Die New Yorker Intellektuellen und die Erfindung des Neo-Konservatismus

von Thierry Meyssan

Ab 1945 rekrutierten die amerikanischen und britischen Propagandadienste Intellektuelle, oft aus trotzkistischen Kreisen, um eine «Ideologie, die mit dem Kommunismus konkurrierte» zu erfinden und zu fördern. Die New Yorker Intellektuellen, angeführt von Sidney Hook, haben verschiedene Missionen, die ihnen von der CIA anvertraut wurden, mit Eifer und Effizienz ausgeführt und wurden schnell zu führenden Agenten des kulturellen Kalten Krieges. Wichtige Theoretiker dieser Bewegung, wie James Burnham und Irving Kristol, haben die neokonservative Rhetorik ausgearbeitet, auf die sich die Washingtoner Falken heute stützen. [Übersetzt in 2024 ohne Änderung des Originals aus 2004.]

VOLTAIRE NETZWERK | PARIS (FRANKREICH) 

| 26. NOVEMBER 2004

عربي ENGLISH ESPAÑOL FRANÇAIS РУССКИЙ

Arthur Kœstler (Agent des britischen IRD), Irving Brown (behandelnder Agent der CIA für die europäische und afrikanische Linke) und James Burnham (behandelnder Agent der CIA für intellektuelle Kreise).

1945 wollen die sowjetischen Strategen die Anerkennung der Volksdemokratien Osteuropas erreichen. Sie starten mit Hilfe der Geheimdienste eine internationale Friedenskampagne. Ihr Ziel war, die Kontrolle über das «defensive Glacis» zu behalten, indem sie eine Reihe von bewaffneten Konflikten mit der angelsächsischen Koalition vermieden. In Großbritannien versuchen die Regierungen, insbesondere die von Clement Attlee, mit der Kriegspropaganda zu brechen, die das Bündnis mit Moskau von 1942 bis 1945 gerechtfertigt hat. In diesem Zusammenhang schafft Attlee im Februar 1948 innerhalb des Außenministeriums das Intelligence Research Department (IRD), ein wahres «Ministerium des Kalten Krieges», finanziert aus geheimen Mitteln und für die Produktion falscher Informationen zur Diskreditierung der Kommunisten verantwortlich. In den Vereinigten Staaten ist die Situation günstiger. Die Moskauer Prozesse, das Exil von Lenins früherer rechten Hand Trotzki, und der deutsch-sowjetische Pakt haben der Kommunistischen Partei erheblichen Schaden zugefügt. In diesem Zusammenhang schlossen sich Marxisten massiv dem trotzkistischen Flügel der radikalen Linken an, von denen ein Teil einen Pakt mit der CIA schloss und damit die Vierte Internationale verriet. Nach einer Reihe katastrophaler Misserfolge verzichteten die sowjetischen Dienste auf jeden ideologischen Einfluss in den Vereinigten Staaten und bevorzugten die Länder Westeuropas, insbesondere Frankreich und Italien.

Die britischen und amerikanischen Geheimdienste versuchen, eine Denkweise zu fabrizieren, die glaubwürdig und universell genug ist, um mit dem Marxismus-Leninismus zu konkurrieren. In diesem Zusammenhang waren die New Yorker Intellektuellen — Sidney Hook, James Burnham, Irving Kristol, Daniel Bell usw. — besonders tüchtige kulturelle Kämpfer.

DIE ERSTEN «SCHMUTZIGEN TRICKS»

Die New Yorker Intellektuellen brauchen kommunistische Kreise nicht zu unterlaufen: Sie sind bereits darin und definieren sich selbst als trotzkistische Kämpfer. Durch die Rekrutierung von Männern wie dem marxistischen Philosophen Sidney Hook sammelt die CIA nützliche Informationen über die amerikanische radikale Linke und versucht, von Moskau gesponserte internationale Treffen zu sabotieren.

Im März 1949 findet in New York eine «wissenschaftliche und kulturelle Konferenz für den Weltfrieden» im Waldorf Astoria Hotel statt. Delegationen kommunistischer Kämpfer strömen dorthin; die Versammlung wird heimlich von dem Kominform überwacht. Aber das Hotel steht unter der Kontrolle der CIA, die im zehnten Stock ein geheimes Hauptquartier eingerichtet hat. Sidney Hook, der den reuigen Kommunisten spielt, empfängt separat Journalisten, denen er «seine» Strategie gegen «die Stalinisten» erklärt: das Abfangen der Waldorfpost und das Verteilen falscher Kommuniqués. Die CIA nutzt Sidney Hooks «trojanisches Pferd-Situation» aus und führt eine Medienmanipulationskampagne durch, die so weit geht, die politische Zugehörigkeit bestimmter Teilnehmer öffentlich zu machen und so die «Hexenjagd» von Senator McCarthy vorwegzunehmen. Mit Eifer und Brillanz führt Hook sein Team von Agitatoren, Informanten und Manipulatoren, schreibt Flugblätter und sät Unordnung während der Runden Tische… Zur gleichen Zeit marschieren vor dem Waldorf Hotel Dutzende rechtsextreme Aktivisten mit Plakaten in der Hand, um die Einmischung der Kominform anzuprangern. Die Operation ist ein voller Erfolg, die Konferenz wird zum Fiasko.

Die US-amerikanische CIA und das britische IRD ziehen Lehren aus dem «Waldorf-Putsch» und systematisieren die Einbeziehung der Trotzkisten in den geheimen Kampf gegen Moskau, bis zu dem Punkt, wo sie ihn zu einer Konstante des «psychologischen Krieges» machen, den sie der UdSSR liefern [1].

SIDNEY HOOK, FÜHRER DER NEW YORKER INTELLEKTUELLEN

Sidney Hook wurde 1902 in einem armen Viertel von Brooklyn geboren und inskribiert 1923 an der Columbia University, wo er John Dewey, seinen ersten Mentor, kennenlernt. Nach seiner Promotion erhält er ein Stipendium der Guggenheim Foundation, das ihm ermöglicht, in Deutschland zu studieren und Moskau zu besuchen. Wie so viele andere Intellektuelle dieser Zeit ist er von Stalin und dem Sowjetregime fasziniert. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten beginnt er seine Karriere an der New York University im Department Philosophie. Er wird seinen Posten erst 1972 verlassen, um sich am Ende einer intellektuellen Entwicklung, die ihn vom Kommunismus zum Neokonservatismus führte, in Stanford niederzulassen. Am Ende des Ersten Weltkriegs tritt Hook, nachdem er eine kommunistische Aktivisten geheiratet hatte, einer der Partei nahestehenden Lehrergewerkschaft bei. Er arbeitet an einer Übersetzung Lenins und veröffentlichte ein bemerkenswertes Buch mit dem Titel » Towards the understanding of Karl Marx«. Als typischer Intellektueller der radikalen Linken nimmt er an Demonstrationen gegen die Hinrichtung der Anarchisten Sacco und Vanzetti teil.

In den frühen 1930er Jahren bricht Hook mit den Kommunisten und schließt sich dem trotzkistischen Clan der 1938 gegründeten American Workers Party an. Er organisiert die «Untersuchungskommission zur Wahrheit in den Moskauer Prozessen», die darauf abzielt, den von Stalin entmachteten Trotzki zu entlasten.

Ab 1938 gibt er das revolutionäre Ideal endgültig auf. 1939 gründet er das Komitee für kulturelle Freiheit, eine antistalinistische Organisation, die nach dem Krieg eine der Grundlagen des Kongresses für kulturelle Freiheit bilden sollte [2]. Mehr als ein Bruch, dieser «Verrat» — Hook überwacht seine ehemaligen Freunde im Auftrag der CIA — ist für ihn eine attraktive politische und finanzielle Gelegenheit. Wenn Hook die Gründe für seine Bekehrung erläutert, verweist er auf «Stalinisten» wie Brecht, der 1935 während einer Diskussion in New York über die Verhaftung Sinowjews und Kamenews gescherzt haben soll: «Je unschuldiger sie sind, desto mehr verdienen sie es, erschossen zu werden.» Eine Anklage, die viel über Hooks Methoden aussagt, der nicht zögerte, kritische Bemerkungen zu zitieren, indem er sie aus dem Zusammenhang riss, um sie verabscheuungswürdig zu machen.

In dieser Logik der Denunziation wurde die Initiative des Senators von Wisconsin, McCarthy, diskret von Hook unterstützt, der zwei Artikel veröffentlichte: «Häresie, ja! Verschwörung, nein! (Ketzerei, ja! Verschwörung, nein!) und «The dangers of cultural vigilantism», in dem er vorgibt, McCarthy zu kritisieren, und dazu aufruft, Beamte, Intellektuelle und Politiker auszuspionieren und zu denunzieren, die den Kommunisten nahestehen. Hook behauptete später immer, er habe den Senator aus Wisconsin nie unterstützt, was die Philosophin Hannah Arendt ablehnt, die ja eine natürliche Verbündete von Hook war. In «Häresie, ja!» beschreibt er die ideologische Haltung der «realistischen Liberalen» und den Begriff der «Schuld durch den Umgang». Daraus folgert er, dass der Staat die «Hexenjagd» durchführen und dabei den Anschein eines liberalen Regimes wahren muss. Um dies zu erreichen, muss die Regierung, anstatt kommunistische Funktionäre zu kriminalisieren, fähig sein, verdächtige Personen zum Rücktritt zu bewegen. In Bezug auf die Lehrer stellt Hook fest, dass ein kommunistischer Professor «einen echten professionellen Betrug praktiziert» [3]. Letztendlich ist Hook der Ansicht, dass die «Hexenjagd» einen politischen Fehler darstellt, nicht wegen des faschistischen Charakters dieser Denunziationskampagne, sondern weil McCarthys Initiative, die zu indiskret ist, dazu beiträgt, sowjetische und amerikanische Gewalt gleichzusetzen. In «The dangers of vigilantism » [Die Gefahren der Selbstjustiz] plädierte er für andere, geheimere Mittel, um Kommunisten zu vertreiben: zum Beispiel, die Last der Loyalitätsermittlungen Berufsverbänden anzuvertrauen.

In der Tat bevorzugt Sidney Hook diskrete Handlungen. Seine Beteiligung an mehreren kulturellen Operationen des Kalten Krieges, einschließlich des Kongresses für kulturelle Freiheit, unterstreicht seine Auffassung von Demokratie, die als notwendige Fassade für den von den Vereinigten Staaten geführten atlantischen Block konzipiert wurde. 1972 verließ er New York und wurde bis zu seinem Tod einer der führenden konservativen Theoretiker an der Hoover Institution [4]. Durch den Besuch geheimer diplomatischer Kreise wurde Sidney Hook zu einem Konservativen, der von den Herrschenden respektiert wurde. 1985 verlieh ihm Ronald Reagan die höchste amerikanische zivile Auszeichnung, die Medal of Freedom, nachdem er Frank Sinatra und Jimmy Stewart am selben Tag ausgezeichnet hatte. Er starb 1989. Seine Frau nahm das Beileid von Präsident Bush entgegen: «Sein ganzes Leben lang war er ein furchtloser Verteidiger der Freiheit (…) Während er oft behauptete, dass es nichts Absolutes im Leben gibt, wollte die Ironie, dass er selbst das Gegenteil bewies, denn wenn es ein Absolutes gab, dann war es Sidney Hook, der immer bereit war, mutig für intellektuelle Ehrlichkeit und Wahrheit zu kämpfen.»

DIE TROTZKISTEN BEKEHREN

Der «Verrat» von Sidney Hook, der den Erfolg der Manipulations-Kampagne des Waldorfs ermöglichte, war der Ausgangspunkt einer Bewegung, die einen Teil des trotzkitischen Flügels bekehren sollte. Die CIA und das IRD vertrauten den abgekehrten Marxisten um eine groß angelegte Operation durchzuführen: das Fabrizieren einer «Ideologie, die mit dem Kommunismus konkurriert», so Ralph Murray, der erste Chef des IRD, dessen Kongress für kulturelle Freiheit das Hauptinstrument der Förderung sein sollte.

Daniel Bell

Die Taktik der CIA und des IRD bestand daher zuerst darin, Linksradikale zu trotzkistischen Militanten «umzudrehen» und ihren Gehorsam zu sichern. Dazu investieren diese Dienste einen Teil der ihnen zur Verfügung stehenden Geheimgelder, um linksradikale Zeitschriften vor dem totalen Bankrott zu «retten». So erhielt die Partisan Review, die Hochburg der New Yorker Intellektuellen und ehemalige Zeitung der orthodoxen Kommunisten und später der Trotzkisten [5], mehrere Spenden. 1952 gab der Chef des Time-Life-Imperiums, Henry Luce, Daniel Bell 10 000 Dollar, um sicherzustellen, dass das Magazin nicht verschwindet. Im selben Jahr organisierte die Partisan Review ein Symposium, dessen allgemeines Thema wie folgt zusammengefasst werden kann: «Amerika ist jetzt zum Beschützer der westlichen Zivilisation geworden.» Bereits ab 1953, obwohl die New Yorker Intellektuellen den Kongress für kulturelle Freiheit dominierten, erhielt Partisan Review einen Zuschuss aus dem «Festivalkonto» des American Committee for Cultural Freedom, das von der Fairfield Foundation…mit Mitteln der CIA versorgt wurde. Auf die gleiche Weise wird New Leader, unter der Führung von Sol Levitas, nach der finanziellen Intervention von Thomas Braden … mit CIA-Geldern «gerettet». Man versteht besser, wie es der Agentur gelungen ist, bestimmte Gruppen der radikalen Linken anzuheuern.

Neben der «Rettung» der Partisan Review arbeitete die CIA mit den britischen Diensten zusammen, um auch ein antikommunistisches Magazin zu gründen. Sie rekrutiert Irving Kristol, den Geschäftsführer des American Committee for Cultural Freedom. Kristol trat 1936 in das City College ein, wo er zwei zukünftige Kameraden des Kalten Krieges, Daniel Bell und Melvin Lasky, kennenlernte. Als antistalinistischer Trotzkist arbeitete er für die Zeitschrift Enquiry. Nach dem Krieg, von den US-amerikanischen Geheimdiensten angeheuert, kehrte er nach New York zurück, um die jüdische Zeitschrift Commentary zu leiten. Direkt durch Fairfield (CIA) Kredite finanziert, wurde er mit der Erfindung von Encounter unter Josselsons Aufsicht beauftragt. Das Magazin X, das er mit dem naiven Stephen Spender leitete, sollte die Speerspitze der US-amerikanischen neokonservativen Ideologie werden.

DER KAMPF GEGEN DEN KOMMUNISMUS IM KONGRESS FÜR KULTURELLE FREIHEIT

Die New Yorker Intellektuellen und andere abtrünnige Kommunisten werden logischerweise von Josselson (unter Befehl von Lawrence de Neufville) kontaktiert, der im Auftrag der CIA für die Gründung des Kongresses für kulturelle Freiheit verantwortlich war. Ziel ist dann, in Westeuropa die «psychologische Kriegsführung», um Arthur Koestlers Ausdruck zu verwenden, gegen Moskau zu organisieren.

Arthur Koestler, 1905 in Budapest geboren, war mehrere Jahre lang ein aktiver kommunistischer Aktivist. 1932 besucht er die Sowjetunion.

Die ‚Internationale‘ finanziert eines seiner Bücher. Nachdem er seine russische Freundin bei der Geheimpolizei angezeigt hat, verlässt er Moskau und geht nach Paris. Während des Krieges wird er verhaftet und als politischer Gefangener deportiert. Als der Krieg vorbei war, schrieb Koestler «Die Null und das Unendliche«, ein Buch, in dem er seine Karriere nachzeichnete und die Verbrechen des Stalinismus anprangerte. Die Begegnung mit den New Yorker Intellektuellen durch James Burnham ermöglichte es ihm, mit Kreisen häufigen Umgang zu pflegen, in denen geheime kulturelle Operationen beschlossen wurden. Nach zahlreichen Gesprächen mit CIA-Agenten überwachte er das Schreiben eines kollektiven Werkes, ein direkter Auftrag der Geheimdienste. Der Gott der Finsternis (André Gide, Stephen Spender…) ist eine scharfe Verurteilung des Sowjetregimes. Arthur Koestler wurde dann im Rahmen der Gründung des Kongresses für kulturelle Freiheit eingesetzt.

Koestler schrieb das Manifest der Freien Männer im Anschluss an das Treffen des Kongresses für Kulturelle Freiheit [CCF Jahrbuch für historische Kommunismus-Forschung JHK 2011. Zugabe des Übersetzers 2024] in Berlin im Jahr 1950, das von seinem Freund Melvin Lasky organisiert wurde. Für ihn ist «die Freiheit in die Offensive gegangen». James Burnham war weitgehend für die Rekrutierung Koestlers verantwortlich, der wegen seines Enthusiasmus in den Augen der Kongressverschwörer bald zu lästig wurde.

Koestlers Patenonkel, James Burnham, wurde 1905 in Chicago geboren. Als Professor an der New York University arbeitete er mit verschiedenen radikalen Zeitschriften zusammen und beteiligte sich am Aufbau der Socialist Workers Party. Einige Jahre später organisierte er die Spaltung der trotzkistischen Gruppe [6]. 1941 veröffentlichte er The Managerial Revolution, das zukünftige Manifest des Kongresses für kulturelle Freiheit, das 1947 in Frankreich unter dem Titel L’Ère des organisateurs übersetzt wurde. Burnhams Konversion ist besonders spektakulär. Nachdem er einige Jahre später den Chef der Stay-Behind-Netzwerke [7], Franck Wisner, und seine Assistentin Carmel Offie kennengelernt hatte, wurde er zu einem glühenden Verteidiger der Vereinigten Staaten, die seiner Meinung nach das einzige Bollwerk gegen die kommunistische Barbarei waren. Er erklärte: «Ich bin gegen die Bomben, die derzeit in Sibirien oder im Kaukasus gelagert werden und die zur Zerstörung von Paris, London, Rom (…) und der westlichen Zivilisation im Allgemeinen (…) aber ich bin für die Bomben, die in Los Alamos gelagert sind (…) und die seit fünf Jahren die Verteidigung — die einzige Verteidigung — der Freiheiten Westeuropas sind». Burnham, ein enger Freund von Raymond Aron, war sich der Funktion des Stay-Behind-Netzwerks vollkommen bewusst und wechselte vom Trotzkismus zur konservativen Rechten und wurde zu einem der wichtigsten Vermittler zwischen den Intellektuellen im Kongress und der CIA. Als der turbulente Melvin Lasky 1950 Gelder aus dem abgezweigten Marshallplan erhielt, wurden Burnham, Hook und Koestler wahrscheinlich ins Vertrauen gezogen. Dank des Kongresses für kulturelle Freiheit konnte Burnham sein Buch «The Managerial Revolution» in ganz Westeuropa verbreiten.

«EINE MIT DEM KOMMUNISMUS RIVALISIERENDE IDEOLOGIE»

Raymond Aron [8] ist der Hauptarchitekt des Imports der Thesen der New Yorker Intellektuellen nach Frankreich. 1947 bat er Calmann-Lévy, die Übersetzung von «Die Managerrevolution» zu veröffentlichen. Gleichzeitig verteidigte Burnham sein neues Buch Struggle for the WorldDie Ära der Manager wurde sofort (zu Recht), insbesondere von Professor Georges Gurvitch, als Verherrlichung der «Technokratie» interpretiert.

Burnham versucht die auf Klassenkampf beruhende Analyse zu disqualifizieren, indem er erklärt, dass die Manager die neuen Herren der Weltwirtschaft sind. Dem Autor zufolge ist die Sowjetunion, weit davon entfernt den Sozialismus erreicht zu haben, ein von einer neuen Klasse dominiertes Regime, das sich aus «Technikern» (bürokratische Diktatur) zusammensetzt. In Westeuropa und in den Vereinigten Staaten haben die Manager die Macht zum Nachteil der Parlamente und der traditionellen Arbeitgeber übernommen. Die Ära der Manager bedeutet also eine doppelte Niederlage, die des Kommunismus und des Kapitalismus. Burnhams Hauptziel ist offensichtlich die marxistisch-leninistische Analyse, deren Prinzip, die historische Dialektik, das Aufkommen einer kommunistischen weltweiten Gesellschaft ankündigt. In der Tat wird «der Sozialismus nicht die Nachfolge des Kapitalismus antreten»; die Produktionsmittel, teilweise im Staatsbesitz, werden einer Klasse von Managern anvertraut, die einzige Gruppe, die aufgrund ihrer technischen Kompetenz in der Lage ist, den heutigen Staat zu leiten.

[Der Franzose und Staatsmann] Léon Blum verstand die grundlegend antimarxistische Dimension der technokratischen Thesen von James Burnham sehr gut. Nach dem Krieg musste der Verbündete Washingtons und ehemalige starke Mann der „front populaire“ 1936-39 [Volksfront] die französische Übersetzung einleiten, nicht aber ohne eine gewisse Verlegenheit: «Wenn ich mir der Sympathie der einen und der Freundschaft der anderen nicht sicher wäre, hätte ich in dieser Bitte eine Spur von Bosheit gesehen (…) Es ist schwer, sich ein Werk vorzustellen, das auf das Denken eines sozialistischen Lesers einen unerwarteteren und beunruhigenderen Schock auslösen könnte» [9]. Mit einem Paten wie Raymond Aron und einem Vorwortschreiber wie Léon Blum war L’Ère des organisateurs ein beachtlicher Erfolg.

Sidney Hook nahestehend, mit dem er die «Hexenjagd» unterstützte, veröffentlichte Daniel Bell 1960 The End of Ideologies, eine Sammlung von Artikeln, die in Commentary, Partisan Review, New Leader und den Mitteilungen des Congress for Cultural Freedom [CCF] veröffentlicht wurden. Die französische Übersetzung enthält ein Vorwort von Raymond Boudon, der sein ganzes Leben lang gegen die Theorien der französischen Soziologieschule von Émile Durkheim und Pierre Bourdieu gekämpft hat, um eine amerikanisierte Auffassung der Sozialwissenschaften durchzusetzen. La Fin des idéologies greift, wie der Name schon sagt, die Lieblingsthese der New Yorker Intellektuellen auf, nämlich die Auslöschung des Kommunismus als Ideal. Daniel Bell, ein aktives Mitglied des Kongresses für kulturelle Freiheit, der an der Verbreitung seines Buches beteiligt war, kündigte ebenfalls die Entstehung neuer ideologischer Konflikte an: «Das Ende der Ideologien prognostiziert den Zerfall des Marxismus als Glauben, sagt aber nicht, dass alle Ideologien zu Ende gehen. Vielmehr stelle ich fest, dass Intellektuelle oft nach Ideologien lechzen und dass neue soziale Bewegungen nicht versäumen werden, neue hervorzubringen, sei es Panarabismus, die Bejahung einer Farbe oder Nationalismus» [10].

Sidney Hook, Norman Podhoretz, Hans J. Morgenthau und H. Stuart HughesAuf einem Symposium der Commentary Revue mit dem Titel « Western Values and Total War » [Westliche Werte und totaler Krieg] im Jahr 1961.

VOM ANTIKOMMUNISMUS ZUM NEOKONSERVATISMUS

Die New Yorker Intellektuellen, die in mehrere Infiltrationsoperationen verwickelt waren, enthüllten ihre wahre ideologische Zugehörigkeit erst spät und schlossen sich den Reihen der Neokonservativen an, deren Haupthochburgen bereits von ex-Marxisten gehalten wurden. Irving Kristol, der eine konfliktreiche Beziehung zu Josselson hatte, gab Commentary von 1947 bis 1952 heraus. Eine andere wichtige Figur des Neokonservatismus, Norman Podhoretz, wurde dann von 1960 bis 1995 an die Spitze der quasi-offiziellen Zeitschrift des Kongresses für kulturelle Freiheit gestellt. In Frankreich schuf Raymond Aron 1978 Commentaire [11]. Irving Kristols Sohn William ist Direktor des sehr neokonservativen Weekly Standard.

William Kristol

Entgegen einer weit verbreiteten These gab es keine trotzkistische Unterwanderung der amerikanischen Rechten, sondern eine Rückgewinnung trotzkistischer Elemente durch diese, zunächst in einem objektiven Bündnis gegen den Stalinismus, um dann ihre dialektischen Fähigkeiten in den Dienst des pseudoliberalen Imperialismus zu stellen. Burnham und Shatchman verließen 1940 die Socialist Workers Party und die Vierte Internationale, um eine Spaltungspartei zu gründen. Max Shatchman befürwortete bald den Entrismus in die Demokratischen Partei. Er schließt sich dem demokratischen Falken Henry «Scoop» Jackson an, der wegen seiner leidenschaftlichen Unterstützung für den militärisch-industriellen Komplex den Spitznamen «Senator Boeing» trägt. Er reorganisierte seine Partei als eine Tendenz innerhalb der Demokratischen Partei unter dem Namen American Social Democratic Party (SD/USA). In den 1970er Jahren umgab sich Senator Jackson mit brillanten Assistenten wie Paul Wolfowitz, Doug Feith, Richard Perle und Elliot Abrams [12]. Da Max Shatchman seinen linksextremen Diskurs so lange wie möglich beibehielt, machte er die SD/USA zu einer CIA-Agentur, die in der Lage war, linksextreme Formationen zu diskreditieren, während er zu einem der wichtigsten Berater der antikommunistischen Gewerkschaftsorganisation AFL-CIO wurde [13]. Zum SD/USA-Politbüro gehörten Persönlichkeiten wie Jeanne Kirkpatrick, die zu Ikonen der Reagan-Ära werden sollten. In einem völligen Genre-Wirrwarr intervenierte der rechtsextreme Theoretiker Paul Wolfowitz als Redner auf den Kongressen der linksextremen Partei. Carl Gershamn wurde Präsident der SD/USA und ist heute Geschäftsführer des National Endowment for Democracy [14]]. Im Allgemeinen wurden die Mitglieder dieser Partei, deren Hauptrelais die Zeitschrift Commentary und das Committee for the Free World waren, für ihre Manipulationen belohnt, sobald Ronald Reagan gewählt wurde.

Die New Yorker Intellektuellen haben nicht nur eine linke Kritik am Kommunismus entwickelt, sie haben auch eine «linke» Verkleidung für rechtsextreme Ideen erfunden, deren letzte Reifung der Neokonservatismus ist. So können die Kristols und ihre Freunde George W. Bush getrost als einen «Idealisten» präsentieren, der daran arbeitet, die Welt zu «demokratisieren».

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich

https://www.voltairenet.org/article220922.html

Paris 2024 und Berlin 1936 im Dienste eines unmöglichen imperialen Traums

von Thierry Meyssan

Der Vergleich ist schockierend: Die Organisation der Olympischen Spiele 2024 in Paris greift propagandistische Tricks der Spiele von 1936 in Berlin auf. Der Vergleich erklärt sich dennoch: Präsident Emmanuel Macron verfolgt wie Kanzler Adolf Hitler das gleiche Projekt einer «Neuen Europäischen Ordnung». Im Gegensatz zu seinem Vorgänger tut er es friedlich, aber wird wie dieser scheitern, weil er wie jener das Volk verachtet. Zudem ist sein Projekt überholt: Es entspricht nicht mehr den Strukturen der Organisationen im digitalen Zeitalter.

VOLTAIRE NETZWERK | PARIS (FRANKREICH) 

ΕΛΛΗΝΙΚΆ ENGLISH ESPAÑOL FRANÇAIS ITALIANO NEDERLANDS NORSK PORTUGUÊS РУССКИЙ

Mario Draghi und Emmanuel Macron werden unter der Schirmherrschaft des Investmentfonds KKR die Neue Europäische Ordnung installieren

Emmanuel Macron hat nie Rücksicht auf die französische Kultur genommen. Während seines ersten Wahlkampfes hörte er nicht auf, sich über sie lustig zu machen. Sein Ehrgeiz lag in der Präsidentschaft der Französischen Republik, aber in seinen Augen machte er nur in der Europäischen Union Sinn. Während seiner beiden Amtszeiten löste er nur wenige französische Probleme, baute aber geduldig die Umwandlung der EU in ein Imperium von etwa dreißig Staaten auf.

Seiner Meinung nach werden die nächsten Olympischen Spiele eine Gelegenheit sein, die Massen zu manipulieren, um die «Vereinigten Staaten von Europa» so zu vergrößern, dass sie spontan für die Auflösung der EU-Mitgliedstaaten bereit sind.

In seiner programmatischen Rede an der Sorbonne vor sieben Jahren deklamierte er: «Wenige Wochen nach den Europawahlen [2024] wird Paris Gastgeber der Olympischen Spiele sein. Aber es ist nicht Paris, das der Gastgeber ist. Es ist Frankreich und mit ihm Europa, die den olympischen Geist, der auf diesem Kontinent geboren wurde, zum Leben erwecken werden. Es wird ein einzigartiger Moment der Zusammenkunft sein, eine großartige Gelegenheit, die europäische Einheit zu feiern. Im Jahr 2024 wird die Ode an die Freude erklingen und die europäische Flagge wird stolz neben unseren nationalen Emblemen gehisst werden können» [1].

Ja, die Olympischen Spiele 2024 in Paris werden für ihn eine Gelegenheit sein, seine Weltanschauung zu inszenieren: bei jedem Sieg eines Mitgliedstaates wird die Europahymne gespielt. Die EU wird ohne Zweifel die Siegermacht sein. So wird er den Traum von Reichskanzler Adolf Hitler 1936 in Berlin erfüllen. Er hat übrigens bereits seine Zeichen übernommen. Zum Beispiel ist der Olympische Fackellauf, den es zur Zeit der ursprünglichen Spiele noch nicht gab, ein Überbleibsel des Nationalsozialismus. Der deutsche Reichskanzler hatte gewünscht, die athletischen Körper der Arier zu glorifizieren, als sie durch den Balkan liefen, um seine zukünftigen Eroberungen anzudeuten. Der französische Präsident beabsichtigt, die Franzosen für seinen unmöglichen europäischen Traum zu mobilisieren, um sie in den kommenden Wochen besser zu manipulieren. Er hat übrigens die Anfertigung der Fackel der Firma Usinor anvertraut, heute ArcelorMittal, wie sein Vorgänger sie dem Rüstungskonzern Krupp anvertraut hatte.

Keine Sorge, ich vergleiche Emmanuel Macron nicht mit Adolf Hitler, um anzudeuten, dass der französische Präsident ein Rassist ist, aber diese historische Anspielung wird mir für meine nachfolgenden Ausführungen nützlich sein. Denken Sie vorerst daran, dass es russische Sportler geben wird, aber keine russische Hymne und keinen im Namen der Europäischen Union registrierten Sieger, sondern europäische Hymnen.

Um die Falle zu verstehen, die sich hier zusammenbraut und in die wir wahrscheinlich alle tappen werden, müssen wir ihre vorigen Schritte zurückverfolgen.

In Macrons Rede am 27. September 2017 erklärte er: «Wir haben ein neues Kapitel einer Form der europäischen Konstruktion aufgeschlagen. Die Gründerväter haben Europa ohne Mitwissen der Völker aufgebaut, weil sie eine weitsichtige Avantgarde waren, weil man es vielleicht machen konnte, und sie sind vorangeschritten und haben dann bewiesen, dass dies funktionierte.» Er legte dann die Prinzipien einer Inszenierung fest, an der wir miterlebt haben, manchmal auch teilgenommen haben, ohne sie zu verstehen.

• Am 25. Juni 2018 startete er die Europäische Interventionsinitiative. Es handelte sich nicht um ein EU-Programm. Mindestens die Hälfte der Mitgliedstaaten wollte sie nicht, darunter auch Deutschland. Zunächst nahmen nur neun Staaten daran teil, darunter das Vereinigte Königreich, das auf dem Weg zum Brexit war. Heute sind es 14 Staaten. Diese Initiative ist jetzt im Persischen Golf im Gange (European Maritime Awareness in the Strait of Hormus oder EMASoH). Sie beginnt eine «Fähigkeit zu autonomem Handeln Europas, zusätzlich zur NATO».

Die europäische Mission Deutschlands bestand laut den Nazis darin, die Völker Europas vor dem Bolschewismus zu schützen. Heute besteht die Mission der Europäischen Union laut Emmanuel Macron darin, sie vor Russland zu schützen.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Es ging nie darum, eine Armee zur kollektiven Verteidigung der Mitgliedstaaten zu schaffen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der Krieg in der Ukraine ist der Vorwand für gigantische Waffenlieferungen, so dass heute kein Mitgliedsstaat mehr die Mittel hat, sich länger als zwei Tage zu verteidigen, wenn er konventionell von einem entwickelten Staat angegriffen würde. Entgegen der Rhetorik über die Stärkung der militärischen Macht hat das französische Verteidigungsministerium nach Angaben des Rechnungshofs im vergangenen Jahr 3599 Militärstellen gestrichen [2]. Kurz gesagt, wir sind bereits von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich, also von der NATO, abhängig und werden es noch weiter werden.

• Am 4. März 2019 veröffentlichte Emmanuel Macron einen Kommentar, in dem er die Schaffung einer «Konferenz für Europa» forderte, «um alle notwendigen Änderungen an unserem politischen Projekt vorzuschlagen». Sie sollte «Bürgerforen einbeziehen, Akademiker, Sozialpartner, religiöse und geistliche Vertreter anhören». Um «einen Fahrplan für die Europäische Union zu definieren, der diese wichtigen Prioritäten in konkrete Maßnahmen umsetzt» [3]. Man beachte, dass Präsident Macron «diese großen Prioritäten» geschrieben hat und nicht „ihre großen Prioritäten“, um deutlich zu machen, dass die Konferenz die Mittel zum Ausdruck bringen muss, um ein Ziel zu erreichen, das sie nicht selbst aussuchen würde, sondern das ihr aufgezwungen wurde.

Dies ist die Wiederholung der Großen Nationalen Debatte, die auf die Revolte der «Gelbwesten» folgte. 10134 öffentliche Versammlungen wurden organisiert, 19.899 Beschwerdebücher wurden eröffnet, 16337 Rathäuser nahmen daran teil und 569000 detaillierte Beiträge wurden verfasst. All das Gerede und der Papierkram landeten im Müll.

• Wenige Monate später, am 16. Juli 2019, stellte die Deutsche Ursula von der Leyen das Programm ihrer EU-Administration vor und sagte: «Europa ist wie eine lange Ehe. Liebe entwickelt sich nicht unbedingt vom ersten Tag an, aber es kommt darauf an» [4].

Von diesem Moment an begannen der Élysée-Palast und die Brüsseler Verwaltung daran zu arbeiten, die Union in ein «Imperium» umzuwandeln, — die Kommunikanten sagen besser in eine «Föderation»-. Es war klar, dass es nicht möglich sein würde, diesen Umsturz per Referendum zu verabschieden. Daher beabsichtigte die von der Leyen-Regierung, Schritt für Schritt vorzugehen: die Adoptionsregeln in einem vereinfachten Verfahren zu ändern und später die Mitgliedstaaten aufzulösen und durch einen Zentralstaat zu ersetzen.

• Während seiner ersten Amtszeit besuchte Präsident Emmanuel Macron alle 28 Hauptstädte der EU. Es war seine Wahlkampagne, um seine bevorstehende Nominierung zu rechtfertigen.

• Von April 2021 bis Mai 2022 trafen sich 830 europäische «Bürgerinnen und Bürger», um über die «Zukunft Europas» zu diskutieren. Diese Konferenz, die von Präsident Emmanuel Macron eröffnet wurde, brachte 49 Vorschläge und 326 Maßnahmen hervor, die an die Präsidenten des Parlaments, des Rates und der Kommission gerichtet wurden [5].

Erste Bemerkungen: Diese Darstellung der Tatsachen verschleiert die wirklichen Probleme. Um dem laufenden Prozess den Anschein von Legitimität zu geben, ist es notwendig, die Illusion zu erwecken, dass das europäische Imperium keine Idee von oben ist, sondern ein brennender Wunsch der europäischen Bevölkerungen. Man spricht also von europäischen «Bürgern», obwohl es weder einen europäischen Staat noch ein europäisches Volk und damit überhaupt keine «Bürger» gibt. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip ausgelost, was die Illusion ihrer Repräsentativität und der Legitimität ihrer Entscheidungen erweckt. In der Praxis wurden sie jedoch mit unseren Steuern bezahlt, obwohl sie keine europäische Institution waren. Sie haben bestimmte Maßnahmen beschlossen, die sie lange diskutiert haben, aber auch in aller Eile über das abgestimmt, was Paris und Brüssel von ihnen wollten und was ihren Interessen zuwider läuft.

• Am 25. März 2022 verabschiedete der Europäische Rat unter dem damaligen Vorsitz von Emmanuel Macron den Strategischen Kompass. Dieser identifizierte zunächst Bedrohungen, aus denen er die Leitlinien für seine Strategie ableitete. Er führte zur Einrichtung einer 5000 Mann starken schnellen Eingreiftruppe.

• Am 9. Juni 2022 nahm das Europäische Parlament nach der Annahme verschiedener Texte im Zusammenhang mit der Konferenz zur Zukunft Europas eine Entschließung (P9_TA (2022)0244) zur Einberufung eines Konvents zur Revision der Verträge gemäß Artikel 48 des Vertrags über die Europäische Union (Vertrag von Nizza) an.

• Am 10. und 11. März 2022 berief Emmanuel Macron eine informelle Tagung des Europäischen Rates in Versailles ein. Die Staats- und Regierungschefs billigten die Schaffung eines Haushalts zur Unterstützung der Ukraine und das Programm zur Veränderung der Energieabhängigkeit.

• Am 30. November 2022 listete der Europäische Rat (d. h. die Staats- und Regierungschefs) die 18 vom Bürgerforum (Konferenz zur Zukunft Europas) vorgeschlagenen Maßnahmen auf, die eine Überarbeitung der Verträge erfordern (ST 10033 2022). Dies reicht von der «Gewährleistung der Schaffung bezahlbarer Kindergärten und kostenloser Kinderbetreuung in der gesamten EU als Pflicht» bis hin zu… «Übergang von der Einstimmigkeit zur Beschlussfassung mit qualifizierter Mehrheit im Europäischen Rat», d. h. die Mitgliedstaaten ihrer Souveränität zu berauben.

Emmanuel Macron sagt alles, aber derart, dass man nichts versteht.

• Vor wenigen Tagen, am 25. April 2024, gab Präsident Emmanuel Macron in einer zweiten feierlichen Rede an der Sorbonne einen Fortschrittsbericht [6]..

1 — Er beglückwünschte sich selbst, eine gemeinsame Verschuldung von 800 Milliarden Euro anlässlich der Covid-Pandemie eingegangen zu sein; was der damalige deutsche Finanzminister Olaf Scholz als «Hamilton’sches Moment» bezeichnete, in Analogie zur Bündelung der Schulden aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika führte. In ähnlicher Weise war Covid eine Gelegenheit für eine europäische Strategie zur Beschaffung von Impfstoffen; ein Ziel, das von den Verträgen nicht abgedeckt ist. Natürlich bemerkte er nicht, dass diese sogenannten «Impfstoffe», wie wir jetzt entdecken, gegen die Krankheit nicht halfen. Wichtig ist für ihn, dass die Mitgliedstaaten sie gemeinsam gekauft haben.

2- Er beglückwünschte sich auch dazu, dass er anlässlich des Krieges in der Ukraine die Einheit der Europäischen Union erreicht hat. Die Mitgliedstaaten haben ihre Abhängigkeit von russischem Gas gegen eine Abhängigkeit von US-Gas eingetauscht. Schließlich gelang es ihnen, ihre Verteidigungsmittel zu opfern, um sie der Ukraine zu geben, die sie alle verschlang. Von nun an ist die Europäische Union wirtschaftlich und militärisch völlig von den Vereinigten Staaten von Amerika abhängig.

3- Dann beglückwünschte er sich selbst dazu, «die Grundlagen für eine größere technologische und industrielle Souveränität» gelegt zu haben (mit Deutschland im Batteriesektor, dann mit Wasserstoff, Elektronik und Gesundheit und schließlich mit dem Panzer der Zukunft, dem Luftkampfsystem der Zukunft). Und mit den Niederlanden für U-Boote). Dann erwähnte er das Projekt eines europäischen Raketenabwehrschildes. Am nächsten Tag schlug der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius ein deutsch-amerikanisch-israelisches System vor; eine Veranschaulichung dessen, was unter «europäischer Unabhängigkeit» zu verstehen ist.

4- Die Kommission hat den «Green Deal» (in Englisch im Original) angenommen; Ein riesiges ökologisches Programm, das ganze Wirtschaftszweige ruiniert. Übrigens wurde dieser bereits im Vorfeld der Europawahlen seiner wichtigsten Maßnahmen gegen Landwirte entledigt.

5- Die EU hat ihre Grenzen wieder bekräftigt und sowohl eine Politik zur Bekämpfung einiger Tausend illegaler Einwanderer als auch zur Öffnung ihrer Grenzen für einige Millionen ausgewählte Einwanderer entwickelt.

6. Die EU hat «begonnen, ihre Geografie innerhalb der Grenzen unserer Nachbarschaft zu überdenken. Europa betrachtet sich nach der russischen Aggression nun als kohärentes Ganzes und behauptet, dass die Ukraine und die Republik Moldau Teil unserer europäischen Familie sind und dazu bestimmt sind, der Union beizutreten, wenn die Zeit dafür gekommen ist, so wie der westliche Balkan.» Zu Beginn dieses Artikels habe ich von einer Union mit mehr als 30 Mitgliedern gesprochen, das wird also tatsächlich der Fall sein.

Lassen Sie uns nun darüber nachdenken, was diese Strategie bedeutet. Ihre Befürworter sagen uns, dass sie ein Gebilde schaffen wollen, das mit den Vereinigten Staaten von Amerika und China konkurrieren kann.

Es sei darauf hingewiesen, dass die EU die von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich gewollten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaften (EWG) abgelöst hat. Die sechs Gründerstaaten konnten nicht vom Marshallplan profitieren, wenn sie sich nicht dazu verpflichtet hätten, sie zu verwirklichen. Später, als die NATO gegründet wurde, wurde auch die Kommission geschaffen, um die Normen des Atlantischen Bündnisses in nationales Recht umzusetzen. Diese Abhängigkeit ist immer noch gegeben. Aus diesem Grund haben sowohl die EU als auch das Bündnis ihren Sitz in Brüssel;

Der Generalsekretär der NATO wird häufig in den Rat der Staats- und Regierungschefs der Union eingeladen;

Die Erweiterung der Union auf die ehemaligen Ostblockstaaten, die der US-Außenminister James Baker vor der Tagung des Europäischen Rates angekündigt hat;

Der Vertrag von Nizza sieht vor, dass die Verteidigung der Staaten der Union durch das Atlantische Bündnis gewährleistet wird. Dies ist in der Gemeinsamen Erklärung von 2023 [7] geregelt.

Die Idee, mit den Vereinigten Staaten zu rivalisieren, ist daher lächerlich, da die EU oder das Imperium, das ihr nachfolgen wird, eine Schöpfung der Vereinigten Staaten ist. Wenn es darum geht, mit China zu konkurrieren, bedeutet dies, die neokonservative Sicht der Welt wieder aufzugreifen, die von einem unvermeidlichen «Wettbewerb» zwischen den Großmächten ausgeht, und die chinesische Vision abzulehnen, die im Gegenteil an eine «harmonische Zusammenarbeit» denkt.

Einige französische Persönlichkeiten verurteilten Emmanuel Macrons imperiales Projekt im Namen der nationalen Souveränität, die Charles De Gaulle am Herzen lag. Ich für meinen Teil hätte nichts dagegen, einem Land anzugehören, das größer ist als mein eigenes, zumindest müsste ich mich als Teil seines Volkes fühlen, aber die EU ist nur ein Aggregat verschiedener Völker; geprägt von unterschiedlichen Geschichten und Kulturen. Vor seiner Wahl verspottete Emmanuel Macron eine französische Kultur einer anderen Zeit. Heute hat er nicht gezeigt, dass es eine Kultur der Europäischen Union und damit eines Volkes der Europäischen Union gibt. Ich fühle mich den Spaniern und Russen nach wie vor näher als den Polen und Litauern.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass das imperiale Projekt von Emmanuel Macron heute nicht mehr zu realisieren ist, weil es längst überholt ist. Es beruht auf der Vorstellung, dass eine vertikale Autorität, die über ein sehr großes Territorium ausgeübt wird, mächtig wäre. Das war im Industriezeitalter der Fall, als man an ungeheure Organisationen nach dem Vorbild der Fabriken der großen Kombinate dachte. Doch heute, im Zeitalter der Informatik, der digitalen Technologie und der künstlichen Intelligenz, funktionieren die einzigen erfolgreichen Strukturen horizontal in einem Netzwerk.

Der Juraprofessor Walter Hallstein entwarf die «Neue Europäische Ordnung», die Reichskanzler Adolf Hitler zu verwirklichen versuchte. Seine Idee war, die verschiedenen europäischen Staaten um ein erweitertes, aus allen Territorien der deutschsprachigen Völker bestehendes Deutschland zu föderieren. Aufgrund seiner Bevölkerungszahl hätte Berlin dann Europa regiert. Walter Hallstein war wahrscheinlich kein Nazi, aber er wurde ausgewählt, um dieses Projekt mit dem Duce Benito Mussolini zu verhandeln. 1958 wurde er der erste Präsident der Europäischen Kommission, ein Beweis dafür, dass die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich in ihrem Namen die «Neue Europäische Ordnung» übernommen hatten. Aus diesem Grund habe ich zu Beginn dieses Artikels auf die Ähnlichkeit der Absichten von Präsident Macron für die Olympischen Spiele 2024 in Paris und die von Reichskanzler Adolf Hitler für die Spiele 1936 in Berlin hingewiesen. In beiden Fällen handelt es sich um eine Massenmanipulation im Dienste eines unmöglichen imperialen Traums.

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

https://www.voltairenet.org/article220796.html

Die geheime Geschichte der Europäischen Union

von Thierry Meyssan

Nachdem sie 1945 Westeuropa befreit haben, beschließen die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich, es durch Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa neu zu gestalten. Mit Millionen Dollar finanzieren die CIA und das JIC die proeuropäischen Vereinigungen, um sie zu Instrumenten der Eindämmung des Kommunismus zu machen. Allen Dulles und Joseph Retinger gelingt die Einrichtung des Europarats und der EGKS, aber sie scheitern mit der Durchsetzung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

VOLTAIRE NETZWERK | PARIS (FRANKREICH) 

ΕΛΛΗΝΙΚΆ ENGLISH ESPAÑOL FRANÇAIS РУССКИЙ TÜRKÇE

Versammlung des Exekutivausschusses der Europäischen Bewegung (1949). Fünfte Person (von rechts nach links) ist Paul van Zeeland, es folgen Präsident Duncan Sandys und der Generalsekretär Joseph Retinger.

1922 veröffentlicht Graf Richard von Coudenhove-Kalergi sein berühmtes Werk: Paneuropa – ein Vorschlag [1]. Der österreichisch-ungarische Adelige macht sich die Analysen des hohen französischen Beamten Louis Loucheur [2] zu eigen und führt aus, dass die modernen Kriege gigantische industriellen Kapazitäten erfordern. Im Umkehrschluss ist es möglich, Konflikte zwischen Großmächten zu vermeiden, indem man ihre Ressourcen unter eine gemeinsame Obrigkeit stellt. Ein neuer Krieg zwischen Deutschland und Frankreich ist möglicherweise zu verhindern, wenn die deutsche Kohle und der französische Stahl unter die Aufsicht einer binationalen Autorität gestellt werden. Im Laufe seiner Ausführungen, in die er in diesem Fall die Gedanken Giovanni Agnellis [3] über den europäischen Föderalismus als Gegenmittel zum revanchistischen Nationalismus integriert, schlägt Coudenhove-Kalergi vor, weiterzugehen und die Vereinigten Staaten von Europa nach dem Modell der amerikanischen zu schaffen. In seinem Sinne geht es auch darum, eine Europa-Macht zu gründen, die fähig ist, ein Gegengewicht zu den neuen Blöcken wie USA, UdSSR und Großbritannien zu bilden. Sein Europa reicht von Frankreich bis Polen.

1926 schafft Coudenhove-Kalergi eine Vereinigung, die Paneuropa-Union, die in Wien einen Kongress mit mehr als 2.000 Teilnehmern hält. Sein Vorschlag ist die friedliche Zusammenarbeit zwischen souveränen Staaten. Die faschistische Vision eines durch Gewalt zusammengefügten Europas, wo die ethnischen Regionen schwärmerisch übertrieben und die Nationalstaaten zerstört würden, lehnt er ab. Er bringt die Unterstützung einer langen Liste von Intellektuellen wie Guillaume Apollinaire, Albert Einstein, Sigmund Freud, Thomas Mann, José Ortega y Gasset, Pablo Picasso, Rainer Maria Rilke, Saint John Perse und anderen mit.

Aristide Briand

Der Friedensnobelpreisträger Aristide Briand [4] wird zum Präsidenten der Union gewählt.

In den dreißiger Jahren wird das Projekt politisch von Aristide Briand und Edouard Herriot getragen. Sechsundzwanzig Staaten werden kontaktiert, um einer föderalen europäischen Union beizutreten. Übrigens konstatiert der Geschäftsmann Jean Monnet, der bei der Gründung des Völkerbundes dessen stellvertretender Generalseketär wurde, dieser sei de facto eine europäische supranationale Organisation und schlägt vor, daraus den Rahmen der europäischen Union zu schaffen.
Unglücklicherweise kommen diese Initiativen zu spät: Gegen die Krise von Wall Street und den Aufstieg der Gefahr können sie sich nicht behaupten.

DAS ANGLO-AMERIKANISCHE PROJEKT FÜR WESTEUROPA

Graf Richard von Coudenhove-Kalergi

Richard von Coudenhove-Kalergi, bei Ende des Zweiten Weltkrieges im US-amerikanischen Exil, macht umfangreiche Lobbyarbeit, um Washington zu bewegen, in Europa eine föderale Organisation durchzusetzen, wenn der Frieden zurückgekehrt ist. Seine Anstrengungen sind von Erfolg gekrönt, denn seine Idee wird im Laufe des Jahres 1946 [5] vom Council of Foreign Relations (CFR) (Rat für Auswärtige Beziehungen) angenommen [6], der daraus eine seiner Empfehlungen an das Außenministerium formuliert.

Der frühere Premierminister Großbritanniens Winston Churchill verweist seinerseits 1946 auf „den Eisernen Vorhang, der sich auf Europa gelegt hat“ [7]. Man will den westlichen Teil stabilisieren und die kommunistische Ansteckung verhindern.

Am 8. Mai 1946, anlässlich des ersten Geburtstages der Reichskapitulation, stellt das Royal Institute of International Affairs (RIIA, genannt „Chatham House“), die englische Schwester des Council of Foreign Affairs (CFR), die gemeinsame Position von London und Washington vor. Sie wird erläutert von einem ehemaligen Berater der polnischen faschistischen Regierung im Londoner Exil [8], Joseph H. Retinger, der Agent des Geheimdienstes seiner Majestät geworden ist.
Durch Winston Churchill wird diese Position populär gemacht, als er seinerseits die „Vereinigten Staaten von Europa“ propagiert [9].
Allerdings hat dieses Projekt nichts zu tun mit dem von Coudenhove-Kalergi und den Demokraten der Ära zwischen den beiden Weltkriegen. London und Washington planen eine allgemeine anglo-US-amerikanisches Staatsbürgerschaft, um ein großes anglofones Imperium zu besiegeln. In diesem Zusammenhang wäre „Europa“ eine Konstellation von Staaten, die zur Zusammenarbeit untereinander eingeladen sind und bestimmte ihrer industriellen Ressourcen unter die Autorität einer überstaatlichen Instanz stellen, die sich mehr oder weniger sichtbar im anglofonen Imperium ausdrückt. Es würde eine weite Freihandelszone bilden, die für kommunistische Einflüsse undurchdringlich wäre.

CHAOTISCHE ANFÄNGE DES ANGLOAMERIKANISCHEN VORGEHENS IN WESTEUROPA

Die Entwicklung setzt sich fort. Die englischen Geheimdienste gründen die Independent League for European Cooperation (ILEC) (Unabhängige Liga für Europäische Zusammenarbeit), deren Generalsekretär Joseph H. Retinger und deren Präsident der ehemalige belgische Premierminister Paul van Zeeland ist. Der Sitz ist in Brüssel. Abteilungen werden in Deutschland, Frankreich [10], Italien, den Niederlanden, Luxemburg und – selbstverständlich – in Großbritannien eingerichtet. Auf Initiative des US-amerikanischen Botschafters Averell Harriman wird in den USA eine andere Abteilung durch Russell C. Leffingwell, den Präsidenten des CFR, aufgestellt. Die Rolle, die dabei der ILEC zufällt, ist die Förderung einer europäischen Freihandelszone mit einer gemeinsamen Währung.

Einige Wochen später, im September 1946, finanziert Allen W. Dulles, der neue Präsident des CFR, die Gründung der Union der Europäischen Föderalisten (UEF) in Hertenstein in der Schweiz [11] rund um einen Kreis personalistischer Philosophen [12], namentlich Alexandre Marc und Denis de Rougemont und den ehemaligen Chef der Résistance-Gtuppe „Combat“ Henry Frenay [13]. Die Aufgabe der Union der Föderalisten ist die Mobilisierung der öffentlichen Meinung, damit die Integration beschleunigt wird (d.h. der Verlust der Souveränität der Staaten), was keiner der politischen Leiter im Amt vornehmen kann.

Im Januar 1947 gründet Churchill das Provisionnal United Europe Committee (Provisorisches Vereinigtes Europäisches Komitee).
Im März bewilligen der Senat und das Repräsentantenhaus auf Initiative des Senators J. William Fulbright einen Unterstützungsantrag für die „Vereinigten Staaten von Europa“. Der Kongress fordert die vom Marshall-Plan profitierenden Staaten auf, sich um die Teilnahme an diesen „Vereinigten Staaten“ zu bewerben.

Senator J. William Fulbright

Und um bei den US-Eliten für die Vorstellungen des Grafen von Coudenhove-Kalergi zu werben, gründete Senator Fulbright das Committee for a Free and United Europe (Ausschuss für ein freies und vereintes Europa) mit William J. Donovan und Allen W. Dulles [14]. Dies ist der Anfang der Verwechslungen: Jeder spricht von den „Vereinigten Staaten von Europa“, aber jeder versteht etwas anderes darunter.

Im Juli 1947 veröffentlicht die Zeitschrift des Council on Foreign Relations einen anonymen Artikel – in Wahrheit durch den Botschafter George F. Kennan verfasst – der die Gefahr des kommunistischen Expansionismus beschreibt und die Politik der Eindämmung propagiert. Der Nationale Sicherheitsrat präzisiert die Strategie: Die „Phase I“ sieht vor, alle Staaten Westeuropas, die durch die Anglo-Amerikaner befreit wurden, zu föderalisieren; „Phase II“ besteht darin, die zentralen und östlichen Staaten Europas aus dem sowjetischen Umkreis herauszulösen und den „Vereinigten Staaten von Europa“ anzugliedern [15].

Großbritannien unterschreibt am 17. März 1948 in Brüssel einen Vertrag zur militärischen Zusammenarbeit mit Frankreich und den Benelux-Staaten, der die Westeuropäische Union (WEU) begründet.
Churchill beruft eine halb-regierungsamtliche Konferenz in Den Haag ein, um die Paneuropa-Union, die ILEC, die Union der Europäischen Föderalisten und einige andere anzugliedern. Vom 7. bis 10. Mai reagieren 800 Persönlichkeiten auf seinen Appell und rufen die Europäische Bewegung ins Leben. Duncan Sandys, Schwiegersohn von Churchill, wird zum Präsidenten der Vereinigung gewählt und Joseph H. Retinger zum Generalsekretär [16].
Allerdings hängt der Erfolg dieser Angelegenheit von der Aufrechterhaltung seiner Zweideutigkeit ab. Die Teilnehmer sind mit unterschiedlichen Begründungen angesprochen worden, die nicht immer miteinander vereinbar sind. Coudenhove-Kalergi und seiner Paneuropa-Union wird deshalb nicht die Möglichkeit zur Klärung der Dinge überlassen. Die Dirigenten der Europäischen Bewegung (das heißt die Briten) stürmen nach Washington, um sich mit ihren US-Kollegen zu koordinieren, die die Feinheiten des Alten Kontinents nicht ganz verstanden haben. Man beschließt, den Ausschuss von Senator Fulbright sofort zu schließen und Coudenhove-Kalergi an den Rand zu drängen. Eine neue Struktur wird geschaffen, um den Aufbau Europas zu überwachen: das American Committee for a United Europe (ACUE) (Amerikanisches Komitee für ein Vereintes Europa).

Andererseits richtet mit Blick auf die „Phase II“ der Vorsitzende des angeschlossenen englischen Nachrichtendienstes William Hayter ein Netzwerk von Agenten hinter dem Eisernen Vorhang ein. Diese Stay-behind bilden die Assembly of Captive European Nations (ACEN) (Versammlung der unterjochten Nationen Europas).

Schließlich schließt sich der Heilige Stuhl dem antikommunistischen Kreuzzug an. Pius XII. empfängt im September 1948 den zweiten Kongress der Union der Europäischen Föderalisten in Rom [17].

DAS AMERIKANISCHE KOMITEE FÜR EIN VEREINTES EUROPA

Am 5. Januar 1949 wird das ACUE am Sitz der Woodrow-Wilson-Stiftung in New York gegründet. Ohne besondere Geheimhaltung ist sein Verwaltungsrat ein Adressbuch der US-Geheimdienste: Präsident William J. Donovan (ehemals Geheimdienstchef des OSS, dann Berater der CIA); Vizepräsident Allen W. Dulles (früher OSS, dann Präsident des CFR und künftig Direktor der CIA); Exekutiv-Direktor Thomas W. Braden (früher OSS, künftiger stellvertretender Direktor der CIA); dazu David Dubinsky, Arthur Golberg, und Jay Lovestone, alle drei verantwortlich für Geheimaktionen von AFL-CIO [18]; usw.

Allen W. Dulles

Der Ausschuss hält seine erste öffentliche Versammlung am 29. März 1949 in Anwesenheit von Winston Churchill ab. Sie ist ein Schaufenster für die Regierungsunabhängigkeit der CIA, die an der Oberfläche öffentliche Aktivitäten entwickelt. Ihre wahre Aufgabe ist die heimliche Finanzierung aller europäischen föderalistischen Vereinigungen.
In seiner Einweihungsrede erklärt Churchill mit Gruß an die Sprecher der Versammlung der unterjochten Nationen Europas: „Es kann dort keinen dauerhaften Frieden geben, weil zehn Hauptstädte des östlichen Europa in den Händen der kommunistischen Sowjetregierung sind. Wir haben unsere Beziehungen zu den Nationen hinter dem Eisernen Vorhang. Sie haben ihre Delegierten zu unserer Versammlung geschickt und wir wissen um ihre Gefühle und wie sehr sie wünschen, sich dem neuen vereinten Europa anzuschließen. Wir müssen daher als Ziel und als Ideal nichts Geringeres als die Einheit Europas in seiner Ganzheit nehmen.“

Am 4. April 1949 unterzeichnen die Vereinigten Staaten, Kanada und Frankreich den Nordatlantikpakt (NATO).

Das ACUE finanziert die Vorbereitungstreffen für den Vertrag von Westminster (5. Mai 1949), der eine Organisation mit dem Ziel, Regierungsnormen der „freien Welt“ zu definieren und zu verbreiten, begründet: den Europarat. Zum Präsidenten wird der belgische Ministerpräsident Paul-Henri Spaak gewählt.

Im August 1949 bringt die Sowjetunion ihre erste Atombombe zur Explosion, sehr zur Bestürzung Washingtons. Truman ist überzeugt, dass die UdSSR beabsichtigt, diese Stärke zur Verbreitung des Kommunismus einzusetzen. General George F. Kennan wird ersetzt durch seinen Stellvertreter Paul H. Nitze. Von nun an ist die Welt aufgeteilt zwischen zwei Atommächten. Das relativiert die privilegierte Allianz mit London und bestimmt in der Konsequenz Großbritanniens Abstieg von seinem Sockel und seine Integration in Europa … Bestürzung in London.

Das ACUE beschließt, die direkte Kontrolle der europäischen Bewegung wiederaufzunehmen, das heißt, die Wende in die britische Richtung zu machen. Mit Sachkenntnis wird eine Krise organisiert: Die Franzosen der Föderalisten-Union protestieren dagegen, dass sie nicht in den leitenden Instanzen vertreten sind und schlagen die Tür zu, unter dem Vorwand, das ACUE höre auf, die Europäisch Bewegung zu finanzieren. Präsident Duncan Sandys wird in die Enge getrieben und tritt im März 1950 zurück. Er wird durch den Belgier Spaak ersetzt, der den Umzug des Betriebssitzes von London nach Brüssel vollzieht. Ein anderer Belgier, Baron Boël [19], wird Schatzmeister.

DER ERFOLG DER EGKS UND DIE SCHLAPPE DER CED

Am 8. Mai 1950, zum fünften Jahrestag der Kapitulation des Deutschen Reiches, schlägt der französische Außenminister Robert Schuman vor, das Vorhaben von Louis Loucheur und Richard von Coudenhove-Kalergi durch Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, auch: Montanunion) in die Praxis umzusetzen. Schuman ist überzähliges Mitglied von Opus Dei. Die geheime Bruderschaft hat für ihn ein neues Image geschaffen und dadurch die Erinnerung an seine Teilnahme am Kabinett von Philippe Pétain ausgelöscht, das den Waffenstillstand der Schande unterzeichnete. In New York organisiert Allen W. Dulles eine Pressekonferenz, in deren Verlauf er eine Liste mit 118 prominenten Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten veröffentlicht – Mitglieder der ACUE, die den Plan Schumans unterstützen.

Unmittelbar darauf schlägt der französische Verteidigungsminister René Pleven am 24. Oktober 1950 die Schaffung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) vor. Der Mitteilung dieser Ankündigung wird Nachdruck gegeben durch ein Wachsamkeitskomitee, eine Erscheinung der Föderalisten-Union von Henry Frenay, selbstverständlich finanziert durch das ACUE. Sechs Staaten unterzeichnen am 27. Mai 1952 den EVG-Vertrag in Paris. Im Unterschied zu den Benelux-Staaten, zum Europarat und zur Montanunion ist die EVG kein traditionelles Projekt der Europäer, sondern eine von Washington aufgesetzte Struktur. Als Antithese zu den Vorstellungen Aristide Briands, der für die Verteidigung eine Syndikatsbildung nach dem Modell der Zusammenschlüsse der griechischen Städte der Antike vorsah, stellt sich das Pentagon einen ergänzenden Zusammenschluss vergleichbar mit dem im Persischen Reich vor. Die Gaullisten und die Kommunisten verbünden sich, um die Ratifizierung des Vertrags durch die Nationalversammlung zu verhindern; diese lehnt dann am 30. August 1954 den Vertrag ab.

Das schöne Gebäude stürzt zusammen. Die Strategie wird geändert und die Wende zur NATO vollzogen. London und Washington vertrauen Joseph H. Retinger, der die ganze Zeit über Generalsekretär der Europäischen Bewegung ist, die sorgfältige Rekrutierung hoher europäischer Persönlichkeiten an, um gemeinsam die Integration der europäischen Staaten in eine Freihandelszone ausgehend von der Montanunion sowie ihre Integration in die NATO voranzubringen. Die vorbereitende Versammlung zur Gründung dieses Clubs findet am 25. September 1952 in Paris statt. Prinz Bernhard der Niederlande, Paul van Zeeland, Alcide Gasperi, Guy Mollet, Antoine Pinay [20] und einige andere nehmen daran teil. Dann holen Retinger und Prinz Bernhard in Washington die Salbung durch General Walter Bedell Smith, den neuen Direktor der CIA [21] und durch Charles D. Jackson, den Sonderberater des Präsidenten, ein. Ein US-Ausschuss mit David Rockefeller, Dean Rusk, Henry Heinz II., Joseph Johnson und anderen wird gebildet. Die erste Versammlung findet vom 29. bis 31. Mai 1954 im Hotel Bilderberg in den Niederlanden statt.

(Fortsetzung folgt)

Thierry Meyssan

Übersetzung
Sabine

https://www.voltairenet.org/article188097.html

Wie man die NATO-Aggression gegen Russland rechtfertigt

von Thierry Meyssan

Josef Stalin ließ alte offizielle Fotos korrigieren, um alle Spuren seiner Opposition zu beseitigen. Auch Joe Biden, Emmanuel Macron und ihre Verbündeten schreiben die Geschichte neu. Sie haben gerade unter dem Namen «Landung in der Normandie» Ereignisse inszeniert, die ganz anders abgelaufen sind. Sie ignorieren den sehr ernsten Konflikt zwischen dem damaligen „Nationalen Widerstandsrat“ [Conseil National de la Resistance, CNR] und dem französischen Komitee für die Nationale Befreiung („France Libre“) und Franklin D. Roosevelt, von Juni bis August 1944 und die Weigerung De Gaulles, an den Landungen teilzunehmen. Sie erfinden selbst eine ukrainische Beteiligung.

VOLTAIRE NETZWERK | PARIS (FRANKREICH) | 11. JUNI 2024

ΕΛΛΗΝΙΚΆ ENGLISH ESPAÑOL FRANÇAIS ITALIANO NEDERLANDS РУССКИЙ

Auf dem amerikanischen Friedhof würdigt Emmanuel Macron die amerikanischen Soldaten, die sich «für unsere Unabhängigkeit geopfert haben» (sic).

Wir haben gerade eine umfassende Revision der Geschichte miterlebt, die darauf abzielt, die öffentliche Meinung zu manipulieren, um in ihren Augen die derzeitige Behandlung Russlands durch die NATO zu rechtfertigen. Eine erlogene Sicht der Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 hat zu einer Gedenkfeier der Ereignisse geführt, die so, wie sie uns hier präsentiert wurden, nie stattgefunden haben.

Laut Angaben der Organisatoren der Gedenkfeiern, d.h. laut der NATO, die die meisten Statisten, einschließlich der Staats- und Regierungschefs, stellte, waren die Alliierten im Kampf gegen den Nationalsozialismus und in der Verteidigung der Freiheit vereint. In Wirklichkeit bestand der Zweck der angelsächsischen Landung nicht darin, Frankreich zu befreien, sondern die Nazi-Besatzung durch die Alliierte Militärregierung der besetzten Gebiete (Allied Military Government of Occupied Territories, AMGOT) zu ersetzen.

Von AMGOT gedruckte Banknote im Format des US-Dollars.Empört über die französische Haltung rief der britische Feldmarschall Bernard Montgomery am 9. Juli aus: «Was ist das für eine Geschichte mit den Banknoten, die wir mitgebracht haben? Mir wurde gesagt, dass die Bevölkerung sie nicht will? Sie müssen akzeptieren. Man muss sie zwingen. Es ist gutes Geld. Es ist unser Geld! »

DIE UMSCHREIBUNG DER GESCHICHTE

Wenn das Vereinigte Königreich auch die Anwesenheit von Charles De Gaulle und seinen Freien Franzosen auf seinem Territorium akzeptiert hatte, erkannten die Vereinigten Staaten ihn während des Zweiten Weltkriegs jedoch nie als Chef der französischen Résistance an. Im Gegenteil, sie unterhielten bis zum 27. April 1942, also vier Monate nach ihrem Kriegseintritt, eine US-Botschaft in Vichy. Noch ärger: am 22. November 1942 handelten die USA ein Abkommen mit Admiral François Darlan aus, der die kollaborierende Regierung von Vichy vertrat. Es sollte De Gaulle daran hindern, nach Nordafrika zu kommen und sollte am Ende des Krieges, im Namen von Philippe Pétain, die Kolonialherrschaft von Frankreich an die Vereinigten Staaten zu übertragen.

Die Angelsachsen hatten bereits das AMGOT Italien aufgezwungen und ebenfalls versucht, es in den Gebieten des französischen Kolonialreiches in Nordafrika einzurichten. Sie waren gerade dabei, es auch auf Norwegen, die Niederlande, Luxemburg, Belgien und Dänemark auszuweiten. Sie bildeten dafür Zivilverwalter in Charlottesville und Yale aus.

Als Charles de Gaulle erfuhr, was die Angelsachsen vorbereiteten, kehrte er eilig von Algier nach London zurück. Drei Tage vor der Landung, am 3. Juni 1944, verwandelt er das Französische Komitee für die Nationale Befreiung (CFLN), dessen Vorsitzender er war, in die Provisorische Regierung der Französischen Republik (GPRF). Er ergeht sich in ernsten Beschimpfungen gegen den britischen Premierminister Winston Churchill. Er weigert sich, eine schriftliche Rede der Angelsachsen aufzunehmen, in der sie ihre Vision der D-Day Landung darlegen, und verbietet die 120 Verbindungsoffiziere der FFL den D-Day-Truppen zuzuteilen. Ebenso lehnte er das angelsächsische Projekt der Vereinten Nationen (UN) ab, das darin bestand, ein Direktorium der Vereinigten Staaten und des Vereinigten Königreichs über die ganze Welt zu erstellen [1]; ein Projekt, das 1950 mit dem Koreakrieg, 1991 mit «Desert Storm» und 2001 mit den Anschlägen in den Vereinigten Staaten wieder auftaucht. Am Ende stimmte er zu, eine vage Unterstützung für die Landungen zu registrieren, aber nicht für das AMGOT, nur 20 Verbindungsoffiziere zu entsenden, und schaffte es, den angelsächsischen UN-Plan zu vereiteln [2].

In seinen Kriegserinnerungen schrieb Charles De Gaulle: «Der Präsident [Roosevelt] behielt in der Tat von Monat zu Monat das Dokument [das vorgeschlagene Abkommen zwischen der CFLN. und den Alliierten für die Befreiung Frankreichs] auf seinem Tisch. Währenddessen wurde in den Vereinigten Staaten eine Alliierte Militärregierung (AMGOT) gebildet, die die Verwaltung Frankreichs übernehmen sollte. Alle Arten von Theoretikern, Technikern, Geschäftsleuten, Propagandisten oder sogar Franzosen von gestern, jetzt eingebürgerte Yankees, strömten in diese Organisation. Die Vorstellungen, die Jean Monnet und Hoppenot in Washington für nötig hielten, die inständigen Bemerkungen, die die britische Regierung an die Vereinigten Staaten richtete, die dringenden Bitten, die Eisenhower an das Weiße Haus richtete, brachten keine Änderung. Da es jedoch notwendig war, zu einem Text zu gelangen, beschloss Roosevelt im April, Eisenhower Anweisungen zu erteilen, wonach die oberste Macht in Frankreich dem Oberbefehlshaber zustehen sollte. Als solcher sollte er selbst die französischen Behörden auswählen, die mit ihm zusammenarbeiten würden. Wir [De Gaulle] erfuhren bald, dass Eisenhower den Präsidenten inständig bat, ihm diese politische Verantwortung nicht anzuvertrauen, und dass die Briten ein solches willkürliches Verfahren missbilligten. Aber Roosevelt, der den Brief mit seinen Anweisungen ein wenig überarbeitete, behielt das Wesentliche bei.

Ehrlich gesagt, schienen mir die Absichten des Präsidenten in der gleichen Größenordnung zu sein wie die Träume von Alice im Wunderland. Roosevelt hatte unter viel günstigeren Bedingungen für seine Pläne, bereits in Nordafrika ein ähnliches politisches Unternehmen gewagt, das er für Frankreich ins Auge fasste. Von diesem Versuch blieb nun nichts übrig. Meine Regierung übte uneingeschränkte Autorität auf Korsika, Algerien, Marokko, Tunesien und Schwarzafrika aus. Die Leute, auf die Washington sich verließ, waren von der Bildfläche verschwunden. Niemand kümmerte sich um das Darlan-Clark-Abkommen [Übertragung der Befugnisse vom französischen Kolonialreich auf die Vereinigten Staaten], das vom Komitee der Nationalen Befreiung [France Libre] für null und nichtig erklärt wurde und von dem ich auf der Tribüne der Beratenden Versammlung lautstark erklärt hatte, dass es in den Augen Frankreichs nicht existiert. Dass das Scheitern seiner Politik in Afrika Roosevelts Illusionen nicht überwinden konnte, bedauerte ich für ihn und für unsere Beziehungen. Ich war mir jedoch sicher, dass sein für die Metropole erneuertes Projekt dort nicht einmal ansatzweise umgesetzt werden würde. Die Alliierten würden in Frankreich keine anderen Minister und Beamten treffen als die, die ich ernannt hätte. Sie würden dort keine anderen französischen Truppen finden als die, deren Chef ich war. Ich konnte ohne jede Anmaßung Eisenhower herausfordern, dort mit jemandem rechtsverbildlich zu verhandeln, den ich nicht ernannt hätte. Er selbst dachte übrigens nicht daran.«

Am Ende nahmen 30 000 alliierte Soldaten an der Landung vom 6. Juni 1944 teil, von denen nur 177 Franzosen waren (die Marines des Kieffer-Kommandos). Erst am 1. August landeten die 20 000 Mann der 2. Panzerdivision (2° DB) von General Philippe Leclerc de Hauteclocque in der Normandie, zwischen Sainte-Marie-du-Mont und Quinéville, in einem Gebiet, das die Alliierten «Utah Beach» nannten. Sie eilen nach Paris, das sich erhebt und sich befreit.

Eid der ukrainischen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs«Als treuer Sohn meines Vaterlandes trete ich freiwillig in die Reihen der Ukrainischen Befreiungsarmee ein und schwöre mit Freude, dass ich den Bolschewismus, der Ehre des Volkes treu, bekämpfen werde. Diesen Kampf führen wir an der Seite Deutschlands und seiner Verbündeten gegen einen gemeinsamen Feind. Mit Loyalität und bedingungsloser Unterwerfung glaube ich an Adolf Hitler als Führer und Oberbefehlshaber der Befreiungsarmee. Ich bin jederzeit bereit, mein Leben für die Wahrheit zu geben.»

AMALGAM MIT DEM KRIEG IN DER UKRAINE

Das Gedenken an die gefälschte Version der Landung am D-Day war für Präsident Joe Biden und seinen Zeremonienmeister, Präsident Emmanuel Macron, eine Gelegenheit, eine Parallele zu ihrer ebenfalls gefälschten Darstellung des aktuellen Krieges in der Ukraine zu ziehen.

Um es wirklich klar zu sagen: keine russische Delegation wurde eingeladen. Es war die ukrainische Armee, die an der Seite der Nazis kämpfte!

Joe Biden, Emmanuel Macron und ihre Gäste haben die Vereinigten Staaten als Sieger des Zweiten Weltkriegs vorgestellt, während es die Sowjetunion war, die Berlin einnahm und das Dritte Reich stürzte. Sie haben das Opfer von 27 Millionen sowjetischen Soldaten ignoriert. Vielmehr konzentrierten sie ihre Erzählung auf die 292.000 toten Soldaten der Vereinigten Staaten (hauptsächlich im Kampf gegen Japan nach der Niederlage der Nazis). Zwei Kriegsanstrengungen, die absolut nicht vergleichbar sind.

Im Vorbeigehen erinnerten sie an den Mord von 6 Millionen Juden durch die Nazis, sei es während des «Holocaust durch Kugeln» oder ab 1942 in Konzentrationslagern. Dies ist eine Möglichkeit, die Ermordung von 18 Millionen sowjetischer, slawischer Zivilisten (im Gegensatz zu den oben erwähnten 27 Millionen Toten) zu ignorieren, die ebenfalls als «Untermenschen» betrachtet und als Hauptziel des Nazi-Vernichtungsprojekts bezeichnet wurden. Auch über alle anderen Ziel-Kategorien, wie andere Slawen oder Zigeuner, wird kein Wort verloren.

An Wolodymyr Selenskyj gerichtet sagte US-Präsident Joe Biden: «Die Ukraine ist von einem Tyrannen überfallen worden und wir werden sie niemals im Stich lassen. (…) Wir können uns Diktatoren nicht beugen, das ist unvorstellbar (…) Die Soldaten des D-Day haben ihre Pflicht getan, werden wir unsere tun? (…) Wir dürfen nicht verlieren, was hier getan wurde.»

Muss daran erinnert werden, dass der russische Präsident Wladimir Putin weit davon entfernt ist, ein «Diktator» zu sein, sondern erst im März mit 88,5 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt wurde. Die Wahl verlief aufrichtig, auch wenn der Wahlkampf nach Ansicht des Westens seiner Opposition wenig Raum ließ. Wolodymyr Selenskyj dagegen ist seit Ablauf seiner Amtszeit am 21. Mai nicht mehr Präsident der Ukraine. Er hat alle 12 Oppositionsparteien verboten [3], seinen Rivalen, General Waleri Saluschny, als Botschafter nach Großbritannien geschickt und keine Wahlen abgehalten. Er hält sich jedoch am Ruder. Er kann als Chef der ukrainischen Übergangsregierung betrachtet werden, aber sicherlich nicht als gewählter Präsident.

Er befehligt illegal die Streitkräfte seines Landes, deren wichtigste Führer «integrale Nationalisten» sind. Letztere berufen sich auf den Begründer des «integralen Nationalismus» [4], Dmytro Donzow, und seinen Handlanger, den Nazi Stepan Bandera. Während des Zweiten Weltkriegs war Donzow Treuhänder des Reinhard-Heinrich-Instituts, das für die Umsetzung der Endlösung der Juden- und Zigeunerfrage verantwortlich war, während Bandera, der Leiter der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), mindestens 1,6 Millionen Ukrainer massakriert hatte, hauptsächlich aus dem Donbass und Neurussland. Der ehemalige ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm also als eine Person an dieser Maskerade teil, die das Werk der Nazis fortführt.)

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich
Korrekturlesen : Werner Leuthäusser

https://www.voltairenet.org/article221019.html

Leserbriefe zu „Baerbocks mutmaßliche Lügengeschichte – 2. Akt: Auswärtiges Amt kann nicht einmal sagen, wo und wann sie das Video gesehen hat“

Ein Artikel von: Redaktion

Bereits am 3. Juni hat Florian Warweg über die mutmaßlich gelogene Aussage von Bundesaußenministerin Baerbock berichtet. Ihr sei in Israel ein Film gezeigt worden, bei dem sie gesehen habe, wie Hamas-Kämpfer bei laufender Kamera eine Frau vergewaltigt hätten. Der Skandal um die mutmaßliche Lüge ziehe immer weitere Kreise. Die Antwort zu der Frage, wann, wo und in Begleitung welcher weiteren Vertreter des Auswärtigen Amtes Baerbock das Video gesehen habe, komme einem Eingeständnis gleich. Das hat Florian Warweg hier dokumentiert. Wir haben hierzu interessante Leserbriefe erhalten und bedanken uns dafür. Es folgt nun eine Auswahl. Christian Reimann hat sie für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Lieber Florian Warweg,

danke, dass Sie sich für uns bei nahezu jeder Bundespressekonferenz den Anfeindungen und Beleidigungen der Regierungsvertreter aussetzen.

Die NachDenkSeiten werden behandelt, wie man sich die Abfertigung einer kurdischen Zeitung bei einer Pressekonferenz der türkischen Regierung vorstellt.

Überhaupt ist die Ampelkoalition, demokratisch gesehen, die unappetitlichste Bundesregierung, die Deutschland je hatte. Fast könnte einem in Umkehrung des berühmten Willy-Brandt-Wortes in den Sinn kommen, dass diese Regierung „mehr Diktatur wagen“ möchte.

Herzliche Grüße
Rolf Mueller


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Warweg,

1939: Gleiwitz.
1964: USS Maddox.
1990: Brutkästen.
1999: Kosovo.
2003: Massenvernichtungswaffen.
2024: Vergewaltigungsvideo.

Mehr muss zu diesem Thema eigentlich nicht gesagt werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein


3. Leserbrief

Hallo Herr Warweg,

es lohnt sicher, Frau Baerbock zu hinterfragen.

Wichtig scheint mir allerdings auch eine weitere Frage zu sein.

Angesichts dessen, dass Frau Baerbock zusammen mit Komplizen aus der Bundesregierung Waffenlieferungen an Israel zugelassen hat, hat sie Beihilfe zum Völkermord geleistet. Es darf also gefragt werden, ob sie als kaltschnäuzig kalkulierende Politikerin eine Vergewaltigung dafür erfunden hat, um von ihrer Täterschaft abzulenken oder dafür eine fadenscheinige Ausrede zu liefern.

Es wäre auch zulässig, Frau Baerbock zu diesem UN-Bericht zu befragen: ohchr.org/en/press-releases/2024/02/israelopt-un-experts-appalled-reported-human-rights-violations-against

Bedenkenswert ist auch das: press.un.org/en/2024/sc15621.doc.htm

Es ist völlig überflüssig, die palästinensischen Angreifer als moralische Heroen darzustellen. Geiselnahme ist eindeutig ein Kriegsverbrechen.
Schlüsselsatz ist darin:
“For his part, the Permanent Observer of the State of Palestine [Riyad Mansour] said that the
Council has shown “unprecedented reactivity” by convening a briefing on a report just released. For decades, similar reports regarding sexual assault against Palestinians have not led to the convening of a single Council meeting. He then recalled that the Special Representative’s mission did not seek to gather information or verify allegations in the Occupied Palestinian Territory, so as not to duplicate the ongoing work of other UN entities there.”

Mit freundlichen Grüßen
Elmar Bodet


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Warweg,

mit Bewunderung stellen wir bei jeder Bundespressekonferenz, bei der Sie Fragen haben, fest, dass Sie wohl Nerven wie Stahlseile haben muessen.

Als ‘ausgedienter ‘Lehrer haette ich bei solchen Antworten auf die Grundschule verwiesen.

Gerne schicken wir Ihnen eine Klinikpackung Vitamine, damit Sie diesen Unsinn, diese Unverschaemtheit ertragen koennen.

Herzliche Gruesse eines Ausgewanderten und bleiben Sie gesund

Chr.Schwarzmaier


5. Leserbrief

Sehr geehrtes Nachdenkseiten-Team,

es ist mir bekannt, dass die Zulassung zur Teilnahme an der Bundespressekonferenz zunächst erkämpft werden musste.

Dennoch frage ich mich, ob die tatsächliche Teilnahme daran dieses Format nicht unverdient adelt.

Herr Florian Warweg unterzieht sich damit einer immer wieder zutiefst frustrierenden Übung.

Wird es ihm jemals gelingen eine Antwort auf eine Frage zu bekommen? Die Bundespressekonferenz scheint dafür nicht geeignet, ist eher ein Abschirmdienst für unfähige Politiker, und daraus folgend demokratiefeindlich. Ich kann mich noch erinnern wie Politiker früher ganz direkt persönlich befragt wurden, das war dann aufschlussreich, selbst wenn die Antwort mitunter ebenfalls verweigert wurde.

Vielen Dank für ihre Arbeit, bleiben sie standhaft.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Wörner


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Warweg,

mal als grundsätzlich Frage:

es gebe „überhaupt keinen Zweifel, dass die Hamas bei ihrem Terrorangriff auf Israel Frauen missbraucht und vergewaltigt“

Worauf stützt sich diese allgemeine Aussage überhaupt? Also, eine UN-Untersuchung findet keine Beweise und auch das israelische Militär nicht.

Ist es nicht extrem zynisch, diese Grundannahme überhaupt zu verbreiten ? Die Behauptung habe ich bisher schon häufig gesehen, aber noch nie einen Beweis (ganz abseits von dem Video-Eklat).

Da Sie im ersten Teil zu diesem Eklat dieser generellen Aussage aber auch zustimmen, würde ich gerne wissen, worauf sich das konkret stützt.

Herr Warweg, die Aussagen der Ministerin stehen für sich. Aber ich möchte noch einmal wirklich klar sagen: Es besteht kein Zweifel daran, dass die Hamas bei ihrem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober Frauen vergewaltigt und sexualisierte Gewalt ausgeübt hat.

(Zuruf Warweg: Das habe ich doch gar nicht infrage gestellt! Es geht darum, dass)

Wären Sie bitte einmal so freundlich und nennen die vorhandenen Beweise, denn ich finde es verwirrend, dass Sie der generellen Aussage zustimmen, während Sie lauter offizielle Stellen anführen, die keinerlei Beweise im vorhandenen Video/-Bildmaterial gefunden haben.

Somit bleiben ja dann nur noch Aussagen von Opfern und deren eventuelle medizinische Untersuchung, um solche pauschalen Aussagen zu rechtfertigen und leider ist mir diesbezüglich auch nichts konkretes bekannt, bzw. es ist an mir vorbeigegangen in diesem ganzen propagandistischen Geschrei.

Deshalb wäre es nett, wenn Sie mir kurz weiterhelfen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Ronny Dietzsch

Anmerkung Florian Warweg: Lieber Herr Dietzsch,

vielen Dank für Ihre Mail. Ich teile Ihre Einschätzung, dass es für die Vergewaltigungen bisher keinerlei Beleg gibt, bei dem kaum eingegrenzten Begriff „sexualisierte Gewalt“ listet die UN-Untersuchungen schon einiges auf, beruhend vor allem auf Zeugenaussagen.

Die Zustimmung zu Grundannahme des Sprechers des Auswärtigen Amtes, die Sie in meine Aussage interpretieren, teile ich nicht bzw. war nicht so intendiert. Ich sagte dies in dem Moment, um mich gegen die Unterstellung zu wehren, dass ich grundsätzlich sexuelle Gewalt in Frage gestellt hätte und da die UN zumindest in dem Bereich wie erwähnt einiges aufführt, habe ich dann so reagiert.

Sie haben aber mit Ihrer Kritik, wenn Sie meine Aussage so (miss-)verstanden haben durchaus recht. Ich werde diese Frage u.U. nächste Woche nochmal in diesem Sinne auf der BPK einbringen.


7. Leserbrief

Heutzutage muß „man“ ja tunlichst vorsichtig agieren, um nicht gleich mit dem Sack Faeser’scher Ermächtigungsgesetze erschlagen zu werden. Das geht in besagtem Falle – dem unermüdlichen Kampf des Don Quichotte Florian gegen die Große Vorsitzende der feministischen Windpark-Fraktion – am Besten damit, dass „man“ Verlautbarer zitiert, deren niemand mehr habhaft werden kann.

Im Falle des von der BAM (Bundesaußenminister:in) vorgetragenen Échauffements bieten sich aus einem vom NDR vorgehaltenen Fundus – entnommen aus ndr.de/geschichte/koepfe/Helmut-Schmidt-Die-besten-Zitate,schmidtzitate102.html – insbesondere zwei Zitate an:

Nach Genuß der zur Verfügung gestellten Videosequenzen verweise ich auf eine wohl der bekanntesten Aussagen von unser aller Altkanzler Helmut Schmidt:

“Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ 

Wer sich nämlich die Originalaussage von der ach so visionären Person nochmals reinzuziehen fähig zu sein glaubt (Sekunde 2 bis 25 aus youtube.com/watch?v=wDAbt8cXTBs) wird nicht umhinkommen, dieser Schmidt’schen wohlmeinenden Empfehlung als dringlichst nachzukommen zu konstatieren. Zumal solcherlei „Visionen“ ja nicht einmal von jenen hehren „Institutionen“ als existent bestätigt werden können, die – wären sie das – als hochwillkommen angenommen und gepriesen werden würden.

Somit greift wohl des Altkanzlers zweites Zitat, es muß allerdings aus Aktualitätsgründen angepasst werden:

Statt “Es gibt Irrtümer, Fälschungen und Strauß-Reden“ muß es wohl heute heißen

“Es gibt Irrtümer, Fälschungen und Baerbock-Ergüsse“. 

Früher gab es ja mal einen Propagandaminister. Heute sind wir doch tatsächlich einen Schritt weiter. Sage jetzt mal besser nichts von „Gräuelpropaganda“!

Dumme Frage zum Abschluss! Gibt es eigentlich im Aussenministerium und/oder in der Institution der BPK keinen Betriebsrat? Der immer wieder und immer öfters zu Tage tretende offene Missbrauch ihrer mehr als bedauernswerten Mitarbeiter auf der Sprecherbank ist ja nicht mehr auszuhalten.

Übrigens, aller guten Dinge sind drei! Weil’s zur Zeit erst so richtig passt, ein drittes Zitat von unserem Helmut. 

“Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermaß an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermaß an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.“

Was würde Helmut Schmidt nur von sich geben, müßte er das inflationär grassierende Elend von heutzutage ertragen.

Durch irgendetwas muß ja diese „Zeitenwende“ mit all ihren Abstrusitäten wohl ausgelöst worden sein. Eine Möglichkeit wäre – und es bleibt bald nicht mehr allzuviel sonst über – der gemeine „Hirnfrass“. Man google nach „naegleria fowleri“. Wenn doch in Wuhan jüngst Bahnbrechendes möglich gewesen sein soll, wird doch auch mit der benannten Amöbe erfolgreiches „gain of function“ betrieben werden können bzw. worden sein, oder vielleicht nicht?

Weiter so, geschätzter Herr Warweg nebst Kollegen!

Michael Kohle


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Biden exploits WWII heroism to promote U.S. fascist aggression against Russia

Finian Cunningham

In truth, U.S. imperialism and its NATO war machine have resurrected the aggression of Nazi Germany against Russia.

A charitable view would be U.S. President Joe Biden has no awareness and therefore no shame. But what he did during the 80th anniversary of D-Day landings last week was nonetheless repugnant. He exploited the historic event to cheaply justify NATO’s proxy war against Russia.

Biden delivered an open-air speech at Pointe du Pointe in Normandy. That is where some 225 U.S. Rangers stormed the beach during the D-Day landings in northwest France on June 6, 1944. The American troops scaled the cliffs under constant gunfire to capture German heavy artillery placements. The daring attack helped relieve the German firing on thousands of other Allied troops who were also storming the Normandy beaches nearby that day.

“My God, how did they do that?” asked Biden in awe.

There is no doubting the bravery of those American soldiers and their sacrifice that day. More than half of the spearhead Rangers were killed in action. The D-Day landings were one of the biggest military forces ever assembled. The second front it opened against Nazi Germany precipitated the eventual defeat in Berlin in May 1945, less than a year later.

Still, let’s not forget that the Soviet Union had been battling the Third Reich for three years before the British and American landings in Western Europe. Stalin had pleaded with Roosevelt and Churchill to open the Western front much sooner, to no avail.

It was the Soviet Red Army that inflicted the crucial blow to Hitler’s regime claiming 90 percent of Wehrmacht’s losses in countless heroic battles until the final conquest of Berlin. The iconic hoisting of the Red Flag over the Reichstag was a fitting symbol of who was the principal victor over Nazi Germany.

No disrespect to the sacrifices of the American, British and other Allied troops in Normandy, but their action was a sideshow to the main event of Soviet triumph and sacrifice – with more than 27 million Soviet citizens, some 10 million of them being soldiers,  having been killed in the war compared with less than one million U.S. and British troops.

American and British national narcissism of course likes to project an outsized role played by D-Day landings. Hollywood presentations like Steven Spielberg’s feature movie, Saving Private Ryan, are cringe-making in their vainglorious appropriation of historical valor. Laughably, actor Tom Hanks, who starred in Saving Private Ryan, was present at the 80th anniversary events in France, giving media interviews about the historical importance of the invasion. How embarrassing that Hollywood versions of history are taken as factual accounts and presented with gravitas to the public by “mainstream media news” outlets.

Anyway, the conceited notion peddled by American and British media is that it was the courage and efforts of their soldiers that won World War Two. This absurd bias has long been baked into Hollywood and mass media messaging. However, the distortion has reached the level of blatant falsification whereby Russian representation was not even permitted at the commemorative events. This is of course because of the war in Ukraine and the Western propaganda that vilifies Russia as the aggressor in Ukraine. The contradictions would be too much to bear.

Imagine that. A supposedly major event dedicated to the defeat of Nazi Germany has the brazen audacity to omit any official acknowledgment of the vital contribution made by the Soviet Union.

Not only that, but American President Joe Biden has the gall to use the D-Day landings to justify the expansion of the present U.S.-led NATO proxy war against Russia. Biden is using his falsification of World War Two as a propellant for starting World War Three. This is beyond malicious stupidity. It is criminal in the Nuremberg definition.

On the U.S. Rangers’ assault on Pointe du Hoc on June 6, 1944, Biden declared: “They breached Hitler’s Atlantic Wall.  And they turned, in that one effort, the tide of war that began to save the world.”

The incredible arrogance here by Biden is that the beach landing “turned the tide of war to save the world”.

Any honest historian, regardless of nationality, would contend the tide of war was turned during the Battle of Stalingrad in 1943 and numerous other battles on the Eastern Front which decimated the fearsome Nazi war machine.

Biden continued with his Hollywoodesque narration: “A feared dictator [who] had conquered a continent had finally met his match. Because of them, the war turned.”

Again, this is Biden making stuff up to plump up America’s myths about its presumed virtues and exceptional leadership of the “free world”.

He says of the U.S. soldiers in Normandy: “They stood against Hitler’s aggression.”

Let’s give those American and other Allied soldiers their just respect. Yes, they did stand up to Hitler and fascist aggression in Europe. As did the Soviet soldiers with whom the West was allied during WWII.

Then Biden twists the narrative with odious intent. He asks: “Does anyone doubt — does anyone doubt that they [the U.S. troops in the D-Day landings] would want America to stand up against Putin’s aggression here in Europe today?”

Biden goes on: “As we gather here today, it’s not just to honor those who showed such remarkable bravery on that day, June 6th, 1944.  It’s to listen to the echoes of their voices, to hear them, because they are summoning us, and they’re summoning us now.

“They’re ask[ing] us: What will we do?

“They’re not asking us to scale these cliffs, but they’re asking us to stay true to what America stands for.

“They’re not asking us to do their job.  They’re asking us to do our job: to protect freedom in our time, to defend democracy, to stand up to aggression abroad and at home, to be part of something bigger than ourselves.”

Biden’s distortion of history and the historic defeat of fascism is breathtaking. He is equating present-day Russia with Nazi Germany and Putin with Hitler. This is surely the pinnacle of Russophobia. And an incredibly dangerous climax to the assault that Washington has been leading in Ukraine since the CIA coup in 2014.

In truth, U.S. imperialism and its NATO war machine have resurrected the aggression of Nazi Germany against Russia. That aggression is recklessly, criminally risking inciting a nuclear conflagration. Biden and the Western ruling class have repudiated any diplomatic resolution to the worst conflict in Europe since the Second World War and are unilaterally escalating the provocations against Russia with no accountability to the Western public, all based on lies and distortions.

Biden and his Western ilk are the embodiment of fascist aggression today.

And sickening insult upon insult, Biden exploited the memory of soldiers who died fighting Nazi fascism 80 years ago to promote American fascism today.

A new (and fairer) Nuremberg

Lucas Leiroz

Capturing, trying, and punishing today’s Nazis is a necessary step to prevent a repetition of this evil in the future.

The Russian Federation continues to play its civilizing role in Ukraine, capturing, trying and punishing Nazis who participated in massacres against the civilian population of Donbass. Recently, a militant from the infamous Azov Regiment was sentenced to life imprisonment for murdering three civilians in Mariupol in the spring of 2022. In total, more than 250 sentences have already been passed by Russian courts against Ukrainian and foreign criminals, neo-Nazis and mercenaries – 32 of which are life imprisonment sentences.

The act of capturing and imprisoning enemies during or after a conflict situation is commonplace in the international scenario. However, we cannot confuse the Russian attitude with a merely punitive gesture against the enemy. Moscow has at no time violated international standards of humanitarian law, with no Ukrainian soldier being tried or punished simply for fighting for Ukraine. Russia recognizes the role of the common soldier and respects it, having several rights and guarantees for all surrendered and captured Ukrainian fighters.

However, as has been made clear since 2022, special courts are being established in the New Regions to specifically judge those Ukrainians and foreign mercenaries involved in neo-Nazi activities and war crimes. The militants of the Ukrainian nationalist battalions are excluded from the norms of humanitarian law, since, like the foreign mercenaries, they are not ordinary citizens mobilized by the State for a war effort, but people who voluntarily chose to fight against Russia. Members of the so-called “Foreign Legion” and Nazi groups such as Azov, Aidar, Right Sector, S14 and several other Ukrainian militias are tried as criminals, without any special protection.

It is important to remember that these fascists and mercenaries have since 2014 been the main actors behind the massacre of Russian civilians in Donbass. The genocide has been carried out mainly by paramilitary groups, as among the ordinary soldiers of the regular Ukrainian armed forces there are also many ethnic Russians, Russian speakers and Orthodox Christians. The Kiev regime relied heavily on the work of neo-Nazi groups, ideologically driven by anti-Russian racism, to promote Ukraine’s “de-Russification” policies. After the start of the special military operation, Kiev began to internationalize its neo-Nazi apparatus, welcoming fascist militants from all over the world into the ranks of its “Foreign Legion”.

Obviously, Russia could not remain silent in the face of this scenario. Eliminating foreign mercenaries and neo-Nazis has been Russia’s top priority since 2022. The goal of denazifying Ukraine remains vital. The process of eradicating fascism as a state ideology and military instrument in Ukraine needs to be completed, not only by military means, but also through law. For this reason, a special Investigative Committee has been operating in the New Regions, researching evidence of war crimes on the part of every enemy soldier. Those identified as neo-Nazis and mercenaries are often tried and punished.

Recently, former Russian President Dmitry Medvedev stated that a new Nuremberg needs to be established to punish today’s Nazis. More than that, he made it clear how necessary it is to go beyond the limitations that occurred in the Nuremberg Court of the past. According to Medvedev, all those responsible for Ukrainian Nazism must be captured and punished, which includes decision-makers, politicians, commanders and sponsors of the genocide in Donbass. In practice, the entire political structure of the Kiev regime and its international supporters must be investigated and tried by the Russians, thus avoiding the mistakes made in the previous Nuremberg.

Although it was an important milestone in the history of international law and civilization as a whole, Nuremberg, unfortunately, was an extremely limited event. On the part of the Soviets – who were the true winners of the WWII – there was always a real desire to capture and punish the Nazis. However, the other “allies” had other intentions. Americans and Europeans made secret agreements with hundreds of Nazi criminals, granting amnesty and asylum to several Germans in exchange for political favors and military and scientific secrets.

The result of this process was a true import of Nazi ideology into the West. Former members of the Nazi Party began to occupy positions of state officials in the US, Europe and NATO. Nazi inspiration drove the Russophobic sentiment that came to dominate the minds of Western decision-makers during the Cold War. After this, this same ideology began to be used in political experiments in the post-socialist space through the promotion of extremist nationalism in Eastern Europe – the most successful experiment being that of post-Maidan Ukraine.

The mistakes of the Nuremberg of the past generated the Nazism of today. And it is up to the Russians, again, to defeat and punish the Nazis. Now the task seems even clearer. Westerners are no longer disguised as “allies”. The US and Europe openly position themselves as supporters and promoters of fascism. Moscow must act decisively to dismantle the entire international network of support for Nazism, with Ukraine being just the first step towards a new and fairer Nuremberg.

NappyGate makes Biden the most disgraced U.S. president in history

Martin Jay

Biden has reached an all-time new low with his desperate PR stunt at the D-Day memorial. But can he save himself by removing Netanyahu?

Biden has reached an all-time new low with his desperate PR stunt at the D-Day memorial. But can he save himself by removing Netanyahu?

Joe Biden’s attendance of the D-Day memorial in France was a disgrace and one which he will struggle to shrug off when the annals of history are written. Never before has a U.S. president stooped so low to use the event as a stage for his own PR strategy to get re-elected and harp on about Ukraine. Some may believe he plagiarised Reagan’s speech almost 40 years earlier, but they miss the point. The D-Day commemorations are all about celebrating peace and learning lessons from history. They are not about celebrating war and calling for more blood on any battlefield, let alone Ukraine’s. Interestingly, Ukraine’s president was invited to the event, but not the Russian leader which corresponds with a trend now that many geopolitical analysts are noting: how Russia’s critical contribution to defeating Nazi Germany is getting airbrushed out of the entire media landscape. Fake news has entered the domain of how such events are reported as we have to assume that Russia defeating Nazism in the West – and in particular in Ukraine in the 1940s – cannot be allowed a media spotlight as some voters in the West might draw the parallel with how Russia even today is continuing the theme.

This time around, though, it is the Nazis in Germany who we in the West are backing. It’s pretty complicated. Have pity on the journalists who can even get their heads around it. Most simply chose to navigate around the Nazis in Ukraine altogether as was evident when recently a brigade visited the British parliament and not one national newspaper or TV channel covered the extraordinary event which included a flag, reminiscent of German Nazis, being presented to a proud Boris Johnson in the parliament itself. Remarkable what is possible when you have such control over the press. And even more remarkable how, when you take such control, that one of the perks is that it is not at all considered odd or incongruous when you start believing your own fake news.

A good example would be the U.S.-built floating peer which we were told was to help with aid shipments getting to the Gazans. Turns out that it was actually a military prop which actually was used to assist in the slaughter of even more Gazans. Recently, a daring raid to capture 4 Israeli hostages resulted in the blood bath of both Palestinians and even Israel’s own hostages – plus the lives of a number of IDF officers. While most people were contemplating Joe Biden’s awkward moment at the D-Day memorial service where he crouched slightly as though passing wind – or even defecating – some Americans were digesting his own disgusting support of the IDF’s slaughter in Gaza, with the help of the peer. Biden has lost all confidence he had with this disingenuous stance of reluctantly standing by, while Israel continues with its ethnic cleansing of Gazans. Now, no one in America believes him as his floating peer was a hoax, a media distraction as was his recent peace plan. All brown hot steaming stuff. But as Jill Biden rushes her husband away from the formalities at the D-Day memorial for a swift nappy change, much of the brown stuff has already hit the fan. Biden lost control in the Middle East and the recent beefed-up attacks of IDF installations in Northern Israel and the Golan Heights itself from Hezbollah, not to mention the ruling coalition in Israel being shaken by resignations, has placed him and Netanyahu in a tight spot.

The resignation by a centrist defence minister Benny Gantz does not immediately pose a threat to Netanyahu, as the prime minister still controls a majority coalition in parliament. It does, however, affect the Israeli government’s respectability on the international stage as Gantz is well liked in Washington and his calls for an early election may well resonate with Biden giving Netanyahu’s imminent visit to Washington a chill factor. Any more pressure on the wobbling coalition or from Biden himself may force Netanyahu to resign as he knows that a snap election – although fashionable right now – won’t leave him remaining in office. Perhaps Iran is factoring on this, as the recent bombing of IDF sites by Hezbollah and the torching of the Golan Heights also makes Netanyahu look weak. It’s as though Iran is expecting a round of negotiations and is preparing its hand.

194 pays de l’OMS conviennent d’arrêter les citoyens qui s’opposeraient au vaccin contre la grippe aviaire

http://echelledejacob.blogspot.com/2024/06/194-pays-de-loms-conviennent-darreter_8.html#more

194 États membres de l’Organisation mondiale de la santé (OMS) ont convenu d’arrêter et de poursuivre en justice les citoyens qui s’exprimeraient contre le « vaccin » contre la grippe aviaire, dans le cadre de nouvelles mesures strictes destinées à éradiquer la soi-disant « désinformation ».

L’Organisation mondiale de la Santé a adopté cette semaine des amendements au controversé Règlement sanitaire international, sans aucune publicité de la part des grands médias. Ces amendements abolissent la souveraineté nationale des pays, accordent à l’OMS des pouvoirs étendus pour adopter des lois dans les pays occidentaux et criminalisent les discours qui, selon l’OMS, portent atteinte au récit officiel.

Ce qui suit sont de brèves descriptions d’articles, de podcasts et de conférences de presse provenant de diverses sources et publiés ces derniers jours. Certaines des préoccupations concernent l’accord selon lequel les gouvernements doivent « s’attaquer» à la désinformation et renforcer la surveillance, jetant ainsi les bases de la vaccination de masse par contrainte, la surveillance généralisée, la menace et le confinement.

Il est important de noter que les pays disposent de 10 mois pour accepter ou rejeter les dispositions, à l’exception des pays qui ont rejeté les amendements de 2022 et disposent donc de 18 mois. Nous devons donc continuer à sensibiliser et faire pression sur nos gouvernements pour qu’ils rejettent les amendements avant la fin mars 2025.

À la fin, nous avons inclus un article sur le Conseil scientifique de l’Organisation mondiale de la santé, un « groupe de personnes non élues qui contrôleront notre avenir ».

Tedros déclare sa victoire, le 1er juin 2024

Lors  d’un point de presse  sur la pandémie, la préparation et la réponse ainsi que d’autres développements lors de la 77e Assemblée mondiale de la santé, le dictateur général de l’OMS, Tedros Adhanom Ghebreyesus, a déclaré :

« Aujourd’hui, les nations du monde sont entrées dans l’histoire à l’Assemblée mondiale de la santé. Après 2 ans de négociations, ils ont adopté un solide ensemble d’amendements au Règlement sanitaire international, fondé sur les leçons tirées de la pandémie de covid-19. Le RSI a été mis à jour pour la dernière fois il y a 19 ans. Les amendements adoptés aujourd’hui renforcent la préparation, la surveillance et la réponse mondiale aux urgences de santé publique, notamment aux pandémies.

« Même si l’Accord sur la pandémie n’a pas encore été finalisé, l’Assemblée de la Santé a tracé la voie à suivre. Il a été convenu de prolonger le mandat de l’organe de négociation intergouvernemental afin de finaliser les négociations sur l’accord sur la pandémie dès que possible, au plus tard d’ici l’Assemblée mondiale de la santé de l’année prochaine.

« Le succès des amendements démontre que, dans notre monde divisé et conflictuel, les pays peuvent encore s’unir pour trouver une cause commune et un terrain d’entente. »

Le point de presse de 30 minutes a été publié en direct sur Twitter le 1er juin 2023. Vous pouvez le regarder ICI. Ainsi que l’intégralité de la séance de clôture de la 77e Assemblée mondiale de la Santé sur le site Web de l’OMS ICI. Dans la vidéo intitulée « Neuvième réunion plénière », le discours de Tedros, le terroriste, commence à 1:33:36. Il commence par dire : « J’espère que vous n’êtes pas fatigué de moi. » La réponse de notre part est : « Oui, nous en avons marre de vous. »

Communiqué de presse de l’Organisation mondiale de la santé, 1er juin 2024

L’Assemblée mondiale de la santé, réunion annuelle des 194 pays membres, a adopté aujourd’hui un ensemble d’amendements essentiels au Règlement sanitaire international (2005) (RSI). Les nouveaux amendements au RSI comprennent la définition d’une urgence pandémique ; un engagement envers la solidarité et l’équité; la création du Comité des États membres et la création des autorités nationales du RSI.

Par ailleurs, les pays  ont convenu  de poursuivre les négociations sur le projet d’accord sur la pandémie.

Les États membres de l’OMS ont décidé de prolonger le mandat de l’organe intergouvernemental de négociation, créé en décembre 2021, afin qu’il termine ses travaux de négociation d’un accord sur la pandémie d’ici un an, et l’Assemblée mondiale de la santé de 2025, ou plus tôt si possible lors d’une session extraordinaire de l’Assemblée.

Rejetez la prise de pouvoir illégale de l’OMS : Tedros viole la « Constitution » de son organisation

À Genève, samedi soir, l’administration Biden, la Chine communiste et d’autres co-conspirateurs ont lancé illégalement un nouveau mécanisme visant à nous imposer à tous une « gouvernance mondiale ».  Le processus de modification illégale du Règlement sanitaire international (RSI) de l’Organisation mondiale de la santé, vise à donner à son directeur général, Tedros Ghebreyesus, un pouvoir sans précédent pour piétiner notre souveraineté et nos libertés. L’OMS a même averti que ce pouvoir serait tyrannique, notamment via la violation de ces mêmes réglementations.

Tedros a ignoré l’article 55.2 du RSI, qui exige que tout amendement à celui-ci soit rendu public « au moins quatre mois » avant d’être éligible pour adoption. Le directeur général a ensuite refusé de procéder à un vote par appel nominal pour adopter un accord international juridiquement contraignant. Au lieu de cela, dans une salle ne regroupant environ que 30 % des États membres, soit moins que le quorum nécessaire, Tedros a annoncé qu’un « consensus » existait pour l’adoption des amendements au RSI.

Les modifications du RSI de l’OMS ont été illégalement approuvées, le 5 juin 2024

L’Assemblée mondiale de la santé (en étroite coopération avec l’administration Biden) a travaillé à la « mise à jour » de l’accord existant (2005) sur le Règlement sanitaire international (RSI).

Au mépris flagrant du protocole et des procédures, des amendements radicaux au RSI ont été préparés à huis clos, puis soumis pour examen et acceptés par l’Assemblée dans les derniers instants d’une réunion qui s’etait prolongée tard dans la nuit, le dernière jour du calendrier des réunions.

L’exigence de quatre mois pour l’examen n’a pas été respectée dans la précipitation afin de produire un résultat tangible de la réunion. Il n’y a pas eu de vote réel pour confirmer et approuver ces amendements. Cela a été obtenu par « consensus » au sein de ce conclave d’initiés non élus, plutôt que par vote. Les représentants de nombreux États-nations membres de l’OMS n’étaient pas présents dans la salle et ceux qui étaient présents ont été encouragés à se taire.

Il s’agissait clairement d’une clique interne agissant unilatéralement pour contourner le processus normal et reflète un processus similaire utilisé pour confirmer la reconduction de Tedros Ghebreyesus au poste de directeur général.

« La 77e Assemblée mondiale de la Santé a adopté un ensemble substantiel d’amendements au Règlement sanitaire international. Nous, le peuple, avons subi une défaite retentissante. La bataille continue »,  a déclaré James Roguski.

« Les amendements récemment adoptés faciliteront la construction d’un complexe industriel d’urgence pharmaceutique mondial, qui pourra déclencher des ‘urgences pandémiques’… qui seront aggravées par les ‘produits de santé concernés’ », a ajouté Roguski.

L’ancienne membre du Congrès Michele Bachmann, qui a également suivi de près le processus de négociation à l’Assemblée mondiale de la santé, a déclaré ce matin dans une alerte par courrier électronique : « L’essentiel est de comprendre que l’OMS passe d’un organisme mondial uniquement consultatif à un organisme international de contrôle. »

Les amendements au RSI secondaires.

Le Dr Meryl Nass a publié une série d’articles donnant une perspective différente sur le contenu du document signé lors de la WHA77.

« …le document ressemble fondamentalement à ce que j’avais prédit durant la semaine. Il s’agit d’une version « vanille » dont tous les éléments inquiétants ont été supprimés, à une exception près et une exception partielle », a-t-elle écrit. « Le seul élément inquiétant restant est l’accord visant à « lutter contre » la désinformation. »

Dans un second article , le Dr Nass a dressé une liste des « soucis que nous venons d’esquiver ». Un mauvaise chose reste dans le RSI, à savoir l’obligation de « lutter » contre la désinformation.Il est à noter que le RSI n’indique pas aux pays comment agir.

Dans son  troisième article , elle a souligné les changements importants dans le nouveau texte du Règlement sanitaire international:

Dans son  quatrième article, le Dr Nass écrit : « Les amendements du RSI ont été adoptés parce qu’après 2 ans de négociations, l’AMS devait adopter quelque chose pour sauver la face, et il était devenu évident pour les mondialistes qu’ils ne feraient pas mieux s’ils retardaient la décision. C’est très bien.

« Le traité sur la pandémie continuera à être négocié, mais il a également été largement affaibli. Mais nous ne saurons pas avant un an quelle sera la forme définitive du traité. Nous resterons vigilants. Nous continuerons à éduquer sur la préparation à la pandémie », a-t-elle déclaré.

Les amendements sont édulcorés par rapport aux propositions précédentes, selon lesquelles les pays s’engageraient à placer les domaines de la santé de leurs citoyens et des droits de l’homme sous la direction d’une seule personne à Genève. Néanmoins, ils jettent les bases d’une nouvelle subversion de la santé publique vers un cycle d’alarmisme, de répression et de coercition.

Le projet d’accord (traité) sur la pandémie avait été reporté pour de nouvelles négociations jusqu’à 12 mois. Il semble probable que l’Organe intergouvernemental de négociation (INB) réformé se montrera plus circonspect dans la manière dont il gérera les débats au cours des prochains mois, et que la pression extérieure sur les pays s’intensifiera. Il y a beaucoup en jeu, des centaines de milliards de profits par pandémie si l’on prend lacrise Covid comme modèle. Les pays ayant des intérêts pharmaceutiques majeurs prennent cela au sérieux. Il en va de même pour la Banque mondiale et le Fonds monétaire international.

Les amendements au RSI adoptés par l’AMS semblent pour la plupart inoffensifs et ont été largement rapportés comme tels. Cependant, le gain pour l’OMS et ses bailleurs de fonds (près de 80 % de son travail est financé directement par ses bailleurs de fonds) réside dans la formulation qui renforce encore la surveillance – l’élément clé sur lequel repose le reste de l’analyse de rentabilité concernant les futures pandémies. Cette mesure est adoptée et il existe du monde disposée à y parvenir

Les bases sont posées pour l’approche de vaccination de masse sous surveillance-déclaration-menace-confinement-contrainte qui est une idée qui germe dans les cercles liés à l’industrie pharmaceutique depuis plus d’une décennie.

Conférence de presse des juristes internationaux concernant les résultats de la 77e Assemblée mondiale de la Santé, 1er juin 2024

Le 1er juin, un groupe de 11 avocats de neuf pays ont tenu une conférence de presse à Genève concernant les résultats de la 77e Assemblée mondiale de la santé. Le panel comprenait l’avocat suisse  Philipp Kruse  et  le Dr Renate Holzeisen, économiste et avocate italienne, qui ont co-organisé et modéré l’événement.

Le but de la conférence de presse était de fournir une première analyse critique, du point de vue juridique et constitutionnel, de ce qui a été conclu ou non par la 77ème Assemblée mondiale de la Santé.

« Tout ce sujet est largement sous-estimé et pas suffisamment compris. C’est pourquoi, en tant qu’avocats, nous considérons qu’il est de notre devoir d’informer le monde – ainsi que les citoyens et les représentants des différents pays – des effets considérables que ces mesures ont sur elles.», a déclaré Kruse.

Parmi les invités figuraient l’Américain  Reggie Littlejohn, coprésident de la  Sovereignty Coalition, l’Allemande Beate Pfeil, l’Israélien Alfred Schwartz, le professeur italien Guiseppe Tritto, l’avocat allemand et auteur du livre ‘ OMS-Pandemievertrag ‘ Beate Bahner, la Française Laetitia Rigault, la Néerlandaise. Meike Terhos, la Néo-Zélandaise Sue Gray et le Sud-Africain Shabnam Palesa Mohamed.

Au moment de la conférence, la WHA77 était toujours en cours et aucune conclusion sur les amendements au Règlement sanitaire international n’avait encore été tirée.

La dissolution finale ?

https://reseauinternational.net/la-dissolution-finale/

Coup de tonnerre dans un ciel bleu : alors que les bulletins de l’élection européenne sont encore tout chaud sortis des urnes, Macron décide de dissoudre l’Assemblée nationale. Pour ceux qui ne se doutaient pas de cette manœuvre politicienne du locataire de l’Élysée, c’est une vraie surprise ; Attal, le pantalon encore sur les chevilles, a donc appris dès ce dimanche soir que son CDD prenait fin dans les prochaines semaines.

Petit archange parti trop tôt, il ne nous aura sans doute pas gratifié de ses meilleurs moments et sera probablement regretté par l’EPHAD de Montcuq, mais l’Exécutif fut, ce dimanche soir, formel : des prochaines élections législatives auront donc lieu le 30 juin (premier tour) et le 7 juillet (pour le second).

Cependant…

On attendra l’avis éclairé de constitutionnalistes chevronnés, mais il apparaît à première vue qu’il va y avoir un petit souci : Macron, malin, a judicieusement choisi de doucher la victoire du RN aux européennes avec cette dissolution, mais le chef de l’État, en la déclarant ce dimanche, savait qu’il n’avait pas vraiment le choix dans la date.

En effet, la constitution impose que le scrutin intervienne dans une fenêtre de 20 à 40 jours après l’annonce de cette dissolution, ce qui nous amène entre le 30 juin et le 19 juillet. Or, certains auront noté que les Jeux olympiques – dont on sait déjà qu’il se dérouleront dans la plus sobre des sérénités – s’ouvrent précisément ce 19 juillet, ce qui pourrait poser quelques problèmes logistiques. Dès lors, on comprend que le second tour doive se tenir impérativement avant, le 14 juillet constituant le dernier dimanche réellement pratiquable.

Toutefois, le facétieux petit article L157 du code électoral impose que les futures listes soient déposées, au plus tard, le quatrième vendredi avant le scrutin, ce qui nous ramène, goguenard, au vendredi 7 juin.

Les différents partis politiques vont donc devoir se dépêcher pour déposer leurs candidatures dans le passé. On espère que la Delorean électrique 0-émission sera prête rapidement.

Rassurons-nous : la souplesse d’endoscope de nos juristes et de nos politiciens garantit que ce petit souci de date sera rapidement réglé (je baisse, j’éteins, je décale) et que le plan de Macron pourra se dérouler comme prévu, c’est-à-dire de plus en plus mal.

Et quel plan machiavélique ! Pour les rares qui n’auraient pas compris, il semble assez clair que le président de la République utilise ainsi cette déroute électorale probablement calculée – Merci Mélusine Hayer – pour pousser le RN au pouvoir.

Et c’est probablement cette perspective qui déclenche une véritable apoplexie chez la plupart des politiciens (timing diabolique alors que la France subit actuellement un problème d’approvisionnement en ventoline) : on sent déjà monter la volonté de la classe médiatique de nous imposer sans finesse de l’évocation de jeux olympiques se tenant pendant que la France sombre dans le ventre fécond de ses heures les plus sombres, et on se doute qu’il en ira de même pour toute la classe politique lorsqu’elle sera sortie de sa stupeur post-électorale.

Mais pour le président, tout cela tombe bien : d’une part, Ken & Barbie Marine & Jordan ne rêvent que de ça. Le concombre endimanché, affûté comme du beurre chaud, est tombé dans le panneau avec une gourmandise que seul Gérard Larcher, devant le rab de frite à la cantoche du Sénat, pourrait surpasser. D’autre part, l’état général du pays est suffisamment catastrophique pour que ceux qui en hériteront subissent la véritable tempête de merde qui ne manquera pas de déferler dès que possible, fusillant définitivement tout espoir pour nos deux pigeonneaux nationalistes d’accéder ensuite à la présidence.

On le comprend : il existe maintenant une réelle probabilité que le pays se retrouve avec une majorité RN à l’assemblée, qui obligera ce parti à dégoter des ministrables. La gageure est de taille, mais parions que le défi de trouver des remplaçants encore plus mauvais à Le Maire, Darmanin ou Séjourné sera fièrement relevé par le parti nationaliste. Au passage, il sera laissé comme exercice au lecteur le soin de trouver quelques noms potentiels, l’absence de têtes visibles étant particulièrement symptomatique de ce parti d’appendices politoïdes taillé pour occuper les médias plus que le pouvoir.

Néanmoins, des mondes parallèles ne sont pas totalement à écarter : soyons fous et imaginons un instant que les Français, comprenant le traquenard qui est en train de se mettre en place, décident finalement de ne pas donner plus de voix au Rassemblement national. Dans cette hypothèse amusante, les législatives aboutiraient à un résultat délicieusement différent de celui probablement souhaité par le chef de l’État qui devrait recomposer un gouvernement sur une base essentiellement équivalente à celle actuellement en place.

Dans cette hypothèse, le sabotage du pays continuerait dans les mains de Macron.

Et tant qu’à imaginer des mondes parallèles, celui dans lequel le parti présidentiel ferait des accords avec l’actuel Parti socialiste n’est pas à écarter : le président retrouverait potentiellement une majorité, ce qui lui laisserait les coudées franches pour achever de ruiner le pays dans une orgie de lois, de ponctions, de normes, d’égalité et de bisous.

En tout état de cause et comme le dit cette célèbre philosophe électorale, «on ne se trompe jamais quand on donne la parole aux Français». Dès lors, il apparaît assez clairement que, quelle que soit l’issue de ces scrutins prochains, ce pays est foutu.

Создайте подобный сайт на WordPress.com
Начало работы