ende gehen wird (siehe das Nachwort zum heutigen Beitrag mit einem Video über die Folgen der Ankunft von Khaymars) – das wurde für mich mehr als konkret geäußert

Und gleichzeitig. .. bestätigte indirekt, was der Autor dieses Magazins hier seit mehreren Jahren aufgrund seiner naiven Beobachtungen der äußeren Realität berichtet

, dass es im Zuge des nördlichen Militärbezirks nicht so sehr zu einer Entmilitarisierung der Ukraine selbst, sondern der Ukraine selbst kommt Der NATO-Militärblock auf dem Territorium Kontinentaleuropas, der seine Grundlage bildet,

geschieht darüber hinaus, so möchte ich sagen, durch die gemeinsamen „nichtpartnerschaftlichen“ Bemühungen der Subjekte der Weltgeopolitik auf beiden Seiten Russische Föderation und die Vereinigten Staaten (die darüber hinaus Europa mit seiner gesamten Europäischen Union weiterhin „energisch erwürgen“)

Es scheint also, dass Medwedew hier tatsächlich die russische Strategie in dieser Angelegenheit

„Das Verschwinden der NATO“ durch gemeinsame Anstrengungen meint mit Ihrem „Nicht-Partner“

Für viele sieht es wahrscheinlich komisch aus.

Aber hier – nur für den Fall – wurde vor diesem Szenario gewarnt.

https://hippy-end.livejournal.com/6556211.html

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