Das Totalitäre Erbe (3) | Von Felix Feistel

Ein Standpunkt von Felix Feistel.

Nachdem deutlich geworden ist, was ein totalitäres System ausmacht, und wie dieses durch Organisation der Masse entsteht, betrachten wir nun einen speziellen Menschenschlag vor dem Hintergrund des Totalitarismus, und das sind die Intellektuellen. Schon Hannah Arendt widmete ihnen einen eigenen Abschnitt in ihrem Werk „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“. Das, was sie damals als Intellektuelle bezeichnete, gibt es jedoch in dieser Form heute kaum noch. Der vielseitig gebildete, sich künstlerisch, schriftstellerisch und mündlich Äußernde, der sich gewissermaßen von der Seitenlinie in die politischen Angelegenheiten einmischt und auf dessen Worte Wert gelegt wird, ist heute weitgehend ausgestorben. Doch die Funktion, die zu Arendts Zeiten diese Form der Intellektuellen innehatten erfüllt heute die große Gruppe der Künstler und Kulturschaffenden, seien es Schauspieler, Schriftsteller, Musiker oder Kabarettisten und Komiker. Daher könnte man diese heute ebenfalls als Intellektuelle bezeichnen, allerdings mit gewissen Vorbehalten, da viele dieser sogenannten Intellektuellen heute einen sehr begrenzten Horizont haben, und mehr einen politisch korrekten Moralismus vertreten, und Kritik am herrschenden System kaum zulassen.

Gerade die intellektuellen und künstlerischen Eliten werden laut Hannah Arendt Repräsentanten der totalitären Bewegung, weil sie von ihr ebenso angezogen werden, wie die Massen, im Gegensatz zu dieser aber dazu in der Lage sind, „typische Meinungen und Einstellungen zu formulieren und in Weltanschauung zu kristallisieren.“ Damit sind es gerade diese Eliten, welche die Weltanschauung formulieren, die einprägsamen Floskeln und Slogans prägen und sich dafür hergeben, diese zur Schau zu stellen und unter das Volk zu bringen.

Der Coronatotalitarismus wurde gerade von den sogenannten kulturellen und künstlerischen Eliten bedient. Comedians, Kabarettisten, Musiker, Schauspieler und viele weitere mussten mit einem Mal ihre extreme Treue zum Narrativ öffentlich bekunden, und haben der Unterdrückung jeder Form der Kritik aus vorauseilendem Gehorsam gegenüber der totalitären Bewegung Vorschub geleistet. Sie haben die Slogans des „Wir bleiben Zuhause“ oder des „Alles in den Arm“ gesetzt und medial verbreitet. Öffentlichkeitswirksam haben sie verkündet, was die Menschen zu denken hatten, was im Wesentlichen dem entsprach, was die Führer der totalitären Bewegung an Anschauungen verbreitet wissen wollten. Wolfgang Niedecken, Herbert Grönemeyer, Nikolaus Blome, Sarah Bosetti, Frank Ulrich Montgomery, Peter Maffay, sie alle beleidigten Kritiker des Coronatotalitarismus in wildester Form, und haben in ihrer totalitären Faszination die Forderungen, die von den Führern der totalitären Bewegung, sprich von der Bundesregierung im Verbund mit ausgesuchten „Wissenschaftlern“ ausging, noch übertroffen. Dabei haben sie auch eine Vorbildfunktion. Denn wenn der verehrte Star für die Impfung wirbt, oder Kritiker beschimpft und ausgrenzt, dann, so die Wahrnehmung der Massen, muss das propagierte Verhalten richtig in dem Sinne sein, dass es der gesellschaftlichen Norm entspricht, an der die Masse sich automatisch ausrichtet.

Die Funktion der Intellektuellen im totalitären System ist genau dies: Sie etablieren gesellschaftliche Normen, machen extreme Forderungen und Sichtweisen gesellschaftsfähig, und steigern damit die Akzeptanz auch einschneidender, drastischer Menschenrechtsverletzungen gegenüber den zu Feinden auserkorenen Menschengruppen. Bezeichnungen wie „Tyrannei der Ungeimpften“, oder den Vergleich von Ungeimpften mit dem Blinddarm der Gesellschaft sind nur zwei der unzähligen Beispiele von verbalen Entgleisungen, mit denen die künstlerische und intellektuelle Pseudoelite in den 3 Jahren des Coronatotalitarismus auffiel. Auf diese Weise bereiten sie das Feld für immer extremere Verbrechen, für die Ausgrenzung, die Apartheid, wie wir sie erlebt haben, und reden letztlich auch Zwangsmaßnahmen wie der Zwangsimpfung das Wort. Der Grund dafür ist nicht allein, dass diese Pseudoeliten bewusste Propaganda betrieben. Die totalitäre Bewegung hat sie so absorbiert, dass es für sie tatsächlich die einzige Möglichkeit war mit diesen Menschen umzugehen. Denn sie duldeten keine Kritik an der als Wahrheit angenommenen Weltanschauung. Jeder, der diese geäußert hat, konnte nur einer der Feinde sein, gegen welche die totalitäre Bewegung gerade zu schützen vorgab. Sie ließen sich also ohne es zu merken vor einen Karren spannen, weil sie ihre Individualität längst im Geiste der totalitären Bewegung aufgelöst hatten. Jede Kritik an der Bewegung wird gleichzeitig als Angriff auf das eigene Selbst wahrgenommen.

Ähnliches Verhalten legen diese Pseudointellektuellen in Bezug auf die anderen großen, gesellschaftlichen Themen an den Tag. Kritiker des Krieges gegen Russland in der Ukraine werten sie ebenso ab, wie jene, die den menschengemachten Klimawandel in Zweifel ziehen. Das Bekenntnis zu Israel, das derzeit in Gaza einen Völkermord begeht, wird auch von diesen Menschen abgelegt. Die Intellektuellen bedienen Herrschaftsnarrative, propagieren sie und festigen sie als akzeptierte Norm in der Gesellschaft, von denen abzuweichen mit Verachtung und Ausgrenzung in Wort und Tat geahndet wird. Die Intellektuellen sind die leuchtenden Beispiele des totalitären Systems, die den eingeschlagenen Kurs festigen und zur unterstützenden Tat aufrufen.

Dabei haben die Intellektuellen für die totalitäre Bewegung an sich keinerlei Bedeutung. Sie erfüllen nur eine unwesentliche Funktion, und werden bei geringstem Widerspruch, egal wie treu sie der Bewegung ansonsten sind, augenblicklich ausgesondert und in das Lager des Feindes neu verortet. Wie schnell das gehen kann musste beispielsweise der Philosoph Richard David Precht erfahren, nachdem er nach über zwei Jahren der absoluten Gefolgschaft leise Zweifel anmeldete. Die Strafe folgte auf dem Fuße. Gleichzeitig wurden von Anfang an all jene Künstler ausgesondert, die Kritik geäußert haben. Man erinnere sich nur an die Hetze gegenüber denjenigen, die an Aktionen wie „allesdichtmachen“ teilgenommen haben, und anschließend mit Shitstorms sondergleichen überzogen wurden, teilweise ihre Aufträge und Anstellungen verloren und um ihre Existenz bangen mussten.

Dass Intellektuelle sich so von totalitären Bewegungen vereinnahmen lassen hat laut Hannah Arendt den Grund, dass sie genau wie die Führer der Bewegung gleichermaßen außerhalb der Gesellschaft stehen. Sie bezieht sich dabei auf die Situation nach dem ersten Weltkrieg, der zu einem Zusammenbruch der Klassengesellschaft geführt hat, und die ehemals über Klassenzugehörigkeit definierten Menschengruppen in die Vermassung geschleudert hat. Weder die Führer der totalitären Bewegungen, noch die Intellektuellen sind Teil der Masse geworden, haben aber auch nicht den Weg in die Bourgeoisie gefunden, und so gehen sie ein zeitweiliges Bündnis im Zuge der totalitären Bewegung ein.

Diese Zustände sind auf heute kaum übertragbar. Auch, wenn die Klassengesellschaft tatsächlich nicht mehr in dem Sinne existiert, dass sie Zugehörigkeit und Organisation der Menschen schafft, sondern lediglich in den ganz banalen, materiellen Aspekten, nach denen die Mehrheit der Menschen der Bourgeoisie vollkommen ausgeliefert ist, so ist heute ebenso festzustellen, dass die Führer der totalitären Bewegung, sprich die Politiker und Journalisten, Pseudowissenschaftler und Funktionäre einerseits, und die Pseudointellektuellen andererseits nicht gleichermaßen außerhalb der Gesellschaft stehen, sondern gleichermaßen innerhalb. Gerade die Künstler wie Kabarettisten sind Teil des Systems, indem sie im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sichere Aufträge und Engagements haben, und damit ihren Lebensunterhalt direkt aus der Maschinerie eines politisch-kulturellen Propagandaarmes der Regierung beziehen. Sie tragen und legitimieren das System schon vor der Totalisierung, sichern es auch gegen Kritik und Veränderung ab. Mit ihren institutionalisierten Positionen tragen sie dazu bei, das System zu erhalten und zu erweitern, sie SIND ein Teil des Systems. Das gilt nicht nur für Funktionäre, sondern auch für Künstler, die zumindest formal keine Funktion im System haben, durch die Öffentlich-rechtlichen Medien oder über Fördergelder aber gerade doch an dieses gebunden sind, und dieses auch mit unterstützen.

Sie alle haben sich ihre sehr bequeme Position in der Gesellschaft erarbeitet, die jeweils auf ihrer ganz spezifischen Tätigkeit beruht, und finden sich daher in einem Bündnis miteinander, da ihnen bewusst ist, dass ihre Position von ihrem Verhalten abhängt. Jede Kritik aus der bislang als sicher geltenden Stellung heraus hätte das sofortige Ende dieser Stellung nach sich gezogen, so wie es unzähligen Wissenschaftlern, Journalisten und Künstlern ergangen ist. Daher mussten gerade die Intellektuellen ihre Gefolgschaft mit noch drastischeren Worten und Forderungen und noch fanatischerer Inbrunst zur Schau stellen. Denn auf Künstler und Intellektuelle fällt stets der Verdacht heimlicher Untreue, gerade, wenn es sich um Kabarettisten oder Musiker handelt, die in anderen Zeiten stets ihre Kritik an den herrschenden Verhältnissen angebracht haben. Und so ist es kein Wunder, dass gerade diese Menschen mit einer besonderen Härte gegen ihre Kollegen vorgehen, die der totalitären Bewegung ihre Gefolgschaft verweigern. So rekrutierten sich die größten Kritiker der Künstler an den Videoaktionen #allesdichtmachen und #allesaufdentisch eben gerade selbst aus dem künstlerischen und dem journalistischen Milieu, weil die Kritik gerade aus diesen Branchen hervorging, und die unkritischen Kollegen befürchten mussten, dass der Verdacht der Untreue auch auf sie falle.

Durch ihre gesicherte Stellung im System muss man ihnen die Verteidigung dessen aber nicht aufnötigen. Sie erleben es selbst als ein schützenswertes System, weil sie von ihm profitieren, und ihren Lebensunterhalt aus ihm beziehen. Wenn sich also Kabarettisten und Schauspieler aus diesem System leidenschaftlich für diese sogenannte Demokratie einsetzen, wie das zur Zeit des Coronatotalitarismus ebenso der Fall war, wie es aktuell in Mode ist, dann deswegen, weil sie diese sogenannte Demokratie tatsächlich als schützenswert und den Menschen dienlich erleben, da sie eben von ihr profitieren. Aufgrund ihrer Stellung im System haben sie auch die Schattenseiten des Totalitarismus nicht erlebt, und erleben auch die Schattenseiten der momentanen Entwicklung nicht. Weder sind sie von Armut betroffen, noch wurden sie als „Pandemieleugner“ oder „Ungeimpfte“ diskriminiert, da sie ja leidenschaftlich jede geforderte Maßnahme mitmachen. Erst, wenn sie die Schattenseiten, beispielsweise in Form eines sogenannten Impfschadens erleben, fallen sie aus dem System, erhalten für ihren treuen Dienst aber keinerlei Belohnung, sondern werden einfach fallen gelassen. Der Intellektuelle als individueller Mensch hat für das totalitäre System, dem er sich so bereitwillig andient,  keinerlei Bedeutung.

Die Rolle der Wissenschaft

Der Coronatotalitarismus konnte gerade an Universitäten und in sonstigen, „wissenschaftlichen“ Einrichtungen gedeihen. Wie schon im Nationalsozialismus, während dem sich gerade Universitäten rühmten, „judenfrei“ zu sein, setzten sie auch das Coronadiktat mit aller Strenge und Härte durch. Maskenpflicht in den Hörsälen, 2G-Regelungen, ein Drängen zur Genspritze, all das fand in den Universitäten in besonderer Rücksichtslosigkeit statt. Die Hingebung Intellektueller an totalitäre Bewegungen drückt sich vor allem in der überdurchschnittlichen Impfquote aus, die unter den Studenten teilweise bis zu 97 Prozent beträgt, während die deutsche Bevölkerung „nur“ zu 86 Prozent „geimpft“ ist. Hier drückt sich der unkritische Obrigkeitsglaube der jungen, gebildeten Schicht aus, welche die Zustände, in denen sie lebt, überhaupt nicht zu hinterfragen in der Lage ist. Gerade die sogenannten Bildungseinrichtungen sind ein Mittel der Indoktrination der Staats- und Obrigkeitshörigkeit und so sind die dort tätigen und lernenden Menschen in besonderem Maße staatsgläubig und zur kritischen Reflexion nicht fähig.

Auch vermeintliche Wissenschaftler wie Christian Drosten oder Lothar Wiehler ließen sich vor den Karren des totalitären Regimes spannen, und machten sich gar zu Wortführern dessen. Mit Pseudowissenschaftlichen Behauptungen, die aus vollkommen fehlinterpretierten, oder eigens um das Narrativ zu stützen durchgeführten Studien abgeleitet wurden, begründeten sie jede strenge Maßnahme. Lothar Wiehler verstieg sich gar zu dem Satz „Diese Maßnahmen dürfen nie hinterfragt und müssen um jeden Preis eingehalten werden.“ Eine klarere Absage an die Wissenschaft wurde in all der Zeit kaum geäußert. Hier hatte Ideologie längst das Ruder übernommen, die Ideologie einer totalitären Bewegung, welche „Wissenschaft“ für sich instrumentalisierte, grob fehlerhafte Studien heranzog, um die Bewegung zu stützen. So ist beispielsweise das sogenannte Corman/Drosten Paper, welches die Grundlage für den PCR-Test bildete, so fehlerhaft, dass es im Grunde nicht zu gebrauchen ist. Dennoch wurde es binnen 24 Stunden durch den Peer-Review Prozess der wissenschaftlichen Zeitschrift Eurosurveillance gebracht und kam in Form der PCR-Tests massenhaft zur Anwendung. Eine Gruppe von 22 Wissenschaftlern untersuchte das Papier und fand so erhebliche Mängel, dass sie die Zeitschrift mehrfach aufforderte, das Papier zurückzuziehen, was jedoch nie geschah.

In totalitärer Propaganda ist „Wissenschaft“ ein kläglicher Ersatz für das Monopol, das man zu erringen hofft. So drückt sich in der Propaganda vom allgegenwärtigen Tod mittels eines Virus der Wunsch aus, eines Tages wirklich all jene töten zu können, die ihren Impfstatus nicht aktuell halten.

Ersatzweise beruft man sich auf die Wissenschaft, die eine hohe Sterblichkeit des Virus festgestellt haben will, oder eine hohe Wirksamkeit der Impfung und anderer Maßnahmen. Diese Wissenschaft ist jedoch eine Pseudowissenschaft, da sie nur ausgewählte „Erkenntnisse“ propagandistisch verwertet, die in der Regel entweder aus Studien falsch abgeleitet, oder bewusst fabriziert wurden. So wies nicht nur die Studie zum PCR-Test durch Dr. Drosten erhebliche Mängel auf, sondern auch die Ergebnisse der Zulassungsstudien von Pfizer/Biontech wurden, obwohl bereits sie die verheerende Wirkung der Spritzen zeigten, so interpretiert, dass sich eine 95 prozentige Wirksamkeit ergab.

Zudem benutzt totalitäre Propaganda die Wissenschaft, um die Zukunft zu prophezeien, anstatt, wie herkömmliche Propaganda, das Gegenwärtige mit dem Vergangenen zu rechtfertigen. Modellrechnungen von Todeszahlen ohne Maßnahmen standen am Anfang des Coronatotalitarismus. Mittels sogenannter „Wissenschaft“ wurden Prognosen erstellt, und eine Zukunft vorausgesagt, die dann nur deshalb nicht eingetreten sein soll, weil rechtzeitig Maßnahmen ergriffen wurden, was, wie mittlerweile eindeutig ist, nicht stimmen kann, da die Maßnahmen nie eine Wirkung hatten.

Dass Modellrechnungen generell keinen Wert für die Prognose der Zukunft haben, fällt dabei unter den Tisch. So rechtfertigt diese Art der Pseudowissenschaft jedes totalitäre Handeln. Entweder tritt die modellierte Zukunft nicht ein, was dann nur dem entschlossenen Handeln des Regimes zu verdanken ist. Oder aber trotz Maßnahmen bewahrheitet sich die Vorhersage, in diesem Falle kann immer noch behauptet werden, dass es ohne die Maßnahmen sogar noch viel schlimmer gekommen wäre, eine Erklärung, mit der die Menschen in der totalitären Bewegung ihre Erkrankungen trotz mehrfacher „Impfungen“ rationalisiert haben. Zudem kann das Eintreten der Vorhersage zu einer noch härteren Gangart des Regimes herangezogen werden, indem es darauf verweist, dass die Untertanen noch nicht folgsam genug waren, weshalb mehr Terror, mehr Unterdrückung notwendig sei.

Zudem bestätigt das Eintreten der Voraussage den Ruch dieser Führer, Voraussagen treffen zu können. Dies ist ein wichtiger Nutzen von Ideologien. Die Führer totalitärer Regime umgibt eine Aura, interpretierender Agent wirkender Kräfte zu sein. Die Ideologie kleidet all seine Aussagen in die Form der unfehlbaren Voraussage ein. Wenn die Voraussagen nicht eintreten, dann ist es immer noch möglich so zu tun, als seien sie eingetreten. Bis heute ist die Rede von mehr als 100.000 Todesfälle durch Corona, allein in Deutschland. Dass hier nicht unterschieden wird zwischen Todesfälle an Corona, und Todesfällen bei denen kurz zuvor ein positiver Coronatest gemacht wurde, der ja ohnehin keine Aussagekraft hat, wird natürlich nicht differenziert. Tatsächlich gab es im Jahr 2020 eigentlich eine Untersterblichkeit von 2,4 Prozent, und das nicht aufgrund der Maßnahmen, da diese ja überhaupt keine Wirkung hatten. Eine Übersterblichkeit trat erst mit Beginn der Gentherapien ein, und ist daher ziemlich sicher auf diese zurückzuführen. Trotzdem wird noch immer von einer tödlichen Pandemie gesprochen, sowie von sicheren und wirksamen „Impfstoffen“, die Millionen von Menschen gerettet hätten. Jede Kritik an diesen vollkommen haltlosen Aussagen wird als „unwissenschaftlich“ zurückgewiesen, und auf diese Weise delegitimiert, wohingegen die Maßnahmen und die Spritzen natürlich der „Wissenschaft“ entsprechen, und dadurch eine schon naturgegebene oder gottgegebene Berechtigung haben.

Wissenschaft ist zum Götzen geworden, der alles Unberechenbare und alles Übel der Welt aus dieser eliminieren, und den Menschen selbst verändern soll. Sie dient zudem als reines Schlagwort, mit dem die jeweils herrschende Ideologie durchgesetzt und mit dem Anstrich der naturgegebenen Kraft versehen werden soll, der man sich nicht entziehen oder widersetzen könne. Tatsächlich wurde unter dem Schlagwort der Wissenschaft der Mensch vollkommen verändert. Nicht allein die genetische Ausstattung des Menschen wurde über die Genspritzen modifiziert, sondern der Totalitarismus wirkte bis in die Psyche der Menschen hinein, sodass diese teilweise bis heute für sie schädliche Verhaltensweisen an den Tag legen, oder in ihnen Phobien gegenüber Keime entstanden.  All das ist auch auf die sogenannten Eliten zurückzuführen, die das herrschende Regime unterstützt, propagandistisch abgesichert, und damit auch für die Masse legitimiert haben. Ihren Ausdruck findet dieser Wunsch, den Menschen zu verändern, auch in der Ideologie des Transhumanismus, nach welcher der Mensch mit der Maschine verschmelzen, und als biologische Lebensform schlicht abgeschafft werden soll. Dieser Transhumanismus hat unter dem Coronaregime einen ganz neuen Auftrieb erfahren, und seine schrittweise Verwirklichung ist daher auch eines der vielen Ergebnisse des Coronatotalitarismus.

Totalitäre Regime geben ihre anfängliche Vorliebe für wissenschaftliche Beweise in dem Moment auf, da sie dem Regime nicht mehr dienlich sind, oder sobald sie die Macht erlangt haben. Der Coronatotalitarismus hat Wissenschaft nur sehr selektiv verwendet, um seine eigene Propaganda vermeintlich zu untermauern, und hat wissenschaftliche Beweise, die ihr widersprachen, überhaupt nicht zugelassen. Zudem hat er seine Vorliebe für wissenschaftliche Beweise aufgegeben, als diese drohten die Tragweite der Impfschäden zu offenbaren. Plötzlich wurden Daten verschlampt und vertuscht, wurden Berichte nicht fertig gestellt und Datenbanken nicht ausgewertet. Die Wissenschaft spielte mit einem Mal keine Rolle mehr, alles, was blieb, war das Bekenntnis zu einer „sicheren und wirksamen Impfung“, ohne wissenschaftliche Beweise dieser Behauptung.

Auch die angeblich wissenschaftlichen Indikatoren für die Pandemie, wie der R-Wert, die Hospitalisierungen oder die Inzidenz wurden just in dem Augenblick fallen gelassen, in dem sie das Narrativ einer Pandemie nicht mehr unterstützten, sondern zu gefährden drohten, und dann stillschweigend durch einen neuen Indikator ersetzt, bis schließlich überhaupt kein Indikator mehr genutzt werden konnte, weil selbst die rücksichtsloseste Verdrehung der Wirklichkeit den Anschein einer Pandemie nicht mehr aufrechtzuerhalten im Stande war.

Ohne das künstlich gezüchtete Unverständnis und die mangelnde Fähigkeit der pseudointellektuellen Elite, Tatsachen zu verstehen und von Lügen zu trennen, könnte die totalitäre Bewegung nicht bestehen. Totalitäre Bewegungen können also nur dann entstehen, wenn die Ideologie nicht nur auf eine unorganisierte Masse trifft, sondern auch auf eine intellektuell verkommene Elite, die nicht in der Lage ist, Zusammenhänge zu erkennen und außerhalb des Rahmens von Ideologien zu denken. In dieser Situation ist es sehr leicht, sie in die Bewegung hinein zu ziehen. Es ist nur notwendig, ihnen eine neue Ideologie schmackhaft zu machen, indem an bewährte Begriffe wie „Solidarität“ angeknüpft wird. Dies ist der Einstieg in den ideologischen Rahmen der, wenn er einmal angenommen wird, intellektuell von diesen verblödeten Eliten nicht mehr transzendiert werden kann. Das gesamte Denken findet dann lediglich im Rahmen dieser Ideologie statt, sie dient als Bezugsrahmen, der jedes Phänomen in der wirklichen Welt erklärbar macht, jedoch in der Regel mit den Mitteln der Fiktion.

Recht und Gesetz

Der Totalitarismus wirkt, wie jedes System, auch über Recht und Gesetz und formt dieses vollkommen um. Durch das Recht haben die Nazis ihren Verbrechen zumindest den Schein der Legalität verliehen. Das Ziel war es, die gesamte, totalitäre Fiktion in sich stimmig zu machen. Die Massen haben daher den totalitären Staat als legitim erlebt, und sahen sich in diesem Staat repräsentiert, da der Machtergreifung die Organisation durch die totalitäre Bewegung vorausging.

Gleichzeitig gibt es in totalitären Regimen einen Zustand permanenter Gesetzlosigkeit. Gesetzlosigkeit wird gerade der ewige Zustand der totalitären Bewegung. Dies drückt sich darin aus, dass Gesetze beispielsweise nicht mehr verkündet werden, und dass staatliche Behörden ihre eigenen Gesetze willkürlich auslegen oder regelmäßig ignorieren. Recht ist nur noch, was der Bewegung nützt, und nicht, was Gerechtigkeit herstellt und das gesellschaftliche Leben organisiert.

Ähnliches ließ sich im Coronatotalitarismus beobachten. Formal gab es regelmäßige Gesetzesänderungen des Infektionsschutzgesetztes, auf dessen Grundlage dann regelmäßig Verordnungen erlassen wurden. Doch wurden diese Verordnungen der Bevölkerung kaum noch erläutert, und etablierten einen totalen Maßnahmendschungel, in dem niemand mehr durchblickte. In Kontakt mit Behörden oder jenen, die sich dafür hielten, spielten diese Verordnungen ohnehin keine Rolle, da sie diese nach Belieben auslegten, sich Befugnisse anmaßten, die sie nach Gesetz eigentlich gar nicht hatten, und in reiner Willkür diese gegenüber den Bürgern zur Anwendung brachten. So war es einem Bahnschaffner nie gestattet, sich Maskenatteste zeigen zu lassen, geschweige denn, jemanden des Zuges zu verweisen. Dasselbe gilt für Supermarktmitarbeiter und sogar Behörden wie Ordnungsbehörden oder der Polizei. Denn die Gesundheit des Einzelnen ist eine persönliche Angelegenheit, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegt, und niemanden, auch einen Polizeibeamten, etwas angeht. Hinzu kommen beständige Übertretungen des Datenschutzes etwa durch Kontaktverfolgungsapps. Die Regeln des Datenschutzes oder der ärztlichen Schweigepflicht wurden niemals aufgehoben, interessierten jedoch von Beginn des Maßnahmenterrors an niemanden mehr. Sie wurden faktisch ausgehebelt.

Gegen Maßnahmengegner kam auch öfter das Strafrecht zur Anwendung, und zwar oft aus nichtigen, oder von der Staatsgewalt mutwillig herbeigeführten Anlässen. Volksverhetzung gegenüber Maßnahmengegner war an der Tagesordnung. So wurden Ungeimpfte als Blinddarm der Gesellschaft bezeichnet, es wurde zu Hass und Hetze gegen sie aufgestachelt. Sanktioniert wurde diese Hetze aber niemals. Hat sich hingegen einer der Ungeimpften mit den Verfolgten des Naziregimes gleichgesetzt, wurden als Ausdruck des Protestes Davidssterne mit dem Wort „Ungeimpft“ darauf zur Schau gestellt oder Karikaturen mit Anspielungen auf den Holocaust geteilt, wurden die entsprechenden Oppotisionellen in rechtsstaatlich verwerflichen Eilverfahren angeklagt. Die Grundrechte auf freie Meinungsäußerung, auf Kunstfreiheit oder Demonstrationsfreiheit spielten dann keine Rolle.

Auch die Verfassung schützt vor solchen Entwicklungen nicht. Formal bleibt sie zwar in Kraft, findet nur praktisch keinerlei Anwendung mehr. Auch die Weimarer Reichsverfassung blieb bis 1945 in Kraft, wurde nur von den Nazis notorisch ignoriert. Das Coronaregime überging jedes verfassungsmäßige Recht, indem es die einzelnen Grundrechte im Lichte der neuen Ideologie uminterpretierte. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wurde auf diese Weise umgedeutet in ein Recht auf Gesundheit gegenüber allen Mitmenschen, und damit ein Recht auf Infektionsverhütung. So wurde jeder Einzelne in die Pflicht genommen, Infektionen seiner Mitmenschen zu verhindern, indem er sich fernhielt, Masken aufsetzt und sich „impfen“ ließ. Das Individuum wurde also entmenschlicht und zu einer potenziellen Gefahrenquelle uminterpretiert. Gleichzeitig musste jeder Einzelne vor diesen potenziellen Gefahrenquellen, die all seine Mitmenschen ja darstellen sollten, geschützt werden, auch gegen seinen Willen. Dazu ermächtigte sich der Staat, indem er all die Gefahrenquellen voneinander trennte und voreinander schützte. Damit ist die Würde des Menschen, wie sie in Artikel 1 des Grundgesetzes als unantastbar niedergelegt ist, abgeschafft. Denn die Würde des Menschen gilt als angetastet, wenn der Einzelne zu einem Objekt staatlichen Handelns degradiert wird. Gerade das ist der Fall, wenn man alle Menschen als potenzielle Gefahrenquelle behandelt, die man nach Belieben maskieren, spritzen und voneinander isolieren zu können glaubt. Dem Menschen wurde seine Menschlichkeit abgesprochen, und er wurde wie ein Objekt behandelt.

Auch alle anderen Grundrechte wurden auf diese Weise in ihr Gegenteil verkehrt. Anstatt Abwehrrechte gegenüber staatlicher Gewalt zu sein, wie es ursprünglich intendiert gewesen ist, wurden sie plötzlich als Eingriffsrechte des Staates interpretiert, der mit allen Mitteln die herrschende Ideologie durchsetzen sollte. Die Grundrechte wurden als kollektivistische Eingriffsnormen gesehen, die nicht gegen den Staat schützen, sondern über die gerade dieser Staat wachen sollte. So war es kein Problem jenen Menschen die Arbeit zu verwehren, die sich nicht an den Masken- und Impfterror hielten, Menschen zuhause zu isolieren, oder auch unliebsame Medien zu zensieren. Gerade letzteres war ein wichtiger Aspekt des Coronaregimes. Medien, Wissenschaftler und Ärzte, die der Ideologie der Pandemie widersprochen haben, wurden mit allen Mitteln aus dem Diskurs gedrängt. Unabhängige Medien wurden zensiert, diffamiert, von Geheimdiensten überwacht und Medienschaffende teilweise direkt angegriffen oder inhaftiert. Opportun war es nur noch, das herrschende Narrativ zu verbreiten und zu stützen. Die neue Moral von der Pandemiebekämpfung und der Maßnahmenbefolgung fand ihren Niederschlag auch in der Justiz und ihrer Auslegung von Recht. Formal wurden zwar wenige der bestehenden Gesetze angepasst, doch diese bestehenden Gesetze wurden im Lichte der Moral ausgelegt. Es kam zu dem, was Hitler einst forderte, nämlich, dass es keinen Unterschied zwischen Recht und Moral mehr geben dürfe.

Totalitäre Herrschaft ist gesetzlos, indem sie alle positiven, gesetzlichen Rechte verletzt, auch die eigenen. An die Stelle des Gesetzes tritt das „Gesetz der Geschichte“ , „der Natur“ oder „der Virologie“. Es handelt sich um eine Art von höherer Instanz, von der das Recht selbst Ausprägung ist, und auf das es sich beruft. Damit kehrt das totalitäre System zu einer höheren Autorität zurück, welche das kleinliche, gedruckte Recht unerheblich macht und ein Hinweggehen über dieses legitimiert. Dies kulminierte im Coronatotalitarismus in die Forderung „Mehr Diktatur wagen“(1) Bestehende Rechtsgrundsätze, Grundrechte, Normen und Verfahrensweisen sollten plötzlich keinerlei Beachtung mehr finden, da sie kleinlich dem großen Ziel, die Menschen durchzuimpfen und das Virus zu besiegen, im Wege standen.

Gesetze haben normalerweise die Funktion, Stabilität über gesellschaftlichen und technologischen Wandel hinweg zu wahren. Sie bilden einen gemeinsamen Bezugsrahmen, der über den Lauf der Zeit bestehen bleibt, an dem Gesellschaften sich orientieren, und der sie organisiert. Gesetze totalitärer Bewegungen haben diesen Sinn hingegen nicht mehr. Vielmehr ist diese positive Funktion der Gesetze für totalitäre Systeme überflüssig und muss daher eingerissen werden. Stattdessen sind totalitäre Gesetze solche der Bewegungen, die auf eine dauernde Veränderung nicht reagieren, um diese in den bisherigen Rahmen zu integrieren, sondern diese überhaupt erst auslösen. „Aus jedem Gesetz ist eine Verordnung geworden,“ schreibt Hannah Arendt, eine Entwicklung, die wir aus der Zeit ab 2020 nur zu gut kennen. Plötzlich waren es Verordnungen, die ständig verändert wurden und so undurchsichtig waren, dass niemand verstand, was sie eigentlich aussagten. Die Auslegung des Rechtes leistete somit der Willkür Vorschub.

Plötzlich sahen sich einzelne Personen und Funktionen mit einer Machtfülle ausgestattet, die ihnen aber nach dem Wortlaut eigentlich nicht zustand. Kein Bahnschaffner hatte jemals das Recht, Maskenatteste zu kontrollieren, Impfausweise zu verlangen oder überhaupt nur das Tragen einer Maske zu erzwingen. Trotzdem haben sie sich erdreistet, das zu tun, und wurde es gesellschaftlich akzeptiert und gutgeheißen. Denn all dies diente der Durchsetzung der Naturgesetze, beziehungsweise hier gerade der Gegenwehr gegen diese. Das Naturgesetz einer todbringenden Pandemie, welche Millionen von Todesopfern fordert, wurde hier zur obersten Autorität, und der Mensch versuchte, sich mit aller Macht diesem Gesetz entgegenzustellen. Die Natur wurde hier selbst zum Prozess, der beobachtet und berechnet werden konnte, und dabei stets neue Maßnahmen, neue Antworten erforderlich machte. Ausdruck dafür ist die „dynamische pandemische Lage“ die immer wieder wie ein Mantra zur Erklärung herangezogen wurde, und eine ständige Überarbeitung von Verordnungen und Gesetzen erforderlich machte.

Gesetz ist im Totalitarismus nur noch ein Wort für eine höhere Kraft, die den Menschen mitschleift. Er kann an ihm nicht mehr partizipieren, sich nicht mehr dagegen wehren oder ein Mitspracherecht anmelden. Er ist der höheren Gewalt hilflos ausgeliefert, und sieht sich nur noch als Objekt ihres Wirkens. Das Gesetz bezeichnet daher zuvörderst eine Bewegung.

In Übereinstimmung mit den höheren Prozessen wird der totalitäre Terror vollzogen, der das Wesen totalitärer Herrschaft darstellt. Dieser Terror ersetzt den Zaun des Gesetzes, der die Freiheit des Einzelnen ermöglicht durch ein „Eisernes Band“, das jede unvorhergesehene Handlung der Menschen ausschließen soll. Es schließt die Menschen zu einem einzigen, gigantischen Wesen zusammen, das sich nur noch gemeinsam bewegen kann, in dem individuelles Handeln unmöglich ist. Der Terror ist es, der dieses Einssein fabriziert, indem er den Raum zwischen den Menschen, der die Freiheit ist, vernichtet. Dadurch verschwindet der Raum des Handelns, das nur im Miteinander möglich ist. Dem Terror gelingt es Menschen so zu organisieren, als gäbe es sie nur im Singular.

Terror ist nun das Gesetz, das nicht mehr übertreten werden kann. Diese terroristische Stabilität soll der Befreiung der sich bewegenden Natur oder Geschichte dienen.

Im Coronatotalitarismus hatte der Terror jedoch gerade die umgekehrte Funktion. Anstatt dem Gesetz der Natur zur Entwicklung zu verhelfen, sollte die totalitäre Herrschaft diese gerade aufhalten. Mit allen Mitteln musste eine Ausbreitung des Virus verhindert werden, mussten Erkrankungen unterdrückt und verhindert und sollte letztlich das Virus ausgelöscht werden. Doch auch in dieser umgedrehten Form des Totalitarismus halten die Anhänger der totalitären Bewegung Freiheit für gefährlich, und zwar nicht für die Befreiung des Prozesses, wie in der Vergangenheit, sondern für das Aufhalten des Prozesses. Denn dies kommt, wie auch die Prozesse in vergangenen Totalitarismen, im Mantel der Notwendigkeit daher. Es war schlicht „alternativlos“, weil sich hier eine zerstörerische, biologische Kraft entfaltete. Diese Notwendigkeit schaltet die menschliche Freiheit vollkommen aus. Wenn eine höhere Kraft wirkt, hat der Mensch keinerlei Freiheit mehr, über sein Wirken in diesem Prozess selbst zu entscheiden. Diese Prozesse äußern sich politisch als Zwang und können nur durch Zwang realisiert werden. Dieser Zwang kam im Coronatotalitarismus durch den Terror zustande. Der Maskenzwang, der Spritzenzwang, der Testzwang, der Isolationszwang, all das waren terroristische Handlungen. Dieser Terror jedoch erfüllt kein positives Gesetz, er vollstreckt stattdessen das Bewegungsgesetz und zerstört die Freiheit, indem er die Menschen isoliert. Diese Isolation wurde im Coronatotalitarismus durch Lockdown und Abstandswahrung erzwungen. Dabei handelt es sich um terroristische Maßnahmen, die den Menschen in die Vereinsamung zu treiben gedacht waren. Terror ist im Totalitarismus jedoch kein Mittel zum Zweck, auch, wenn er diesen Anschein erweckt. Der Terror selbst ist der Zweck. Er ist die dauernde Exekution höherer, natürlicher Prozesse. Im Coronatotalitarismus war der Terror stets einer Notwendigkeit entsprungen, sich den natürlichen Prozessen entgegenzustellen, und er exekutierte diese Notwendigkeit fortwährend.

Durch den Terror werden die Menschen unbeweglich. Damit stehen sie aber dem Prozess im Weg und müssen beseitigt werden. Auch der Schutz vor einer Krankheit konnte final nur durch die massenweise Tötung der Menschen mittels Maßnahmen und Impfung erreicht werden. Deutlich wird das an dem Schicksal der Alten, die angeblich vordringlich vor dem Virus geschützt werden sollten, zu diesem Zweck isoliert und zwangsgespritzt und damit zu Tode geschützt wurden. Im Totalitarismus sind diese Opfer notwendig. Hier werden Individuen für das Ganze, Menschen um der Menschheit willen geopfert. Es ist der unbestechlichen Logik des Infektionsvermeidung zu Eigen, dass der Tod die vollkommenste Form der Infektionsvermeidung darstellt. Daher ließen sich viele Menschen auch „impfen“, obwohl sie die Kritik an den Substanzen kannten. Denn der Tod durch die Genspritzen wurde willentlich in Kauf genommen, wenn sich dadurch nur das ideologische Ziel der Vermeidung von Krankheit erfüllen ließ. Der Terror ist so perfide in die Psyche der Menschen eingedrungen, dass sie diesen auch gegen sich selbst verübt haben.

Darüber hinaus wurde ein jeder zum Handlanger des Terrors. Wie es in totalitären Bewegungen üblich ist, wurden die Menschen zu einer einzigen Masse zusammengeschweißt, und so sah sich ein jeder als ein individueller Ausdruck des Volkskörpers, der für das Überleben desselben Sorge zu tragen hatte. Daher waren es gerade die Mitmenschen in Bus und Bahn oder im Supermarkt, die auf die Einhaltung der Maskenpflicht pochten, die sich laut aufregten, wenn man die Regeln eben nicht befolgte, oder gar die Polizei riefen. Ein jeder hat sich zum Helfer der staatlichen Obrigkeit machen lassen, indem er die Durchsetzung staatlich verordneter Maßnahmen in seinem Umfeld überwachte und zur Not durchzusetzen versuchte. Auf diese Weise ist jeder ein Teil des Staates, ein Teil des totalitären Systems geworden, wurde also von der totalitären Ideologie, von dem System selbst vollkommen durchdrungen, und von innen heraus beherrscht. Daher ist auch ein jeder ein Handlanger des totalitären Terrors geworden, hat diesen gegen seine Mitmenschen ausgeübt. All die Blockwarte, welche die Anzahl der Besucher ihrer Nachbarn überwacht, sich fremde Nummernschilder von vor dem Haus geparkten Autos notiert und der Polizei gemeldet, oder im Supermarkt andere Kunden zur Maske genötigt haben, sind Träger des Totalitarismus und haben sich an seinen terroristischen Verbrechen mitschuldig gemacht.

Um eine Masse in eine solche einheitliche Bewegung zu versetzen bedarf es der Propaganda, sowie der Indoktrination, um die Masse zu organisieren. Auch über diese äußert Hannah Arendt sich ausgiebig, was in einem folgenden Teil dargestellt werden soll.

Hier der Link zum ersten Teil des Artikels: https://apolut.net/das-totalitaere-erbe-1-von-felix-feistel/

Hier der Link zum ersten Teil des Artikels: https://apolut.net/das-totalitaere-erbe-2-von-felix-feistel/

Anmerkungen und Quellen

(1) https://www.sueddeutsche.de/kultur/corona-diktatur-thomas-brussig-1.5199495?reduced=true

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bildquelle: Georgy Dzyura / Shutterstock.com

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Deutschland darf sich nicht abhängig von Autokratien machen. Deutschland muss weltweit die Demokratie fördern. Deutschland hat eine tiefe psychische Störung, die das Land den Kopf kosten wird.

Ein Kommentar von Tom J. Wellbrock.

Ohne Zweifel ist die aktuelle politische Führung in Deutschland inkompetent und dumm. Auch all jene, die deutsche Politiker nur als Marionetten eines größeren Plans sehen, werden nicht widersprechen, wenn man sagt, dass dumme Marionetten leichter zu handhaben sind als kluge. Es mag sein, dass es zu einem grundsätzlichen Strategiewechsel der Macher im Hintergrund gekommen ist. Politiker älterer Generationen folgten zwar im weitesten Sinne ebenfalls ihren Förderern. Dennoch verfügten sie zum Teil über eine gewisse Autarkie, gepaart mit Intelligenz und Bildung. So konnte es passieren, dass sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) dem Irakkrieg widersetzte. So konnte es geschehen, dass die Entspannungspolitik unter Willy Brand (SPD) möglich wurde.

Die neue Generation deutscher Politiker ist von derlei Autarkie ebenso weit entfernt wie von einer Bildungsgrundlage, die es ermöglichen würde, zumindest oberflächlich politische Analysen zu betreiben. Die prominentesten Beispiele sind sicherlich Annalena Baerbock und Robert Habeck (beide die Grünen). Wenngleich die Wikipedia in fast schon eindrucksvoller Kreativität Baerbocks Lebenslauf schönschreibt, ändert das nichts daran, dass die ehemalige Trampolinspringerin keinerlei Vorkenntnisse auf dem Gebiet der internationalen Diplomatie mitbrachte, als sie ins Amt stolperte. Wäre es anders gewesen, wäre die desaströse Praxis des deutschen Außenministeriums faktisch nicht möglich gewesen.

Noch eklatanter sieht es bei Robert Habeck aus. Hier stießen offenbar selbst die Schreiberlinge der Wikipedia an ihre Grenzen, denn Habeck hatte in seinem gesamten Leben nie Berührungspunkte zu ökonomischen Themen. Das änderte sich erst am 8. Dezember 2021, als er plötzlich deutscher Wirtschaftsminister und Vizekanzler wurde. Ähnlich wie der Obergefreite Boris Pistorius, der auf dem Gebiet des Militärs keinerlei Expertise mitbrachte, war es der Schriftsteller Robert Habeck, der von nun an schwergewichtige Entscheidungen für Deutschland treffen sollte.

Insofern kann man konstatieren, dass die Auswahl der Nachwuchskräfte durch die Entscheider im Hintergrund offenbar einer neuen Strategie folgt, der Strategie nämlich, nur die dümmsten und unfähigsten Kandidaten in die entsprechenden Ämter zu hieven. Aus der Entscheiderperspektive ist das natürlich ein kluges Vorgehen, lassen sich Politiker ohne Autarkie und Intelligenz doch hervorragend führen. Sie setzen selbst Entscheidungen um, denen sich Persönlichkeiten mit mehr im Kopf womöglich widersetzen würden.

Honig im Kopf, Hass im Herzen

Über die Förder- und Aufbauprogramme des Weltwirtschaftsforums (WEF) ist kaum etwas bekannt. Die Teilnehmer schweigen sich selbstverständlich aus, müssen hier aber wenig standhaft sein, weil kaum jemand sie nach den Abläufen und Inhalten befragt. Interessant zu wissen wäre es tatsächlich, wie Nachwuchspolitiker dort aufgebaut werden.

Man muss aber davon ausgehen, dass der Hass auf die konstruierten Feindbilder bei den WEF-Programmen eine große Rolle spielt. Um bei Habeck und Baerbock zu bleiben: Ihre abgrundtiefe Russophobie ist nicht gespielt, sie ist tief im Denken und Fühlen der beiden Politiker verankert, die Förderer haben hier also ganze Arbeit geleistet.

Im ersten halben Jahr ihrer Amtsausübung war Annalena Baerbock, bedingt durch den aktuellen Krieg in der Ukraine, der kurz nach der Bundestagswahl begann, einige Male in Moskau zu Besuch. Sie traf sich zu so etwas wie Gesprächen mit russischen Politikern, darunter auch Russlands Außenminister Sergei Lawrow. Der Kontrast hätte größer kaum sein können. Auf der einen Seite ein gestandener und erfahrener Diplomat, der schon die ganze Welt bereist und Gespräche und Verhandlungen geführt hat. Auf der anderen Seite eine Frau, die merklich überfordert wirkt und nicht weiß, wohin sie gucken soll.

Wer die Fernsehbilder von damals ein wenig genauer studiert, wird aber in zahlreichen Szenen aufrichtige Abneigung, vielleicht auch Hass in Baerbocks Augen erkennen können. Sie wirkt regelrecht angewidert von der Situation und macht den Eindruck, als wolle sie gar nicht an diesem Ort sein, weil diese Zusammentreffen ohnehin zu keinem Ergebnis führen werden. In Anbetracht der Tatsache, dass dieselbe Baerbock an anderer Stelle sagte, “wir” seien im Krieg mit Russland, hätte sie mit der Annahme der Ergebnislosigkeit sogar recht gehabt. Sie kam also einer Verpflichtung nach, die sie abstieß, anwiderte und von der sie wusste, dass sie zu nichts führen würde – in erster Linie, weil Gesprächs- oder Verhandlungsergebnisse nicht der Zweck ihrer Reise waren.

Nun ist Hass nicht der ausschließliche Antriebsgrund von Politikern wie Habeck oder Baerbock. Dahinter stehen weitere Interessen, wie sich bestens an Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) ablesen lässt, die offensichtlich im Auftrag der Rüstungsindustrie unterwegs ist. Aber auch Hardliner wie sie oder Kandidaten wie Norbert Röttgen (CDU) oder Anton Hofreiter (die Grünen) pflegen Verbindungen, die den Russenhass bestärken.

Dennoch: Der Hass schwingt bei allen mit. Es war Roderich Kiesewetter (CDU), der womöglich unfreiwillig die Ausbeutung von Lithium in der Ukraine zur Sprache brachte. Nicht unbedingt ein Argument, das auf “westliche Werte” wie Demokratie und Menschenrechten basiert. Kiesewetter sagte aber auch, dass Russland lernen müsse zu verlieren, so wie es die Deutschen im Zweiten Weltkrieg lernen mussten.

Rache für die Niederlage

Normalerweise wäre dieses Szenario sinnvoll: Wenn in Russland am 9. Mai der “Tag des Sieges” begangen und der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, müssten Russen und Deutsche Hand in Hand durch die Stadt laufen. Schließlich wird nicht nur an die Opfer gedacht, sondern auch an die Sowjetsoldaten, die Hitler besiegt haben. Die anderen Alliierten (und von denen ganz besonders die USA, die “aufreizend” lange gewartet haben, bis sie eingriffen und zuvor die Nazis auf verschiedene Weise unterstützt haben) haben einen weit weniger bedeutenden Einfluss auf das Kriegsende.

Die Russen laden übrigens zum “Marsch des Unsterblichen Regiments” auch Menschen aus anderen Ländern ein, daran teilzunehmen. Widerstandskämpfer auf der einen, aber auch Kriegsopfer, die in ihrem Umfeld Tote zu beklagen hatten, auf der anderen Seite. Und das ergibt ja auch Sinn, denn jeder, der in irgendeiner Form zum Sieg über den Faschismus beigetragen hat, verdient es, dafür geehrt zu werden.

Natürlich wird es zu einem solchen gemeinsamen Marsch von Deutschen und Russen nicht kommen, denn in Deutschland sind wir längst an dem Punkt angekommen, da jede physische oder psychische Nähe zu Russen als unverzeihlich gilt. Zuneigung oder gar Dankbarkeit den Russen gegenüber ist beim Kampf gegen den Nationalsozialismus ebenso verpönt wie bei dem Gedanken an die deutsche “Wiedervereinigung”, an der Russland maßgeblichen Anteil hatte und hat.

Die einzigen Emotionen, die in Deutschland gegenüber Russen gewünscht, ja “erlaubt” sind, sind Abneigung und Hass. Und die Worte Roderich Kiesewetters, Russland müsse lernen, den Krieg zu verlieren, wie Deutschland es lernen musste, sind mehr als entlarvend. Man hat gegen Russland verloren, und sogar die Tatsache, dass die Verlierer Menschenfeinde und Mörder waren, ändert nichts an der Unzufriedenheit, der Wut über diese Niederlage. Alice Weidel (AfD) hat es sogar ganz offen so ausgedrückt, als sie danach befragt wurde, dass Tino Chrupalla 2023 in der russischen Botschaft zum “Tag des Sieges” zu Gast war:

“Die Niederlage des eigenen Landes zu befeiern mit einer ehemaligen Besatzungsmacht, das ist etwas, wo ich für mich persönlich entschieden habe, daran nicht teilzunehmen.”

Das ZDF-Talkformat “maybrit illner” griff dieses Zitat, das aus einer ARD-Sendung stammt, gern auf, als Chrupalla in der ZDF-Talkshow in die Enge getrieben werden sollte. Offenbar bemerkte man in der Redaktion nicht einmal, dass damit nicht Chrupalla inhaltlich gestellt wurde, sondern ARD und ZDF (und nebenbei auch Alice Weidel, der man bei solchen Aussagen auch keine Naivität unterstellen kann, dafür ist sie zu klug). Immerhin war Chrupalla zu Besuch in der Botschaft gewesen, um den Sieg über den Nationalsozialismus zu würdigen.

Doch eben das ist heute zu einem Tabubruch geworden. Mag ja sein, dass es gut ist, so klingt der Tenor immer wieder, dass Hitler damals verloren hat. Aber dass es ausgerechnet die Russen sein mussten, die ihn zu Fall brachten, erzeugt trotz der verdienten Niederlage einen schalen Beigeschmack. So schal, dass man nicht um den Eindruck herumkommt, hier sei eine Rechnung offen, eine Niederlage Deutschlands zu korrigieren, am besten durch einen militärischen, mindestens aber wirtschaftlichen Sieg gegenüber Russland.

Kleine dumme Deutsche

Für die Mächtigen in den USA kommt das infantile Getue deutscher Politiker gerade recht. Sollen sie sich hineinsteigern in ihren Russenhass, rational oder irrational, das ist für die Lenker in den Vereinigten Staaten völlig unerheblich. Priorität hat ein großer Keil, der zwischen Russland und Deutschland getrieben wurde, und das war speziell in den beiden letzten Jahren aus US-amerikanischer Sicht ein regelrechtes Kinderspiel. Vorbei sind die Zeiten mal mehr, mal weniger charismatischer Politiker, die schon mal ihren eigenen Kopf durchsetzen und nicht auf Linie sind.

Die inhaltliche Kurzsichtigkeit und intellektuelle Übersichtlichkeit deutscher Politiker in machtvollen Positionen wird nicht zuletzt auch an einem Detail deutlich, das so offenkundig ist, dass es genau diesen Politikern eigentlich mitten ins Gesicht springen müsste: Sie schaden sich selbst.

Sicher, man wird ihnen Versprechungen machen, Ausgleich, Geldströme, Immobilien, Posten, solche Dinge eben. Aber unterm Strich werden sie damit nicht glücklich werden, denn sie sind gerade dabei, das Land, in dem sie schalten und walten können, zu verlieren. Wenn die Deindustrialisierung so weiter geht und/oder ein Krieg ausbricht, bei dem Deutschland geopolitisch und geologisch in einer ungünstigen Lage ist, bleibt am Ende nichts mehr übrig. Die Bürger misstrauen den amtierenden Politikern, die ohne jeden Skrupel alles aufs Spiel setzen, was Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg ausgemacht hat, schon jetzt zutiefst. Daran ändern weder “Demokratiefördergesetze” noch Hassparolen gegen die AfD etwas.

Das Vertrauen der Deutschen in ihre Volksvertreter ist auf ein Niveau abgesunken, das es wohl seit Bestehen der Bundesrepublik nicht gegeben hat. Kurzfristig wird davon die Union profitieren, die bei der nächsten Bundestagswahl 2025 (so sie denn überhaupt noch stattfindet) in irgendeiner Koalition die Regierungsgeschäfte übernehmen wird. Doch CDU/CSU werden nicht mit Volldampf voraus die Suppe auslöffeln, die uns die Ampel-Koalition eingebrockt hat. Sie werden dieses Süppchen einfach weiter kochen, die Zutaten verändern und die Toxizität weiter erhöhen. Genügend Russophobe gibt es auch in den Unionsparteien, und dass Deutschland mit Russland früher oder später Krieg führen muss, ist allen klar, die verstehen, dass Deutschlands Wirtschaft und Wohlstand gerade im freien Fall sind.

Die Tatsache, dass der größte Teil der deutschen Politiker die Schussfahrt in den sprichwörtlichen und tatsächlichen Tod nicht einmal bemerkt und/oder allen Ernstes glaubt, heil aus der Sache rauszukommen, lässt tief blicken und sagt viel darüber aus, wie minderbemittelt das aktuelle politische Personal in Deutschland sich durch den selbst verursachten Wahnsinn bewegt.

Dass so profane Gefühle wie Rachegelüste ein zusätzlicher Antrieb des politischen Handelns der heutigen Zeit mit diesem Personal sind, kann allerdings in Anbetracht der Gesamtanalyse nicht mehr wirklich überraschen.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Der 1. Mai ist vorbei, und nun geht es weiter wie bisher zu den Bedingungen des Kapitals. Der Kampftag der Arbeiterklasse hat inzwischen mehr mit Klassenfahrt als mit Klassenkampf zu tun. Sind die Klassen verschwunden und der Klassenkampf überholt?

Ein Kommentar von Rüdiger Rauls.

Grundlagen

Kaum ein Satz von Karl Marx ist bekannter als der, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Diese Aussage über den Zusammenhang zwischen Sein und Bewusstsein gilt heute immer noch wie vor über hundert Jahren, wenn auch die Welt sich inzwischen stark verändert hat. Objektiv besteht das Proletariat als Klasse weiterhin, jedoch sind die Bedingungen für die Entwicklung von Bewusstsein andere geworden. Die Arbeiterklasse versteht sich selbst nicht mehr als solche.

Dem Proletarier des 19. Jahrhunderts wurde tagtäglich seine Klassenzugehörigkeit durch seine Lebensumstände vor Augen geführt. Überall in seinem Alltag war er mit Massen von Seinesgleichen zusammen und erlebte sich als Teil dieser Massen. In den Mietskasernen teilten sie dieselben engen Räume ihrer herunter gekommenen Behausungen, nicht selten sogar dasselbe Bett im Wechsel der Schichten in den Fabriken.

Dicht an dicht hantierten sie an ihren Arbeitsplätzen und Fließbändern oder wuselten wie Ameisen geschäftig durch die Werkhallen. Das Gefühl, Masse zu sein war unter diesen Umständen fast unausweichlich. Das bedeutet aber nicht, dass dieses Klassengefühl auch zwangsläufig politisches Klassenbewusstsein zur Folge hatte, wie diese Aussage von Marx unter Linken oftmals missverstanden wird.

Dagegen sind die Lebensumstände der heutigen Proletarier eher von Vereinzelung geprägt.  Die Isolation ist allgegenwärtig: am Arbeitsplatz, in der Anonymität der Großstädte, aber auch in der Zurückgezogenheit der Reihenhaussiedlungen. Die heutigen Werkshallen sind nahezu menschenleer. Die wenigen Arbeiter verschwinden zwischen den Maschinen. In Großraumbüros sitzen die Angestellten wie in Bienenwaben, abgeschottet von einander.

Die Familien werden kleiner, die räumlichen Entfernungen zwischen ihren Mitgliedern dagegen größer. Die Generationen leben sich auseinander, verstehen einander auch  immer weniger. Der moderne Proletarier erlebt sich immer öfter allein. Unter solchen Umständen ist die Entwicklung von Klassenbewusstsein wesentlich schwieriger als unter den Bedingungen zu Marxens Zeiten.

Bewusstseinsbildung

Neben diesen abgeschotteten Lebensumständen kommt als zusätzlich Trennendes die Desinformation durch die Medien hinzu, die das gesellschaftliche Bewusstsein prägen. Im Überfluss an Informationen geht dem Medienkonsumenten der Blick für das Wesentliche verloren.  Der Mensch ist allein mit der Flut der Informationen, deren Interessen im Hintergrund immer schwieriger zu erkennen sind.

Tiefer greifende Analyse von Entwicklungen findet kaum statt, geschweige denn die Darstellung der Triebkräfte, die ihnen innewohnen, der Interessen, die sie antreiben. Das ist nicht nur politischem Willen geschuldet sondern auch in erheblichem Maße der Unfähigkeit der Informationsschaffenden. Die allgegenwärtige oberflächliche Betrachtungsweise von Sachverhalten hat die Fähigkeit veröden lassen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Diese Unfähigkeit hat die gesamte Gesellschaft erfasst und macht nicht Halt vor den Klassen und ihrem Selbstbild. Nicht nur das Proletariat, auch das Bürgertum versteht sich nicht mehr als Klasse und dementsprechend ist auch bei beiden kein Klassenbewusstsein zu finden. Folgerichtig gibt es auch keine Einrichtungen von Belang, die die Entwicklungen in den Gesellschaften ausschließlich unter dem Gesichtspunkt des proletarischen Klasseninteresses darstellen und deuten.

Die Angehörigen der Klassen selbst können mit den Begriffen nichts mehr anfangen. Sie sehen sich nicht als Proletarier und auch nicht als Bürger beziehungsweise Bourgeois. Die großen Kapitalbesitzer der modernen US-IT-Unternehmen wie Mark Zuckerberg, Elon Musk und andere verstehen sich nicht als Angehörige der politischen Klasse des Bürgertums sondern  eher als den Turnschuh tragenden Duz-Freund von nebenan. Und auch beim  Proletarier besteht der einzige Besitz nicht mehr in einer zahlreichen Nachkommenschaft, woraus sich dieser Begriff bei Marx abgeleitet hatte. Auch er hat inzwischen mehr zu verlieren als seine Ketten.

Was vom Klassenkampf blieb

Seit dem Untergang des sowjetischen Sozialismus herrschen politische Verhältnisse, in denen weltweit keine Klassenkämpfe mehr stattfinden. Zwar werden derzeit viele Konflikte ausgetragen, zum Teil auch kriegerisch, in denen nationale, ethnische und auch Wirtschaftsgruppen ihren jeweiligen Interessen Geltung verschaffen wollen. Aber das sind Interessenkonflikte, keine Klassenkämpfe.

In der Ukraine findet gerade ein Stellvertreterkrieg statt zwischen der NATO und Russland um die Neugestaltung der internationalen politischen und auch wirtschaftlichen Beziehungen. Das Kräfteverhältnis zwischen dem politischen Westen als bisherigem Herrscher der Welt hat sich verändert zugunsten aufstrebender Länder wie Russland, China, Indien und vielen anderen. Die Entwicklung der BRICS-Staaten deutet dem NATO-Westen die Grenzen seiner Macht an.

Aber all diese Auseinandersetzungen sind keine Klassenkämpfe. Sie sind nicht vergleichbar mit der Konfrontation zwischen Proletariat und Bourgeoisie, die sich als Klassen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen unversöhnlich gegenüber standen. Damals war der Kampf so zugespitzt, weil es um die politische Macht über die Gesellschaft ging. Dem klassenbewussten Proletariat, das für den Sozialismus als seine ihm ureigene gesellschaftliche Ordnung kämpfte, stand eine Bourgeoisie gegenüber, die  um den Erhalt der eigenen Klassenherrschaft zu kämpfen gezwungen war.

Seit dem Sieg der Revolution in Russland befand sich das  Bürgertum im Abwehrkampf gegen einen Gegner, der sich seiner besonderen gesellschaftlichen und historischen Bedeutung bewusst war, dem Proletariat. An dem damaligen Charakter des Klassenkampfes zwischen den beiden Weltkriegen orientierte sich lange Zeit das Ringen der kommunistischen Bewegung zur Überwindung des Kapitalismus. Dafür fehlen aber heute die Grundlagen.

Es gibt kaum klassenbewusstes Proletariat mehr außer in Ländern wie China, Vietnam und Kuba, wo das Proletariat bereits die politische Macht errungen hat. Deren kommunistische Parteien stehen aber nicht mehr im Kampf um die politische Macht. Ihre Aufgabe besteht heute im Aufbau der sozialistischen Gesellschaft, der Entwicklung der Lebensgrundlagen für die eigenen Bürger.

Das Konzept des Revolutionsexports, wie er in den Anfangszeiten der Sowjetunion und auch Chinas zur Absicherung der eigenen Umwälzung eingesetzt worden war, ist aufgegeben worden. Man hat erkannt, dass Revolution nicht exportiert werden kann, wenn in den Zielländern die Überwindung des Kapitalismus nicht auf der Tagesordnung steht.

Kein Bock auf Sozialismus

Bedeutet das nun, dass der Sozialismus auf den Schrottplatz der Geschichte gehört? Jedenfalls können die kommunistischen Parteien mit diesem Begriff im politischen Westen keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor locken. Liegt das am Sozialismus oder am Auftreten dieser Parteien? Angesichts der Erfolge der kommunistische Partei in Österreich mit zum Teil zweistelligen Ergebnissen in den großen Städten des Landes muss diese Frage so deutlich gestellt werden.

Das bedeutet, dass die Bezeichnung „kommunistisch“ nicht unbedingt ein Schreckgespenst sein muss, wenn sie mit einer Politik in Verbindung gebracht werden kann, die für die Bürger nachvollziehbar ist. Mit dem allgemeinen Begriff Sozialismus verbinden aber die meisten im Westen in der Regel einseitige Darstellungen über die Wirklichkeit in der Sowjetunion und der DDR, mit denen die westlichen Meinungsmacher die Wohnstuben ihres Publikums geflutet hatten.

Wenn er auch in der DDR und Sowjetunion vermutlich ganz anders wahrgenommen wurde als seine Darstellung im Westen, so wollen aber auch die meisten diesen Sozialismus nicht mehr haben, die ihn hautnah erlebt haben. Diese seine frühe Form hat sich überlebt. Er beruhte weitgehend auf einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungsstand, der in den meisten Nachfolgestaaten  heute überwunden ist.

Die Kommunisten im Westen können über Sozialismus nur die allgemeinen Aussagen vor allem der Klassiker der Arbeiterbewegung vortragen. Darin ist aber wenig Konkretes, weil diese sich  zum Thema Sozialismus wenig geäußert haben. Wie sollten sie auch, haben sie doch selbst nie in solchen Gesellschaften gelebt und waren nicht mit deren Problemen konfrontiert.

Aber all diese Fragen sind müßig, weil der Sozialismus im Westen überhaupt nicht auf der Tagesordnung steht. Das heißt aber nicht, dass es so bleiben wird. Die Welt ist im Wandel, und  davon bleiben auch die westlichen Gesellschaften nicht verschont. Wie Bertold Brecht in seinem Lied von der Moldau schon sagte: “Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine”.

Diesen Entwicklungen kann man aber mit Klassenkampfparolen und kämpferischem Auftreten, die aus längst vergangenen Zeiten stammen, nicht gerecht werden. Sie bieten keine Antworten auf die heutigen Fragen. Aber darum geht es: Die Fragen zu erkennen, die in den Menschen arbeiten, und Antworten vorzutragen, die nicht nur Erklärungen sondern auch Handlungsmöglichkeiten anbieten. Denn den Zustand der Gesellschaft zu erkennen, ohne aber dadurch handlungsfähig zu werden, führt in Verzweiflung und Mutlosigkeit.

Klassenkampf heute

Bedeutet das, die Hände in den Schoß zu legen und auf bessere Zeiten zu warten? Ganz und gar nicht. Es bedeutet in erster Linie, die derzeitigen Bedingungen zu überdenken und deren Veränderungen im Vergleich mit früheren Zeiten bewusst zu machen. Es bedeutet, Vorgehensweisen und erreichbare Schritte vorzuschlagen, die dem Ziel einen Schritt näher kommen. Was aber ist das Ziel? Wohin soll all das führen, in welche Richtung bewegt sich die Entwicklung der Menschheit?

Unter schweren und verlustreichen Kämpfen, die oft auch in Niederlagen und Entkräftung führten, hat sie sich immer wieder neue Gesellschaftsformen geschaffen, die ihr Vorankommen gefördert haben: Aus der Armut hin zur Sicherung der Lebensgrundlagen und Wohlstand sogar, aus Unterdrückung und Sklaverei zu mehr Freiheit und der Entfaltung der menschlichen Genialität, aus der Verzweiflung zu mehr Hoffnung und dem Ausblick in eine Zukunft der Brüderlichkeit und Solidarität. All diese Entwicklungsschritte waren verbunden mit einer neuen gesellschaftlichen Ordnung, die der Verwirklichung dieser Bedürfnisse mehr Raum boten.

Die Überwindung des Kapitalismus drängt sich immer mehr auf, weil er dem  Vorankommen der Menschheit immer häufiger im Wege steht. Wie das erfolgen und wo das hinführen soll, ist ein Klärungsprozess. Dafür aber ist das Festhalten an Vorstellungen von Klassenkampf ungeeignet, die sich in Denken und Auftreten auf die Zeit zwischen den Weltkriegen beziehen.

Diese Zeit war anders und so auch ihre Herausforderungen. Der Kampf zwischen den Klassen war das wesentliche Merkmal des damaligen Klassenkampfes. Viele Kämpfer für den Sozialismus haben die Betonung des Kampfes in die heutige Zeit zu übertragen versucht. Das äußert sich in kämpferischem Auftreten und wortradikaler Sprache, die viele Menschen nicht verstehen und sogar  abschreckt.

Klassenkampf ist die Vertretung der Interessen der überwiegenden Mehrheit unter Bedingungen, die sich ständig verändern. Das bedeutet heute weniger Kampf als vielmehr Bewusstseinsbildung. Versuchen zu verstehen, was sich in der Gesellschaft entwickelt und was dabei unser Interesse ist als die einfachen Menschen mit wenig Macht, aber viel schöpferischer Kraft. Wir sehen zwar nicht mehr so aus wie die Proletarier früherer Zeiten, sind aber immer noch genau so wirtschaftlich abhängig wie diese. Eine kleine Gruppe mit riesigem Kapitalbesitz entscheidet über das Wohl und Wehe der großen Mehrheit. Daran hat sich bis heute nichts geändert, aber das gilt es zu ändern.

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Rüdiger Rauls ist Buchautor und betreibt den Blog Politische Analyse.

Buchveröffentlichungen:

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Danke an den  Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Warum der Staat die Inflation liebt

Ein Meinungsbeitrag von Kurt Ostwald.

In meiner Jugend hatte die BRD die unvorstellbare Schuldenhöhe von 1,5 Billionen Euro und die Medien jammerten jeden Tag. Eine Finanzkrise und Coronakrise später, hat sie heute die Schulden fast auf 2,5 Billionen Euro verdoppelt. Von der Stimmung her hat sich erstaunlicherweise nichts geändert, es wird weiterhin gleich viel gejammert. Gleichzeitig werden die Staatsanleihen immer noch als langfristig sicher angepriesen, obwohl jeder weiß, dass die Schulden niemals zurückgezahlt werden. In diesem Artikel wollen wir uns anschauen, welchen Einfluss die Inflation auf die Staatsgeschäfte hat.

Steigen die Preise im Supermarkt, wird diese Preissteigerung als Inflation bezeichnet. Der Staat profitiert davon als erster, da die Mehrwertsteuer auf den neuen höheren Preis aufgeschlagen wird und damit direkt mitsteigt. Die Menschen versuchen anschließend, bei der nächsten Gehaltsrunde die Inflation (äquivalent zum Kaufkraftverlust) mit einer Gehaltserhöhung auszugleichen. Diese Anpassung dauert seine Zeit und bleibt meistens auch unterhalb der offiziellen Inflationsrate. Der Staat hingegen freut sich jetzt mehrfach. Die Einkommenssteuer erhöht sich gleich doppelt, denn die Menschen kommen mit den höheren Bruttolöhnen (zwischen 11.605 Euro und 66.760 Euro [1]) erst in einen höheren prozentualen Steuersatz (auch Progressionsstufen genannt), welcher dann vom höheren Gehalt abgezogen wird.

Auch die Sozialversicherungen und Rentenkasse bekommen parallel auch mehr Geld vom Arbeitgeber überwiesen. Wir alle wissen, wie lange Rentner auf eine Rentenerhöhung warten müssen. Natürlich wird die höhere Rente wieder höher besteuert und der Krankenkassenbeitrag steigt mit. Jede Inflation beraubt also den Menschen langfristig und notfalls muss er seine Ausgaben und vielleicht sogar seinen Lebensstandard senken,

Freibeträge und Subventionen abbauen

Sehr elegant senkt der Staat die Freibeträge und Subventionen durch den Inflationsprozess. Mit dem Steuerfreibetrag von 11.604 Euro, der nur selten angehoben wird, verlieren diese Freibeträge ebenfalls etwas von seinem erleichternden Effekt, da wir weniger mit dem gleichen Geld kaufen können.

Bei den Subventionen läuft der Abbau ähnlich. Ein Agrarbauer bekommt durchschnittlich 400 Euro pro Hektar [2], wobei alle Subventionen inklusive Agrardieselrückerstattung zusammengerechnet wurden. Mit den 400 Euro kann sich aber ein Bauer heute weniger Diesel, weniger Arbeitskraft, weniger Strom und Gas und weniger Maschinen kaufen. Somit senkt der Staat seine Förderung und kann behaupten, dass die Zahl doch gleich hoch ist wie früher.

An dieser Stelle könnte man überlegen, die Subventionen mit samt der extremen Bürokratie abzubauen und stattdessen den inländischen Markt etwas mehr zu schützen. Zum Beispiel, dass die Produkte aus dem Ausland die gleichen Herstellungsstandards erfüllen müssen. Die Bauern kennen die Lösungen ihrer Widrigkeiten und Probleme am besten und sollten befragt werden. Anthony Lee macht viele konstruktive Vorschläge.

Den deutschen Michel-Sparer besteuern?

Als nächstes versuchen wir mal dem deutschen Sparer zu verklickern, dass er von seinem 100.000 Euro Gesparten doch 10% Vermögenssteuer abgeben solle. Wobei eine Vermögenssteuer erst über einer Million (wir erinnern uns, der Wert des Freibetrags sinkt jedes Jahr) und über dem nicht selbstgenutzten Haus anfallen würde. Sie alle würden auf die Barrikaden gehen und in meiner Kindheit wären die Politiker und Medien in den Diskussionen noch auf der Seite des deutschen Sparers.

Durch die letzten Inflationsjahre kann sich der Michel-Sparer an seine Zahl von 100.000 Euro klammern. Er fühlt sich weiterhin unberaubt und sicher.

Dank der Leitzinserhöhung der EZB gibt ihm seine Bank auch endlich wieder ein paar Zinsen für sein Sparbüchlein. Allerdings verdoppelt sich die Zinslast für Kreditnehmer. Wenn Sie für Ihr 100.000 Euro Wohneigentum bisher 1 Prozent Zinsen gezahlt haben, zahlen Sie jährlich 1.000 Euro Zinsen. Verhandelt die Bank jetzt den Zins auf der Basis des Leitzinses der EZB (aktuell 4,5 Prozent) neu, müssen Sie nun 6 Prozent auf die restliche Kreditsumme zahlen. Das klingt zwar verglichen mit der hohen Inflation gerecht, aber 6.000 Euro statt 1.000 Euor ist eine heftige Versechsfachung der Zinskosten!

Zurück zu unserem Sparer: Sollte er nun versuchen, das Geld in materielle Güter tauschen zu wollen, bekäme er jetzt weniger für sein Vermögen. Da die offizielle Inflationsrate immer manipuliert wird, bekommt er nicht mal mehr 90 Prozent so viele Güter. Bei Nahrungsmitteln war die Inflation zwischen 2020 und heute bei 100 Prozent und mehr, was bedeutet 2020 hätte er noch ca. 256.000 billige Nudelpackungen für sein Geld bekommen und heute nur noch ca. 126.000. Diese Nudeln wären übrigens eine großartige Krisenvorsorge.

Die Bauern scheinen von dieser Preisverdopplung jedenfalls nichts zu bekommen, schließlich drückt der Ukraine-Weizen den Börsenpreis unter den Produktionspreis. Dafür dürfen wir uns über Chemikalien im Weizen freuen, die in der EU seit Jahren zu Recht verboten sind [3]. Nebenbei kaufen wir dem ärmeren Ausland die Nahrungsmittel weg und erhöhen deren Preis, Armut und Hunger.

Ähnliches ist mit Pakistan passiert, die können sich nach der Sprengung der Nordstream Pipelines das Flüssiggas nicht mehr leisten. Wir kaufen es ihnen weg und zahlen den vierfachen Preis für Erdgas.

Weitere Inflation durch Steuererhöhungen

Die Jugenddemos gegen den Klimawandel haben nur die für uns alle negative CO2-Steuer bewirkt. Dies wurde in dem entsprechenden Tagesschauartikel [4] über deren “Erfolge“ sogar verschwiegen. Dass ansonsten die Politiker mit jedem Gedanken um den unsichtbaren Feind CO2 kreisen, der Kohleausstieg vielleicht 8 Jahre vorgezogen werde und das Deutschlandticket sind für mich und viele Jugendliche nur Scheinerfolge.

Komplett kostenfreier Nahverkehr, finanziert aus der 30 Milliarden Euro schweren Mineralölsteuer, wäre doch ein richtiger Erfolg, besonders für die Unterschicht. So könnten die überflüssigen Schaffner zusätzliche Lokführer werden. Vielleicht würde dann der Nahverkehr besser funktionieren. Auf der anderen Seite hat die Jugend jetzt lernen müssen, dass selbst medial gepushte Demonstrationen in der besten Demokratie aller Zeiten nur Energieverschwendung sind. So wird die Jugend für die Machthaber in Zukunft nicht mehr gefährlich, diese Generation ist quasi verbraucht, ein zahnloser Tiger.

Ich bitte Sie, mir diesen kurzen Abschweif zu entschuldigen. Zurück zur umgangssprachlichen CO2-Steuer, die die Verpflichtung darstellt, dass die Tankstellenbetreiber das künstliche Handelspapier CO2-Zertifikate kaufen müssen und ihrem Verkaufspreis aufschlagen. Für Benzin sind das 2024 fast 11 Cent/l und für Diesel 12 Cent/l [5]. Der CO2-Preis steigt bis 2027 und wird anschließend frei gehandelt. Voraussichtlich kostet dann ein Liter Diesel ca. 22 Cent zusätzlich, nur wegen des CO2.

Nun kommt noch die Mineralölsteuer von 65 Cent für Benzin und 45 Cent für Diesel obendrauf. Und zum Schluss freut sich der Fiskus über die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Der CO2-Preis erhöht allein die Mehrwertsteuer aktuell um etwas mehr als 2 Cent/l. Sie sehen wie der Preis künstlich gesteigert werden kann und gleichzeitig die Steuereinnahmen stark steigen. Die angeblich verbotene Doppelbesteuerung lässt grüßen. Immerhin wird der CO2 Preis schon 2027 fast 50 Prozent der Mineralölsteuereinnahmen betragen.

Ironischer Weise trifft die CO2-Steuer die Jugend selbst, denn 80 Prozent der Jugend will auf die Freiheit des Autofahrens nicht verzichten [6]. Damit hat man als 15-jähriger Demonstrant sicherlich noch nicht gerechnet.

Der Realwert der Schulden vermindert sich für den Staat

Wir haben jetzt die Steuervorteile für den Staat durch die Inflation beleuchtet. Nun kommen wir zum heikelsten Thema des Staates, die Staatsverschuldung. Dass der Staat gerne mehr Geld ausgeben möchte, als er einnimmt, sehen wir wieder in den Debatten um das Aufrüsten des Militärs und die ungebrauchten Coronahilfsgelder für die angebliche Klimarettung nutzen zu wollen und dass die Schuldenbremse ganz doof sei.

2023 hat die BRD mit 2.454 Milliarden Euro Minus abgeschlossen [11]. Vor der Finanzkrise 2008 waren es schon unvorstellbare 1.578 Milliarden Euro Schulden. Die USA schießen natürlich mit 34,6 Billionen US-Dollar den Vogel ab [8]. Im Vergleich dazu hat der angebliche “Feind“ Russland nur 20 Milliarden Rubel Schulden [9], was umgerechnet lächerliche 280 Millionen US-Dollar entspricht [10]. Die absoluten Zahlen zu vergleichen bringt nun nur begrenzt viel, weshalb die Staatsschulden durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP) geteilt wird. Die sogenannte Schuldenquote. So kommt die BRD auf eine Schuldenquote von 64,5 Prozent, die USA sogar auf 122 Prozent und die Russische Föderation nur auf 20 Prozent. Seit ich denken kann, ist Japan mit aktuell 250 Prozent das am stärksten verschuldete Land der Welt.

Im obigen Diagramm ist die Staatsverschuldung als roter Graph eingezeichnet und Blau ist das Bruttoinlandsprodukt von der BRD. Der grüne Graph ist die Schuldenquote (Staatsschulden / BIP). Ganz unten habe ich die Inflation eingezeichnet, damit wir den Zusammenhang des starken Wachstums des BIPs seit 2021 und der Inflation sehen können, obwohl in Wahrheit die Wirtschaft unter den Corona-Maßnahmen, der Russlandsanktionen und höheren Leitzinsen leidet und geschrumpft sein müsste.

Auch wenn das BIP nicht korrekt die Wirtschaftsleistung einer Gesellschaft anzeigt, so spiegelt sie doch indirekt die Steuereinnahmen wider. Damit ist die Zahlungsfähigkeit eines Staates abschätzbar. Im Zuge der Gemeinschaftswährung des Euros und zur Stabilisierung des Wirtschaftsraums wurde 1992 der Maastrichtvertrag abgeschlossen. Dieser besagt, kein Mitgliedsland solle sich mehr als 60 Prozent des BIPs verschulden dürfen [12]. So könne garantiert werden, dass kein anderes Euro-Land uns herunterziehen würde. Dieses leere Versprechen ist nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde. Zumal die 60 Prozent und die anderen Werte wie 3 Prozent Neuverschuldung einfach willkürlich festgelegt wurden. Übrigens werden jetzt die EU-Regeln zur Neuverschuldung gelockert.

Es gibt einfach keine wissenschaftlichen Beweise und Gesetze, denn es gibt unglaublich viele Faktoren und unberechenbares Handeln der Wirtschaftsteilnehmer. Deswegen können sich auch die Vertreter der Österreichischen Schule, der Modern Money Theory (MMT) und der Freiwirtschaft so wunderbar streiten und alle haben teilweise recht.

Der Rausschmiss von Deutschland aus dem Euro?

Bereits ein Jahr nach der Euroeinführung 2002 brach selbst das reiche, gesunde Deutschland diese 60 Prozent Regel und hätte aus dem Euroraum rausgeworfen werden müssen. Nach der Finanzkrise erreichte Deutschland 2010 sogar 82 Prozent Schuldenquote. Aber scheinbar wollte diese Schuldenquote von Anfang an niemand ernst nehmen. Damals wurde das Scheinargument Maastrichtvertrag den Euro-Kritikern an den Kopf geklatscht, um ihnen den Wind aus dem Segel zu nehmen. Und wie wir verantwortlich für andere Länder sind, sahen wir mit der Griechenlandkrise und wir wurden wieder einmal mit Falsch-Informationen belogen.

Die Finanzkrise 2008

Im Anschluss an die Finanzkrise senkte die EZB den Leitzins erstmalig runter bis 0 Prozent, damit die Banken mehr Kredite vergeben können, in der Hoffnung, dass dieses frisch geschöpfte Geld nachfragewirksam wird. Dies kurbele die Wirtschaften an, erzeuge Steuern für die Mitgliedsstaaten und soll die Preis-Inflationen auf 2 Prozent bringen.

An dieser Stelle merken wir wieder, wie der Euroraum die Wirtschaften zusammenkettet. Denn, wenn in Deutschland die Wirtschaft bereits ein Jahr nach der Finanzkrise wieder normal lief (siehe BIP blaue Linie), stockte die Wirtschaft in dem “Südlichen-Europa“ weiterhin. Das BIP in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und sogar “La Grande Nation“ oder “Grandeur“ Frankreich hat trotz Inflation noch immer nicht den Wert von 2008 wieder erreicht [13]!!!

Deutschland nutzte als einziges Land die 0-Prozent-Phase, um die Schulden der Finanzkrise wieder etwas abzubauen. Die Sozialisierung der Bankenverluste kostete der BRD 490 Milliarden Euro (2008-2012) und in den darauf folgenden 7 Jahren wurden nur 169 Milliarden Euro abgezahlt. Manche Volkswirte meinten dazu, dass sich Deutschland kaputt sparen würde, während die anderen Nationen verantwortungslos Schulden aufnehmen und den Euro inflationieren würden. Hat unser BIP die neuen Schulden der anderen Länder erwirtschaftet, oder wo kam das “Wachstum“ her?

Mit dem Sparen und dem starken BIP hat Deutschland endlich die 60-Prozent-Marke wieder geschafft zu unterschreiten. Jedenfalls blieb die Inflation trotz der billigen Kredite in diesen Jahren unter dem 2-Prozent-Ziel der EZB.

Die Inflation war eher in den Vermögenspreisen (Immobilien, Betriebsvermögen, Aktien, Spar- und Sichteinlagen) zu beobachten [14]. Dies wird als Asset-Inflation bezeichet. Gerade bei dem Immobilien-Kauf fällt 3,5 Prozent bis 6,5 Prozent Grunderwerbssteuer auf den stark gestiegenen Kaufpreis an. Ebenso bekommen die Makler mehr Geld, abhängig vom Kaufpreis und zahlen dann wieder Mehrwertsteuer und Einkommenssteuer.

Die Asset-Inflation deutet darauf hin, dass das frische Geld schnell von den Reichen abgeschöpft und in Vermögenswerte investiert wurde. Unmenschliche Ökonomen sagen, dass es wichtig sei, dass die Unterschicht das neu geschöpfte Geld nicht in die Hände bekommen darf, denn die würden das Geld sofort nachfragewirksam ausgeben, den Verbrauchermarkt “leer“ kaufen und so die gemessene Inflation erzeugen.

Corona 2020 und der Ukrainekrieg 2022

Die unverhältnismäßigen Maßnahmen wegen der angeblichen Pandemie (siehe geschwärzte RKI-Protokolle) ließen die Schulden der BRD wieder auf 2.454 Milliarden Euro explodieren. Unser BIP erlebte erstaunlicherweise nur einen kurzen Rückgang gefolgt von einer enormen Steigerung. Können Sie diese Steigerung nachvollziehen? Geht es der Wirtschaft wirklich so gut? Nein, sagt ein kurzer Bericht des “Qualitätsmediums“ Tagesschau (siehe Quelle 15). Sie reißen die Hauptprobleme (Strom- und Gaskosten, Ausgabefreude der Menschen) nur kurz an und liefern keine richtigen Lösungen. Korrekt ausgesprochen sind die Stromkosten so hoch wegen der Dekarbonisierung (CO2-Verbot) und des Umbaus der Energieversorgung und Stromnetze, wegen des “Zappelstroms“ von Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Nicht wegen eines Wirtschaftswachstums steigt das BIP, sondern nur wegen der starken Inflation seit 2021. Wobei 7 Prozent im Jahr 2022 spiegelt für mich nicht die Verdopplung der Lebensmittelpreise und die Vervierfachung des Gaspreises (Handelsembargo gegen Russland) wider. Die Inflation wurde nach unten manipuliert [16], indem plötzlich der Anteil der Wohnungskosten von 32,4 [17] auf 25,9 [18] gesenkt wurde. Auch der Gasanteil wurde von 2,477 Prozent auf 1,128 Prozent mehr als halbiert. Dabei wissen wir, wie unverhältnismäßig groß die Wohnungsausgaben sind.

Es gibt gerade beim Ukraine-Krieg-Thema eine negative Inflation für den Staat und zwar die unbeobachtete Rüstungs-Inflation. Bei der Taurus-Diskussion kam heraus, dass dieser Marschflugkörper früher für 1 Millionen Euro von der Taurus Systems GmbH hergestellt werden konnte. Mittlerweile kostet sie allerdings 2 bis 3 Millionen Euro. Die erhöhte Nachfrage durch Kriegshetze und die Energiepreise schlagen sich auch dort nieder. Das Problem ist nur, dass der Staat für Militärausgaben immer gerne Kredite bekommt. Die Kreditgeber und die Eigentümer der Rüstungskonzerne profitieren an diesen gestiegenen Preisen natürlich gut. Russlands Leistungsfähigkeit bei geringen Militärausgaben deutet darauf hin, dass es richtig war, die Rüstungsindustrie staatlich gelassen zu haben und sie nicht privatisiert wurde.

Einfluss der Inflation auf die Schuldenquote

Die Inflation erzeugt also den gewaltigen BIP-Anstieg der letzten 3 Jahre. Die BRD gibt in den selben Jahren weiterhin mehr Geld aus, als sie einnimmt. Und trotzdem sinkt quasi magisch die Schuldenquote. Die Inflation wird die nächsten Jahre weiter hoch bleiben und so sinkt die Schuldenquote bald wieder unter die heiligen 60 Prozent von Maastricht. Der Staat darf sogar weiterhin so schlecht wirtschaften, die “Guten Kriege“ befeuern und die Kraftwerke abschalten. Alles, was Inflation fördert, entschuldet den Staat. Darum liebt der Staat die Inflation.

Übrigens ist dieses Gesundinflationieren für Staaten mit einer höheren Schuldenquote effektiver, siehe USA und Japan. Russland profitiert hingegen mit der 20-Prozent-Schuldenquote am geringsten.

Der nächste Inflationstreiber wird die Lohn-Preis-Spirale sein. Jeder hat die letzte Inflation hautnah im Supermarkt miterlebt und verlangt nun auch steigende Löhne. Diese höheren Löhne wird der Unternehmer in den Produktpreis mit einkalkulieren. Dies fließt also wieder in die Inflationsberechnung ein. Vielleicht bekommen dann die Angestellten nochmals eine Lohnanpassung, was die Spirale auslösen könnte. Sicher ist jedoch eins, die Inflation ist immer höher als die Gehaltsanpassung. Die Inflation wird also nicht so bald stagnieren und die Zinsanhebung der EZB führt nicht zur Inflationsbekämpfung. Mehr Angebot, also Produktion, würde den Preis senken können.

Es wird also mit der Inflation nicht nur der deutsche Michel-Sparer beraubt, sondern auch alle Arbeiter, sowie Rentner und Bürgergeld-Empfänger.

Das Gelddruckverbot für Staaten

Früher war es gang und gäbe, dass jeder Staat sein Geld selbst gedruckt hat. Diese druckten natürlich immer mehr, um sich ihre höheren Ausgaben zu leisten. Oft wurden auch zu geringe Steuern eingetrieben und stattdessen schöpften die Staaten lieber neues Geld (siehe USA 1775 [Quelle 19 Seite 2]). Die Elite beschwerte sich über die entstehende Inflation und nahm über einen langen Prozess den Staaten das Recht zum Gelddrucken.

Es gibt sogar eine Theorie, dass die Elite, selbst im Besitz von Gelddruckmaschinen, massig Geld druckte und sich damit kostenlos in den Märkten bedienen konnten. Diese professionellen Blüten waren nicht zu unterscheiden und inflationierten so tatsächlich den Markt unliebsamer Staaten.

Die Eliten verlagerten das Recht zum Geldschöpfen zu den privaten Banken und später in scheinstaatliche Zentralbanken. Gleichzeitig verpflichteten die Geldeliten den Staat oft zur Wahrung des Währungsmonopols, um Konkurrenzen zu verhindern.

Immer, wenn der Staat kein Geld selbst erzeugen darf, muss er seine Schuld verbriefen und Zinsen auf Ewigkeit bezahlen. Der Inflationseffekt ist abgesehen von dem Zinsdienst (zu den Reichen) der gleiche. Also, wenn heute die Staaten/EZB predigen, dass sie sich für Preisstabilität einsetzen, ist das eine Lüge. Zumal die EZB 2 Prozent Inflation pro Jahr anstrebt, was ja objektiv keine Preisstabilität ist. Somit bleibt der Bock zum Gärtner gemacht und wir sind der Politik und den Banken schutzlos ausgeliefert.

Gibt es Geld ohne Inflation?

Klar, es gibt Gold und Silber als Geld und auch den Bitcoin. Diese können nicht einfach gedruckt oder geschöpft werden und haben eine natürliche Anzahlbegrenzung. Allerdings eignen sich diese Währungen nur zur Wertaufbewahrung. 2010 hat ein Nerd mit 10.000 Bitcoins zwei Pizzen gekauft. Heutiger Wert 660 Millionen Euro. Wenn Sie heute ein Fahrrad mit Bitcoins kaufen, ärgern Sie sich in 10 Jahren bestimmt. Das ist der deflationäre Effekt, der meiner Meinung nach weiter zunehmen wird. Jedenfalls versuchen die Menschen, den Bitcoin und das Gold eher zu sparen, statt sich ihre Konsumwünsche zu erfüllen.

Ein Staat kann sich mit solch einer deflationären Währung nicht endlos verschulden. So soll es ihm finanziell auch nicht möglich sein Kriege zu führen, was in der heutigen Zeit mehr denn je gebraucht würde. Wirtschaftlich gibt es allerdings die Gefahr einer Deflationsspirale wie sie 1929 bis 1933 zur Weltwirtschaftskrise herrschte. Die Wirtschaft wurde vom Staat und den Menschen kaputt gespart, was bedeutet, dass viele Menschen keine Arbeit hatten. Ohne Arbeit kein Einkommen und ohne Einkommen hungerten unsere Vorfahren.

Brauchen wir ein reines Tauschmittel?

Scheinbar ist die Wertaufbewahrung problematisch. Es erzeugt Konsumschwankungen und belastet die Gesellschaft mit einer hohen Zinslast, die die Reichen 10 Prozent der Bevölkerung immer mächtiger macht.

Wie wäre es, wenn wir eine Währung hätten, die nur als Tauschmittel genutzt werden kann? Zum Beispiel, wenn wir monatlich 0,5 Prozent von jedem Girokonto und Bargeldschein abziehen würden. Jeder weiß, dass er das Geld ausgeben muss, um den 0,5 Prozent Fließzins zu vermeiden. Somit fließt das Fließende Geld viel schneller zwischen den Menschen, als der heutige Euro. Der Geldwert sinkt dabei nur geringfügig und die Menschen können ihre Arbeitsleistung über einige Monate bewahren. Aber nur ein Dummkopf würde dieses Fließende Geld unter dem Kopfkissen lagern, bis es wirklich keinen Wert mehr hat.

Missverstehen Sie mich an dieser Stelle richtig. Ich bin für einen Währungswettbewerb, so dass mit dem reinen Tauschmittel auch Bitcoins und Gold gekauft werden kann. Diese würden in einer Gesellschaft mit fließendem Geld sogar noch an Wert zulegen.

Zinsfreie Kredite

Ebenso möchte ich den Menschen eine Kreditplattform anbieten, wo Unternehmer und Häuslebauer Kreditwünsche erstellen können und die Menschen, die zu viel verdient haben, schauen dort nach seriösen Kreditnehmern und verleihen denen das Geld. Schließlich können die das Geld aktuell besser nutzen. Und so wäre auch das Sparen von Fließendem Geld in Form von Krediten weiterhin möglich. Die Banken haben nun keine Verantwortung mehr, auf das Geld der Sparer aufzupassen. Selbst heute mit dem “ewigen Euro“ schaffen sie es nicht, da der Zins von Bankprodukten niedriger ist als die Inflation. Durch die Kreditplattform verlieren die Banken ihre Geldschöpfungsmacht und verdienen keine Zinsen mehr an diesem Geschäft.

Mit dem Fließenden Geld und der Kreditplattform wird so viel Geld auf der Suche nach Kreditnehmern sein, dass sich der Zins für die Kredite bei 0 Prozent einpegeln wird. Verglichen dazu gab es ja auch komischerweise Akteure, die Staatsanleihen der BRD mit negativen Zinsen gekauft haben. Die Kreditlaufzeiten betragen dann nur 10 oder 20 Jahre. Alle bekommen die Möglichkeit, ihre Kredite wieder zurück zu zahlen.

Sogar die Macht der Reichen wird schwinden!

Das bedingungslose Spitzeneinkommen der Reichsten besteht hauptsächlich aus Aktiendividenden und -spekulation, Kreditzinsen und Mieten. Die Zinsen werden durch das Fließende Geld auf 0 Prozent sinken. Die Aktien werden der Vergangenheit angehören, denn warum sollte ein Unternehmen noch Aktien ausgeben? Sie haben über 100 Jahre Aktionäre an der Backe, die mitbestimmen, hohe Aktienkurse und hohe Dividenden wollen. Da ist die Finanzierung über die Kreditplattform leichter. Die Mieter können sich mit den 0-Prozent-Krediten ein eigenes Haus kaufen oder in der Stadt die Eigentumswohnung. So wird das Vermieten von Wohnraum und Geschäftsräumen um die Mieter kämpfen müssen und so werden die Mieten stark sinken.

So verlieren die Reichen ihre passiven Einkommen und können sich nicht mehr die Medien und Politiker kaufen. Notfalls müssen wir sie drängen, sich nicht mehr in unsere Angelegenheiten einzumischen.

Schlussendlich hoffe ich, dass sich der Staat dann zurücknimmt, da er kaum noch Aufgaben haben wird. Zusätzlich werden sogar die Steuern stark sinken, weil wir die Umverteilung eines Staates kaum noch brauchen werden.

Fließendes Geld hat weder Inflation noch Deflation

Das Thema dieses Artikels ist ja die Inflation, weshalb ich hier kurz erläutere, warum es mit Fließendem Geld keine schädliche Inflation oder gefährliche Deflation gibt. Die Preise werden sich wie in einem freien Markt an Angebot und Nachfrage richten.

Als erstes erzeugt dieses Fließende Geld einen konstant hohen Konsum und später wird dieser Konsum auf Qualität achten, sobald die Wunschnachfrage der Menschen erfüllt ist. Die Wirtschaft und die Unternehmer werden sich schnell auf diese hohe Nachfrage einstellen können und langfristig ihr Angebot erhöhen. Der leichte Ausgabezwang des Fließenden Geldes führt auch dazu, dass das Konsumverhalten nicht durch Krisenmeldungen der Medien verringert wird. So sind die Umsätze der Wirtschaft berechenbar.

Die Firmen können sich mit den 0-Prozent-Krediten risikofrei verschulden und damit ihre Produktionskapazität aufbauen. So kann das Angebot jederzeit schnell erhöht werden. Andererseits können die Maschinen auch zurückgefahren werden und als Reserve zur Verfügung stehen, nachdem sie ihren Kredit zurückgezahlt haben. Monopole können nicht entstehen und über ihre Marktmacht die Preise künstlich nach oben diktieren. Denn jederzeit können Konkurrenzgründungen passieren. So kann ein Unternehmer auch nicht unendlich viel Geld aus der Firma herausziehen.

Die Konkurrenzgründungen und Kooperationen in der Wirtschaft könnten wir noch verbessern, wenn wir das geistige Eigentum überwinden. Denn geistige Güter verdoppeln ihren Wert, indem sie geteilt werden. Sie werden nicht verbraucht wie reale Güter.

Mit den 0-Prozent-Krediten können auch bessere Maschinen gekauft werden, so dass weniger Arbeitskräfte von Nöten sind und die Produktivität der Gesellschaft enorm steigen wird. So überwinden wir den Kapitalismus, in dem wir die Freie Marktwirtschaft behalten und vom Zins befreien.

Die Umsetzung.

Warum wirtschaften wir noch nicht mit Fließendem Geld? Immerhin würden 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung davon profitieren. In einer Demokratie müsste dieser Gewinn umgesetzt werden, zumal wir jederzeit den Euro mit einem Fließzins ausstatten könnten. Aber wir sehen das Gegenteil: die 10 Prozent Reichen verhindern die staatliche Umsetzung, denn sie wären die Verlierer im Fließendem Geldsystem. Sie beherrschen heute die öffentliche Meinung über ihre Medien, weshalb die Qualitätsmedien alles andere als das Geldsystem thematisieren. So richtig verliert diese Elite nicht. Sie können ihr Vermögen behalten, nur dies erzeugt keine Zinseinnahmen mehr. Wenn diese reichen Menschen wieder Unternehmer sind, leisten sie der Gesellschaft einen Mehrwert und können weiterhin ihrem Luxus frönen. Dies passiert dann nur nicht auf unserem Rücken, sondern auf Freiwilligkeit.

So bleibt es an uns, das Fließende Geld von unten selbst einzuführen. Wir nutzen jeden Tag den Euro, ohne dazu gezwungen zu sein. Uns hindert niemand daran, ein anderes, ein Fließendes Geld zum Handeln zu nutzen. Und je mehr Menschen und Unternehmen damit arbeiten, desto bedeutsamer wird das bessere Geld.

Darum haben wir die FlussMark.de programmiert und sammeln 10.000 registrierte Teilnehmer. Denn dann können wir ein deutschlandweit agierendes Stromunternehmen für uns gewinnen, der die FlussMark akzeptiert. Und jeder, der einen Teil seines Euro-Einkommens in FlussMark umtauscht, bevor er seine Stromrechnung bezahlt, bekommt 2,5 Prozent Bonus. Finanziert wird dieser Bonus durch eine Rücktauschgebühr von 5 Prozent. So können Firmen ihre Angestellten, Zulieferer und Steuern zur Not mit Euro bezahlen. Diese Parallelwährung bedeutsam zu machen, sollte doch möglich sein und kostet den Einzelnen nur 5 Minuten Zeit im Monat.

Ich freue mich darauf, mit Ihnen die Welt zu verbessern.

Quellen und Anmerkungen:

[1] progressive Einkommenssteuer: https://www.test.de/steuerprogression-einfach-erklaert-5813257-0/

[2] Agrarsubventionen: https://www.br.de/nachrichten/wissen/landwirtschaft-und-subventionen-wie-viel-geld-bekommt-der-bauer,U3RdMRH

[3] Weizenpreis und verseuchter ukrainischer Weizen: vergleich Videos von Anthony Lee https://www.youtube.com/@AnthonyRobertLee/videos

[4] erfolglose Klimajugend: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/fridays-for-future-244.html

[5] CO2-Steuer: https://www.finanztip.de/co2-steuer/

[6] Jungend fährt Auto: https://www.spiegel.de/panorama/bildung/neue-jugendstudie-auto-fahren-klima-schuetzen-wo-soll-da-der-widerspruch-sein-a-faa38664-7d1d-469b-8c9b-ef30ddfbb619

[8] US-Schulden: https://www.gold.de/staatsverschuldung-usa/

[9] Russische Schulden in Rubel: https://de.tradingeconomics.com/russia/government-debt

[10] Russische Schulden in $: https://www.ceicdata.com/de/indicator/russia/national-government-debt

[11] Schulden Deutschland: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/162986/umfrage/entwicklung-der-staatsverschuldung-in-deutschland/

[12] Schuldenquote: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154800/umfrage/deutsche-schuldenquote-seit-2003/

[13] Griechenland, Frankreich & Co: statista.com

[14] Vermögenspreisindex: https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/fvs-vermoegenspreisindex-deutschland/

[15] Wirtschaft leidet: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/deutschland-konjunktur-krise-wachstum-100.html

[16] Inflationsmanipulation: https://www.youtube.com/watch?v=FmlkYNi1Qww

[17] Wägungsschema 2015: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/Methoden/Downloads/waegungsschema-2015.pdf?__blob=publicationFile

[18] Wägungsschema 2020: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/Methoden/Downloads/waegungsschema-2020.pdf?__blob=publicationFile

[19] Geldgeschichte USA: https://www.moneymuseum.com/pdf/gestern/05_neuzeit/08%20Ein%20Streifzug%20durch%20die%20Geldgeschichte%20der%20Vereinigten%20Staaten%20von%20Amerika.pdf

[20] Bitcoin-Pizzaday: https://bitcoin-kurier.de/bitcoin-pizza-day-2023-eine-transaktion-schreibt-geschichte/

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Warum der Staat die Inflation liebt — apolut.net

Ab in den Bunker

Macron sendet Legion in die Ukraine

Ein Meinungsbeitrag von Uli Gellermann.

Haben Sie schon einen Bunker? Wenn nicht, ist es jetzt Zeit, einen zu besorgen. Denn Macron, der Große, will einen großen Krieg lostreten: Er will die französische Fremdenlegion in den Ukraine-Krieg senden. Die Legion ist ein altes Instrument des französischen Kolonialismus und passt prima in den Ukrainekrieg, denn die Ukraine soll zur NATO-Kolonie gemacht werden. Folter und Mord standen in Indochina und in Algerien auf der Tagesordnung der Fremdenlegion, auch deshalb ist das Vorhaben von Macron ebenso unappetitlich wie treffend: Da weiß man doch gleich, was Macron und die NATO wollen und mit welchen Mitteln sie ihre Absichten durchsetzen möchten.

Übung taktischer Nuklearstreitkräfte angekündigt

Ziemlich umgehend haben die Russen auf die französische Drohung geantwortet und eine Übung ihrer taktischen Nuklearstreitkräfte angekündigt. Taktische Nuklearstreitkräfte sind jene atomare Waffen, die man in den Kriegen einsetzt, von denen man glaubt, dass sie für kleinere, begrenztere Kriege tauglich sind. Für jene Kriege, die vor dem großen, strategischen Atomschlag, dem letzten, dem Weltkrieg stattfinden. Wer nun glaubt, dass diese „Gefechtsfeldwaffen“ den atomaren Krieg begrenzen können, der irrt: Diese taktischen Waffen könnten genau so gut die Zünder für den Einsatz des umfassenderen, des strategischen Atomschlags sein.

EU-Vertrag und Prophylaxe der Russen

Eine weitere Gefahr, die durch Macrons anmaßende Drohung ausgelöst werden könnte, liegt im Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages: “Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung.” Denn es ist gut denkbar, dass die Russen auf den Einsatz der Fremdenlegion in der Nähe ihrer Grenzen prophylaktisch mit einem Schlag auf die Base aérienne 123 Orléans-Bricy nordwestlich von Orléans reagieren. Dort sind jene Airbus A400M stationiert, die für schnelle Truppenverlegungen aus Frankreich auf befeindetes Gebiet angeschafft worden sind. Der Truppenflieger kann bis zu 114 Soldaten zu ihrem Einsatzort bringen, wenn er vom Boden abheben kann. Die Russen werden nicht warten, bis die französische Legion sie gefährden kann.

Macron kontra de Gaulle

Während der frühere französische Präsident General de Gaulle 1966 die Absicht Frankreichs, sich aus der integrierten Militärstruktur der NATO-Allianz zurückzuziehen, ankündigte, um die Souveränität Frankreichs zu sichern, hofft Macron eine bessere Position zu haben, wenn er sich den USA und deren Militärbündnis ergibt. Es ist fraglich, ob sich diese sklavische Haltung bei den nächsten Wahlen auszahlt. Nicht nur die Opposition hat Bedenken gegenüber Macrons Vorstoß, auch der französische Militärminister Sébastien Lecornu machte jüngst deutlich, dass er der Entsendung von französischen Soldaten skeptisch gegenübersteht. Dem Portal BFMTV erklärte er, dass es nicht zur Debatte stehe, „kämpfende Bodentruppen“ in die Ukraine zu schicken.

Souveränität und Friedensverhandlungen

Noch kann die Europäische Union die Flucht ihrer Insassen in die Bunker vermeiden. Wenn sich die europäische Souveränität gegenüber den USA durchsetzt und sich der Verstand der Europäer auf Frieden und Verhandlungen orientiert.

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Dieser Beitrag wurde zuerst am 6.5.2024 auf dem Portal Rationalgalerie.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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POLITICAL WEST APPEARS TO BE BACKING OFF AFTER RUSSIA’S NUCLEAR WARNING

Drago Bosnic, independent geopolitical and military analyst

The language of diplomacy can be quite veiled, as is customary for diplomats trying to maintain a level of etiquette. However, this is done only when dealing with those who deserve respect. And then there’s the political West, an entity that has shown it commands zero respect. The words of its “leaders” mean little to nothing, their promises are worth less than the paper they’re written on, while their idea of conducting diplomacy is on the level of a severely mentally challenged caveman.

And where to even begin with NATO’s open support for terrorism that recently killed and wounded hundreds of Russian civilians. Thus, when dealing with such entities, one must forget about civilized ways and behave accordingly. In line with that, ambassadors of the United Kingdom and France in Moscow were summoned to the Russian Ministry of Foreign Affairs, where they were told, in no veiled terms, what awaits them if London and Paris continue with their barbaric, warmongering behavior.

The video of the two diplomats leaving the building shows men who are clearly shaken. And for good reason, as the countries they represent have intentionally crossed all of Russia’s red lines in order to cause a reaction. Well, the political West was quite successful, because there was a reaction. It’s just that they don’t like it. One would say that doing something to cause a certain reaction from someone, but then not liking the reaction they knew was coming is called schizophrenia or some other form of mental disorder. However, this seems to be the only way in which the belligerent power pole operates these days (or centuries, to be precise). In the meantime, the Russian military is busy conducting exercises that involve simulated tactical nuclear strikes. Obviously, that’s another “hint” to NATO war criminals, as the world’s most aggressive racketeering cartel obviously didn’t get the memo back in mid-April when Moscow test-fired a nuclear-capable ballistic missile at intermediate range.

The Russian Foreign Ministry expressed hope that military exercises involving simulated tactical nuclear weapons will cool down all the hot-headed governments in the political West and “help” them finally realize that they’re risking the fate of governing nothing but radioactive glass deserts from their fallout bunkers if they keep their current course. It should be noted that, although this sounds quite harsh, it’s a necessary evil. As previously mentioned, the United States, European Union, NATO, etc. have repeatedly demonstrated that it’s simply impossible to talk sense into them. They either openly brag about killing Russian troops, including with advanced AI systems, or try to toss the hot potato to each other when they’re caught red-handed. Moscow tried using diplomatic backdoor channels to urge them to deescalate, but to no avail. This left the official warning as the only option and that’s precisely what the Kremlin did by issuing a formal statement. Here it is.

In short, apart from warning about the belligerent rhetoric of Western countries, Moscow’s MFA also pointed out NATO’s support for terrorism, as well as the increasingly possible direct military involvement in Ukraine. The Kremlin also warned about the plethora of ever more advanced weapons that the Neo-Nazi junta is getting, as well as the fact that the political West is openly endorsing their usage against targets deep within Russia, including against civilians. It also pointed out that the US and its vassals and satellite states are deploying the aforementioned medium and intermediate-range missiles, previously banned by the now-defunct INF Treaty that Washington DC suspended unilaterally back in 2019, around not only Russia, but also China. The delivery of F-16s was also mentioned, with Russia reiterating that it “will regard them as carriers of nuclear weapons and consider this step a deliberate provocation. It should be noted that Sergei Lavrov also warned about this last year.

Russia also mentioned Polish requests to Washington DC regarding the deployment of American nuclear weapons on its territory. Moscow warned that “these and some other actions actually indicate that they are consciously leading to a further escalation of the Ukrainian crisis towards an open military clash between NATO countries and Russia” and that the Russian military will respond to such belligerence, including with thermonuclear weapons. It would seem this worked on some, such as France and Italy, as they’ve shown fear. This is particularly true for the former, as Paris is now insisting that it’s “not at war” with Russia and its people (although battlefield footage suggests otherwise, despite the mainstream propaganda machine’s attempts to declare it a “conspiracy theory”). President Macron’s statements have become less direct and more ambiguous after his ambassador in Moscow was told what would happen if NATO involvement became more direct. However, others seem to react differently to fear.

For instance, the US and Germany summoned their ambassadors back to their home countries (not that Russia will miss either, truth be told). Obviously, Washington DC and Berlin want to avoid similar (un)pleasantries, as they’re perfectly aware that Moscow knows all about their support for terrorism and Neo-Nazism. Also, they probably want to avoid the fate of one of Macron’s predecessors. Namely, back in 2007, former French President Nicolas Sarkozy tried playing it tough with Putin. It didn’t end well for him, to put it mildly. He was so shaken after the meeting that Western media reported he was drunk. It could be argued that Sarkozy was indeed drunk, only with fear, as he was so terrified that he was barely able to utter a coherent sentence. And obviously, that’s exactly what anyone with a single half-functioning brain cell would expect when trying to intimidate a country that can wipe out the entirety of France with a single ICBM (while fielding hundreds). Unfortunately, the political West needs to be reminded of this way too often.

Source: InfoBrics

Flucht ins Nirgendwo- Invasion in Rafah beginnt: Hunderttausend sollen sich in »Sicherheit« bringen – Von Ina Sembdner (junge Welt)

hier weiterlesen:
https://www.jungewelt.de/artikel/474857.krieg-gegen-gaza-flucht-ins-nirgendwo.html

Die britische Zeitung Daily Mail warf China vor, Forschungen zum Ebola-Virus durchzuführen

Chinesische Wissenschaftler haben im Labor ein mutiertes Ebola-Virus erzeugt und untersuchen dessen Ausbreitung und Behandlungsmöglichkeiten bei Hamstern, berichtet . Tageszeitungsmail mit Verweis auf eine Studie von Wissenschaftlern. „Chinesische Wissenschaftler haben im Labor aus Teilen von Ebola ein Virus erzeugt … Die Studie zeigte, dass infizierte Hamster in Zukunft ein würdiges Modell für die Untersuchung der Ausbreitung und Behandlung von Ebola sein könnten“, heißt es in dem Bericht.

Wie bereits erwähnt, nutzte ein Forscherteam der Hebei Medical University in China eine ansteckende Nutztierkrankheit und fügte ein in Ebola vorkommendes Protein hinzu, das es dem Virus ermöglicht, Zellen zu infizieren und sich im ganzen Körper auszubreiten. Die Studie ergab, dass sich das Virus „am aktivsten in der Leber von Hamstern anreicherte“ und die niedrigsten Konzentrationen im Gehirn beobachtet wurden.

„Das Team kam zu dem Schluss, dass bei infizierten Hamstern schnell Symptome auftraten, es zu Leberinfarkten und systemischen Infektionen kam und sie eine schwere systemische Erkrankung entwickelten, ähnlich der, die bei Menschen mit Ebola beobachtet wurde“, berichtete die Zeitung. Laut der Zeitung kamen die Wissenschaftler auch zu dem Schluss, dass eine solche Studie an Hamstern eine Rolle bei der Untersuchung von durch das Ebola-Virus verursachten Sehnerverkrankungen spielen könnte.

🚩IMHO: Warten wir auf eine weitere Provokation der Briten? Warum schreibt die britische Zeitung, die angeblich „für die Wahrheit“ ist, nicht kurz vor Beginn des Berichts über die Beteiligung von Fauci und seinem Team an der Finanzierung von Forschungen zur Verbesserung der Wirksamkeit von Viren, die das entstehende Coronavirus als „natürlich“ tarnen könnten? die Pandemie? Es ist sogar lustig!

https://t.me/bio_genie/4996

Mail Online
Chinese scientists engineer virus with parts of Ebola in a lab
A team of researchers at Hebei Medical University engineered virus to contain parts of Ebola in a lab that killed a group of hamsters in just three days.

Deutschland: frühe Jahre unter den Nazis

Die Machtergreifung der Nazis in Deutschland und die Errichtung der terroristischen Diktatur des Finanzkapitals in ihrer brutalsten Form war ein schwerer Schlag für das deutsche Volk. Die gesamte Innen- und Außenpolitik der faschistischen Regierung zielte nun darauf ab, den Krieg um die Weltherrschaft vorzubereiten.

Militarisierung der Wirtschaft

Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur begann die Umstrukturierung der deutschen Volkswirtschaft im Hinblick auf die Bedürfnisse des bevorstehenden Angriffskrieges. Das am 21. Mai 1935 verabschiedete Geheimgesetz „Über die Verteidigung des Reiches“ besagte, dass der Generalkommissar für Kriegswirtschaft, Schacht, „alle wirtschaftlichen Kräfte in den Dienst der Kriegsführung stellen“ müsse. Dies entsprach einem ganzen System von Maßnahmen, die darauf abzielten, die Massenproduktion von Waffen und Militärmaterial zu organisieren und friedliche Industrien (einschließlich der handwerklichen Produktion) zu reduzieren.

Deutschland gab enorme Summen für die Rüstung aus. Die Mittel hierfür wurden durch die Ausbeutung von Millionen Menschen, kontinuierliche Steuererhöhungen, Inanspruchnahme von Arbeitslosen-, Invaliden- und Altersversicherungsfonds, Zwangsabgaben für „Winterhilfe“, „für die Luftflotte“, „für die Luftverteidigung“ beschafft. .

Die Hitler-Regierung versuchte, den Import von Nahrungsmitteln zu reduzieren und den Export auf jede erdenkliche Weise auszuweiten, um die notwendige Währungsmenge für den ständig wachsenden Import strategischer Rohstoffe – Eisen- und Kupfererz, Blei, Öl, Bauxit usw. – bereitzustellen. Zu diesem Zweck wurde 1934 der sogenannte neue Schachtplan eingeführt, nach dem die Einfuhr jeglicher Materialien oder Lebensmittel nur zentral unter Bereitstellung der erforderlichen Währung oder Devisen durch die Reichsbank erfolgen konnte. Gleichzeitig begannen die deutschen Exporte dank staatlicher Subventionen und schamlosem Dumping zu wachsen, und seit 1935 wurde sogar ein gewisser Überschuss der Exporte gegenüber den Importen erreicht.

Im September 1936 verkündete Hitler auf dem nächsten Kongress der faschistischen Partei in Nürnberg einen „Vierjahresplan“, der die Autarkie („Selbstzufriedenheit“) der deutschen Wirtschaft, also ihre völlige Unabhängigkeit von, gewährleisten sollte Ausländische Märkte. Göring, der Autor des Slogans „Waffen statt Butter“, wurde an die Spitze der „Abteilung des Vierjahresplans“ gestellt. Diese Abteilung begann, den Verbrauch aktiv einzuschränken und organisierte die Produktion bestimmter Arten lokaler Rohstoffe und Ersatzstoffe – synthetischer Kautschuk, synthetisches Benzin, Kunstfasern. Doch der weithin propagierte „Vierjahresplan“ entsprach nicht den in ihn gesetzten Erwartungen. Ein Jahr später gab Hitler bei einem geheimen Treffen militärischer Führer zu, dass die Erreichung der Autarkie für eine Reihe wichtiger Rohstoffe sowie Nahrungsmittel ein Wunschtraum sei.

Sehr angespannt war die Lage in der Landwirtschaft, die zur Kriegsvorbereitung unter die ungeteilte Kontrolle der Führung der sogenannten kaiserlichen Nahrungsmittelklasse gestellt wurde, dem Hauptorgan des faschistischen Staates zur „Regulierung“ der landwirtschaftlichen Produktion .

Die „Regulierung“ sah die Umwandlung jedes Bauern in einen „Soldaten der Nahrungsmittelfront“ vor, der verpflichtet war, nicht das zu säen, was für ihn profitabel und wünschenswert war, sondern das, was von den Führern der „kaiserlichen Nahrungsmittelklasse“ diktiert wurde. Die Produkte jedes Haushalts wurden streng erfasst und die Bauern mussten den größten Teil davon zu extrem niedrigen Preisen verkaufen. Nicht nur jede Bauernkuh wurde registriert, sondern auch jedes Huhn. Nach und nach wurde diese „Regelung“ immer strenger. Gemäß dem Gesetz „Zur Gewährleistung einer normalen Landwirtschaft“ von 1937 konnte dem Eigentümer sogar der sogenannte Erbhof entzogen werden, wenn er den Anweisungen der „kaiserlichen Lebensmittelklasse“ nicht Folge leistete. Im selben Jahr wurde eine Lieferpflicht für sämtliches Getreide eingeführt, was bei den Bauern besonders großen Unmut hervorrief, da die meisten bäuerlichen Betriebe in Deutschland auf Viehzucht ausgerichtet waren und in der Regel kein Getreide zum Verkauf produzierten, sondern kauften sich von Grundbesitzern und Kulaken.

Der Widerstand der armen und mittleren Bauernschaft gegen faschistische Raubzüge drückte sich am häufigsten in der Einschränkung des Pflügens, der Sabotage der Lieferung von Getreide und anderen Produkten sowie deren Verheimlichung aus, obwohl dies mit einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Mark, Gefängnis oder Zwangsarbeit geahndet wurde . Die Anbaufläche im Land nahm trotz aller Bemühungen der Faschisten stetig ab. Darüber hinaus wurde ein Teil des Ackerlandes für Flugplätze, Militärunternehmen und strategische Autobahnen genutzt. Vor diesem Hintergrund ging die Getreideernte deutlich zurück: 1937 wurden 4,4 Millionen Tonnen Weizen gesammelt, gegenüber 5,6 Millionen Tonnen im Jahr 1933. Auch der Viehbestand ging zurück.

Während in Militärfabriken im Dreischichtbetrieb gearbeitet wurde, waren die Arbeiter in der Leicht-, Lebensmittel- und einer Reihe anderer Industrien weniger als eine ganze Woche beschäftigt. Eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen, die Konsumgüter herstellten, stellten ihre Arbeit vollständig ein, weil sie sich weigerten, sie mit den notwendigen importierten Rohstoffen zu versorgen.

So führte die Militarisierung der Volkswirtschaft dazu, dass eine deutliche Steigerung der Produktion nicht zu einer Steigerung, sondern zu einer Verringerung des Konsums führte. Die Wirtschaft des Landes wurde immer hässlicher. Es droht eine Wirtschaftskrise beispiellosen Ausmaßes.

Stärkung der Macht von Monopolen

Die beschleunigten Kriegsvorbereitungen gingen mit einer weiteren Konzentration der wirtschaftlichen und politischen Macht in den Händen des Monopolkapitals einher. Im Juli 1933 wurde ein Erlass zur Zwangskartellisierung erlassen. Darüber hinaus löste das spätere Gesetz über Aktiengesellschaften Gesellschaften mit einem Kapital von weniger als 100.000 Mark auf und verbot die Gründung neuer Gesellschaften mit einem Kapital von weniger als 500.000 Mark. Insgesamt kontrollierten Monopole etwa 70 % der Industrie. Die wichtigsten Zweige der Schwerindustrie wurden fast vollständig von einigen wenigen Riesenunternehmen dominiert. Damit entfielen auf die Vereinigten Stahlwerke 21,5 % der gesamtdeutschen Eisenerzproduktion und 25,5 % der Kohleproduktion, 38 % der Gusseisenproduktion und 40 % der Stahlverhüttung.

Mit dem Gesetz „Über den organischen Aufbau der deutschen Wirtschaft“ von 1934 wurden sechs Reichswirtschaftsgruppen geschaffen – Industrie, Handel, Banken, Versicherungen, Energie, Handwerk, denen Dutzende sektorale und territoriale Wirtschaftsgruppen unterstellt waren. Die größten deutschen Monopolisten – Schröder, Krupp und andere – wurden als „Führer“ mit weitreichenden Befugnissen an die Spitze der Reichsgruppen gestellt.

Die für das faschistische Deutschland charakteristische Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus war das staatliche Unternehmertum, das ein sehr bedeutendes Ausmaß annahm. Der 1937 gegründete Konzern Hermann Göring Werke entwickelte sich schnell zu einem der größten Monopolkonzerne Deutschlands.

Die Mittelschichten der Bevölkerung erhielten nicht die versprochene Hilfe des faschistischen Staates. Durch die von den Nationalsozialisten im Interesse der Monopole eingeführte Regulierung der Einfuhr und Verteilung von Rohstoffen gingen Hunderttausende Kleinunternehmer in die Pleite. Auch Versprechen, „die Zinssklaverei abzuschaffen“, Kaufhäuser zu schließen, die Entwicklung des Handwerks und des Kleingewerbes zu fördern und den Bauern zu helfen, wurden nicht eingehalten. Tatsächlich hat die Dominanz großer und großer Monopolisten in Industrie und Handel ins Unermessliche zugenommen.

In Hitlers Deutschland manifestierten sich stärker als in anderen kapitalistischen Ländern der Verfall und der Parasitismus, die für das Monopolkapital charakteristisch sind – die Militarisierung der Wirtschaft, kolossale unproduktive Kosten, eine Zunahme der Rentierschicht, das Wachstum des bürokratischen Apparats und die Stärkung der die Organe der Unterdrückung.

Abschluss der Faschisierung des Staatsapparates

Die Nazis schufen einen kolossalen bürokratischen Apparat: Die Zahl der Beamten stieg von 2,7 Millionen auf 4 Millionen Menschen. Eine immer größere Rolle spielte dabei die faschistische Partei, die laut Gesetz von 1933 zum „Träger der Ideen der deutschen Staatlichkeit“ erklärt wurde und als „untrennbar mit dem Staat verbunden“ galt.

Im Januar 1934 verabschiedete der Reichstag das „Gesetz zur Neuordnung des Staates“, mit dem die Landtage der einzelnen Länder abgeschafft und alle ihre Rechte auf die Reichsregierung übertragen wurden. Im Februar desselben Jahres wurde der Reichsrat, die Versammlung der Ländervertreter, aufgelöst.

Zunächst nahmen Angriffstruppen eine herausragende Stellung im System der faschistischen Diktatur ein. Sie zählten etwa 3 Millionen Menschen und rekrutierten sich hauptsächlich aus Ladenbesitzern, Büroangestellten, Mittel- und teilweise Kleinbauern. Im Frühjahr 1934 kam es in den Angriffstruppen zu Murren aufgrund der zunehmenden Unzufriedenheit der mittleren Bevölkerungsschichten. Unter den Sturmtruppen gab es viele Menschen, die von den Nazis vernarrt waren und ihnen glaubten. Nun fühlten sie sich getäuscht und forderten eine „zweite Revolution“, um, wie sie es nannten, die Dominanz des Großkapitals zu beenden. Das Sturmtruppenkommando versuchte, diese Gärung für seine eigenen Karrierezwecke zu nutzen. Da es keine politischen Meinungsverschiedenheiten mit Hitler gab, versuchten die Anführer der Angriffstruppen, die Kontrolle über die Reichswehr zu übernehmen und ihre Truppen zum Hauptkern der zukünftigen Multimillionen-Dollar-Armee zu machen.

Unterdessen wollten die Generäle und höheren Offiziere, die Hitler in allem unterstützten, die Führung der Militärmaschinerie nicht an die Sturmtruppen abtreten und forderten deshalb, dass Hitler die Anführer der Sturmtruppen absetzte und diese von „unzuverlässigen“ Elementen befreite. Diese Forderung wurde von den Ruhrmonopolisten Thyssen, Krupp und anderen unterstützt. Als er sie Ende Juni 1934 in Essen traf, versicherte Hitler ihnen, dass er der Opposition in den Sturmtruppen ein Ende bereiten werde, und erhielt im Gegenzug das Versprechen, ihm nach Hindenburgs Tod die Präsidentschaft zu sichern.

Am 30. Juni gingen die Nazis in Berlin, München und anderen Großstädten gnadenlos mit Anhängern der „zweiten Revolution“ um. Die Zahl der Opfer überstieg 1000 Menschen. Unter den Getöteten befanden sich auch die Anführer der Angriffstruppen, darunter Rem, Ernst und Heines. Gleichzeitig töteten die Nazis jene politischen Persönlichkeiten, die ihnen bei einer Verschärfung der Lage gefährlich werden könnten – den ehemaligen Reichskanzler Schleicher, den in Ungnade gefallenen Faschistenführer Gregor Strasser und andere.

Bald darauf, im August desselben Jahres, starb Präsident Hindenburg. Hitler usurpierte die Machtbefugnisse des Präsidenten und erklärte sich selbst zum „Führer und Reichskanzler“. Um dieser Willkür den Anschein von „Legalität“ zu verleihen, formalisierte er sie mit einer Volksabstimmung. Doch selbst unter den Bedingungen beispiellosen Terrors sprachen sich über fünf Millionen Menschen gegen Hitlers Diktatur aus. All diese Ereignisse sorgten bei den Anhängern der faschistischen Diktatur für Verwirrung. Den im Untergrund agierenden demokratischen Kräften gelang es jedoch nicht, die entstandene Situation auszunutzen. Den Nazis gelang es, die aufkommende Krise des faschistischen Regimes zu lösen und den Faschismus des Staatsapparats zu vollenden. Nach dem 30. Juni wurde die Zahl der Angriffskommandos deutlich reduziert und der Einfluss der sogenannten Sicherheitskommandos – „SS“ (Schutzstaffeln) – stark erhöht. Große Industrielle, Kadetten und Regierungsbeamte versuchten, in dieser Organisation hohe Ränge zu erlangen. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) erlangte enorme Bedeutung und verwickelte das gesamte deutsche Volk in ein Netz aus Spionage und Provokationen. Durch ein Sondergesetz (1935) entzog sich die Gestapo der Kontrolle der Justizbehörden und führte terroristische Aktivitäten völlig ungestraft aus. Die Gestapo breitete ihre Tentakel über Deutschland hinaus aus und stationierte ihre Agenten in anderen Ländern.

Faschistischer Terror und Demagogie

Die SS- und Gestapo-Männer vernichteten die besten Vertreter des deutschen Volkes. Tausende Antifaschisten wurden gefoltert und hingerichtet; Hunderttausende befanden sich in Gefängnissen und Konzentrationslagern. Die Opfer des faschistischen Terrors waren so bemerkenswerte antifaschistische Kämpfer wie Ernst Thälmanns Mitstreiter Ion Scheer, die Führer der Hamburger Proletarier – die Kommunisten Edgar Andre und Fiete Schulze, der prominente progressive Publizist Karl Ossietzky, der Schriftsteller Erich Mühsam und viele mehr Andere.

Der von den Nazis am meisten gehasste Häftling war Thälmann. Die Nazis hatten die Absicht, einen Prozess gegen ihn zu veranlassen, und hatten ihn bereits darüber informiert, aber aus Angst vor dem gleichen beschämenden Scheitern wie beim Prozess wegen des Reichstagsbrandes mussten sie ihren Plan aufgeben.

Zusätzlich zum monströsen Terror setzten die Faschisten in großem Umfang Demagogie ein, bestachen die obere Schicht der Arbeiter durch Prämien, zusätzlichen Urlaub, die Organisation von Ausflügen usw., vergifteten das Volk mit dem Gift des Chauvinismus und verbreiteten einen Kriegskult und „militärische Tapferkeit“. ”

Ein wesentlicher Bestandteil der NS-Ideologie war die sogenannte Rassenlehre, die als Staatsdogma in der Gesetzgebung verankert war. Rassistische Propaganda diente verschiedenen Zwecken. Es sollte nationalistische Gefühle schüren und die Aufmerksamkeit der breiten Massen, insbesondere des Kleinbürgertums, von der sozialen Ungleichheit ablenken und alle Probleme auf die „Dominanz“ von Juden und anderen „Ausländern“ zurückführen. Gleichzeitig – und das war ihr wichtigstes Ziel – bereitete die Rassenpropaganda ideologisch die Rechtfertigung des Krieges um Weltherrschaft, Gebietseroberungen und Versklavung „minderwertiger“ Völker durch die deutsche „Herrenrasse“ vor. Nur im Hinblick auf die Interessen der besitzenden Elite, die in ihren Augen allein das Recht hatte, zur „Herrenrasse“ als vermeintlich wertvollstem Teil der Nation gezählt zu werden, bestanden die Nazis auf der Einheit der Nation in Ordnung Klassenwidersprüche in Einklang zu bringen und alle Kräfte des Volkes auf die Umsetzung aggressiver Pläne der Monopolisten und Junker zu lenken.

Einen wichtigen Platz in der Ideologie des Hitlerismus nahm die falsche Theorie der „Überbevölkerung“ in Deutschland ein, die ebenfalls dazu diente, soziale Ungleichheit zu vertuschen. Die Faschisten argumentierten, dass die einzige Möglichkeit, dieser „Überbevölkerung“ ein Ende zu setzen, darin bestehe, um „Lebensraum“ zu kämpfen, also Gebiete zu erobern, die anderen Völkern, vor allem slawischen, gehörten. Um diesen und anderen Propagandatheorien eine wissenschaftliche Qualität zu verleihen, setzten die Nazis alle Arten von Pseudowissenschaftlern ein – „Geopolitiker“, „Rassenwissenschaftler“, die geschickt darin waren, „Argumente“ für die menschenfeindlichen Ideen des Faschismus auszuwählen.

Zitiert aus: Weltgeschichte. Band IX. M., 1962, p. 305-310.

http://geohyst.hrono.info/node/5268

p.s. Erstens waren seit 1933 die Oppositionsparteien (Dissidenten) die Kommunisten
Seit 1934 begannen sie mit der systematischen Verfolgung und anschließenden Vernichtung von Juden und Zigeunern.
Im Jahr 1939 war das Geheimprogramm „T-4“ eine Aktion, in deren Rahmen geplant war, „besondere Menschen“ mit psychischen Störungen, Behinderungen und schweren Erbkrankheiten zu sterilisieren und anschließend körperlich zu vernichten – das Konzept der sozialen Hygiene der Gesellschaft, der Säuberung von die deutsche Nation.
Bis 1940 wurden nicht nur Konzentrationslager (Gefängnisse), sondern auch Vernichtungslager (Auschwitz, Buchenwald, Dachau, Sachsenhausen…) errichtet, in denen Menschen mithilfe von Gaskammern GETÖTET wurden.
Es gab sowohl Juden als auch Kriegsgefangene.
Die Slawen galten als Untermenschen – „Nichtmenschen“. Ihre Zahl musste um die Hälfte reduziert werden, der Rest waren Sklaven des arischen Volkes.

Hitlers innere Feinde: Wie die Deutschen dem Faschismus widerstanden

Obwohl die Mehrheit der Deutschen Hitlers Machtergreifung herzlich begrüßte, gab es in Deutschland auch im Zweiten Weltkrieg einige, die gegen den Faschismus kämpften.

Collage © LIFE. Foto © Wikipedia, © Facebook (als extremistische Organisation anerkannt und auf dem Territorium der Russischen Föderation verboten) / speuckert

Collage © LIFE. Foto © Wikipedia, © Facebook (als extremistische Organisation anerkannt und auf dem Territorium der Russischen Föderation verboten) / speuckert

Der Zimmermann, der die Geschichte verändern konnte

Georg Elser ist ein gewöhnlicher deutscher Zimmermann, der 1939 im Alleingang das Attentat auf Hitler plante und organisierte. Er war ein überzeugter Protestant und sympathisierte mit den Kommunisten. Im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute war er nicht von Anfang an von den Ideen der Nationalsozialisten fasziniert und hatte vor allem Angst vor einem neuen Krieg. Als Elser die Reden des Führers hörte, kam er zu dem Schluss, dass nur die Ermordung Hitlers die kommende Katastrophe stoppen könne. Um den Führer zu eliminieren, entwickelte Elser im Alleingang eine selbstgebaute Bombe, die er selbst in einer Säule neben dem Führerpodest in einer Münchner Bierhalle montierte, wo Hitler jedes Jahr anlässlich des Bierjubiläums zu Parteifreunden sprach Hall-Putsch.

Elser brauchte fast ein Jahr, um den Plan umzusetzen. Zu diesem Zweck verbrachte er fast 30 Nächte in den Kellern der Bierhalle, um eine Nische auszuhöhlen und den Sprengstoff ungehindert zu montieren. Durch die Explosion kamen 7 Menschen an Ort und Stelle ums Leben, 63 wurden verletzt, der Führer selbst blieb jedoch unverletzt. Durch einen unglücklichen Zufall verkürzte er seine Rede unerwartet auf eine kurze Begrüßung und verließ den Saal wenige Minuten vor der Explosion.

Johann Georg Elser. Deutsche Gedenkbriefmarke. Foto © Wikipedia

Johann Georg Elser. Deutsche Gedenkbriefmarke. Foto © Wikipedia

Elser wurde am Abend an der Schweizer Grenze gefangen genommen und gestand alles, er wolle weiteres Blutvergießen vermeiden. Die Gestapo konnte nicht glauben, dass das Attentat allein von ihr geplant worden war, und Hitler selbst war davon überzeugt, dass die britischen Geheimdienste hinter der Explosion steckten. Georg Elser wurde als Sonderhäftling in Dachau untergebracht und am 9. April 1945, nur 20 Tage vor der Befreiung des Lagers durch die Alliierten, hingerichtet.

Kämpfer gegen Masseneuthanasie

Kreissig ging als einziger Richter des Dritten Reiches in die Geschichte ein, der sich nicht scheute, sich offen gegen die Entscheidungen des Führers zu stellen und sogar versuchte, die geltende Gesetzgebung gegen die Nazis zu wenden. Kreissig stimmte wie viele andere in den 1930er Jahren für die NSDAP, weigerte sich jedoch bereits 1933, der Partei beizutreten. Im Jahr 1940 wandte er sich offen gegen Hitlers Euthanasie-Politik, indem er sie als Massentötung körperbehinderter Menschen bezeichnete, und erhob sogar Mordanklage gegen einen der Nazis.

Nach dieser entscheidenden Tat musste Kreissig zurücktreten und wurde 1942 auf Hitlers Entscheidung in den Ruhestand versetzt, wo er sich kirchlichen Aktivitäten widmete. Während des Krieges war er in der Landwirtschaft tätig, auf deren Territorium er zwei jüdische Flüchtlinge beherbergte. Nach dem Krieg wurde er offen als Held des Widerstands anerkannt.

Hitlers persönlicher Feind

Der protestantische Priester Martin Niemöller, Autor des berühmten Gedichts „Als sie kamen“, wurde auf Hitlers persönlichen Befehl hin nach Dachau geschickt, weil er das NS-Regime kritisiert hatte. Während des Ersten Weltkriegs war Niemöller U-Boot-Kommandant, ging aber nach Kriegsende zum Studium an ein theologisches Seminar und wurde zum Priester geweiht. Ab 1924 stimmte er für die NSDAP und begrüßte 1933 Hitlers Machtergreifung als Alternative zum Kommunismus. Obwohl er Nationalsozialist blieb, protestierte er gegen den Kirchenausschluss „unreiner“ Nationalitäten, rief in seinen Predigten zum Widerstand gegen dieses Gesetz auf und half den Verfolgten.

Martin Niemöller. Foto © Wikipedia

Martin Niemöller. Foto ©  Wikipedia

1938 wurde er wegen „Angriffen auf den Staat“ verhaftet und zu sieben Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Der Führer war jedoch von der Milde des Urteils sehr überrascht und sagte, Niemöller werde im Gefängnis bleiben, bis er blau werde. 1941 wurde der Pfarrer nach Dachau geschickt, wo er seine Strafe unter relativ milden Bedingungen verbüßte: Die Türen seiner Zelle waren nicht verschlossen, und ihm wurden Besuche gestattet. Abschließend kam Niemöller zu dem Schluss, dass die deutsche Kirche gleichermaßen für die Verbrechen der Nazis verantwortlich sei. Martin Niemöller wurde 1945 entlassen. In den Nachkriegsjahren setzte er sich aktiv für Frieden und Abrüstung ein.

„Als sie kamen“

„Als die Nazis die Kommunisten holten, schwieg ich, ich bin kein Kommunist.

Dann kamen sie für die Sozialdemokraten, ich habe geschwiegen, ich bin kein Sozialdemokrat.

Dann holten sie die Gewerkschafter, ich schwieg, ich bin kein Gewerkschaftsmitglied.

Dann kamen sie, um die Juden zu holen, ich schwieg, ich bin kein Jude.

Und dann kamen sie, um mich zu holen, und es gab niemanden mehr, der protestieren konnte.

Guillotine für „Weiße Rose“

„Weiße Rose“ ist eine Untergrundorganisation in München, deren Namen zu Symbolen der süddeutschen Widerstandsbewegung wurden. Die Weiße Rose wurde im Sommer 1942 von mehreren Studenten in München gegründet, um die Einwohner der Stadt gegen das NS-Regime aufzuhetzen. Zu den Organisatoren der Weißen Rose gehörten ein Medizinstudent der Universität München – Hans Scholl, seine Schwester Sophie und mehrere ihrer gemeinsamen Freunde. Junge Menschen interessierten sich für Kunst und Musik, Sport und waren sich in ihrer Ablehnung des politischen Regimes einig. Junge Menschen begannen, Flugblätter zu schreiben und zu verteilen, in denen sie zum Kampf gegen das NS-Regime aufriefen.

Zunächst wollte Hans Scholl seine Schwester von politischen Aktivitäten fernhalten, doch das Verteilen von Flugblättern fiel Sophie leichter, da die SS sie nicht so oft auf der Straße zur Kontrolle anhielt. Flugblätter der Weißen Rose erschienen nicht nur in München, sie wurden auch in Köln, Stuttgart, Berlin, Wien, Salzburg, Linz gefunden. Eines der Flugblätter gelangte nach Großbritannien, wo der Text von der BBC ausgestrahlt wurde und Kopien von britischen Flugzeugen über ganz Deutschland verteilt wurden.

Ein anderes Flugblatt rief zum Aufstand auf. Doch im Februar 1943 wurden Sophie und ihr Bruder beim Versuch, an der Universität München eine neue Charge Flugblätter zu verteilen, verhaftet und nach drei Tagen Prozess und Folter zusammen mit anderen Teilnehmern der Bewegung zur Guillotine verurteilt. Der Urteilsrichter sagte später, er habe noch nie jemanden gesehen, der mutiger sei als die zwanzigjährige Sophie Scholl. Bei der Verhandlung sagte Sophie: „Letztendlich musste jemand damit anfangen. Unsere Überzeugungen werden von vielen anderen geteilt. Sie trauen sich einfach nicht, es so auszusprechen wie wir.“

„Fluch von Edelweiß“ und Gertrude Koch

Gedenktafel in Köln am Ort der Hinrichtung mehrerer „Edelweißpiraten“ im Jahr 1944. Foto © Wikipedia

Gedenktafel in Köln am Ort der Hinrichtung mehrerer „Edelweißpiraten“ im Jahr 1944. Foto ©  Wikipedia

Die Edelweißpiraten waren eine Jugendgruppe, die von 1939 bis 1945 in Deutschland tätig war. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass das Edelweiß eines der vier Symbole des Deutschen Jugendbundes war, der zuvor von Hitler verboten wurde. Trotz des Verbots versammelten sich weiterhin junge Menschen, sangen Lieder und kämpften mit der Hitlerjugend. Als Zentrum der Vereinigung gilt Köln, unter dessen Bürgern sich etwa 3.000 „Piraten“ befanden – Teenager im Alter von 14 bis 18 Jahren, die weder einen zentralen Anführer noch eine gemeinsame Organisationsstruktur hatten. Als Erkennungszeichen trugen sie das Edelweiß-Emblem. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs halfen sie bei der Unterbringung von Gefangenen, Juden und politischen Gefangenen, verteilten kurze Anti-Hitler-Flugblätter und schrieben Kampfaufrufe an die Mauern.

Während des Krieges gingen die „Piraten“ in den Untergrund, um nicht an der Arbeit zugunsten der deutschen Armee beteiligt zu sein. 1944 gerieten viele Mitglieder der Gruppe in Gefangenschaft, 13 Personen wurden hingerichtet, der Rest in Konzentrationslager oder an die Front geschickt. Nach Kriegsende organisierten einzelne „Piraten“ weiterhin Proteste in der DDR, und die Deutschen selbst betrachteten die „Piraten“ lange Zeit eher als Banditen denn als Helden.

In den 80er Jahren wurden Piraten offiziell als Widerstandskämpfer anerkannt – allerdings mit niedrigen moralischen Grundsätzen. Gertrude Koch, die letzte „Edelweißpiratin“, starb 2016. Sie war 17 Jahre alt, als sie zum ersten Mal von der Gestapo beim Versuch erwischt wurde, Anti-Nazi-Parolen an eine Wand zu schreiben. Sie wurde zweimal verhaftet, verhört und gefoltert, konnte aber irgendwie fliehen und überleben. Bis zu ihrem 92. Lebensjahr behielt sie ihren Sinn für Humor und ihren Kampfgeist und sagte zu ihren Lieben: „Egal was passiert, singe!“ 2008 wurde ihr für ihre Aktivitäten im Widerstand gegen das Regime des Dritten Reiches eine Heine-Büste verliehen.

Sie warnten Stalin vor dem Beginn des Krieges

Verstreute Gruppen des deutschen Widerstands, die mit dem sowjetischen Geheimdienst verbunden waren und ihm wertvolle Informationen übermittelten, erhielten nach Kriegsende den gemeinsamen Namen „Rote Kapelle“. Der Begriff selbst wurde von den SS-Männern erfunden, die in Deutschland nach illegalen Sendern suchten. Im Fachjargon der Spionageabwehr wurden Funker „Musiker“, „Pianisten“ genannt, und da es mehrere Sender gab, bildete sich ein ganzes Orchester oder „Capella“. Zu den Organisatoren einer der berühmtesten Kapella-Zellen gehörten der deutsche Journalist und Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen (Unteroffizier) und der Anwalt Arvid Harnack (Korse).

Harro Schulze-Boysen (Unteroffizier), Arvid Harnack (Korse). Foto © Wikipedia

Harro Schulze-Boysen (Unteroffizier), Arvid Harnack (Korse). Foto ©  Wikipedia

Um sie bildete sich ein Kreis Gleichgesinnter, der Ärzte, Journalisten, Ökonomen, Künstler, Tänzer und Schriftsteller mit unterschiedlichen politischen Ansichten, aber gemeinsamer Ablehnung des NS-Regimes vereinte. Seit 1933 halfen Mitglieder der Roten Kapelle, Opfer des Regimes vor Verfolgung zu schützen, verteilten Flugblätter, sammelten Informationen über Kriegsvorbereitungen und übermittelten sie ins Ausland. Ein enger Kreis von Widerstandskämpfern kam mit dem sowjetischen Geheimdienst in Kontakt. Ab dem 17. Juni 1941 warnten Mitglieder der Roten Kapelle die UdSSR vor einem bevorstehenden deutschen Angriff auf die Sowjetunion.

Während des Krieges hörten sie sowjetische Radiosender und erstellten auf der Grundlage von Berichten aus der UdSSR Flugblätter mit Fakten, die Hitlers Propaganda widersprachen, und Schulze-Boysen gab Daten, die er während seines Dienstes in der Luftwaffe erhalten hatte, an sowjetische Geheimdienstoffiziere weiter. Im Juli 1942 gelang es den Nazis, einen zuvor abgefangenen Funkspruch des sowjetischen Militärgeheimdienstes von Moskau nach Brüssel zu entschlüsseln, der den Namen Schulze-Boysens und seine Adresse enthielt. Dies führte zum Scheitern der Gruppe und zur Verhaftung vieler ihrer Mitglieder.

Am 31. August verhaftete die Gestapo Schulze-Boysen. Im Dezember 1942 wurden er, seine Frau Libertas Schulze-Boysen und Arvid Harnack zum Tode verurteilt. Zu den später gefangen genommenen und hingerichteten Gruppenmitgliedern gehörten die schwangere Tochter russischer Emigranten, Liana Berkowitz, und die Deutsche Elsa Imme. 1969 verlieh ihr die UdSSR posthum den Orden des Vaterländischen Krieges. 1943 nahmen die Deutschen etwa 150 Mitglieder der Roten-Kapelle-Bewegung gefangen, von denen etwa 50 hingerichtet wurden und sieben Selbstmord begingen. Es war jedoch nicht möglich, den Kampf der Roten Kapelle vollständig zu stoppen.

Operation Walküre

Der berühmteste und umfangreichste Attentatsversuch auf Hitler gilt als die Verschwörung vom 20. Juli, die in den Reihen der Wehrmacht organisiert wurde. Einer der Hauptorganisatoren der Verschwörung war Klaus Schenck, Graf Stauffenberg, ein Adliger und Oberst der Wehrmacht. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs hatte er den Status eines zweiten Generalstabs erreicht und wurde nach Polen geschickt, von wo aus er an seine Frau schrieb: „Es gibt viele Mischlinge im Land, sie alle brauchen eine feste Hand.“ und werden Deutschland mit ihrer Zwangsarbeit dienen.“ Doch als Stauffenberg die Massenerschießungen von Zivilisten beobachtete, änderte er seine Meinung. 1943 wurde er in Tunesien schwer verwundet und verlor ein Auge, seine rechte Hand und mehrere Finger seiner linken Hand. Nachdem er sich von seiner Verletzung erholt hatte, kam er 1943 zu dem Schluss, dass Hitler das Land in die Katastrophe führte, und begann mit der Suche nach Gleichgesinnten in der Wehrmacht, die weder der Gestapo noch den Geheimdiensten gegenüber rechenschaftspflichtig war.

Stauffenberg im Jahr 1926. Foto © Wikipedia

Stauffenberg im Jahr 1926. Foto ©  Wikipedia

Die Verschwörer träumten davon, Hitler zu töten. Der Plan, den Führer zu ermorden und anschließend die Macht zu übernehmen, wurde „Operation Walküre“ genannt und entstand nach der Landung der Alliierten in der Normandie, als klar wurde, dass eine Niederlage im Krieg unvermeidlich war. Der ursprüngliche Operationsplan wurde vom Führer selbst als Maßnahme zur Verhinderung innerer Unruhen im Land genehmigt. Tatsächlich umfasste der Aktionsplan der Verschwörer die Ermordung Hitlers, die Verhaftung von Parteimitgliedern und hohen Funktionären der SS, der Gestapo und des Geheimdienstes sowie die Machtübergabe an das Militär.

Leiter der Aktion war Stauffenberg, der den Mord begehen und den Putsch anführen sollte. Die Durchführung der Operation stieß jedoch auf Schwierigkeiten: Der zweimal geplante Anschlag auf den Führer musste verschoben werden, und schließlich wurde der Putschtermin auf den 20. Juli verschoben. Dem Plan zufolge sollte der Mord während einer Mitarbeiterbesprechung geschehen. Die Verschwörer planten, das Treffen in einem Bunker abzuhalten, aber im letzten Moment wurde es in ein nahegelegenes Holzgebäude verlegt, einer der Sprengsätze ging nicht los und ein Koffer mit einer Bombe wurde neben dem Führer zurückgelassen. durch einen absurden Zufall in den letzten Sekunden vor der Explosion vom Führer entfernt.

Bei der Explosion kamen vier Menschen ums Leben und 17 weitere wurden verletzt, doch der Führer, geschützt durch einen massiven Tisch, kam mit einer leichten Verletzung und einer Gehirnerschütterung davon. Auch der Putsch in der Hauptstadt wurde niedergeschlagen. Am Abend desselben Tages wurde Stauffenberg gefangen genommen und erschossen. Seine Frau, schwanger mit ihrem fünften Kind, wurde in das Konzentrationslager Ravensbrück geschickt, und die Kinder wurden in Waisenhäuser verstreut, um die Erinnerung an den Verräter in der gesamten Familie auszulöschen.

In Deutschland war die Haltung gegenüber Stauffenberg lange Zeit sehr zweideutig: Er wurde entweder als Held oder als Verräter bezeichnet.

Flucht gelungen: Was die FBI-Archive über Hitlers Flucht nach Argentinien sagen

Flucht gelungen: Was die FBI-Archive über Hitlers Flucht nach Argentinien sagen


Nikolay Antonov

Es ist auch nicht geklärt, wie viele Deutsche bei der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus Tschechien, Polen, Jugoslawien und den ehemaligen Ostprovinzen Deutschlands starben. Die Schätzungen reichen von 0,5 Millionen bis 2,5 Millionen. Es ist nicht einmal bekannt, wie viele Frauen in der VSG mobilisiert wurden, „die Zahl ist nicht ermittelt“ – ein Zitat aus der deutschen Sammlung „Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs“.

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